„Naturnotwendig will der Mensch das Gute."
Dieses Zitat aus Thomas Werk Questiones Diputatae de Veritate spiegelt den Kern der Philosophischen Ethik wieder, deren zentrales Bestreben es ist, sittliches Handeln theoretisch zu begründen. Ziel der Auseinandersetzung mit Thomas von Aquin ist es, die Beweggründe und Quellen für sittliches Handeln in der thomistischen Ethik zu erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Über Thomas von Aquin
2.1 Leben
2.2 Wichtigste Werke und Einflüsse
2.2.1 Summa Contra Gentiles
2.2.2 Summa Theologica
3. Ethik als natürliches Gesetz
3.1 Die äußeren Prinzipien der Guten Handlung: Das Gesetz
3.2 Die inneren Prinzipien der guten Handlung: Die Tugenden
3.3 Die Struktur der menschlichen Handlung
3.4 Das Glück als Ziel menschlichen Handelns
3.5 Handlungen des Menschen vs. Menschliche Handlungen
4. Bedeutung des Heiligen Thomas von Aquin
5. Nachleben
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die ethischen Grundlagen der Lehre des Thomas von Aquin theoretisch zu begründen und dabei den Ursprung des sittlichen Handelns in der Natur des Menschen und seinem Verhältnis zur Schöpfung zu verorten.
- Historische Einordnung von Thomas von Aquin und seinem Werk
- Die Lehre vom natürlichen Gesetz (lex naturalis)
- Differenzierung zwischen äußeren Gesetzen und inneren Tugendprinzipien
- Analyse der Handlungsstruktur und des menschlichen Strebens nach Glück
- Theologische und philosophische Bedeutung sowie das historische Nachleben
Auszug aus dem Buch
3.3 Die Struktur der menschlichen Handlung
Für den Aquinaten sind die Einflussgrößen, die einer Handlung den Charakter einer guten bzw. schlechten Handlung verleihen in den Momenten der Handlung, den Elementen aus denen sie besteht, zu finden.
Konkret sind diese Momente das Objekt, auf das eine Handlung ausgerichtet ist, das Ziel das mit der Handlung erreicht werden soll, und die Umstände unter denen sie getätigt wird. Die Scholastik nennt diese Elemente die „fontes moralitatis“:
• „finis operis“ – das gewählte Objekt, der Gegenstand oder auch das Ziel der Handlung
• „finis operantis“ - das angestrebte Ziel oder die Absicht des Handelnden
• „circumstantiae“ - die Umstände der Handlung.
Die erste Quelle des Charakters einer Handlung liegt zunächst aber in ihrem Ursprung. Da bei menschlichen Handlungen das vernunftbegabte Wesen Mensch der Akteur ist, haben diese grundsätzlich etwas Gutes in sich. Der Grund hierfür ergibt sich aus der bereits erklärten Teilhabe des Menschen an der göttlichen Vernunft. Des Weiteren hat jede Handlung allein aufgrund ihrer Ausführung bzw. ihrer Existenz Gutes an sich. Wie Thomas in der Summe der Theologie erklärt, hat jede Handlung, weil die Begriffe Sein und Gutheit austauschbar sind, soviel an Gutem, wie sie an Dasein hat. Mangelt es ihr an Sein, so fehlt es ihr zugleich an Gutem und sie wird schlecht genannt, etwa wenn es ihr an dem durch die Vernunft bestimmten Umfang oder am angemessenen Ort mangelt. Das Schlechte wirkt also kraft der Unvollkommenheit des Guten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie sittliches Handeln innerhalb der thomistischen Ethik theoretisch begründet werden kann.
2. Über Thomas von Aquin: Das Kapitel liefert eine biografische Übersicht und erläutert die für sein philosophisches System bedeutenden Werke wie die Summa Contra Gentiles und die Summa Theologica.
3. Ethik als natürliches Gesetz: Hier werden die Grundlagen des Naturrechts sowie die Struktur menschlichen Handelns, unterteilt in Gesetze, Tugenden und das Ziel der Glückseligkeit, detailliert untersucht.
4. Bedeutung des Heiligen Thomas von Aquin: Dieses Kapitel würdigt die Verbindung von antiker Philosophie und christlichem Glauben sowie spezifische Beiträge zur Theologie.
5. Nachleben: Ein kurzer Überblick über die Heiligsprechung und die Anerkennung des Thomas von Aquin als offizieller Philosoph der katholischen Kirche.
Schlüsselwörter
Thomas von Aquin, thomistische Ethik, natürliches Gesetz, lex naturalis, Tugenden, fontes moralitatis, menschliches Handeln, Glückseligkeit, Summa Theologica, christlicher Aristotelismus, sittliches Handeln, Vernunft, Gotteslehre, Scholastik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ethischen Grundlagen und die philosophische Handlungslehre des Thomas von Aquin unter besonderer Berücksichtigung des natürlichen Gesetzes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die menschliche Natur, das Verhältnis zur Schöpfung, die Struktur von Handlungen sowie die Bestimmung des menschlichen Glücks.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Beweggründe für sittliches Handeln in der Ethik des Aquinaten theoretisch herzuleiten und zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische textbasierte Analyse von Primär- und Sekundärquellen, insbesondere der Schriften von Thomas von Aquin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Quellen der Sittlichkeit, die Unterscheidung zwischen menschlichen Handlungen und den Handlungen des Menschen sowie die Rolle des Naturgesetzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Naturgesetz, Tugendlehre, Handlungsstruktur, Glückseligkeit und Vernunft.
Wie unterscheidet Thomas zwischen Handlungen des Menschen und menschlichen Handlungen?
Menschliche Handlungen (actus humani) gehen aus Vernunft und freiem Willen hervor, während Handlungen des Menschen (actus hominis) unbewusste Prozesse bezeichnen.
Warum hält Thomas das Streben nach irdischen Gütern für unzureichend für das Glück?
Thomas argumentiert, dass Reichtum, Macht oder Ehre nicht vollkommen erfüllen können, da nur die Schau Gottes das letzte, wahre Ziel menschlichen Strebens darstellt.
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- Daniel M. Wolanski (Author), Thilo Maceiczyk (Author), 2010, Thomas von Aquin. Ethik als natürliches Gesetz, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182832