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Struktur des Zufälligen. Romantisches Reisen als narratives Strukturprinzip in Eichendorffs 'Ahnung und Gegenwart'

Title: Struktur des Zufälligen. Romantisches Reisen als narratives Strukturprinzip in Eichendorffs 'Ahnung und Gegenwart'

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jan Wellnitz (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Wie in vielen Texten der romantischen Epoche, spielt auch in Eichendorffs 1815 veröffentlichtem Roman "Ahnung und Gegenwart" die Reise eine übergeordnete Rolle. Obgleich sich das Reisen hier vordergründig jedweder Zielgerichtetheit entzieht, konstituiert es ein strukturierendes Prinzip für die gesamte Narration.
Es unterteilt den Roman in drei strukturelle Großräume. Die Großräume der Provinz, der Residenz und der Rückbesinnung auf die Provinz. Analog zur tradierten Folie, erhalten diese Strukturgroßräume den Rang „des Auszugs, der „Er-Fahrung“ der Welt und der Heimkehr“.

In der vorliegenden Arbeit soll erörtert werden, wie der Roman diese Triasstruktur organisiert und wie durch weitere Reisen innerhalb der drei Großräume zahlreiche Subkategorien entworfen werden. Teils in enger Textanalyse, teils in größeren Zusammenhängen soll des Weiteren erarbeitet werden, wie sich innerhalb dieser durch Reisen kreierten Mirko- beziehungsweise Makrostruktur eine Linie von Brechungen vollzieht, die schließlich mit dem Eintritt ins Kloster ihr Ende findet.
Immer in einem Kontext des Reisens betrachtet, sollen dafür exemplarisch das frühe Dichterbild sowie die frühe Liebe des ersten Großraums untersucht und beschrieben werden. In einem weiteren Schritt sollen anschließend die Modifikationen, die diese Motive während des zweiten Großraums erfahren, herausgestellt werden. Für den dritten Großraum soll zum einen Friedrichs Suche nach der eigenen Vergangenheit, zum anderen das finale Moment des Klostereinritts untersucht und bewertet werden.
In einer Schlussbetrachtung sollen die verschiedenen Reiseeinheiten und Stationen in einen abschließenden Gesamtkontext gestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Strukturierendes Reisen

2.1 Die Provinz

2.1.1 Friedrichs frühes Dichterbild

2.1.2 Die frühe Liebe zu Rosa

2.2 Die Residenz

2.2.1 modifiziertes Dichterbild

2.2.2 Abwegige Liebe

2.3 Rückkehr in die Provinz

2.3.1 Zielgerichtetes Reisen: Die Suche nach der eignen Vergangenheit

2.3.2 Textnahe Analyse zum ‚Wahrnehmen der innersten Bestimmung’

3. Schlussbetrachtung

4. Anhang

4.1 Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktion des Reisens als zentrales narratives Strukturprinzip in Joseph von Eichendorffs Roman "Ahnung und Gegenwart". Es wird analysiert, wie die Reisebewegung den Roman in drei strukturelle Großräume unterteilt und durch inhaltliche Brechungen in den Bereichen Dichtkunst, Liebe und Lebenssinn eine Entwicklung des Protagonisten hin zur religiösen Selbstfindung markiert.

  • Strukturierung des Romans durch triadische Raumeinteilung (Provinz, Residenz, Rückkehr)
  • Wandel des Dichterbildes und literarische Selbstverständniskritik
  • Ambivalenz und Scheitern romantischer Liebesbeziehungen
  • Die Rolle des Reisens als Instrument der spirituellen Sinnsuche
  • Religion als ordnendes Zentrum und Zielpunkt der Narration

