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Terrorismus als Erfolgsstrategie - Fallbeispiel Al-Qaida

Title: Terrorismus als Erfolgsstrategie - Fallbeispiel Al-Qaida

Seminar Paper , 2010 , 16 Pages

Autor:in: Master of Arts Thomas Rohm (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security

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„Eigentlich waren wir der Ansicht, dass die Bombenanschläge in Riad und al-Khobar ein deutliches Signal waren. Eigentlich hätten die intelligenteren Entscheidungsträger der USA daraufhin alles daransetzen müssen, einen ernsthaften Kampf zwischen ihren Streitkräften und der muslimischen Nation zu vermeiden. Aber offensichtlich verstanden sie das Signal nicht.“ Dieser Auszug aus einem Interview der in London ansässigen palästinensischen Zeitung al-Quds al-Arabi mit Osama bin Laden vom November 1996 zeigt, dass es Terrorismus in seinem ursprünglichen Kern als Kommunikationsstrategie zu verstehen gilt. Eine Strategie, die durchaus auch scheitern kann. Die Opfer der Gewalt und das Publikum, an welche die Botschaft der Terroristen gerichtet ist, sind dabei keineswegs identisch. Wie Louise Richardson darlegt, sind die Opfer eines terroristischen Anschlages lediglich das Mittel, „um das Verhalten eines größeren Publikums zu beeinflussen, in der Regel einer Regierung.“ Dass die Strategie von Terrorgruppen offensichtlich darauf abzielt, Zivilisten zu attackieren, um insbesondere demokratisch legitimierte Regierungen unter Druck zu setzen, um diesen politische Zugeständnisse abzuverlangen, daran besteht heute in der Terrorismusforschung kein Zweifel mehr. Ganz im Gegensatz dazu ist jedoch über die Frage, inwieweit Terroristen mit dieser Strategie erfolgreich sind, eine ernste wissenschaftliche Debatte entbrannt. Ob Terrorismus wirklich als Erfolgsstrategie anzusehen ist, oder präziser ausgedrückt, ob es Terroristen wirklich gelingt, durch gezielte Anschläge auf die Zivilbevölkerung ihre politischen Forderungen gegenüber der ausgewählten Regierung durchzusetzen, soll sodann auch die übergeordnete Fragestellung sein, unter der nachfolgende Ausführungen stehen. Die Analyse der politischen Ziele des Terrornetzwerkes Al-Qaida unter Osama bin Laden steht dabei zunächst im Vordergrund. Sie sollen in einem zweiten Schritt der politischen Realität gegenübergestellt werden, um eine fundierte Beurteilung der politischen Erfolge von Al-Qaida zu ermöglichen. Die Ergebnisse dieses Fallbeispiels können so zu einer angemesseneren Einschätzung von Terrorismus als Erfolgsstrategie beitragen, wobei es abschließend deutlich zu machen gilt, dass eine bloße Einengung auf politische Motive den Blick für andere Faktoren versperrt, die den Terrorismus für seine Anhänger so attraktiv macht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aktueller Forschungsstand

3. Rahmenbestimmungen der Analyse

4. Kommunikationsstrategie und politische Zielsetzung Al-Qaidas

5. Widersprüche zur politischen Realität

6. Ergebnis der Analyse und Fazit

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit von Terrorismus als politische Erfolgsstrategie am Fallbeispiel des Terrornetzwerkes Al-Qaida unter Osama bin Laden. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob es Terroristen tatsächlich gelingt, durch gezielte Gewalt gegen die Zivilbevölkerung ihre politischen Forderungen gegenüber einer Regierung durchzusetzen oder ob diese Strategie systembedingt scheitert.

  • Analyse des Terrorismus als Kommunikationsstrategie
  • Gegenüberstellung der erklärten politischen Ziele Al-Qaidas und der politischen Realität
  • Kritische Auseinandersetzung mit der strategischen Effektivität von Terrorangriffen
  • Bedeutung von Kommunikationsdefiziten in der Wahrnehmung durch Regierungen
  • Diskussion alternativer Erklärungsansätze (individuelle und gruppenspezifische Faktoren)

Auszug aus dem Buch

4) Kommunikationsstrategie und politische Zielsetzung Al-Qaidas:

Dass Al-Qaida Terror gegen die Zivilbevölkerung tatsächlich als Kommunikationsmittel begreift, wird bei den Kommuniqués von Osama bin Laden immer wieder deutlich. So drohte er bereits 1997 der Regierung Clinton mit „messages with no words“, 2001 beschrieb er dann die Anschläge auf das World Trade Center als „speeches that overshadowed all other speeches“ und an die Adresse der USA sollte er nur ein Jahr später schreiben: „Amerika versteht die Sprache der Höflichkeit und der Prinzipien nicht, also sprechen wir in der Sprache mit Amerika, die es versteht.“ Bin Ladens Chefideologe al-Zawahiri bekräftigt diese Auffassung, wenn er indirekt Terrorismus als „the only language understood by the West“ charakterisiert. Im Gegensatz dazu finden sich keine schlagkräftigen Indizien dafür, dass der Kampf Al-Qaidas auf die Zerstörung der westlichen Gesellschaft, ihrer Werte und ihrer Kultur ausgerichtet ist. Zwar prangert bin Laden in seinem „Brief an Amerika“ die Unmoral und Verdorbenheit des amerikanischen Volkes an und wird nicht müde Gründe aufzuzählen, welche die Amerikaner zur „schlimmsten Zivilisation […] in der Geschichte der Menschheit“ machen, der eigentliche Vorwurf, welcher letztendlich die Kriegsgründe liefert, ist allerdings ein anderer und klar an die politischen Entscheidungsträger adressiert: „We declared jihad against the US government, because the US government is unjust, criminal and tyrannical.“

