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Muslimische Kriegsgefangene in Deutschland im Ersten Weltkrieg

Title: Muslimische Kriegsgefangene in Deutschland im Ersten Weltkrieg

Bachelor Thesis , 2011 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Remington Richers (Author)

History of Europe - Ages of World Wars

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Summary Excerpt Details

Für viele Deutsche waren die marokkanischen Soldaten, die nach dem Ersten Weltkrieg im Rheinland stationiert wurden, die ersten Araber, die sie in ihrem Leben sahen, und als im Zweiten Weltkrieg afroamerikanische Soldaten der amerikanischen Streitkräfte durch Deutschlands Straßen fuhren, war auch das für die meisten Deutschen das erste Mal in ihrem Leben, dass sie schwarze Menschen aus nächster Nähe sahen. Die Konzentration auf muslimische Kombattanten und Kriegsgefangene in dieser Arbeit soll deren Einfluss nicht überzeichnen – sie waren eine Randerscheinung, von einem Teil der Öffentlichkeit wahrgenommen und „exotisch“. Angesichts der insgesamt circa 2,5 Millionen Kriegsgefangenen in Deutschland fielen sie mit einer Zahl von ungefähr 16.000 kaum ins Gewicht. Dennoch, sie begründeten durch ihre Teilnahme am Krieg den Beginn des 20. Jahrhunderts teilweise mit, in welchem Kriege globaler wurden, Europa seine absolute Hegemonie einbüßte und rassistisches Gedankengut in seiner Wirkung noch einen grausamen Höhepunkt erreichen sollte. Gregory Martin äußerte sich in ähnlicher Weise: „Im Rückblick leitete der Erste Weltkrieg nach der fast ausschließlichen Bewegung europäischer Händler, Soldaten und Siedler von Europa in überseeische Länder die heutige Epoche der Einwanderung aus den Kolonien und ehemaligen Kolonien nach Europa ein. Das Auftauchen der kolonialen Soldaten löste vielseitige Reaktionen und mitunter auch Widerstand aus und stellte eine erste Phase der sich über mehrere Generationen erstreckenden Wandlung Europas im 20. Jahrhundert zu einer multikulturellen Gesellschaft dar.“
Ob zwischen den statistisch kaum nennenswerten Migrationsbewegungen nach Europa zur Zeit des Ersten Weltkrieges und der großen Einwanderungswelle ab den 1960er Jahren ein kausaler Zusammenhang besteht, darf bezweifelt werden, insofern möchte ich dem Terminus „erste Phase“ widersprechen. Wahr ist aber, dass die kolonialen Truppenkontingente auf den europäischen Schlachtfeldern und die mit ihnen verbundene Propaganda erstmals einer breiteren Öffentlichkeit das Thema „fremde Kulturen“ konkret vor Augen führten und dazu beitrugen, dass sich das Bild der „Fremdrassigen“ nun nicht mehr ausschließlich aus populären Reiseberichten und Märchen aus Tausendundeiner Nacht speiste.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.0 Muslime im Ersten Weltkrieg

2.0 Die Lager

2.1 Hintergrund- und Rahmeninformationen

2.2 Lagerleben

2.3 Arbeitsdienst

3.0 Die Moschee

4.0 Der Friedhof

5.0 Nachkrieg

6.0 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensbedingungen und die instrumentelle Behandlung muslimischer Kriegsgefangener in Deutschland während des Ersten Weltkriegs, wobei ein besonderer Fokus auf den Lagern Wünsdorf, der dortigen Moschee sowie dem Friedhof Zehrensdorf liegt. Forschungsleitend ist die Frage, wie diese muslimischen Soldaten wahrgenommen, propagandistisch genutzt und in das deutsche Lagerwesen integriert wurden.

  • Stellung muslimischer Soldaten innerhalb der kolonialen Truppenkontingente.
  • Aufbau und Funktion der Sonderlager (Halbmondlager und Weinberglager).
  • Die Rolle der Wünsdorfer Moschee als propagandistisches und religiöses Zentrum.
  • Das Schicksal der Lagerinsassen nach Kriegsende und die heutige Bedeutung der Gedenkstätten.

Auszug aus dem Buch

2.2 Lagerleben

Viel lässt sich über den Alltag im Halbmond- und Weinberglager nicht sagen, da die meisten Unterlagen im April 1945 beim Brand des Potsdamer Heeresarchivs Opfer der Flammen wurden. Erhalten sind noch die Unterlagen, die die Lagerkommandantur dem Auswärtigen Amt zustellte. Allerdings beschäftigen sich diese hauptsächlich mit der für das Außenministerium interessanten Propagandaarbeit.