Auszug aus dem Buch

Friedrichs frühes Dichterbild

Nachdem Friedrich sich von der Gruppe der Studenten getrennt hat, allein weiterzieht und schließlich in der Auseinandersetzung mit den Räubern sein Bewusstsein verliert, wird er von Rosa aufgefunden und zu Leontins Schoss gebracht. Sein Aufenthalt dort ist gleichsam das erste längere Innehalten seiner Wanderschaft. Innerhalb der hiesigen Gesellschaft sind Poesie und Dichtkunst omnipräsent. Die für den Neuankömmling Friedrich durch immer wieder hereinbrechende Lieder, Erzählungen und Diskussionen über das Dichten erfahrbar werden. Auf dem Schloss Leontins beginnt er nun seine Leidenschaft für die Kunst des Dichtens mehr und mehr zu entfalten, wenngleich er sich auch schon vor seiner Reise tiefer gehend mit der Dichtung auseinander gesetzt zu haben scheint und ein gewisses Talent in ihm angelegt ist. Deshalb erschrickt nahezu ehrfürchtig, als ihm der Berufsdichter Faber vorgestellt wird. Dessen Werk, die ‚ergreifenden’ sowie die für ihn wenig überzeugenden Schriften (S.21) sind ihm bereits bestens bekannt. Durch die Gefühle für Rosa fühlt er sich auch selbst bewogen diese Gefühle in Worte zu bringen und lässt sie schließlich zu seinem Gitarrenspiel erklingen (S.30-31). Insgesamt wird die Dichtkunst in dieser ersten Episode auf Leontins Schloss eher in einer diskursiven Verhandlung erfahrbar.

Denn das von der Kunst durchdrungene Umfeld auf dem Schloss scheint Friedrich zwar zu inspirieren und faszinieren, jedoch entwickelt er von Anfang an individuelle Perspektiven zu bestimmten Thematiken, die er auch selbstsicher zu artikulieren weiß. Insbesondere sein recht differenziertes Dichterbild, das er in einem ausgedehnten Monolog entfaltet, deckt sich nicht mit den Vorstellungen Fabers. Dieser sieht in der Dichtung eine Instanz, die „sich in Gefühle oder Gesinnungen einstimmt und sie ihres ästhetischen Reizes wegen dichterisch gestaltet“4. Dahingehend scheut er jedoch keine Kontroverse und benennt die Leitgedanken seiner Poesie und prangert diejenigen Perspektiven an, die sich nicht mit seinem Dichterbild in Einklang bringen lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die These, dass das Reisen ein das Geschehen formierendes Leitmotiv in Eichendorffs Roman darstellt und den Text in eine triadische Struktur unterteilt.

2. Strukturierendes Reisen: Dieses Kapitel untersucht die drei Großräume Provinz, Residenz und Rückkehr, wobei die Themen Dichtkunst, Liebe und Lebenssinn jeweils eine Transformation erfahren.

2.1 Die Provinz: Das Kapitel analysiert die erste Phase des Romans, in der Friedrichs Dichterbild und seine frühe Liebeserfahrung in einem provinz-geprägten Kontext verortet werden.

2.1.1 Friedrichs frühes Dichterbild: Hier wird Friedrichs idealistisches Verständnis von Poesie und seine Abgrenzung vom Berufsdichter Faber im Umfeld von Schloss Leontins beleuchtet.

2.1.2 Die frühe Liebe zu Rosa: Die Analyse konzentriert sich auf die Entstehung der Liebesbeziehung und deren ambivalente Entwicklung durch räumliche Trennungen.

2.2 Die Residenz: Dieser Abschnitt behandelt den zweiten Großraum, der durch urbanes Leben und die zunehmende Entfremdung Friedrichs von seinen ursprünglichen Idealen gekennzeichnet ist.

2.2.1 modifiziertes Dichterbild: Es wird die Erschütterung von Friedrichs Dichterbild im Kontext der oberflächlichen Unterhaltungskultur der Residenz-Teegesellschaften thematisiert.

2.2.2 Abwegige Liebe: Das Kapitel widmet sich der krisenhaften Entwicklung der Liebe zu Rosa und der Konfrontation mit den Verführungskünsten Romanas.

