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Islamisches Recht in Deutschland

Title: Islamisches Recht in Deutschland

Essay , 2006 , 7 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jessica Plambeck (Author)

Orientalism / Sinology - Islamic Studies

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Summary Excerpt Details

Derzeit ist der Islam die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Deutschland, gleich nach dem Christentum. Dies ist in erster Linie eine Folge aus der Arbeitermigration, welche Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre stattfand. Sowohl die Migranten als auch Deutschland als Aufnahmeland sahen den Aufenthalt der Muslime als vorübergehend an. Daher beschäftigte man sich anfangs kaum mit dem Thema der Integration der Gastarbeiter in die deutsche Gesellschaft. Das Verhalten der Zuwanderer änderte sich jedoch Anfang der siebziger Jahre drastisch dadurch, dass die Familien in den Migrationsprozess mit einbezogen wurden. Die Anwesenheit der Familie sowie die damit zusammenhängende schwindende Aussicht auf Rückkehr in das Heimatland hatten eine Wandlung des Verhaltens der Migranten zur Folge. Die Beständigkeit des Aufenthaltes weckte im religiösen Bereich das Bedürfnis nach Einrichtungen, in denen man gemeinsam religiöse Pflichten erfüllen und den hier aufwachsenden Kindern die eigene religiöse und kulturelle Identität vermitteln konnte. Heutzutage ist es so, dass besonders bei der jüngeren, hier geborenen und aufgewachsenen Generation ein gesteigertes Interesse am Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft besteht, um zum Ausdruck zu bringen, dass man sich diesem neuen Heimatland mehr verbunden fühlt, als dem Heimatland der Eltern. Trotz der vorhandenen Integrationsbereitschaft möchte man dennoch nicht auf die Ausübung der Religion und an die Bindung derselbigen verzichten.

Das Problem, mit dem die in der Diaspora lebenden Muslime konfrontiert sind, ist sich einerseits an die Souveränität des Staates, in dem sie leben und andererseits an die Ge- und Verbote ihrer Religion zu halten, wobei es in einigen Fällen zu Unvereinbarkeiten kommen kann. Die freiwillige dauerhafte Ansiedlung von Muslimen in Europa und damit außerhalb der islamischen Welt stellt in der Dimension, wie wir sie heute vorfinden, eine völlig neue Situation dar. In diesem Essay soll die Frage behandelt werden, ob es für einen Muslim, der sich der Scharia verpflichtet fühlt, möglich ist, in unserem deutschen Rechtssystem zu leben und sich an die geltenden Rechtsnormen zu halten ohne damit gegen die für ihn nach islamischem Recht geltenden Rechtsnormen und seine religiösen Überzeugungen zu verstoßen. Es soll erläutert werden, in welchen Bereichen es zu Unvereinbarkeiten oder Schwierigkeiten zwischen deutschem und islamischem Recht kommen kann und inwiefern es möglich ist, [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Islamisches Recht in Deutschland

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die Untersuchung der Vereinbarkeit von islamischem Recht und dem deutschen Rechtssystem. Dabei wird analysiert, wie muslimische Bürger ihre religiösen Pflichten in einer säkularen, verfassungsrechtlich geschützten Demokratie ausüben können, ohne mit geltenden Rechtsnormen in Konflikt zu geraten.

  • Historische Entwicklung der muslimischen Migration in Deutschland
  • Definition und Unterscheidung von Ibadat und Muamalat innerhalb der Scharia
  • Rolle der Religionsfreiheit nach Artikel 4 des Grundgesetzes
  • Diskurs über die Interpretation islamischer Quellen in der Diaspora
  • Konkrete Rechtskonflikte am Beispiel von Tierschutz und Familienrecht

Auszug aus dem Buch

Die Unterscheidung von Ibadat und Muamalat

Für die Muslime ist die Scharia die Gesamtheit der im Koran und Sunna des Propheten enthaltenen göttlichen Gebote, die von prinzipiell allumfassendem und zeitlosem Charakter sind. Wenn damit gemeint ist, dass sämtliche enthaltenen Vorschriften rechtlich und religiös für jeden Muslim an jedem Ort verbindlich sind, würde an dieser Stelle ein Konflikt mit dem deutschen Grundgesetz entstehen. Die Scharia selbst unterscheidet aber zwischen Ibadat und Muamalat.

