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Dissoziation contra Einbindung: Wie viel Welthandel braucht nationale Entwicklung?

Marktabschottung, Erziehungszölle und Importsubstitution - die Perspektiven der 'dependencia' und der neoklassischen Außenhandelstheorie im Vergleich

Title: Dissoziation contra Einbindung: Wie viel Welthandel braucht nationale Entwicklung?

Seminar Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jan-Henrik Petermann (Author)

Politics - Topic: Development Politics

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Summary Excerpt Details

Die Dependenztheorie galt von den späten 1960er bis zu den frühen 1980er Jahren als ein bestimmendes Paradigma auf dem Gebiet der Nord-Süd-Beziehungen. Sowohl die theoretischen Fundierungen des Dependencia-Konzepts als auch die zahlreichen Versuche seiner empirisch-praktischen Verifikation gingen dabei weit über den klassischen Gegenstandsbereich der Sozialwissenschaften hinaus: Neben Politologen, Soziologen und Historikern befassten sich auch Ethnologen und Kulturwissenschaftler sowie - nicht zuletzt - eine Vielzahl von Entwicklungsökonomen mit den Prämissen und Implikationen der sich etablierenden Großtheorie, die im akademischen Diskurs über die Ursachen von Entwicklung bzw. Unterentwicklung bald in direkte Konkurrenz zu der bis dato tonangebenden Modernisierungstheorie1 treten sollte.

Im Unterschied zu solchen Mikroansätzen, die das Phänomen der Unterentwicklung weitgehend auf endogene Faktoren innerhalb des jeweils rückständigen Landes zurückzuführen suchten, postulierten die Vertreter der dependenztheoretischen Schule eine strukturell bedingte Abhängigkeit der unterentwickelten Länder von der industrialisierten "Ersten Welt", deren Ursache in der erzwungenen Einbindung der peripheren, sektoral wenig ausdifferenzierten "Dritte-Welt"-Volkswirtschaften in das kapitalistische Weltsystem und insbesondere in einen schrankenlosen Weltmarkt zu sehen sei.

Obgleich die Blütezeit der dependencia als sozialwissenschaftliche Großtheorie aus Sicht zahlreicher Autoren vergangen ist und das Freihandelsprinzip auch in Bezug auf entwicklungstheoretische und -politische Zusammenhänge nahezu unangefochten zu sein scheint, verfügt das dependenztheoretische Teilkonzept der Importsubstitution in einigen Wirtschaftsregionen der Welt nach wie vor über eine hohe Aktualität. Die vorliegende Arbeit geht daher der Frage nach, zu welchen unterschiedlichen Bewertungen der Importsubstitution die Dependenz- und die neoklassische Außenhandelstheorie gelangen und anhand welcher methodischen Maßstäbe diese Bewertungen erfolgen.

Zunächst werden die theoretischen Grundlagen der Importsubstitution aus Sicht der Dependenztheorie dargelegt. Hierauf folgt eine kurze Analyse der seit den 1980er Jahren maßgeblichen neoklassisch-neoliberalen Schule einschließlich ihrer Beurteilung der Importsubstitution. Abschnitt 4 liefert eine empirische Einzelfallstudie zur praktischen Anwendung des Konzepts der weltmarktlichen Dissoziation. Abschnitt 5 fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zu den Grundzügen der Dependenztheorie: handelspolitische Autarkie als notwendige Bedingung für eigenes Binnenwachstum

