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Die Kontroverse zwischen Gottfried Benn und Klaus Mann

Title: Die Kontroverse zwischen Gottfried Benn und Klaus Mann

Seminar Paper , 2010 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions

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Summary Excerpt Details

1. Einleitung
„Benn ist ein großer Poet: Einige seiner dunkel suggestiven, tragisch kühnen Verse haben sich mir für immer eingeprägt, ihr Rhythmus bleibt mir im Blut wie das Echo früh gehörter, früh geliebter Zaubersprüche. Auch persönlich stand ich damals auf herzlichem Fuße mit dem äußerlich so korrekten und konventionellen Visionär, der es nicht unter seiner Dichterwürde fand, neben- oder hauptberuflich als Spezialist für Haut- und Geschlechtskrankheiten in einem Berliner Arbeiter¬viertel tätig zu sein.“ (Klaus Mann zit. in Decker, 2006, S. 230)

Mit diesen Worten beschreibt der Schriftsteller Klaus Mann, Sohn von Thomas Mann und Neffe von Heinrich Mann, den expressionistischen Lyriker und Arzt Gottfried Benn 1942 in seiner Autobiografie „Der Wendepunkt“ (vgl. Decker, 2006, S. 230). Trotz dieser lobenden Worte gibt es etwa neun Jahre zuvor eine Auseinandersetzung in schriftlicher Form zwischen Gottfried Benn und Klaus Mann aufgrund Benns politischer Position.

Gottfried Benn, ein Einzelgänger, der die Menschheit und alles, was mit ihr zu tun hat, ablehnt, wendet sich 1933 den Nationalsozialisten zu, empfängt mit Überzeu¬gung den „Neuen Staat“. Klaus Mann, der zu dieser Zeit im Exil in Frankreich lebt, verehrt Benn – doch dessen politische Position kann er nicht akzeptieren. So formuliert er seine Enttäuschung darüber in einem persönlichen Brief vom 9. Mai 1933 an Benn, den dieser in öffentlicher Form im Berliner Rundfunk beantwortet („Antwort an die literarischen Emigranten“). Der genaue Wortlaut ist den beiden Briefen im Anhang zu entnehmen. Mann reagiert daraufhin 1. Septem¬ber 1933 gleichfalls mit einer öffentlichen Stellungnahme in der Exilzeitschrift „Die Sammlung“ und findet harte Worte der Kritik.

Nach der ersten Euphorie erkennt Benn, dass er zu weit gegangen ist und wendet sich schließlich vom Nationalsozialismus ab. Hier stellt sich die Frage, ob und inwiefern der Brief von Klaus Mann zu diesem Wandel beigetragen hat. Diese Frage soll in dieser Arbeit erörtern werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografische und politische Ereignisse mit dem Schwerpunkt auf die Zeit 1929-1933

2.1 Wer war Gottfried Benn? Wichtige Ereignisse seines Lebens

2.2 Biografische Daten von Klaus Mann

2.3 Die politische Situation in Deutschland 1929-1933

3. Die Kontroverse zwischen Klaus Mann und Gottfried Benn

3.1 Der Brief von Klaus Mann und Gottfried Benns öffentliche Antwort

3.2 Weiterer Verlauf der Auseinandersetzung und Gottfried Benns politische Entwicklung

3.3 Erörterung und Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die schriftliche Auseinandersetzung zwischen dem Lyriker Gottfried Benn und dem Schriftsteller Klaus Mann im Jahr 1933. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit der kritische Brief von Klaus Mann zu Benns späterem Wandel und seiner Abkehr vom Nationalsozialismus beigetragen hat.

  • Biografische Einordnung von Gottfried Benn und Klaus Mann
  • Analyse der politischen Umbrüche in Deutschland zwischen 1929 und 1933
  • Untersuchung des Briefwechsels und der öffentlichen Kontroverse
  • Evaluation von Benns politischer Entwicklung und Enttäuschung

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Brief von Klaus Mann und Gottfried Benns öffentliche Antwort

Als Grund für den Brief gibt Mann an, Benn eine Frage stellen zu wollen. Es seien ihm einige Gerüchte zu Ohren gekommen „über Ihre [Benns] Stellungnahme gegenüber den `deutschen Ereignissen´“ (Benn: Doppelleben, 1981, S. 74). Mann konfrontierte ihn mit dem Vorwurf, „daß Sie – eigentlich als EINZIGER deutscher Autor, mit dem unsereins gerechnet hatte – Ihren Austritt aus der Akademie NICHT erklärt haben.“ Von dieser Tatsache ist Klaus Mann regelrecht entsetzt: „Was konnte sie dahin bringen, ihren Namen, der uns der Inbegriff des höchsten Niveaus und einer geradezu fanatische Reinheit gewesen ist, denen zur Verfügung zu stellen, deren Niveaulosigkeit absolut beispiellos in der europäischen Geschichte ist und von deren moralischer Unreinheit sich die Welt mit Abscheu abwendet?“ (ebd., S.75).

Mann führt die Namen seines Vaters und seiner Onkels an. Heinrich Mann sei aus der Akademie „geflogen“ und Benn sehe keinen Grund auszutreten, obwohl Benn ihm „wie kein anderer gehuldigt“ hätte (ebd., S. 75).

Mann gibt an, dass er mit Unbehagen schon seit einigen Jahren verfolgte „wie Sie, Gottfried Benn, sich aus Antipathie gegen diese aufgeblasenen Flachköpfe in einen immer grimmigeren IRRATIONLISMUS retteten.“ (ebd., S. 76).

