Mit der zunehmenden Globalisierung hat sich das Umfeld, in dem sich Unternehmen heute behaupten müssen, stark verändert. Der weltweit zunehmende Wettbewerb stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, die in der bisherigen Unternehmensstruktur und –größe immer öfter nicht mehr bewältigt werden können. In den heutzutage global stark vernetzen Kapitalmärkten kann ein rein unternehmensinternes Wachstum nicht mehr als alleinige Grundlage zur Existenzsicherung dienen. Eine Möglichkeit dem starken Wettbewerb standzuhalten, wird deshalb im externen Wachstum gesehen. Vor allem Großunternehmen reagieren auf die neuen Entwicklungen am Kapitalmarkt mit Unternehmenszusammenschlüssen, sodass die Anzahl von Mergers & Acquisitons (M&A) Aktivitäten in den letzten Jahren stark gestiegen ist.
Im Jahr 2009 wurden trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise weltweit rund 20.000 M&A-Transaktionen durchgeführt. Das Transfervolumen betrug hierbei etwa 1,26 Billionen US-Dollar. Es vergeht kaum eine Woche in der nicht über Firmenübernahmen durch Dax-Konzerne, oder deren Beteiligungen an anderen Unternehmen, berichtet wird. Ob Daimlers Interesse am Motorenhersteller Tognum oder das Interesse von Volkswagen an der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN), die Konzerne versprechen sich von ihren Beteiligungen neben Synergieeffekte und der Erschließung neuer Geschäftsfelder vor allem eines: Wachstum!
Externes Wachstum, insbesondere Wachstum durch den Erwerb von Unternehmen, soll vor allem Erfolg durch die Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition generieren. M&A-Aktivitäten können jedoch auch viele Risiken bergen. Deshalb ist eine genaue Prüfung des zur Diskussion stehenden Unternehmens essentiell, um das Risiko einer Fehlinvestition zu minimieren. Die oftmals milliardenschweren Transaktionen werden meist von ganzen M&A-Abteilungen in den Unternehmen selbst, oder durch externe, spezialisierte Unternehmensberatungen geplant und durchgeführt. Dieser Prozess kostet die Unternehmen im Vorfeld schon Millionen.
Wie sieht es aber nun mit Unternehmenstransaktionen im deutschen Mittelstand aus? Der weltweit zunehmende Wettbewerb und die damit einhergehenden Herausforderungen machen auch vor mittelständischen Unternehmen nicht halt. In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage: Sind mittelständische Unternehmen überhaupt bereit, beziehungsweise in der Lage aufgrund der hohen Kosten und des Risikos Unternehmenstransaktionen durchzuführen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung, Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen: M&A relevante Aspekte
2.1. Definition Mittelstand
2.2. Formen von Mergers & Acquisitions
2.3. Marktteilnehmer
3. Motive der Unternehmen
3.1. Die Stärkung der Marktposition im Wettbewerb
3.2. Die Erschließung neuer geographischer Märkte
3.3. Die Nutzung von Synergieeffekten
4. Hemmnisse der Unternehmen
4.1. Finanzierung
4.2. Fremde Märkte
4.3. Verlust der Handlungsfähigkeit
5. Methoden und Vorgehensweisen bei Akquisitionen: Die vier Phasen
5.1. Vorbereitungsphase
5.1.1. Die Analyse der eigenen Situation
5.1.2. Die Suche
5.1.3. Kontaktaufnahme und Vorgespräche
5.2. Die Verhandlungsphase
5.2.1. Teambildung, Zeitplan und vorvertragliche Dokumentation
5.2.2. Due Diligence
5.2.3. Kaufpreisfindung
5.3. Die Kaufphase
5.4. Die Implementierungsphase
6. Eignung der Wachstumsstrategie „Firmenkauf und Beteiligung“ für den Mittelstand
6.1. Eignung von Beteiligungen als Wachstumsstrategie für den Mittelstand
6.2. Eignung von Firmenkäufen als Wachstumsstrategie für den Mittelstand
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Firmenkäufe und Beteiligungen für mittelständische Unternehmen eine geeignete Wachstumsstrategie darstellen, wobei die spezifischen Restriktionen wie begrenzte Ressourcen und fehlende M&A-Erfahrung im Mittelstand berücksichtigt werden.
- Abgrenzung und Definition des Mittelstandsbegriffs
- Analyse der Motive und Hemmnisse bei Unternehmenskäufen
- Detaillierte Darstellung des vierphasigen Akquisitionsprozesses
- Untersuchung der Eignung von Beteiligungen und Firmenkäufen für mittelständische Unternehmen
Auszug aus dem Buch
5.2.2. Due Diligence
Die Due Diligence Prüfung (DDP) ist das Herzstück des Akquisitionsprozesses. Ähnlich wie beim Gebrauchtwagenkauf liegt auch beim Unternehmenskauf eine Informationsasymmetrie zwischen beiden Vertragsparteien vor. So muss die schlechter informierte Partei, also der Unternehmenskäufer, versuchen die vorliegende Informationsasymmetrie abzubauen. Wichtigstes Mittel hierfür ist die sogenannte DDP.
Unter einer Due Diligence ist eine detaillierte und umfassende Analyse eines Unternehmens im Vorfeld einer Unternehmensakquisition zu verstehen. Sie hat das Ziel eventuelle unternehmensinhärente Chancen und Risiken frühzeitig zu entdecken. Der aus dem Englischen stammende Begriff Due Diligence kann mit „sorgfältiger Prüfung“ übersetzt werden.