2.1 Der dependenztheoretische Kernbefund: strukturelle Abhängigkeit der Entwicklungsländer

2.2 Der Erziehungszoll-Gedanke als zentrales Strategieelement der Dependenztheorie

2.3 Wirkungen der Protektion: von der Importsubstitution zur Exportdiversifikation?

3 Die neoliberale Perspektive: Handelsbeschränkungen als Hemmnisse von Entwicklungsprozessen

3.1 Die Position der neoklassischen Außenhandelstheorie

3.2 Neue Ansätze: der handelsregulative Policy Mix und die „strategische Handelspolitik“

4 Weltmarktliche Dissoziation aus Sicht der Empirie: das Beispiel Taiwan

5 Fazit: Für und wider das Rigorosum der Teilzeit-Abkoppelung

6 Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die gegensätzlichen Bewertungen der Strategie der Importsubstitution durch die Dependenztheorie und die neoklassische Außenhandelstheorie, um zu klären, wie Entwicklungsländer trotz struktureller Abhängigkeiten ökonomisches Binnenwachstum erreichen können und welche Rolle dabei marktliche Abschottung spielt.

  • Dependenztheoretische Konzepte von Autarkie und Erziehungszöllen
  • Neoklassische Perspektiven auf Handelsliberalisierung und globale Integration
  • Analyse der Importsubstitution und Exportdiversifikation als Instrumente
  • Empirische Fallstudie zur wirtschaftlichen Entwicklung Taiwans
  • Diskussion einer "strategischen Handelspolitik" als moderner Ansatz

Auszug aus dem Buch

2.1 Der dependenztheoretische Kernbefund: strukturelle Abhängigkeit der Entwicklungsländer

Der Hauptbefund der Dependencia-Theorie, die unterstellte „Perpetuierung von Unterentwicklung“ durch die Strukturen des Welthandelssystems (vgl. Cardoso/Faletto 1976: 188ff.; Menzel 1991: 6), findet seine Begründung vor allem in der sektoral unausgewogenen Wirtschaftsstruktur der EL. Demnach steht die mehrheitliche Produktion von Primärgütern und natürlichen Rohstoffen in der peripheren „Dritten Welt“ der mehrheitlichen Produktion industrieller Fertigwaren in der metropolitanen „Ersten Welt“ gegenüber, wobei letztere die Primärgüterausstattung der EL langfristig absorbiert und die „Dritte Welt“ somit von der eigenen materiellen Basis abschneidet (vgl. ebd.: 24-25; Balleis 1988: 128-130). Die internationale Arbeitsteilung wird mithin als Ursache für die Unterentwicklung der „Dritten Welt“ identifiziert (vgl. Menzel 2001: 197) − ein steter Kapitalgewinntransfer und „net flow of resources from most southern nations to the north“ (Broad/Melhorn Landi 1996: 7) seien die unabwendbaren Folgen. Überdies bringe die Abhängigkeit der „Dritten“ von der „Ersten“ Welt eine strukturelle Heterogenität der betroffenen Gesellschaften, d.h. eine auf Dauer festgeschriebene soziale Marginalisierung einzelner Bevölkerungsschichten, mit sich (vgl. Bohnet 1988: 59).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Paradigma der Dependenztheorie und Abgrenzung gegenüber der Modernisierungstheorie.

2 Zu den Grundzügen der Dependenztheorie: handelspolitische Autarkie als notwendige Bedingung für eigenes Binnenwachstum: Darstellung der Theorie struktureller Abhängigkeiten sowie des Konzepts der Importsubstitution mittels Erziehungszöllen.

2.1 Der dependenztheoretische Kernbefund: strukturelle Abhängigkeit der Entwicklungsländer: Analyse der ungleichen internationalen Arbeitsteilung als Hauptursache für Unterentwicklung und Kapitalabfluss.

2.2 Der Erziehungszoll-Gedanke als zentrales Strategieelement der Dependenztheorie: Erklärung der ökonomischen Logik hinter Schutzzöllen zur Förderung infantiler Industrien.

2.3 Wirkungen der Protektion: von der Importsubstitution zur Exportdiversifikation?: Untersuchung der Phasen der Importsubstitution bis hin zur regionalen Kooperation und exportorientierten Politik.

3 Die neoliberale Perspektive: Handelsbeschränkungen als Hemmnisse von Entwicklungsprozessen: Gegenüberstellung der neoklassischen Theorie, die internationalen Handel als Wohlstandsfaktor betont.

