Wissenschaftler und Politiker sind sich in einem Punkt einig. Um eine globale Katastrophe unbekannten Ausmaßes zu verhindern, dürfen in den nächsten 40 Jahren nicht mehr als 750 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid emittiert werden. Mit jeder weiteren in die Atmosphäre abgegebenen Tonne an CO2 erhöht sich das Risiko, den weltweiten Klima-Gau ins Rollen zu bringen. Die acht bedeutendsten Industriestaaten, sowie Schwellenländer wie China, Brasilien, Mexico und Indien einigten sich auf dem G8-Gipfel 2009 auf einen global geltenden Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius. Wie reagiert die Regierung der Europäischen Union auf diese Forderung, was unternimmt sie und wie wirken sich die Maßnahmen international und national auf die Mitgliedsstaaten aus?
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Entwicklung der Energiepolitik der Europäischen Union
2.1 Prioritätensetzung der Europäischen Union bezüglich des Klimawandels
3. Vorteile der Förderung von reg. Energien für die EU
4. Bisher getroffene Maßnahmen der Europäischen Union um die Nutzung regenerativer Energien zu fördern
4.1 innerhalb der EU
4.2 außerhalb der EU
4.3 EU-Emissionshandelssystem (ETS)
5. Anteile regenerativer Energien in der EU
6. Energieeffizienzplan 2011
7. Potenziale der erneuerbaren Energien in Europa
7.1 Solarkraft
7.1.1 Photovoltaik
7.1.2 Solarthermische Kraftwerke
7.1.3 Sonnenkollektoren
7.2 Wasserkraft
7.3 Windkraft
7.3.1 Offshore-Windparks
8. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die Auswirkungen der energiepolitischen Maßnahmen der Europäischen Union im Bereich der erneuerbaren Energien. Zentral ist dabei die Frage, wie die EU auf die Notwendigkeit des Klimaschutzes reagiert und welche Strategien sie verfolgt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und eine nachhaltige Energieversorgung zu sichern.
- Historische Entwicklung der EU-Energiepolitik
- Instrumente zur Förderung regenerativer Energien (z. B. Emissionshandelssystem)
- Analyse der Anteile erneuerbarer Energien in den Mitgliedsstaaten
- Schwerpunkte des Energieeffizienzplans 2011
- Potenziale und technische Grundlagen von Solar-, Wasser- und Windkraft
Auszug aus dem Buch
3. Vorteile der Förderung von reg. Energien für die EU
Die erneuerbaren Energien tragen zum Klimaschutz einen bedeutenden, bereits nachgewiesenen Anteil bei. In Deutschland beispielsweise reduzierte sich der Anteil an CO2 Emissionen resultierend aus der geförderten Nutzung regenerativen Energien lt. Bundes Umweltministerium um 15%. (15% entsprechen 112 Millionen Tonnen)26 Außerdem schützt die Verwendung regenerativer Energien vor Kostensteigerungen, wie zum Beispiel bei Rohstoffknappheit. Die alternativen Energiequellen machen unabhängig von fossilen Brennstoffen und vermeiden unter den Mitgliedsstaaten Rohstoffkonflikte oder Versorgungsengpässe.27 Da erneuerbare Energien regionalbedingte Energieträger sind, wird mit der Nutzung örtlich die Wirtschaftsleistung gesteigert und Arbeitsplätze werden gesichert. 28 Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind aufgrund ihrer unterschiedlichen Klimazonen geradezu dafür prädestiniert. Beispielsweise lassen sich Photovoltaikanlagen in südlichen Ländern Europas, wo die jährlichen Sonnenstunden am höchsten in sind, optimal nutzen. Wohingegen Offshore-Windkraftanlagen in kälteren Lebensräumen wie in der Nord- und Ostsee einen höherem Nutzen wie in südlichen Gefilden tragen. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass erneuerbare Energien beim Abbau der Energieanlagen keine Verstrahlungen oder sonstige Altlasten hinterlassen.29 Wie in der Grafik G5 im Anhang Erneuerbare Energien – Innovation für eine nachhaltige Energiezukunft auf Seite 18 zu sehen ist, ändert sich der Kostenverlauf der erneuerbaren und herkömmlichen, fossilen Energieträgern bedeutend. Momentan übersteigen die Kosten für regenerative Energien noch die, der fossilen Energien. Im Verlauf der nächsten Dekaden soll sich der Kostenverlauf allerdings wandeln. Für die erneuerbare Energienutzung werden Kosten und externe Kosten sinken. Für die konventionelle Energiebereitstellung werden die finanziellen Kosten und die fatalen externen, wie die Umweltverschmutzung, welche die Allgemeinheit zu tragen hat, stetig ansteigen. Nach Vermutungen des deutschen Umweltministeriums werden die jungen und global einsetzbaren Technologien der regenerativen Energien langfristig ihre Kosten senken und die traditionellen Methoden der Energieerzeugung vom Energiemarkt verdrängen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitende Darstellung der globalen Dringlichkeit des Klimaschutzes und der Notwendigkeit einer Energiewende hin zu sauberen Energien.
2. Entwicklung der Energiepolitik der Europäischen Union: Historischer Abriss von den Anfängen der EGKS bis zur Etablierung des Energiebinnenmarktes und der Reaktion auf internationale Klimaabkommen.
