Die Entwicklung von Produkten in immer kürzer werdenden Zyklen und mit einem steigenden Anteil an simultanen Aktivitäten bedarf der Koordination vieler Personen, Arbeitsabläufe und unternehmensspezifischer Faktoren. Rapide fortschreitende technologische Veränderungen und die Änderungen des Marktes üben ebenfalls Druck auf bestehende Organisationsformen des Projektmanagements aus. Deshalb ist eine Unternehmensstruktur von Nöten, die es Unternehmen erlaubt, sich schnell anzupassen, wenn sich die Situation im Unternehmen selbst und in der Außenwelt verändert.
Die Planung, Steuerung und Kontrolle von diesen komplexen Aktivitäten im Unternehmen geschieht durch das Projektmanagement. Der Projektmanagement-Ansatz ist gekennzeichnet durch Methoden zur Umstrukturierung des Managements und durch spezielle Management-Techniken, mit denen vorhandene Ressourcen besser gesteuert und genutzt werden können.Im Projektmanagement wirken bestimmte Faktoren maßgeblich auf den Projekterfolg oder -misserfolg ein.
Es gibt viele unterschiedliche Ansichten darüber, welche Kriterien und Faktoren kritisch für den Projekterfolg sind. Die meisten zielorientierten Manager achten nur auf die Parameter Zeit, Kosten und Leistung. Wird der vorgegebene Rahmen nicht erfüllt, muss die Ursache für das Problem analysiert werden. Bei ausschließlicher Betrachtung von Zeit, Kosten und Leistung lässt sich zwar der unmittelbare Beitrag zum Gewinn ermitteln, es zeigt sich jedoch nicht, ob das Projekt selbst korrekt geleitet wurde. Die zur Bewertung des Planungserfolgs genutzten Kriterien sind nicht selten Zeit, Kosten und Qualität – das sogenannte Goldene Dreieck oder auch Magisches Dreieck.
Studien aus der Praxis zeigen jedoch, dass die Bewertung anhand der Kriterien Zeit, Kosten und Qualität als unangemessen angesehen werden kann.
Um die gesetzten Ziele zu erreichen, wurde eine fragebogen-basierte Online-Umfrage in der deutschen Industrie zum Stand der Projektmanagement-Technik durchgeführt. Ausgehend von den Antworten der BefragungsteilnehmerInnen, können als nächster Schritt Erkenntnisse über die Projektpraxis erlangt werden. Das heißt, dass mit den Ergebnissen Aussagen über die genutzten Projektmanagement-Methoden und deren Anwendung in der Industrie möglich sind. Als Kern und zentraler Bestandteil dieser Arbeit lässt sich mit den Antworten der BefragungsteilnehmerInnen auf die Einflussfaktoren und Bewertungskriterien der Projektpraxis, welche dezidiert abgefragt wurden, schließen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Faktoren und Kriterien
2.1 Die Einflussfaktoren
2.2 Die Bewertungskriterien
2.2.1 Projektmanagement-Erfolg
2.2.2 Produkt-Erfolg
3 Forschungsfragen
3.1 Fragenkatalog
3.1.1 Allgemeines
3.1.2 Projekt-Informationen
3.1.3 Projektmanagement-Methoden
3.1.4 Erfolgskriterien
4 Studiendesign
5 Online-Fragebogen
5.1 Erwartungen
5.2 Auswertung
5.2.1 Allgemeines
5.2.2 Projekt-Informationen
5.2.3 Projektmanagement-Methoden
5.2.4 Erfolgskriterien
6 Limitation
7 Schlussfolgerung
8 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Wissensstand zu Erfolgsfaktoren und Bewertungskriterien im Projektmanagement innerhalb der deutschen Maschinenbauindustrie. Zentrales Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen theoretischen Modellen und der tatsächlichen Projektpraxis durch eine empirische Online-Befragung zu beleuchten und zu validieren, ob erweiterte Erfolgskriterien über das klassische „Magische Dreieck“ hinaus Anwendung finden.
- Analyse kritischer Erfolgsfaktoren im Projektmanagement
- Validierung erweiterter Erfolgskriterien (nach Baccarini)
- Untersuchung von Anwendungstrends bei Projektmanagement-Methoden
- Risikomanagement-Praktiken in der Produktentwicklung
- Einfluss von Zieldefinition und Stakeholder-Einbindung auf den Projekterfolg
Auszug aus dem Buch
Die Einflussfaktoren
Ob ein Projekt erfolgreich verlaufen wird oder nicht, lässt sich nicht vorhersagen. Wenn das Überleben eines Unternehmens davon abhängt, dass kontinuierlich erfolgreiche Projekte durchgeführt werden, ist die Tatsache bedeutend, ob Projekte gut durchgeführt werden. Projekterfolg wird häufig an den Handlungsweisen von drei Gruppen bemessen: dem Projektmanager und seinem Team, der übergeordneten Organisation und der Organisation des Auftraggebers. Es gibt viele verschiedene Handlungsweisen für diese Gruppen, die den Projekterfolg fördern können.
