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Zur Shop-Startseite › Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Der Körper als kulturelle Metapher

Ideal und Wirklichkeit des Körperbilds der griechischen Antike

Titel: Der Körper als kulturelle Metapher

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 39 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Walter Scheufen (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Unser heutiges Verhältnis zur körperlichen Selbstempfindung wird maßgebend durch eine medial konstruierte Vorstellung von Schönheit, Makellosigkeit und körperlichen Leitungsvermögen bestimmt. Dieses gesellschaftlich tradierte Bild der physischer Vollkommenheit und Virilität, das aus der modernen Bildbearbeitungskultur entstanden ist – jederzeit löschbar und variabel – entstammt ursprünglich, in all seiner Widersprüchlichkeit, der griechischen Kultur der Antike. Damals wie heute war das gesellschaftliche Verhältnis zur Körperlichkeit von einer ethischen Schizophrenie geprägt. Man wollte erfolgreiche Sportler bejubeln, aber gleichzeitig auch den sittlich moralischen Menschen, dessen Sein durch Körper und Geist gleichermaßen in Balance gehalten wird (Aristoteles). Diese Ansicht des Aristoteles ist gleichzeitig auch die Ausgangsproblematik, der sich diese Arbeit vorrangig widmet; Denn es besteht die Notwendigkeit, diese Balance und Vollständigkeit des Individuums in Bezug auf den Zustand einer (antiken) Gesellschaft – oder globaler den Zeitgeist – zu hinterfragen: „Lässt sich ein kausaler Zusammenhang aus der Erosion ethischer Werte – hier in Bezug auf den Umgang mit dem Körper – und dem Niedergang einer Kultur ableiten?“
Die nachfolgenden Ausführungen sollen die Aktualität und Notwendigkeit einer antiken Körpergeschichte aufzeigen. Die Wahrnehmung, Funktion und Beurteilung von Körpern werden dabei von der Philosophie (Ethik), Kunst und Medizin, aber vor allem dem kulturellen Code einer Gesellschaft bestimmt, die damit auch über die „Qualität“ eines Körpers und seinen Wert für die Gesellschaft befindet; man denke an die Entwicklung bezüglich der Wertschätzung und Integration beeinträchtigter Menschen in unserer Gesellschaft.
Im Hauptteil der Arbeit wird zunächst die Grundlage für die Entstehung und Abwandlung, einer idealen Körpervorstellung als ein Ergebnis der Einflussfaktoren der antiken Mythologie, genauer des Agon, erläutert (Kap. 2). Mit Goethe und der durch die Romantik tradierten Bildern makelloser Körper der griechischen Antik, wird auch die Verklärung und der fehlende Realitätsbezug, des in den Medien vermittelten Körperbildes deutlich.
Fazit: Den makellosen, perfekten Körper, ein Klischee, dass die Historie romantisch verklärt hat, hat es in Wirklichkeit nie gegeben. Das Verschwinden der griechischen Kultur, ja ihre Errosion, steht nachweislich in enger Verbindung mit einer veränderten Körperkultur, die sich selbst entfremdet hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE NATUR DES AGON UND SEINE BEDEUTUNG FÜR DIE GRIECHISCHE GESELLSCHAFT

2.1 Arete als Körper in Aktion

2.1.1 Kalokagathia als Schlüssel zum vollkommenen Menschen

2.2 Nacktheit und die Frage nach dem idealen Körperbau

2.3 Das gymnasion – Die elitäre Verschmelzung von Körper und Staat

3 DER PROFESSIONELLE ATHLET UND DIE MUTATION DES IDEALEN KÖRPERS

3.1 Siegreiche Athleten – Körperkult und Selbstinszenierung

3.2 Die Anatomie des Schönen in der Bildhauerei

4 DIE KONSTRUKTION DES KLASSISCHEN SCHÖNHEITSIDEALS BEI WINCKELMANN

5 FAZIT / AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das griechische Antike-Verständnis vom menschlichen Körper als kulturelle Metapher. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern das antike Idealbild der Verbindung von Körper und Geist durch den Agon geprägt wurde und wie sich diese Vorstellungen im Wandel der Zeit, insbesondere unter dem Einfluss von Sophistik und ökonomischen Interessen, hin zu einer professionalisierten Athletik veränderten.

  • Die gesellschaftliche Bedeutung und Ambivalenz des Agon-Begriffs.
  • Die Entwicklung und Transformation des Ideals der Arete und Kalokagathia.
  • Der Einfluss der Nacktheit und des Gymnasiums auf das Körperverständnis.
  • Die Professionalisierung des Athletentums und deren Auswirkungen auf das antike Körperideal.
  • Die Rezeption und Konstruktion des klassischen Schönheitsideals durch J. J. Winckelmann.

Auszug aus dem Buch

2.1 Arete als Körper in Aktion

Arete kann terminologisch nicht auf eine Definition im klassischen Sinne reduziert werden. Es ist, als ethisches Konzept, das Herzstück des agon. Als Zusammenspiel von Tugend, Mut und Kraft spiegelt es eine Form der Virtuosität wieder – eine größtmögliche Annäherung an eine als göttlich anmutende Perfektion. Dabei ist arete kein abgeschlossener Vorgang, sondern verlangt eine Frequenz an Demonstrationen exzellenter körperlicher oder auch musischer Darbietung im öffentlichen Raum - dem agon! „Sharpening one who is naturally excellent a man [as trainer], with the guiding hand of god, can rouse him to enorm fame.“(Ol. 20-21) Arete ist aus seiner Sicht ein natürliches Element, das durch Training verbessert und mit der Hilfe der Götter umgesetzt werden kann. Die ursprüngliche Bedeutung von arete leitet sich aus den positiven Attributen des klassischen Kriegerideals ab - Ares selbst hallt semiotisch nach.

