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Die verhaltenswissenschaftliche Kritik am Modell des Homo Oeconomicus

Wie viel Rationalität ist realistisch?

Titel: Die verhaltenswissenschaftliche Kritik am Modell des Homo Oeconomicus

Hausarbeit , 2011 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christian Weber (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Von Organisationen wird gemeinhin erwartet, Prozesse, Ziele und Abläufe derart zu planen, dass durch Organisieren Ordnung geschaffen wird. In der Realität zeigt sich aber, dass dieses Ziel oftmals verfehlt wird und aus vielfältigen Gründen Unordnung entstehen kann. Dieses Spannungsverhältnis zwischen Plan und Chaos findet sich auch in einem ausschlaggebenden Aspekt der Organisation, nämlich dem des Entscheidens wieder. Gemeinhin bestehen Organisationen aus Individuen, die die organisationalen Zwecke und Ziele zumindest der Intention nach rational verfolgen (vgl. JANSEN 2006, S. 8 ff). Aus diesen Prämissen ergibt sich für die vorliegende Arbeit folgende Fragestellung:
Wie rational können Entscheidungen in Organisationen sein?
Die Analyse findet auf der Mikroebene der Organisation statt, individuelle Wahlhandlungen dienen als Erklärungsfigur (vgl. JANSEN, S. 19). Demnach ist das Modell des "homo oeconomicus", auch als Rational-Choice-Modell bekannt, so etwas wie der "Urmensch" der Wirtschafts- als auch der Sozialwissenschaften. Auf ihm und vor allem auf der Kritik an ihm bauen weitergehende Betrachtungen der wissenschaftlichen Forschung auf. Die Fundamentalkritik an der vom "homo oeconomicus" angestrebten vollkommenen Rationalität bildet die Grundlage für die "Verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie", einer Forschungsrichtung innerhalb der Organisationssoziologie. Mithilfe dieser Theorie soll die o.g. Frage beantwortet werden.
Im Anschluss an die Beschreibung des „homo oeconomicus“, wird in die "Verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie" eingeführt, die Kritik am "homo oeconomicus" konkretisiert und das alternative Modell des "homo organisans" vorgestellt. Im weiteren Verlauf werden Entscheidungsregeln und Beeinflussungsmechanismen von Organisationen erläutert, die auf das Handeln ihrer Mitglieder einwirken. Unter dem Gesichtspunkt der Rationalität wird danach untersucht, wie Ziele und Erwartungen der Organisationsteilnehmer in Ziele der Organisation umgesetzt werden. Schließlich wird mit dem Papierkorb-Modell eine Methode für organisationales Entscheiden diskutiert, das von der ursprünglichen Rationalitätsanforderung nicht mehr viel übrig lässt. Das abschließende Fazit fasst die gesammelten Erkenntnisse zusammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „Homo Oeconomicus“

3 Die verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie

3.1 „Homo Organisans“

3.2 Mechanismen der Organisation

3.3 Der Zielbildungsprozess

3.4 Das „Papierkorbmodell“

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, wie rational Entscheidungen in Organisationen tatsächlich sein können, indem sie die Grenzen des klassischen Modells des Homo Oeconomicus analysiert und verhaltenswissenschaftliche Perspektiven gegenüberstellt.

  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Modell des Homo Oeconomicus.
  • Einführung der verhaltenswissenschaftlichen Entscheidungstheorie.
  • Konzeptualisierung des Homo Organisans und begrenzter Rationalität.
  • Untersuchung organisationaler Mechanismen und Zielbildungsprozesse.
  • Diskussion des Papierkorb-Modells bei Entscheidungen in organisierten Anarchien.

Auszug aus dem Buch

3.4 Das "Papierkorbmodell"

Mit dem "Papierkorb-Modell" für organisatorisches Wahlverhalten erweiterten COHEN, MARCH und OLSEN die Theorien des Wahlverhaltens um Entscheidungsprozesse in "organisierten Anarchien". Die Autoren betrachten "[…] derartige Organisationen in mancher Hinsicht als Ansammlung von Auswahlmöglichkeiten[…], die nach Problemen Ausschau halten, als Ansammlung von Sachverhalten und Gefühlen, die nach Entscheidungssituationen Ausschau halten, in denen sie sich kundtun können, als Ansammlung von Lösungen, die nach Sachverhalten Ausschau halten, auf die sie als Antwort dienen können und schließlich als Ansammlung von Entscheidungsträgern, die nach Arbeit Ausschau halten" (COHEN/MARCH/OLSEN 1990, S. 330).