Nachfolgend sind einige Einflussfaktoren thesenartig erläutert, welche Projektmitarbeiter und -manager, sowie das Topmanagement, Sponsoren, Kunden und sonstige Stakeholder betreffen.
Kommunikation Zur effektiven Kommunikation gehören klare Definitionen, Akzeptanz der festgelegten Projektziele und ein klares Verständnis der Zielvorgaben von allen Projektteammitgliedern, des Topmanagements und des Auftraggebers. Unter Einbeziehung von Kunden und Stakeholdern in die Planung von Projekten ist ein Bewusstsein für den gemeinsamen Projektplan (die Projektumgebung) zu schaffen. Es wird empfohlen Projekterfolge allen Teammitgliedern mitzuteilen und engagiert und effektiv zu kommunizieren: Sachverhalte sind durch präzise Fragestellungen zu klären und es gilt die exzessive Nutzung von Akronymen und Fachjargon zu vermeiden. Die Einforderung der Zustimmung aller Parteien und die Vermittlung von Problemen unter Teammitgliedern sind weitere Inhalte effektiver Kommunikation.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Hinführung zur Problematik des Projekterfolgs und Darstellung der Forschungslücke durch den Kontrast zwischen Literaturansichten und der Projektpraxis.
Faktoren und Kriterien: Definition zentraler Erfolgsfaktoren und theoretische Auseinandersetzung mit Bewertungskriterien wie dem Magischen Dreieck und dem Modell von Baccarini.
Forschungsfragen: Herleitung der konkreten Untersuchungsfragen basierend auf der Notwendigkeit einer Validierung erweiterter Erfolgskriterien in der deutschen Industrie.
Studiendesign: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, insbesondere der Konzeption und Durchführung der Online-Umfrage bei deutschen Maschinenbauunternehmen.
Online-Fragebogen: Umfassende Auswertung der Befragungsdaten, unterteilt in allgemeine Informationen, Projektdaten, eingesetzte Methoden und Erfolgskriterien.
Limitation: Kritische Reflexion der Studienbedingungen, der Rücklaufquote und der Repräsentativität der Stichprobe.
Schlussfolgerung: Synthese der Forschungsergebnisse und Zusammenführung der Erkenntnisse zu einer Handlungsempfehlung für die Praxis.
Ausblick: Identifikation zukünftiger Forschungsbedarfe, insbesondere hinsichtlich weicher Faktoren und detaillierterer Ursachenanalysen bei Planungsabweichungen.
Schlüsselwörter
Projekterfolg, Projektmanagement, Erfolgskriterien, Einflussfaktoren, Maschinenbau, Bewertungskriterien, Risikomanagement, Zieldefinition, Stakeholder, Unternehmensführung, Projektpraxis, Online-Umfrage, Baccarini, Prozessqualität, Produktentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren den Projekterfolg in der deutschen Maschinenbauindustrie maßgeblich beeinflussen und nach welchen Kriterien dieser Erfolg in der Praxis tatsächlich bewertet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der Identifikation von Erfolgsfaktoren, der Anwendung von Projektmanagement- und Risikomanagement-Methoden sowie der Validierung erweiterter Erfolgskriterien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Wissensstand der Projektpraxis darzustellen und zu prüfen, ob theoretische Bewertungsmodelle wie das von Baccarini in der Realität der deutschen Industrie validiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fragebogen-basierte Online-Umfrage bei deutschen Maschinenbauunternehmen zur Gewinnung von Primärdaten aus der Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Auswertung und Diskussion der Umfrageergebnisse, gegliedert nach Unternehmensdemografie, Projektparametern, Methodenwahl und der Bedeutung spezifischer Erfolgskriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Projekterfolg, Projektmanagement, Erfolgskriterien, Risikomanagement, Stakeholder-Einbindung und Prozessqualität.
Warum wird das "Magische Dreieck" in der Arbeit kritisch hinterfragt?
Die Untersuchung zeigt, dass viele Unternehmen Projekte trotz Abweichungen bei Zeit, Kosten oder Qualität als erfolgreich bewerten, was darauf hindeutet, dass das "Goldene Dreieck" allein kein hinreichendes Bewertungsmaß für den Projekterfolg darstellt.
Welche Rolle spielt das Topmanagement laut den Ergebnissen?
Das Topmanagement wird als entscheidender Einflussfaktor identifiziert, wobei eine formelle Einbindung in die Zieldefinition signifikante Auswirkungen auf die Projektperformance haben kann.
- Quote paper
- Nils Donath (Author), 2010, Projekterfolg - Bewertungskriterien und Einflussfaktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182081