2.1 Prioritätensetzung der Europäischen Union bezüglich des Klimawandels: Fokus auf die Überwachung des Klimawandels, wirtschaftliche Instrumente und die Förderung klimafreundlicher Technologien.
3. Vorteile der Förderung von reg. Energien für die EU: Erläuterung ökologischer und wirtschaftlicher Vorteile wie Unabhängigkeit von Importen, Klimaschutz und Vermeidung von Rohstoffkonflikten.
4. Bisher getroffene Maßnahmen der Europäischen Union um die Nutzung regenerativer Energien zu fördern: Detaillierte Betrachtung der 20-20-20-Ziele sowie weiterer Richtlinien zur Steigerung der Energieeffizienz.
4.1 innerhalb der EU: Konkrete Darstellung der EU-Ziele zur Treibhausgasreduzierung und dem Ausbau erneuerbarer Energien im Strom- und Verkehrssektor.
4.2 außerhalb der EU: Überblick über internationale Klimaschutz-Partnerschaften und die Förderung zukunftssicherer Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern.
4.3 EU-Emissionshandelssystem (ETS): Analyse des Mechanismus des Emissionshandels als effizientes Instrument zur CO2-Reduzierung in der Industrie.
5. Anteile regenerativer Energien in der EU: Vergleichende Darstellung der Fortschritte und Zielerreichungen verschiedener EU-Mitgliedsstaaten hinsichtlich des Ausbaus regenerativer Energien.
6. Energieeffizienzplan 2011: Vorstellung des Energieeffizienzplans der Kommission mit dem Schwerpunkt auf Einsparpotenziale im Gebäude- und Industriesektor.
7. Potenziale der erneuerbaren Energien in Europa: Übersicht über das Spektrum verfügbarer erneuerbarer Ressourcen und deren bisherige Nutzung in Europa.
7.1 Solarkraft: Betrachtung des Potenzials der Sonnenenergie und deren Nutzungsmöglichkeiten.
7.1.1 Photovoltaik: Technische Erläuterung der Stromerzeugung aus Sonnenlicht mittels Solarzellen.
7.1.2 Solarthermische Kraftwerke: Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von solarthermischen Anlagen zur Stromerzeugung.
7.1.3 Sonnenkollektoren: Darstellung der Wärmegewinnung durch Sonnenkollektoren und deren Bedeutung für die Warmwasseraufbereitung.
7.2 Wasserkraft: Historische und aktuelle Bedeutung der Wasserkraft sowie ökologische Herausforderungen bei der Errichtung von Anlagen.
7.3 Windkraft: Untersuchung der Windkraftnutzung, des technischen Fortschritts bei Windenergieanlagen und der europäischen Marktführerschaft.
7.3.1 Offshore-Windparks: Analyse der Herausforderungen und Potenziale der Windkraftnutzung auf hoher See.
8. Schlusswort: Fazit zur Relevanz regenerativer Energien für die zukünftige Energiepolitik und Reflexion über die geänderte Wahrnehmung nach nuklearen Ereignissen.
9. Anhang: Technische Erläuterung der gebräuchlichen Maßeinheiten für Energie und Leistung.
Schlüsselwörter
Regenerative Energien, Erneuerbare Energien, Energiepolitik, Europäische Union, Klimaschutz, Emissionshandel, Energieeffizienz, Photovoltaik, Solarkraft, Wasserkraft, Windkraft, Nachhaltigkeit, Treibhausgasemissionen, 20-20-20-Ziele, Energiebinnenmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Entwicklung regenerativer Energien innerhalb der Energiepolitik der Europäischen Union als Antwort auf den Klimawandel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen der EU, wirtschaftliche Anreizsysteme wie der Emissionshandel, die Analyse von Energieeffizienzplänen sowie der Ausbau verschiedener regenerativer Technologien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die notwendigen Maßnahmen und die historische Entwicklung der EU-Energiepolitik aufzuzeigen, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu beenden und Klimaziele zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzt eine deskriptive und analytische Vorgehensweise, basierend auf einer Auswertung von Berichten der Europäischen Kommission, Grafiken von Fachministerien sowie aktueller Literatur und Statistiken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die politischen Maßnahmen, wie die 20-20-20-Ziele und das ETS, sowie die technischen Potenziale von Solar-, Wasser- und Windkraft detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Energiepolitik, Klimaschutz, regenerative Energien, EU, Nachhaltigkeit, Emissionshandel und Energieeffizienz.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Windkraft im Vergleich zu anderen Energieträgern?
Die Windkraft wird als ein zentraler Pfeiler für die zukünftige Energieversorgung hervorgehoben, wobei insbesondere die europäische Marktführerschaft und der technologische Fortschritt der Anlagen betont werden.
Welche Bedeutung misst die Arbeit dem Emissionshandelssystem (ETS) bei?
Das ETS wird als effizientes, ökonomisches Instrument eingestuft, das Unternehmen durch klare Vorgaben zum aktiven Umweltschutz und zur Umstellung auf emissionsärmere Produktionstechnologien motiviert.
Welche Auswirkung hatten die Ereignisse in Japan im März 2011 auf die Schlussfolgerungen des Autors?
Die Ereignisse führten zu einer kritischeren Haltung gegenüber der Kernkraft und unterstrichen die Notwendigkeit einer konsequenten Reform der Energiepolitik hin zu einer kernenergiefreien Zukunft.
- Quote paper
- Christian Stöhr (Author), 2011, Entwicklung regenerativer Energien in der Energiepolitik der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182145