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Politische Sprache - Sprache der Ideologie

Novojaz in den Ostap-Bender-Romanen

Title: Politische Sprache - Sprache der Ideologie

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Vitalij Baisel (Author)

Russian / Slavic Languages

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Die Sprache ist stets einem Wandel unterworfen und ihre Evolution ist eng an die Kultur und die Geschichte eines Volkes oder eines Staates gebunden. Jede neue Generation bringt etwas Neues ein, seien es neue philosophische oder ästhetische Denkmuster, aber eben auch neue Ausdrucksformeln für die Kommunikation. Wörter werden neu entworfen, neu bewertet oder mit neuen Inhalten gefüllt, die die Wirklichkeit widerspiegeln sollen.
Das Thema dieser Ausarbeitung widmet sich jener Politsprache der ehemaligen Sowjetunion. In diesem Zusammenhang soll das novojaz ergründet und vorgestellt, seine Instrumente, Funktionen sowie Ziele geliefert werden. Abschließend soll die Sprache in den Werken Il’fs und Petrovs „Dvenadcat‘ stul’ev“ und „Zolotoj telenok“ ausgearbeitet und interpretiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Novojaz als Varietät und Verwendung in der Literatur

1.1. Novojaz als Sprache eines totalitären Regimes

1.2. Mittel und Instrumente des novojaz. Novojaz heute

2. Novojaz in den Werken Il’fs und Petrovs

2.1. Satireromane von Il’f und Petrov

2.2. Das politische novojaz in den Werken Il’fs und Petrovs

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die als „Novojaz“ bezeichnete Politsprache der ehemaligen Sowjetunion sowie deren Instrumente, Funktionen und Ziele. Ein zentrales Ziel der Arbeit ist es, die satirische Verwendung dieser ideologisch geprägten Sprache in den Romanen „Dvenadcat‘ stul’ev“ und „Zolotoj telenok“ von Il’f und Petrov zu analysieren und zu interpretieren.

  • Definition und Entstehung des Begriffs Novojaz im Kontext totalitärer Regime.
  • Methodische Mittel der Sprachmanipulation und ideologischen Vereinfachung.
  • Analyse der satirischen Auseinandersetzung mit der Sowjetsprache bei Il’f und Petrov.
  • Untersuchung der Entlarvung ideologischer Klischees durch den Protagonisten Ostap Bender.
  • Diskussion der Bedeutung von Humor und Satire als „Gegengift“ zur ideologischen Sprachverarmung.

Auszug aus dem Buch

2.1. Satireromane von Il’f und Petrov

Der Satireroman „Dvenadcat‘ stul’ev“ erschien im Jahre 1927. Vier Jahre später wurde die Fortsetzung „Zolotoj telenok“ veröffentlicht, die die gleiche Hauptperson, den Schelm Ostap Bender, aufleben lässt.

Dem Schreiben der Romane ging eine lange journalistische Tätigkeit des Autorenduos voraus, die aber auch satirische Feuilletons und oerki verfassten.

Bei ihrer journalistischen Tätigkeit für die Zeitschrift „Gudok“ stieß das Autorenduo auf zahlreiche Beschwerdebriefe der Leser, die offen die Bürokratie und die Unzulänglichkeiten des Systems kritisierten. Dieses Material diente dem Duo auch bei ihren spitzfindigen satirischen Schreibstücken.

Ungeachtet dessen, dass die Romane Kritik geübt haben, wurden sie veröffentlicht. Il’f und Petrov genossen durch deren Schaffen an der Parteizeitung Pravda großes Vertrauen und Anerkennung führender Politiker. Demzufolge sind sie eindeutig zu den Befürwortern des Sozialismus zu rechnen gewesen. Katajev schrieb über Il’f gar, er sei wohl der „revolutionär-sowjetischste“ von allen Schriftstellern des jungen Staates. Diese Einstellung begleitete auch die Werke der Schriftsteller. Sie verkörperten nach Meinung der Zeitgenossen den heiteren Abschied von der Vergangenheit. Dennoch war es für die beiden Autoren am Anfang nicht leicht, ihr Werk zu verbreiten. Bei den Lesern traf es auf breite Zustimmung, während die Kritiker sich mit Ignoranz – teils aus Angst vor falscher Kritik - zurückhielten. Das „Zolotoj telenok“ ereilte das gleiche Schicksal. Es bedurfte erst der Fürsprache Gorkijs, der das Erscheinen durchsetzte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Politsprache (Novojaz) ein und erläutert die Bedeutung der Lexik im Kontext gesellschaftlicher Umbrüche sowie die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung.