Waren die bisherigen Theorien und Konzepte noch von einer begrenzten Rationalität ausgegangen, lässt dieses Konzept von der ursprünglichen Rationalität nicht mehr viel übrig. Organisierte Anarchien verfügen in Entscheidungssituationen über eine Vielzahl von inkonsistenten und schlecht definierten Zielen. Statt einer strukturierten Auswahl von Zielen, steht nur eine lose Ideensammlung zur Verfügung. Viele Ziele werden erst durch Entscheidungen entdeckt, anstatt dass sich Entscheidungen auf ihnen begründen. Außerdem charakterisiert sie eine unklare Technologie. Die Organisationsmitglieder wenden einfache Versuch- und-Irrtums-Verfahren an, lernen aus zufällig gemachten Erfahrungen vergangener Entscheidungen und behelfen sich mit aus der Not entstandenen Erfindungen. Schließlich wechseln die Teilnehmer in Entscheidungssituationen mit der Zeit unvorhersehbar. Diese Eigenschaften finden sich besonders häufig in öffentlichen, Bildungs-, und unrechtmäßigen Organisationen, aber auch in fast jeder anderen Organisation (ebd., S.330-331).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Entscheidens in Organisationen ein und stellt die Kernfrage nach der Rationalität individuellen Handelns innerhalb organisationaler Strukturen.

2 „Homo Oeconomicus“: Das Kapitel erläutert das klassische Modell des perfekt rationalen Akteurs, der unter Knappheit Entscheidungen zur Nutzenmaximierung trifft.

3 Die verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie: Hier wird der Grundstein der verhaltenswissenschaftlichen Sichtweise gelegt, die die begrenzte Rationalität und kognitive Beschränktheit des Menschen in den Mittelpunkt rückt.

3.1 „Homo Organisans“: Dieses Kapitel stellt das Gegenmodell zum Homo Oeconomicus vor, das satisfizierende statt maximaler Lösungen anstrebt.

3.2 Mechanismen der Organisation: Der Abschnitt beschreibt, wie Arbeitsteilung, Hierarchie und Kommunikation als Instrumente zur Komplexitätsreduktion und Steuerung von Entscheidungen eingesetzt werden.

3.3 Der Zielbildungsprozess: Hier wird untersucht, wie durch Verhandlungen zwischen Koalitionen organisationale Ziele aus den Erwartungen der Mitglieder entstehen.

3.4 Das „Papierkorbmodell“: Dieses Kapitel diskutiert die Entscheidungsfindung in organisierten Anarchien, in denen Lösungen und Probleme entkoppelt aufeinandertreffen.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Rationalität in Organisationen stark vom Unsicherheitsgrad und den vorhandenen Steuerungsmechanismen abhängt.

Schlüsselwörter

Homo Oeconomicus, Homo Organisans, verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie, begrenzte Rationalität, Organisationstheorie, Papierkorb-Modell, Entscheidungsprozesse, Mikropolitik, Zielbildung, Unsicherheit, Komplexitätsreduktion, Satisficing, rationale Entscheidung, Organisation, Entscheidungsprämissen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rationalität von Entscheidungsprozessen innerhalb von Organisationen und hinterfragt klassische ökonomische Annahmen durch verhaltenswissenschaftliche Ansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Kritik am Homo Oeconomicus, die Konzepte der begrenzten Rationalität, organisationale Beeinflussungsmechanismen und Entscheidungsprozesse in unübersichtlichen, anarchischen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Wie rational können Entscheidungen in Organisationen sein?“ Ziel ist es, ein realistisches Bild des Entscheidungsverhaltens unter Berücksichtigung kognitiver Grenzen zu zeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um organisationstheoretische Modelle (von Simon, March, Cyert u.a.) gegenüberzustellen und kritisch zu synthetisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt den Übergang von der neoklassischen Theorie zum Modell des Homo Organisans, die organisationale Steuerung durch Hierarchie und Regeln sowie die Dynamik der Zielbildung und das Papierkorb-Modell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die begrenzte Rationalität (Bounded Rationality), das Papierkorb-Modell (Garbage Can Model), Organisation, Entscheidungstheorie und Satisficing.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Homo Oeconomicus und Homo Organisans?

Während der Homo Oeconomicus vollkommen rational und nutzenmaximierend agiert, ist der Homo Organisans aufgrund kognitiver Grenzen auf das Finden befriedigender Lösungen (Satisficing) angewiesen.

Warum existieren in Organisationen laut dem Papierkorb-Modell oft keine klaren Zielvorgaben?

In „organisierten Anarchien“ prallen inkonsistente Ziele und wechselnde Teilnehmer aufeinander, sodass Lösungen oft schon existieren, bevor ein Problem überhaupt klar definiert wurde.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die verhaltenswissenschaftliche Kritik am Modell des Homo Oeconomicus
Untertitel
Wie viel Rationalität ist realistisch?
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Soziologie)
Veranstaltung
Organisationssoziologische Grundlagen
Note
2,0
Autor
Christian Weber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V181911
ISBN (eBook)
9783656052104
ISBN (Buch)
9783656052340
Sprache
Deutsch
Schlagworte
homo oeconomicus homo organisans garbage can Papierkorbmodell verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie bounded rationality begrenzte Rationalität satisficing
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Weber (Autor:in), 2011, Die verhaltenswissenschaftliche Kritik am Modell des Homo Oeconomicus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181911
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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