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Die Philosophie Georg Büchners in 'Dantons Tod' als programmatischer Kern seiner Ästhetik

Title: Die Philosophie Georg Büchners in 'Dantons Tod' als programmatischer Kern seiner Ästhetik

Seminar Paper , 2011 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Oliver Siegemund (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Georg Büchners Dantons Tod erscheint 1835, also fast 40 Jahre nach dem Großereignis der französischen Revolution, das nachhaltig die gesamte Gesellschaft in Europa mit seinen tiefgreifenden Wirkungen erfasst. Aus Deutschland muss Büchner 1831 nach Strasbourg fliehen, weil er dort wegen seinen republikanischen Ideen von seinen restaurierten adeligen Herren verfolgt wird. Hier, in Frankreich sieht er sich einem weiter fortgeschritten Prozess, der Auflösung der Stände gegenüber, denn nach zunächst geglückter Herrschaft des Bürgertums und der napoleonischen Kaisermonarchie erhebt sich das nun zum „Vierten Stand“ degradierte Volk erneut, um für die Hinwendung zu seinen materiellen Problemen zu kämpfen. Für Büchner könnte die Französische Revolution und ihr Fortgang im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts erst der Anfang eines Prozesses gewesen sein, „der die Geschichte des Bürgerkönigtums entscheidend prägte“ , denn das Bild vom revolutionären Treiben, das ihm in Frankreich geboten wird, sind Straßenkämpfe um den Seidenweberaufstand in Lyon.

...

In diesem Klima der schwelenden Aufstände in Frankreich und der Inspiration der französischen Literatur entsteht seine Idee zu seinem Revolutionsdrama, das mit geschichtsphilosophischen und persönlichen Auseinandersetzungen der historischen Charaktere der französischen Revolution angereichert ist. Aus der Zerrissenheit dieser Charaktere formt Büchner einen dramenhaften Diskurs über politische, philosophische, religiöse Kritik und der Vision einer armenlosen Gesellschaft. Dabei kreist Büchners „Religion in der erzählerischen oder szenischen Darstellung, […] wenn sie nicht in Hohn und Spott erschöpft, gleichsam überkonfessionell-ortlos und im Übergang zum philosophischen Diskurs, um die dogmatischen Kernfragen der Schöpfungslehre, von Sünde und Schuld, Leid und Vergebung.“ Immer wieder tauchen in diesem Zusammenhang Hinweise auf die Theodizee auf, deren Rezeption „Ausdruck der prekären Stellung der modernen Tragödie zwischen Theodizee und Geschichtsphilosophie“ ist. Büchner befindet sich damit also auf der Höhe seiner Zeit, wenn er die etablierten Denkrichtungen der Religion und Philosophie hinterfragt und dabei eng mit dem gesamtgesellschaftlichen Diskurs des 19. Jahrhunderts über die Kritik am Idealismus verbunden ist. Das dies für die Beantwortung der literarischen Epochenfrage von essentieller Bedeutung ist, soll dies nun in dieser Arbeit am Beispiel des Dramas Dantons Tod herausgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politische Umwelt und philosophische Strömungen der Büchnerzeit

2.1 Büchners Verhältnis zur politischen Umwelt

2.2 Der philosophische Diskurs zur Zeit Büchners

3. Die philosophischen Anschauungen der Protagonisten als Formen des Idealismus

3.1 Robespierre

3.2 St. Just

3.3 Danton

4. Philosophengespräch zwischen Payne und Mercier (III,1)

5. Schlussfolgerungen aus dem historischen Kontext, den Charakteren des Dramas und dem Philosophengespräch

6. Ansatz zur Lösung der Epochenfrage

6.1 Die Rezeption speziell in Deutschland

6.2 Die Ästhetik Büchners

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Georg Büchners Drama „Dantons Tod“ unter dem Aspekt der philosophischen Auseinandersetzung mit dem Idealismus. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Büchner durch eine materialistische Kritik am Idealismus und der darin enthaltenen Verklärung des Leids eine neue ästhetische Haltung einnimmt, die als Antwort auf die literarische Epochenfrage sowie als Vorläufer für realistische Strömungen verstanden werden kann.

  • Analyse der philosophischen Grundpositionen der Protagonisten (Robespierre, St. Just, Danton) als Formen des Idealismus.
  • Untersuchung des Philosophengesprächs zwischen Payne und Mercier als zentrales Element der Theodizee-Kritik.
  • Herausarbeitung der Büchnerschen Ästhetik in Abgrenzung zur klassischen Regelästhetik.
  • Diskussion des historischen Kontextes der Französischen Revolution und deren Rezeption in der Büchnerzeit.