Festgehalten werden kann aber, dass man sich in beiden Lagern bemühte, die Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung zum Umgang mit Kriegsgefangenen einzuhalten. Zudem lässt sich ein Bruch in der Lagerführung kennzeichnen. War man im Reich in den ersten Kriegsmonaten auf eine gewaltige Zahl Gefangener noch „gänzlich unzureichend“ vorbereitet, so galt dies auch für das Halbmondlager. In der Konsequenz bedeutete das, dass das überforderte Kriegsministerium zunächst die Lagerorganisation teilweise dem Auswärtigen Amt und der NfO überließ, wodurch der zivile Einfluss auf Basis der von von Oppenheim verfassten Schrift „Organisation der Behandlung der mohammedanischen und indischen Kriegsgefangenen“ dominierte. So sah von Oppenheim vor, die Gefangenen nach „Secten und Nationalitäten“ zu separieren, was sich vorrangig in der Unterbringung in den beheizten Zelten und Holzbaracken widerspiegelte und hauptsächlich die Freizeit betraf. Barackenabteile wurden für Nord-, West- und Zentralafrikaner sowie für Inder geschaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Abschnitt erläutert die Bedeutung muslimischer Kriegsgefangener im Kontext der kolonialen Verstrickungen Europas und skizziert die methodische sowie quellenkritische Herangehensweise der Arbeit.

1.0 Muslime im Ersten Weltkrieg: Es wird die Rolle der kolonialen Truppenkontingente und deren propagandistische sowie militärische Verwendung durch die europäischen Großmächte dargestellt.

2.0 Die Lager: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung der Sonderlager für muslimische Gefangene, die strategischen Überlegungen dahinter und die täglichen Bedingungen in den Lagern.

2.1 Hintergrund- und Rahmeninformationen: Die Anfänge der Idee einer religiös motivierten Behandlung von Gefangenen als Propagandamittel werden hier detailliert nachgezeichnet.

2.2 Lagerleben: Der Alltag, die Unterbringung und die organisatorischen Strukturen innerhalb der Lager bilden den Schwerpunkt dieses Abschnitts.

2.3 Arbeitsdienst: Hier wird der Einsatz der Gefangenen in der Landwirtschaft und Rüstungsindustrie sowie die damit verbundene Unzufriedenheit thematisiert.

3.0 Die Moschee: Das Kapitel analysiert Bau, Nutzung und symbolische Funktion der Wünsdorfer Moschee als erstes muslimisches Gotteshaus auf deutschem Boden.

4.0 Der Friedhof: Die Geschichte und der Umgang mit den Verstorbenen auf dem Friedhof Zehrensdorf sowie dessen Wandel als Gedenkort werden beleuchtet.

5.0 Nachkrieg: Die Repatriierung der Gefangenen, das Schicksal der Moschee und die langfristige Erinnerungskultur stehen hier im Zentrum.

6.0 Fazit: Die Arbeit resümiert das Scheitern der propagandistischen Bestrebungen und ordnet die Bedeutung der Lager historisch ein.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft, Halbmondlager, Weinberglager, Max von Oppenheim, Wünsdorf, Zehrensdorf, Islam, Propaganda, Kolonialtruppen, Religion, Erinnerungskultur, Gefangenenlager, Jihad, Deutsche Orientpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation muslimischer Kriegsgefangener in Deutschland während des Ersten Weltkriegs, insbesondere in den speziell dafür eingerichteten Lagern bei Wünsdorf.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die koloniale Mobilisierung muslimischer Soldaten, die deutsche Lagerpropaganda, religiöse Praktiken in der Gefangenschaft sowie die Nachkriegsgeschichte der Gedenkorte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der propagandistischen Absicht des Deutschen Reiches und der tatsächlichen Lebensrealität sowie Wahrnehmung der muslimischen Gefangenen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung überlieferter Lagerdokumente, zeitgenössischer Berichte und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Lageralltags, der Zwangsarbeit, des Baus und der Funktion der Moschee sowie der Bedeutung des Friedhofs Zehrensdorf für die muslimischen Gefangenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Erster Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft, Halbmondlager, Wünsdorf, Propaganda, Islam und kolonialer Kontext.

Warum war die Moschee in Wünsdorf für die deutsche Propaganda so wichtig?

Die Moschee sollte als sichtbares Zeichen deutscher „Wohlwollen“ gegenüber dem Islam dienen, um muslimische Gefangene ideologisch zu beeinflussen und sie als Verbündete gegen die Entente-Mächte zu gewinnen.

Welche Rolle spielte der Friedhof Zehrensdorf nach dem Krieg?

Er entwickelte sich vom rein pragmatischen Bestattungsort zu einem umkämpften und später denkmalgeschützten Gedenkort, der die komplexe Geschichte der muslimischen Gefangenen in Deutschland bewahrt.

Wie effektiv war die Jihad-Propaganda des Deutschen Reiches?

Die propagandistischen Bestrebungen waren weitgehend erfolglos, da die muslimischen Gefangenen die politische Instrumentalisierung durchschauten und der erhoffte „Jihad“ gegen die Alliierten ausblieb.

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Details

Title
Muslimische Kriegsgefangene in Deutschland im Ersten Weltkrieg
College
University of Erfurt  (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Kriegsgefangenschaft im Ersten Weltkrieg
Grade
1,0
Author
Remington Richers (Author)
Publication Year
2011
Pages
38
Catalog Number
V181464
ISBN (eBook)
9783656044178
ISBN (Book)
9783656044413
Language
German
Tags
muslimische kriegsgefangene deutschland ersten weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Remington Richers (Author), 2011, Muslimische Kriegsgefangene in Deutschland im Ersten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181464
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