1. Novojaz als Varietät und Verwendung in der Literatur: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen des Novojaz als Sprache totalitärer Regime, seine Instrumente wie Wortkürzungen und semantische Restriktionen sowie seine Rolle als Manipulationswerkzeug.

2. Novojaz in den Werken Il’fs und Petrovs: Der Hauptteil analysiert die satirische Dekonstruktion der sowjetischen Ideologiesprache in den Romanen des Autorenduos und zeigt auf, wie durch den Protagonisten Ostap Bender die Sprachmechanismen des Regimes entlarvt werden.

Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Il’f und Petrov durch Humor und Satire einen Umgang mit der als Pseudosprache empfundenen Ideologiesprache ermöglicht haben, ohne dabei den Rahmen des politisch Möglichen zu sprengen.

Schlüsselwörter

Novojaz, Sowjetunion, Politsprache, Ideologie, Il'f und Petrov, Ostap Bender, Satire, Totalitarismus, Sprachmanipulation, Worthülsen, Propaganda, Literaturanalyse, Dvenadcat' stul'ev, Zolotoj telenok, Neusprech.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem „Novojaz“, einer speziellen Politsprache der Sowjetunion, und untersucht, wie diese als Instrument der Ideologie und Manipulation in der Literatur, konkret bei Il’f und Petrov, satirisch verarbeitet wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?

Zu den Themenfeldern gehören die theoretische Definition von Novojaz, die Methoden der sprachlichen Gleichschaltung totalitärer Regime sowie die literarische Auseinandersetzung mit diesen Sprachnormen im Kontext der sowjetischen Gesellschaft.

Was ist das primäre Forschungsziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Funktionen und Instrumente des Novojaz zu ergründen und aufzuzeigen, wie das Autorenduo Il’f und Petrov dieses satirisch nutzt, um die Widersprüche und Unzulänglichkeiten des sowjetischen Systems zu entlarven.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit aktueller russischer Literatur und Forschung zum Thema Novojaz, kombiniert mit einer textnahen Analyse der satirischen Romane „Dvenadcat‘ stul’ev“ und „Zolotoj telenok“.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst das Novojaz als System erklärt. Danach wird analysiert, wie Ostap Bender als Protagonist die Sprache zur Manipulation nutzt und wie das Autorenduo durch die satirische Darstellung von Worthülsen und absurden Slogans Kritik am politischen System übt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Novojaz, Ideologiesprache, Satire, Totalitarismus, Sprachmanipulation und die literarische Analyse der Werke von Il’f und Petrov.

Inwieweit spielt die Figur Ostap Bender eine Rolle bei der Entlarvung der Sprache?

Ostap Bender fungiert als eine Art Entlarver, der das Novojaz zwar beherrscht und für seine Zwecke einsetzt, durch seine Spitzfindigkeit und Freiheit im Denken jedoch die Absurdität und die künstliche Natur dieser Sprache für den Leser deutlich macht.

Wie unterscheidet sich die im Buch beschriebene Sprache von der normalen Literatursprache?

Die Arbeit stellt heraus, dass das Novojaz eine rückwärtsgewandte, ideologisch verengte Pseudosprache ist, die im Gegensatz zur dynamischen Literatursprache steht, da sie nicht der Wirklichkeit, sondern der ideologischen Kontrolle dient.

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Details

Title
Politische Sprache - Sprache der Ideologie
Subtitle
Novojaz in den Ostap-Bender-Romanen
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Slavistik)
Course
Il'fs und Ev. Petrovs Ostap-Bender-Romane als satirische Gesellschaftsdiagnose
Grade
2,0
Author
Vitalij Baisel (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V182533
ISBN (eBook)
9783656065791
Language
German
Tags
novojaz Ostap Bender Ilf Petrov Politische Ideologie Satire
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vitalij Baisel (Author), 2011, Politische Sprache - Sprache der Ideologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182533
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