Auszug aus dem Buch

4. Philosophengespräch zwischen Payne und Mercier (III,1)

Eingekerkert, das Revolutionstribunal abwartend, unterhalten sich zwei Verurteilte, Payne und Mercier, über die Existenz Gottes. Payne ist hier wohl nicht ohne Vorbedacht von Danton ausgewählt worden, denn durch die Namensähnlichkeit zu der historisch-politischen Persönlichkeit Thomas Paine und überdies durch dessen Mitwirkung bei der französischen Revolution erscheint es zu mindestens auffällig, dass Büchner einen klangvollen Namen verwandte um den Augenmerk auf seine Botschaft zu lenken. Der Büchner’sche Payne vertritt zwar Deckungsgleich zum historischen Paines utilitaristisch „Ich handele meiner Natur gemäß; was ihr angemessen, ist für mich gut und ich tue es, und was ihr zuwider, ist für mich bös und ich tue es nicht und verteidige mich dagegen.“

jedoch gegenüber dem Büchner’sche Payne vertrat Paine keinen Atheismus, sondern die theistische Gegenposition in Form einer proto-historisch-kritischen Theologie, welche dieser in seinen Werken deutlich zum Ausdruck brachte „Ich glaube an einen Gott, und nicht an mehr – und ich hoffe auf einen glücklichen Zustand nach diesem Leben.“; „Die christliche Religion ist eine Parodie auf die Sonnenanbetung, in welcher sie eine Figur namens Christus an die Stelle der Sonne setzten und ihm jetzt die Verehrung zukommen lassen, die ursprünglich der Sonne galt.“

Um Verwechslungen Vorzubeugen, wird im weiteren Verlauf der Arbeit ausschließlich von Büchners Payne die Rede sein, welcher an der y-Schreibweise zu erkennen ist. Völlig dem historischen Paine konträr eröffnet Payne das Philosophengespräch mit der rhetorischen Frage: „Es gibt keinen Gott, denn […] entweder ist die Schöpfung ewig wie Gott, oder sie hat einen Anfang.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Situation der Französischen Revolution und Büchners Exil ein und benennt die Forschungsfrage zur philosophischen Auseinandersetzung mit dem Idealismus.

2. Politische Umwelt und philosophische Strömungen der Büchnerzeit: Hier wird der zeithistorische Kontext der Büchnerzeit und der Übergang vom Idealismus zum Materialismus erläutert.

3. Die philosophischen Anschauungen der Protagonisten als Formen des Idealismus: Die Protagonisten Robespierre, St. Just und Danton werden als Repräsentanten verschiedener idealistischer Strömungen und deren Fatalismus analysiert.

4. Philosophengespräch zwischen Payne und Mercier (III,1): Dieses Kapitel analysiert den Dialog über die Existenz Gottes als zentralen Angriff auf die Theodizee und den idealistischen Weltentwurf.

5. Schlussfolgerungen aus dem historischen Kontext, den Charakteren des Dramas und dem Philosophengespräch: Hier werden die Ergebnisse der Charakter- und Diskursanalyse zusammengeführt, um die Abwendung vom Idealismus zu verdeutlichen.

6. Ansatz zur Lösung der Epochenfrage: Dieses Kapitel diskutiert die Einordnung des Werkes im Vormärz sowie die revolutionäre Ästhetik Büchners im Vergleich zur Klassik.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Auseinandersetzung mit materiellem Leid den Kern von Büchners Kritik darstellt und sein Drama als Zäsur zur Literatur des Realismus markiert.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Dantons Tod, Idealismus, Materialismus, Theodizee, Französische Revolution, Ästhetik, Philosophengespräch, Fatalismus, Epochenfrage, Literaturgeschichte, Vormärz, Realismus, Mimesis, Tugendethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Revolutionsdrama „Dantons Tod“ von Georg Büchner als eine tiefgreifende philosophische Auseinandersetzung mit dem Idealismus seiner Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die philosophischen Anschauungen der Protagonisten, der Einfluss politischer Umstände, die Kritik an der Theodizee sowie die Entwicklung einer eigenständigen, realistischen Ästhetik Büchners.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, den „Ansatz zur Lösung der Epochenfrage“ durch die Analyse der drameninternen Auseinandersetzung mit dem materiellen Leid gegenüber einer lebensfernen idealistischen Geschichtsauffassung zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Dramentext, historische Kontexte sowie philosophische Diskurse (wie den Idealismus und Materialismus) vergleichend betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Charakteranalyse der Protagonisten, eine detaillierte Auswertung des Philosophengesprächs in der Kerkerszene sowie eine Reflexion über Büchners Ästhetik im Vergleich zur klassischen Poetik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Büchners Ästhetik, Materialismus, Idealismus-Kritik, Theodizee, Fatalismus und Epochenwandel zusammenfassen.

Welche Rolle spielt das Philosophengespräch für das Gesamtdrama?

Das Gespräch fungiert als ideologischer Wendepunkt, in dem der Atheismus und der Materialismus gegenüber dem christlich-idealistischen Weltbild triumphieren, um die „prekäre Stellung der modernen Tragödie“ aufzuzeigen.

Warum wird die Puppenmetaphorik als zentrales Motiv angeführt?

Die Puppenmetaphorik verdeutlicht die Ohnmacht des durch Fatalismus determinierten Menschen und unterstreicht Büchners Abkehr von einer autonomen idealistischen Handlungsfreiheit hin zum Nihilismus.

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Details

Title
Die Philosophie Georg Büchners in 'Dantons Tod' als programmatischer Kern seiner Ästhetik
College
Saarland University  (Germanistik)
Course
PS Dantons Tod
Grade
1,7
Author
Oliver Siegemund (Author)
Publication Year
2011
Pages
23
Catalog Number
V182358
ISBN (Book)
9783656058915
ISBN (eBook)
9783656059042
Language
German
Tags
philosophie georg büchners dantons kern ästhetik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Siegemund (Author), 2011, Die Philosophie Georg Büchners in 'Dantons Tod' als programmatischer Kern seiner Ästhetik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182358
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