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Jurij M. Lotmans Theorie des Narrativen im Bezug auf L. N. Tolstois „Anna Karenina“

Title: Jurij M. Lotmans Theorie des Narrativen im Bezug auf L. N. Tolstois „Anna Karenina“

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lidiya Zagaynova (Author)

German Studies - Comparative Literature

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Summary Excerpt Details

Einer der bedeutendsten Vertreter des russischen Realismus, war Lew Nikolaewitsch Tolstoi. Nach dem historischen Roman „Krieg und Frieden“, der ganz in der realistischen Tradition verfasst wurde, erschien sein zweiter großer Roman: „Anna Karenina“. Diesmal griff Tolstoi auf einen gegenwartsbezogenen Stoff zurück und benutzte die zeitgenössischen Metropolen St. Petersburg uns Moskau als Kulissen für seine Handlung. In „Anna Karenina“ erwies sich Tolstoi als hervorragender Psychologe, der dem Leser tiefe Einblicke in die menschliche Seele gewährte.
Die Komplexität des Romans, sein Umfang und vor allem die scheinbar willkürliche Häufung verschiedener Motive, die auf den ersten Blick miteinander nur lose verknüpft sind, wurde von den Kritikern als belastend und störend empfunden.
Lotmans Theorie der semantischen Räume eignet sich sehr gut für die Analyse des Romans, da „A. K.“ auf zwei unterschiedlichen Erzählsträngen aufgebaut ist, also über zwei kontrastive semantische Räume verfügt. Das theoretische Werkzeug, das Lotman in seiner Abhandlung liefert, macht es möglich, die zwei unterschiedlichen Lebensmodelle, die Tolstoi seinem Leser anbietet, systematisch zu untersuchen.
Neben Lotmans Werk „Die Struktur literarischer Texte“ erscheint es mir sinnvoll, auf die wissenschaftlichen Beiträge von Karl Nikolaus Renner zurückzugreifen, der die Theorie der Grenze von Lotman präzisierte und weiterentwickelte. Im ersten Teil der Arbeit setze ich mich also mit den theoretischen Grundlagen Lotmans Theorie auseinander. Im zweiten Teil skizziere ich die sujetlose Textschicht des Werkes. Im dritten Teil der Arbeit gehe ich auf die Ereignisse ein, wobei den beiden zentralen Erzählsträngen Anna-Wronsky und Kitty-Lewin eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Es soll außerdem ausgearbeitet und exemplarisch gezeigt werden, warum manches Geschehen nicht als Ereignis im Sinne von Jurij Lotman gelten kann. Der letzte Teil meiner Arbeit stellt ein Resümee dar, in dem ich die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammenfasse.
Ziel dieser Arbeit ist es, zu zeigen, dass zwei verschiedene Erzählstränge den unterschiedlichen semantischen Räumen angehören und die zentralen Ereignisse im Text das Überwinden der Grenze und den Übertritt einen der Helden in einen anderen semantischen Raum implizieren. Es soll außerdem herausgearbeitet werden, dass verschiedene Ehe- und Liebeskonzeptionen, die im Roman koexistieren, mit verschiedenen semantischen Räumen gleichgesetzt werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Jurij Lotmans Theorie des Narrativen - Zusammenfassung und Schlüsselbegriffe

3 Grundriss der sujetlosen Textschicht in „Anna Karenina“

3.1 Semantischer Raum „Das Künstliche“

3.2 Semantischer Raum “Das Natürliche”

4 Sujethafte Textschicht in „Anna Karenina“

4.1 Anna-Wronski-Strang

4.1.1 Übertritt aus dem semantischen Raum „Das Künstliche“ in den semantischen Raum „Leidenschaft“

4.1.2 Übertritt aus dem semantischen Raum „Leidenschaft“ in den semantischen Raum „Das Natürliche“

4.2 Kitty-Lewin-Strang

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, auf Basis von Jurij Lotmans Theorie des Narrativen eine semantische Analyse des Romans „Anna Karenina“ durchzuführen und zu zeigen, wie unterschiedliche Erzählstränge verschiedenen semantischen Räumen angehören. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die zentralen Ereignisse im Text als Grenzüberschreitungen und Übertritte in andere semantische Räume interpretiert werden können und wie dabei verschiedene Ehe- und Liebeskonzeptionen koexistieren.