Ibadat beschäftigt sich mit den entscheidenen die Religion betreffenden Fragen, wie dem Beten, der Almosengabe, dem Fasten, der Pilgerreise etc.. Es beschäftigt sich also mit den Verpflichtungen des Gläubigen gegenüber Gott, den göttlichen Diensten und seiner Verehrung, also den individuellen Geboten. Es ist die Pflicht aller Muslime diese Gebote zu jeder Zeit unabhängig vom Aufenthaltsort einzuhalten.

Muamalat beschäftigt sich hauptsächlich mit Angelegenheiten bezüglich des Straf- bzw. Zivilrechts, wie zum Beispiel Heiratsverträgen, Scheidungen, Vertragsrecht und kriminellen Handlungen. Es handelt sich dabei also um Rechtsnormen des islamischen Staatswesens, deren Geltungsbereich sich nur und ausschließlich auf das Staatsgebiet der islamischen Welt beschränkt. Die individuellen Gebote, die sich aus dem Ibadat herleiten, fallen in Deutschland unter den Schutz des Artikels 4 Grundgesetz, welcher die Unverletzbarkeit des Gewissens, die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses und die ungestörte Religionsausübung gewährleistet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Islamisches Recht in Deutschland: Dieses Kapitel erörtert die historische Einwanderungssituation und die resultierende Notwendigkeit, islamische religiöse Praxis mit den Anforderungen des deutschen Rechts in Einklang zu bringen, wobei die Bedeutung der verfassungsrechtlich geschützten Religionsfreiheit hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Islamisches Recht, Scharia, Deutschland, Grundgesetz, Religionsfreiheit, Integration, Ibadat, Muamalat, Diaspora, Rechtsordnung, Koran, Sunna, Migrationsprozess, Rechtspluralismus, Selbstbestimmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rechtlichen Spannungsfelder zwischen dem islamischen Religionsverständnis und dem deutschen Rechtssystem im Kontext einer in Deutschland lebenden muslimischen Minderheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die verfassungsrechtliche Einordnung islamischer Glaubenspraxis, die interne Differenzierung der Scharia sowie die Frage nach einer zeitgemäßen Auslegung der religiösen Quellen in einer Diaspora-Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden kann, der sowohl das Grundgesetz wahrt als auch die religiöse Selbstbestimmung der in Deutschland lebenden Muslime respektiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche und islamwissenschaftliche Analyse, die unter Verwendung von Primärquellen, Kommentaren zum Grundgesetz sowie fachwissenschaftlicher Literatur zu Islam und Recht erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Begriffe Scharia, Ibadat und Muamalat sowie in eine praktische Untersuchung von Konfliktfeldern wie dem Schächten von Tieren und dem internationalen Privatrecht im Familiensektor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Religionsfreiheit, Integration, Scharia-Auslegung, Rechtsnormen und gesellschaftlicher Pluralismus bestimmt.

Welche Bedeutung hat das Grundgesetz bei der Ausübung islamischer Gebote?

Das Grundgesetz, insbesondere Artikel 4, bildet den schützenden Rahmen für die individuelle Religionsausübung, sofern diese nicht die Rechte Dritter oder fundamentale verfassungsrechtliche Prinzipien verletzt.

Wie unterscheidet sich die Scharia nach Meinung der Autorin in der praktischen Anwendung?

Die Arbeit betont, dass zwischen den rein persönlichen Geboten (Ibadat) und den gesellschaftlich-rechtlichen Regeln (Muamalat) differenziert werden muss, wobei letztere oft eine moderne Auslegung im Kontext der jeweiligen Aufnahmegesellschaft erfordern.

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Details

Title
Islamisches Recht in Deutschland
College
University of Hamburg  (Kulturgeschichte des Vorderen Orients)
Course
Muslime in Westeuropa
Grade
1,7
Author
Jessica Plambeck (Author)
Publication Year
2006
Pages
7
Catalog Number
V183239
ISBN (eBook)
9783656074526
Language
German
Tags
islamisches recht deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Plambeck (Author), 2006, Islamisches Recht in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183239
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