Ein Beispiel hierfür ist Homers Achilles; der als „stark“, „schnell“, „gottgleich“ und „bester der Achaer“ beschrieben wird. Arete setzte sich aus agathos (das Gute), kleos (Ruhm), time (Ehre) und philotimia (Liebe geehrt zu werden) zusammen. Das tragische Moment eines heldenhaften Todes wäre die Vervollkommnung für den Heroen. „Heroic excellence, or arete, in Homer and other early authors may be defined as a primarily competitive, hierarchical and selfish ethos.“ Die Natur dieser Eigenschaften ist eine nach außen sichtbare und gerichtete Demonstration körperlicher Virtuosität. Es geht im Kern um die dramatische Zuspitzung des Moments zur „Alles-, oder Nichts-Frage“, die aber auch im Falle einer Niederlage die arete des Athleten nicht in Abrede stellt. Oder anders formuliert: „What’s more, Pindar’s second Olympian Ode suggests that victory (nike) is not necessarily the sole proof of arete, but rather a symptom of becoming virtuous.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen modernem Körperbild und der antiken Vorstellung einer ethisch-moralischen Balance zwischen Körper und Geist.

2 DIE NATUR DES AGON UND SEINE BEDEUTUNG FÜR DIE GRIECHISCHE GESELLSCHAFT: Dieses Kapitel analysiert den Agon als zentrales Element der griechischen Kultur und dessen Bedeutung für das Ideal der Arete sowie das Training im Gymnasion.

3 DER PROFESSIONELLE ATHLET UND DIE MUTATION DES IDEALEN KÖRPERS: Hier wird der Wandel des Körperideals durch Professionalisierung, ökonomische Anreize und die damit einhergehende Entfremdung vom antiken Ideal behandelt.

4 DIE KONSTRUKTION DES KLASSISCHEN SCHÖNHEITSIDEALS BEI WINCKELMANN: Die Analyse widmet sich der Bedeutung Winckelmanns bei der Formung des klassischen griechischen Schönheitsideals für die Nachwelt.

5 FAZIT / AUSBLICK: Das Fazit fasst zusammen, wie der Körper in der Antike als kulturelle Metapher fungierte und welche Parallelen sich zur modernen Gesellschaft ziehen lassen.

Schlüsselwörter

Antike, Körperbild, Agon, Arete, Kalokagathia, Athletik, Gymnasion, Professionalisierung, Schönheitsideal, Winckelmann, Körperkult, Philosophie, Polis, Griechische Geschichte, Sportgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das griechische Körperbild der Antike als kulturelle Metapher und beleuchtet, wie gesellschaftliche Werte und philosophische Konzepte die Vorstellung des "idealen Körpers" geformt und verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der Agon (Wettstreit), das philosophische Konzept der Arete (Tugend/Exzellenz), die Rolle des Gymnasiums, die Professionalisierung des Sports sowie die spätere Rezeption dieses Schönheitsideals durch Winckelmann.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den historischen Wandel des Körperverständnisses von einem ethisch-moralisch geprägten Ideal hin zu einer zunehmend leistungsorientierten und professionalisierten Körperlichkeit kritisch aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Untersuchung, die primär auf der Analyse antiker Quellen, philosophischer Texte und einer kunsthistorischen Betrachtung antiker Skulpturen und Darstellungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Agon als Bühne der Arete, die Entwicklung des athletischen Körperbaus durch das Gymnasium und die kritische Auseinandersetzung mit den Veränderungen des Körperideals durch den professionellen Wettkampf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Antike, Agon, Arete, Kalokagathia, Körperkult und klassisches Schönheitsideal charakterisiert.

Wie beeinflusste das Konzept der Kalokagathia das Körperverständnis?

Kalokagathia bezeichnet das Ideal der harmonischen Verbindung von äußeren, körperlichen Vorzügen mit innerer, moralischer Vollkommenheit, was als Ziel der griechischen Erziehung galt.

Wie veränderte sich die Rolle des Athleten im Laufe der Zeit?

Vom ursprünglichen Ideal der Verbindung von Körper und Geist als Beitrag zum Wohl der Polis wandelte sich der Athlet zunehmend zu einem professionalisierten Leistungsträger, was von zeitgenössischen Kritikern wie Platon oder Philostratos teilweise stark bemängelt wurde.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Körper als kulturelle Metapher
Untertitel
Ideal und Wirklichkeit des Körperbilds der griechischen Antike
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut, Lehrstuhl für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar Antike Körpergeschichte
Note
1,0
Autor
Walter Scheufen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
39
Katalognummer
V182807
ISBN (eBook)
9783656067221
ISBN (Buch)
9783656067603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
körper metapher ideal wirklichkeit körperbilds antike
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Walter Scheufen (Autor:in), 2011, Der Körper als kulturelle Metapher, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182807
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