Aus diesem Grund zeigt sich bin Laden auch bemüht, die Anschläge auf Zivilisten in den USA mit der Anschuldigung zu rechtfertigen, dass diese die Politik der Bush-Administration durch ihre Steuern und politische Legitimation unterstützten, was sie zu Mittätern mache. Würden die westlichen Zivilisationen per se als Feindbild verstanden werden, wären solche Argumentationen überflüssig. An anderer Stelle betont Osama bin Laden ausdrücklich, dass es nicht die westlichen Werte gewesen seien, die den Konflikt heraufbeschwört hätten und beschuldigt Präsident Bush, den „Lügner im weißen Haus“, der Täuschung und Verschleierung im Hinblick auf die Artikulation der tatsächlichen Kriegsursachen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die These ein, dass Terrorismus als Kommunikationsstrategie zu verstehen ist, und stellt die Forschungsfrage zur strategischen Erfolgsbilanz von Al-Qaida auf.

2. Aktueller Forschungsstand: Hier werden gegensätzliche wissenschaftliche Positionen zur Effektivität von Terrorismus beleuchtet, insbesondere die Debatte zwischen Autoren, die Terrorismus als erfolgreiches Druckmittel sehen, und Kritikern wie Max Abrahams.

3. Rahmenbestimmungen der Analyse: In diesem Kapitel werden die methodischen Prämissen festgelegt, wobei der Fokus rein auf die strategische Effektivität im Hinblick auf politische Zielerreichung unter Verwendung von Primärquellen gelegt wird.

4. Kommunikationsstrategie und politische Zielsetzung Al-Qaidas: Das Kapitel analysiert die konkreten, von Osama bin Laden formulierten politischen Forderungen und ordnet diese als strategische Kommunikation ein, anstatt sie als reinen Zivilisationskampf zu interpretieren.

5. Widersprüche zur politischen Realität: Hier wird aufgezeigt, dass die Angriffe Al-Qaidas das Gegenteil der beabsichtigten politischen Ziele bewirkten, indem sie die US-Präsenz in der Golfregion festigten und die internationale Allianz gegen den Terror stärkten.

6. Ergebnis der Analyse und Fazit: Das Fazit stellt das Scheitern von Terrorismus als politisches Erfolgsrezept fest, begründet durch ein Kommunikationsdefizit und die Verschiebung des Fokus hin zu emotionalen Faktoren innerhalb der Terrorgruppen.

7. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten akademischen Fachliteratur sowie der untersuchten Primärquellen, insbesondere der Videobotschaften und Interviews von Osama bin Laden.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Al-Qaida, Erfolgsstrategie, Kommunikationsstrategie, politische Ziele, Osama bin Laden, Max Abrahams, USA, 11. September, Terrorismusforschung, Gewalt, Politische Effektivität, Zivilbevölkerung, Strategische Analyse, Radikalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit von Terrorismus als Mittel zur Erreichung politischer Ziele am Beispiel der Anschläge durch das Netzwerk Al-Qaida.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die Kommunikationsstrategie von Terrorgruppen, der Vergleich von formulierten Forderungen mit den realpolitischen Ergebnissen sowie die Reaktion von Staaten auf terroristische Gewalt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, ob Terrorismus tatsächlich als Erfolgsstrategie fungiert oder ob die gewählten Methoden der Gewalt gegen Zivilisten zwangsläufig zur Verfehlung der angestrebten politischen Ziele führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes sowie auf die Auswertung von Primärquellen wie Interviews und Videobotschaften von Osama bin Laden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der politischen Ziele von Al-Qaida, deren Abgleich mit der Realität nach 9/11 und eine kritische Diskussion der strategischen Wirksamkeit von Anschlägen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Kernbegriffe umfassen Terrorismus, Al-Qaida, Erfolgsstrategie, Kommunikationsstrategie und politische Effektivität.

Warum betont die Arbeit, dass Terrorismus eine "Kommunikationsstrategie" ist?

Der Autor folgt der wissenschaftlichen Lehrmeinung, dass Terrorakte darauf abzielen, eine Botschaft an ein bestimmtes Publikum (meist Regierungen) zu senden, um diese durch Kostenerhöhung zu politischem Handeln zu zwingen.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich des Erfolgs von Al-Qaida?

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Al-Qaida ihre politischen Ziele verfehlt hat, da die Anschläge zu einer verstärkten internationalen Kooperation der Staaten und einer erhöhten militärischen Präsenz im Nahen Osten führten.

Welche Rolle spielt die emotionale Komponente für Terrorgruppen laut dem Fazit?

Abschließend weist der Autor darauf hin, dass neben dem rationalen politischen Kalkül soziale Solidarität und emotionale Bindungen innerhalb der Gruppe zunehmend als treibende Faktoren für die Fortführung des Terrors betrachtet werden müssen.

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Details

Title
Terrorismus als Erfolgsstrategie - Fallbeispiel Al-Qaida
College
University of the Federal Armed Forces München
Author
Master of Arts Thomas Rohm (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V182956
ISBN (eBook)
9783656070504
ISBN (Book)
9783656070979
Language
German
Tags
terrorismus erfolgsstrategie fallbeispiel al-qaida
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Thomas Rohm (Author), 2010, Terrorismus als Erfolgsstrategie - Fallbeispiel Al-Qaida, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182956
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