Zum Ende des Briefes liest man ganz deutlich auch die Enttäuschung von Seiten Klaus Manns heraus: „Ich habe zu Ihnen geredet, ohne dass sie mich gefragt hatten; das ist ungehörig, ich muß noch einmal um Entschuldigung bitten. Aber Sie sollen wissen, daß Sie für mich […] zu den sehr wenigen gehören, die wir keinesfalls an die ´andere Seite´ verlieren möchten!“ Mann erwartet von Benn eine Entscheidung: „Wer sich aber in dieser Stunde zweideutig verhält, wird für heute und immer nicht zu uns gehören. Aber freilich müssen Sie ja wissen, was Sie für unsere Liebe eintauschen und welchen großen Ersatz man Ihnen dafür bietet“ (ebd., S. 77).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Person Gottfried Benn und die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Klaus Mann ein, wobei die zentrale Fragestellung nach Benns politischem Wandel und Manns Einfluss darauf formuliert wird.

2. Biografische und politische Ereignisse mit dem Schwerpunkt auf die Zeit 1929-1933: Dieser Teil beleuchtet die Lebenswege von Benn und Mann sowie die sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland, die zur Radikalisierung und Machtergreifung führten.

2.1 Wer war Gottfried Benn? Wichtige Ereignisse seines Lebens: Zusammenfassung der biografischen Stationen Benns von seiner Herkunft über seine medizinische Laufbahn bis hin zu seinem schriftstellerischen Werdegang.

2.2 Biografische Daten von Klaus Mann: Darstellung der Herkunft Klaus Manns, seines frühen literarischen Interesses und seines politischen Engagements im Exil.

2.3 Die politische Situation in Deutschland 1929-1933: Analyse der Weimarer Krise, der wirtschaftlichen Not, der Radikalisierung der Wählerschaft und des Übergangs zur nationalsozialistischen Diktatur.

3. Die Kontroverse zwischen Klaus Mann und Gottfried Benn: Detaillierte Betrachtung des brieflichen und öffentlichen Austauschs zwischen den beiden Schriftstellern sowie Benns Rechtfertigungsversuchen.

3.1 Der Brief von Klaus Mann und Gottfried Benns öffentliche Antwort: Analyse der inhaltlichen Argumente von Klaus Mann und Benns Reaktion über den Berliner Rundfunk.

3.2 Weiterer Verlauf der Auseinandersetzung und Gottfried Benns politische Entwicklung: Betrachtung der eskalierenden Kritik durch Mann und Benns zunehmender Distanzierung vom nationalsozialistischen Regime aufgrund der Unterdrückung künstlerischer Autonomie.

3.3 Erörterung und Ergebnisse: Fazit zur Forschungsfrage, das feststellt, dass die Kunstvorstellung ein zentraler Faktor für Benns Abkehr war, während die Wirkung von Manns Brief nicht eindeutig belegt werden kann.

Schlüsselwörter

Gottfried Benn, Klaus Mann, Nationalsozialismus, Briefwechsel, Exilliteratur, politische Kontroverse, Weimarer Republik, künstlerische Autonomie, Expressionismus, Identität, Machtpolitik, politischer Wandel, literarische Emigranten, Zeitgeschichte, Widerstand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die politische Auseinandersetzung zwischen dem Lyriker Gottfried Benn und dem Exilschriftsteller Klaus Mann im Jahr 1933, die durch einen kritischen Brief Manns ausgelöst wurde.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Biografie beider Autoren, die politische Instabilität der späten Weimarer Republik, die Mechanismen der nationalsozialistischen Gleichschaltung sowie die Frage künstlerischer Freiheit unter einem autoritären Regime.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob und inwieweit Klaus Manns offene Kritik an Benns pro-nationalsozialistischer Haltung dazu beigetragen hat, dass Benn sich letztlich vom Nationalsozialismus abkehrte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, wobei Biografien und autobiografische Schriften beider Autoren herangezogen werden, um deren Motive und Reaktionen in einen historischen Kontext zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die biografischen Grundlagen und das politische Umfeld skizziert, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Briefwechsels und Benns späterer politischer Resignation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gottfried Benn, Klaus Mann, Nationalsozialismus, politische Kontroverse, künstlerische Autonomie und Exilliteratur.

Warum hat Benn auf den Brief von Klaus Mann öffentlich geantwortet?

Benn sah sich durch Manns Anschuldigungen, die auch eine öffentliche Wirkung hatten, genötigt, seine Entscheidung für den „Neuen Staat“ zu begründen, wobei er gleichzeitig die Emigranten scharf angriff.

Welche Rolle spielt die Kunstauffassung bei Benns Abkehr vom Nationalsozialismus?

Die Kunstauffassung war entscheidend: Als Benn erkannte, dass die nationalsozialistische Politik die künstlerische Autonomie vernichtete und seine eigenen Werke zunehmend unterdrückte, verlor er den Glauben an seine ursprüngliche Vision des „Neuen Staates“.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Die Kontroverse zwischen Gottfried Benn und Klaus Mann
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2010
Pages
17
Catalog Number
V183102
ISBN (Book)
9783656072027
ISBN (eBook)
9783656072171
Language
German
Tags
kontroverse gottfried benn thomas mann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2010, Die Kontroverse zwischen Gottfried Benn und Klaus Mann, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183102
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