2.3 Rückkehr in die Provinz: Dies ist der letzte Raum, in dem Friedrich nach dem Scheitern seiner Hoffnungen in der Residenz eine neue Orientierung sucht.

2.3.1 Zielgerichtetes Reisen: Die Suche nach der eignen Vergangenheit: Der Fokus liegt auf der Suche nach dem vermissten Bruder Rudolf und dem Versuch, die eigene Vergangenheit in die Gegenwart zu integrieren.

2.3.2 Textnahe Analyse zum ‚Wahrnehmen der innersten Bestimmung’: Eine detaillierte Untersuchung der religiösen Symbolik, insbesondere des Kreuzes, und der finalen Entwicklung hin zum Klostereintritt.

3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und deutet das Scheitern als notwendigen Prozess zur Annäherung an eine finale Heilsfindung.

4. Anhang: Enthält das Literatur- und Quellenverzeichnis der verwendeten Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Eichendorff, Ahnung und Gegenwart, Romantik, Reisen, Dichterbild, Poesie, Religion, Triasstruktur, Identitätssuche, Weltliche Brechungen, Klostereintritt, Narratives Strukturprinzip, Literaturkritik, Sinnsuche, Symbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion des Reisens als strukturgebendes Element im Roman "Ahnung und Gegenwart" von Joseph von Eichendorff.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Dichterbildes, dem Wandel von Liebeskonzeptionen und der religiösen Entwicklung des Protagonisten Friedrich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die verschiedenen Reiseeinheiten eine Triasstruktur (Provinz-Residenz-Rückkehr) entsteht, die schließlich in der religiösen Selbstfindung des Helden mündet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus textnahen Analysen der zentralen Episoden und der Einordnung in literaturwissenschaftliche Zusammenhänge der Romantik.

Was wird im Hauptteil des Dokuments detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Großräume der Erzählung und untersucht in diesen die spezifischen Modifikationen von Dichtkunst und Liebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Eichendorff, Romantik, Reisen, Dichterbild, Identitätssuche und religiöse Selbstfindung.

Warum spielt die Figur des Bruders Rudolf eine tragende Rolle im dritten Teil?

Rudolf fungiert als negativer Gegenpol zu Friedrich; sein Scheitern und seine Unnahbarkeit verdeutlichen die Desillusionierung Friedrichs und die Schwierigkeit, die Vergangenheit zur Heilung der Gegenwart zu nutzen.

Inwiefern beeinflusst das Motiv des „Kreuzes“ die narrative Struktur des Romans?

Das Kreuz fungiert als Symbol für die religiöse Bestimmung Friedrichs, die bereits zu Beginn eingeführt wird und trotz der ziellosen Reisen als ordnendes Zentrum über dem Roman steht.

Was bedeutet die „Abkehr von der Dichtkunst“ in der Schlussphase?

Es bezeichnet Friedrichs Erkenntnis, dass Poesie im Kontext der weltlichen Verfallsprozesse nicht ausreicht, um eine moralische und spirituelle Heilung zu garantieren, weshalb er sich dem Glauben zuwendet.

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Details

Title
Struktur des Zufälligen. Romantisches Reisen als narratives Strukturprinzip in Eichendorffs 'Ahnung und Gegenwart'
College
University of Cologne
Course
Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Jan Wellnitz (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V181446
ISBN (eBook)
9783656047810
ISBN (Book)
9783656048091
Language
German
Tags
Romantisches Reisen Romantik Literaturgeschichte Bildungsroman Reiseroman Eichendorff Universalpoesie Trias-Struktur Dichtergestaltung (De-)Konstruktion von Landschaft in Literatur Novalis Tieck Goethe Prosa Deutschland Krieg Heidelberg Epoche Rolle der Religion Handlungskonzept Landschafts-Naturgestaltung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Wellnitz (Author), 2010, Struktur des Zufälligen. Romantisches Reisen als narratives Strukturprinzip in Eichendorffs 'Ahnung und Gegenwart', Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181446
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