In dieser Arbeit sollen englische Passivkonstruktionen und ihre semantischen Grundlagen behandelt werden. Für das Herangehen an diese Aufgabenstellung erweist es sich als hilfreich, zunächst zu klären, welche Beziehung das Passiv zu dem ihm entgegenstehenden Ge-nus Verbi, dem Aktiv, besitzt. Daher soll in einem zweiten einleitenden Teil kurz die Annahme einer Transformation des Passivs aus dem Aktiv erörtert werden. In diesem Zusammenhang spielen auch Fragen nach den Relationen von syntaktischen und semantischen Katego-rien eine Rolle, die im weiteren Verlauf der Arbeit Beachtung finden sollen. Insbesondere werden der semantische Gehalt des Passivs im Unterschied zum Aktiv und semantische sowie syntaktische Restriktionen für die Passivierung von Interesse sein.
Diese Betrachtungen sollen anhand der Darstellung einiger englischer Passivkonstruktionen vollzogen werden. Eine Passivkonstruktion, und zwar das Präpositionalpassiv, wird hierbei hinsichtlich seiner Beschränkungen und seines semantischen Gehalts ausführlicher behandelt werden. Die Auswahl der Passivformen erfolgt unter kontrastivem Ge-sichtspunkt, d.h., daß vor allem solche Konstruktionen behandelt werden, die aus Sicht des Deutschen ungewöhnlich wirken bzw. geeignet erscheinen, dem deutschen Englischlerner Probleme zu bereiten. Eine zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse bildet den Abschluß der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung und Vorgehensweise
1.2 Die Beziehung zwischen Aktiv und Passiv
2. Englische Passivkonstruktionen
2.1 Das indirekte Passiv
2.2 Passive Verben des Sagens und Denkens
2.3 Das Zustandspassiv
2.4 Passivkonstruktionen mit get und have
2.4.1 Das get-Passiv
2.4.2 Das have-Passiv
2.5 Das Mediopassiv
2.6 Andere Bildungen des Passivs
3. Das Präpositionalpassiv
3.1 Die Passivierung von Präpositionalverben (inherent preposition verbs)
3.2 Die Passivbildung bei phrasal verbs
3.3 Präpositionale Nominalphrasen als Subjekte von Passivsätzen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht englische Passivkonstruktionen unter Berücksichtigung ihrer semantischen Grundlagen und syntaktischen Restriktionen, um die Unterschiede zum deutschen Sprachgebrauch herauszuarbeiten und Lernenden sowie Sprachwissenschaftlern ein tieferes Verständnis der funktionalen Nuancen zu vermitteln.
- Analyse der transformationellen Beziehung zwischen Aktiv und Passiv.
- Kontrastive Untersuchung spezifischer Passivformen wie get-Passiv, have-Passiv und Mediopassiv.
- Detaillierte Betrachtung des Präpositionalpassivs und der Passivierung von phrasal verbs.
- Erarbeitung semantischer Kriterien für die Zulässigkeit von Passivkonstruktionen.
- Untersuchung der Distanzierungsfunktion bei Verben des Sagens und Denkens.
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Passivbildung bei phrasal verbs
Im Gegensatz zu Präpositionalverben besitzen phrasal verbs, die Verbindungen aus einem Verb mit einer oder mehreren Präpositionen darstellen, Bedeutungen, die unabhängig von den semantischen Komponenten ihrer Einzellexeme sind. Ihre Bedeutungen lassen sich nicht aufgrund ihrer Komponenten vorhersagen. Bei den transitiven phrasal verbs unterscheidet Dixon fünf verschiedene Strukturen bzw. Konstruktionen:
a) Verb + pN
b) Verb + NP
c) Verb + NpN
d) Verb + ppN
e) Verb + NppN
Dabei steht p für Präposition und N für Nominalphrase. Folgt eine Nominalphrase unmittelbar dem Verb wie in b), c) und e), so kann sie immer passiviert, d.h. zum Subjekt eines Passivsatzes werden. Beispiele für solche Passivtransformationen:
b): Her behaviour put me off. -> I was put off by her behaviour.
c): Someone took me for Michael Jackson. -> I was taken for Michael Jackson.
e): She put her success down to her hard work. -> Her success was put down to her hard work.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Aufgabenstellung sowie die methodische Herangehensweise und beleuchtet die transformationelle Beziehung zwischen Aktiv und Passiv.
2. Englische Passivkonstruktionen: Hier werden verschiedene Formen englischer Passivkonstruktionen, einschließlich des indirekten Passivs, des get- und have-Passivs sowie des Mediopassivs, kontrastiv analysiert.
3. Das Präpositionalpassiv: Das Kapitel widmet sich der Passivierung von Präpositionalverben und phrasal verbs sowie der Verwendung präpositionaler Nominalphrasen als Subjekte in Passivsätzen.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse, die unterstreicht, dass das Passiv sowohl syntaktisch als auch semantisch determiniert ist und nicht nur als rein formale Transformation verstanden werden sollte.
Schlüsselwörter
Englische Passivkonstruktionen, Semantik, Transformationsgrammatik, Präpositionalpassiv, phrasal verbs, Mediopassiv, Sprachkontrast, Syntax, Distanzierung, get-Passiv, have-Passiv, Sprachvergleich, Verbalsubstantive, Diathese, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die semantischen Grundlagen und syntaktischen Strukturen englischer Passivkonstruktionen im Vergleich zum Deutschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören das Präpositionalpassiv, verschiedene Passivvarianten wie get- und have-Passiv, das Mediopassiv sowie die semantischen Restriktionen bei der Passivierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Passivkonstruktionen nicht nur durch syntaktische Regeln, sondern auch durch spezifische semantische Merkmale und Kontextbedingungen bestimmt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autor setzt eine kontrastive Analyse ein, wobei theoretische Ansätze der Transformationsgrammatik und semantische Erklärungsmodelle (u.a. von Dixon) herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse verschiedener Passivtypen sowie eine detaillierte Untersuchung des Präpositionalpassivs und der Bedingungen für dessen Zulässigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Semantische Syntax, Passivierung, Kontrastive Linguistik und englische Grammatik beschreiben.
Wie unterscheidet sich das get-Passiv vom be-Passiv?
Das get-Passiv wird eher in informellen Kontexten verwendet und drückt im Vergleich zum be-Passiv eine wertende, oft subjektive Haltung des Sprechers zur Handlung aus.
Was ist das Besondere an Mediopassiv-Konstruktionen?
Mediopassive wie "This play reads well" sind syntaktisch aktiv, tragen aber eine semantisch passive Bedeutung, da sie sich auf Eigenschaften oder Tendenzen des Subjekts beziehen, statt ein konkretes Ereignis zu beschreiben.
Warum ist die Distanzierung ein wichtiges Merkmal bei Verben des Sagens und Denkens?
Die Passivform bei Verben wie "to be said" ermöglicht es dem Sprecher, sich von der Aussage zu distanzieren und deutlich zu machen, dass er eine allgemeine oder fremde Meinung wiedergibt, anstatt seine eigene Behauptung aufzustellen.
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- Dr. Jens Saathoff (Author), 1993, Englische Passivkonstruktionen und ihre semantischen Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181838