Auch bei einer DDP empfiehlt es sich für mittelständische Unternehmen einen externen Experten einzuschalten. Dies könnte beispielsweise ein Wirtschaftsprüfer oder eine Unternehmensberatung sein. Betrachtet man den Inhalt einer DDP wird deutlich, warum es sich für Unternehmen empfiehlt externe Beratung in Anspruch zu nehmen. Im Einzelnen wird bei der DDP eine umfangreiche Unternehmensanalyse durchgeführt. So sollen mögliche Informationen über das Zielunternehmen offengelegt werden um Chancen und Risiken identifizieren zu können. Letztendlich spielt die DDP auch bei der Kaufpreisfindung eine nicht unerhebliche Rolle. Entsprechend wird berichtet, dass das ursprüngliche Kaufpreisangebot während der DDP fast regelmäßig reduziert wird. Diese Aussage ist auch empirisch überprüfbar. Bei 67,4 % aller Akquisitionen durch deutsche Unternehmen verringerte sich der Kaufpreis aufgrund der DDP. Dies lässt den Schluss zu, dass die DDP ein geeignetes Mittel ist, um die bestehende Informationsasymmetrie abzubauen und entscheidend zur Kaufpreisfindung beiträgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von externem Wachstum im Mittelstand ein und erläutert Zielsetzung sowie Aufbau der Arbeit.
2. Grundlagen: M&A relevante Aspekte: Hier werden Definitionen des Mittelstands erläutert und die grundlegenden Formen von Unternehmenstransaktionen sowie die Akteure im Markt dargestellt.
3. Motive der Unternehmen: Dieses Kapitel betrachtet die strategischen Beweggründe für Firmenübernahmen, wie die Stärkung der Marktposition, geografische Expansion und Synergieeffekte.
4. Hemmnisse der Unternehmen: Hier werden die Hürden und Risiken analysiert, insbesondere Finanzierungsschwierigkeiten, kulturelle Barrieren in fremden Märkten und der drohende Verlust der unternehmerischen Handlungsfähigkeit.
5. Methoden und Vorgehensweisen bei Akquisitionen: Die vier Phasen: Das Kapitel beschreibt den Akquisitionsprozess von der Vorbereitung über die Verhandlung und den Kauf bis zur Implementierungsphase, inklusive der Due Diligence.
6. Eignung der Wachstumsstrategie „Firmenkauf und Beteiligung“ für den Mittelstand: Hier erfolgt eine kritische Beurteilung, ob und für welche Unternehmen im Mittelstand Firmenkäufe oder Beteiligungen eine sinnvolle Wachstumsstrategie darstellen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der untersuchten Wachstumsstrategien für den Mittelstand unter Berücksichtigung der spezifischen Ressourcenlage.
Schlüsselwörter
Mittelstand, Mergers & Acquisitions, Unternehmenskauf, Beteiligung, Wachstumsstrategie, Due Diligence, Synergieeffekte, Markteintritt, KMU, Unternehmensnachfolge, Post-Merger-Integration, Unternehmensbewertung, Strategisches Management, Akquisitionsprozess, Finanzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern Firmenkäufe und Beteiligungen als Wachstumsstrategie für mittelständische Unternehmen in Deutschland geeignet sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Motive für Akquisitionen, die dabei auftretenden Hindernisse, der prozessuale Ablauf von Unternehmenstransaktionen sowie eine kritische Eignungsanalyse für den Mittelstand.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu bewerten, ob und unter welchen Voraussetzungen Firmenkäufe und Beteiligungen für mittelständische Unternehmen eine sinnvolle Strategie darstellen, um Marktwachstum zu generieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter wirtschaftswissenschaftlicher Fachliteratur sowie verschiedener empirischer Studien zum Thema Mittelstand und M&A basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Motive und Hemmnisse, die Beschreibung des vierphasigen Akquisitionsprozesses (Vorbereitung, Verhandlung, Kauf, Implementierung) und die anschließende Eignungsprüfung für den Mittelstand.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mittelstand, Mergers & Acquisitions, Due Diligence, Unternehmensnachfolge und Wachstumsstrategie.
Warum ist die Due Diligence für den Mittelstand so kritisch?
Da mittelständische Unternehmen oft über wenig M&A-Erfahrung und begrenzte Ressourcen verfügen, ist die Due Diligence als Instrument zur Risikominimierung zwar unverzichtbar, stellt aber gleichzeitig eine hohe Anforderung an das Management und das Budget.
Welche Rolle spielt die Unternehmensnachfolge beim Thema Firmenkauf?
Die Unternehmensnachfolge wird als bedeutender Anlass identifiziert, da sie für gesunde mittelständische Unternehmen eine günstige Gelegenheit bieten kann, Konkurrenten zu erwerben oder ihre eigene Marktposition durch Akquisition zu stärken.
Warum ist ein Joint Venture oft sinnvoller als ein kompletter Firmenkauf?
Für Unternehmen mit wenig Auslandserfahrung bietet ein Joint Venture eine Strategie, bei der das Know-how des Partners genutzt wird und das finanzielle sowie operationelle Risiko auf mehrere Parteien verteilt werden kann.
- Quote paper
- Steven Birkmeyer (Author), 2011, Wachstumsstrategie - Firmenkauf und Beteiligung im Mittelstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182644