3.1 Die Position der neoklassischen Außenhandelstheorie: Anwendung der Theoreme absoluter und komparativer Kostenvorteile auf Entwicklungsprozesse.

3.2 Neue Ansätze: der handelsregulative Policy Mix und die „strategische Handelspolitik“: Erörterung der Notwendigkeit eines ausgewogenen handelspolitischen Mixes jenseits reiner Liberalisierung.

4 Weltmarktliche Dissoziation aus Sicht der Empirie: das Beispiel Taiwan: Historische Analyse einer erfolgreichen Industrialisierung durch eine gemischte Strategie.

5 Fazit: Für und wider das Rigorosum der Teilzeit-Abkoppelung: Synthese der Erkenntnisse und Plädoyer für eine Mischperspektive.

6 Literatur- und Quellenverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Arbeit herangezogenen Monographien, Aufsätze und Quellen.

Schlüsselwörter

Dependenztheorie, Importsubstitution, Außenhandelstheorie, Neoklassik, Erziehungszölle, Unterentwicklung, Weltmarkt, Taiwan, Dissoziation, Exportdiversifikation, Nord-Süd-Beziehungen, Industriepolitik, Strukturabhängigkeit, Wohlfahrt, Wirtschaftswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der dependenztheoretischen Forderung nach Abkoppelung vom Weltmarkt und der neoklassischen Empfehlung zur freien Handelsintegration für die Entwicklung von Ländern des globalen Südens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert auf handelspolitische Strategien wie Importsubstitution, den Erziehungszoll-Gedanken, komparative Kostenvorteile und das Konzept der strategischen Handelspolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, wie unterschiedliche ökonomische Theorien die Strategie der Importsubstitution bewerten und an welchen methodischen Maßstäben diese Beurteilungen festgemacht werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine textanalytische Durchsicht der dependenztheoretischen und neoklassisch-liberalen Literatur sowie eine empirische Einzelfallstudie zum Wirtschaftsmodell Taiwans.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Dependenztheorie, eine Analyse der neoliberalen Außenhandelsperspektive sowie eine praktische Fallstudie, die die Dissoziation vom Weltmarkt anhand des Beispiels Taiwan beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Dependenztheorie, Importsubstitution, Exportdiversifikation, neoklassische Außenhandelstheorie, Erziehungszölle und wirtschaftliche Unterentwicklung.

Warum ist das Beispiel Taiwan für diese Untersuchung relevant?

Taiwan dient als Beispiel für eine erfolgreiche Schwellenland-Entwicklung, die zeigt, wie eine Mischform aus protektionistischen Anfangsphasen und späterer Öffnung für den Weltmarkt funktionieren kann.

Was ist das "Erziehungszoll-Argument" nach Friedrich List?

Es beschreibt die zeitlich befristete Erhebung von Zöllen, um die heimische Industrie vor ausländischer Konkurrenz zu schützen, bis sie selbst hinreichend kompetitiv ist.

Wie bewertet der Autor die beiden Großschulen im Fazit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass weder eine strikte Isolation noch ein radikaler Freihandel allein ausreichen, sondern eine Mischperspektive ("Theorien mittlerer Reichweite") angemessener ist.

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Details

Title
Dissoziation contra Einbindung: Wie viel Welthandel braucht nationale Entwicklung?
Subtitle
Marktabschottung, Erziehungszölle und Importsubstitution - die Perspektiven der 'dependencia' und der neoklassischen Außenhandelstheorie im Vergleich
College
University of Hamburg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Grade
1,3
Author
Jan-Henrik Petermann (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V182603
ISBN (Book)
9783656061557
ISBN (eBook)
9783656061830
Language
German
Tags
dissoziation einbindung welthandel entwicklung marktabschottung erziehungszölle importsubstitution perspektiven außenhandelstheorie vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan-Henrik Petermann (Author), 2003, Dissoziation contra Einbindung: Wie viel Welthandel braucht nationale Entwicklung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182603
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