  • Anwendung von Lotmans Theorie der semantischen Räume auf literarische Texte
  • Strukturelle Analyse der sujetlosen Textschicht in Anna Karenina
  • Kontrastierung der semantischen Räume „Das Künstliche“ und „Das Natürliche“
  • Interpretation der Anna-Wronski- und Kitty-Lewin-Stränge als narrative Bewegungen
  • Untersuchung von Ehe- und Familienmodellen im russischen Realismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Semantischer Raum „Das Künstliche“

Der erste semantische Raum (sR1) lässt sich in etwa „Das Künstliche“ benennen. Zu den zentralen konstitutiven Merkmalen dieses Teilraumes gehören in erster Linie Reichtum, Muße, technischer Fortschritt, Künstlichkeit und Affektiertheit. Der sR1 ist topografisch stark an St. Petersburg gebunden, wo sich die meisten Szenen des Romans abspielen, sollte aber nach dem topografischen Kriterium nicht benannt werden, da er sich auch auf andere Schauplätze wie Moskau bzw. Europa ausdehnt. Innerhalb der Grenzen des ersten semantischen Teilfeldes stehen am Romananfang Anna, Wronski, Kitty und die meisten weniger wichtigen Figuren des Romans wie Karenin, Stiwa, die Fürstin Betsy.

Die in diesem semantischen Raum herrschenden Wertvorstellungen und Normen sind stark von der höheren wohlhabenden Gesellschaft dominiert. Die Relevanz des Merkmals „doppelte Moral“ für diesen Teilraum wird gleich am Anfang des Romans zum Ausdruck gebracht: Im ersten Kapitel herrscht ein regelrechtes Chaos im Hause Oblonskijs; der Leser lernt die Familie im Augenblick großer Verwirrung kennen, die darauf zurückzuführen ist, dass das Familienoberhaupt wiederholt untreu gewesen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung bettet Tolstois Roman in den historischen Kontext des russischen Realismus ein und stellt die wissenschaftliche Relevanz der strukturellen Analyse des Werkes dar.

2 Jurij Lotmans Theorie des Narrativen - Zusammenfassung und Schlüsselbegriffe: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe Lotmans wie semantische Räume, Grenze, Sujet und Ereignis, die für das Verständnis der narrativen Struktur entscheidend sind.

3 Grundriss der sujetlosen Textschicht in „Anna Karenina“: Hier werden die semantischen Räume des Romans definiert und die theoretischen Grundlagen für die Analyse der beiden Lebensmodelle „Das Künstliche“ und „Das Natürliche“ gelegt.

4 Sujethafte Textschicht in „Anna Karenina“: Dieser Abschnitt analysiert die konkreten Erzählstränge um Anna-Wronski und Kitty-Lewin und zeigt die Transformationen der Figuren durch Grenzüberschreitungen auf.

5 Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst, wobei die Dichotomie von Natur und Zivilisation als zentraler Konflikt des Romans hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Anna Karenina, Jurij Lotman, semantische Räume, Erzähltheorie, russischer Realismus, Lew Tolstoi, Sujet, Ereignis,Grenzüberschreitung, Literaturanalyse, Struktur literarischer Texte, Eheglück, Natur vs. Zivilisation, narrativer Raum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Roman „Anna Karenina“ von L. N. Tolstoi mithilfe der erzähltheoretischen Konzepte von Jurij M. Lotman, um die Struktur des Romans und die Bedeutung der dargestellten Lebensmodelle zu erschließen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Differenzierung zwischen den semantischen Räumen „Das Künstliche“ und „Das Natürliche“ sowie die Analyse von Figurenkonstellationen und ihren narrativen Entwicklungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass die zwei zentralen Erzählstränge des Romans unterschiedlichen semantischen Räumen angehören und dass die Ereignisse im Text als Übertritte zwischen diesen Räumen gedeutet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine semantische Analyse auf Grundlage der Theorie des Narrativen von J. M. Lotman sowie ergänzender Beiträge von K. N. Renner angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Rekonstruktion der sujetlosen Textschicht, die Analyse der Anna-Wronski-Beziehung als leidenschaftlicher Abweichungsstrang und die Darstellung des Kitty-Lewin-Strangs als Gegenpol.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem semantische Räume, Sujet, Grenzüberschreitung, Ereignistilgung, Realismus und die Dichotomie von Natur und Zivilisation.

Warum ist die Eisenbahn im Roman von so zentraler Bedeutung?

Die Eisenbahn symbolisiert als Extrempunkt des semantischen Raumes „Das Künstliche“ den destruktiven Einfluss der Industrialisierung auf die Naturverbundenheit und die menschliche Seele.

Wie unterscheidet sich der Kitty-Lewin-Strang von dem Anna-Wronski-Strang?

Während der Anna-Wronski-Strang in einer tragischen Entfremdung und Destruktion mündet, symbolisiert die Entwicklung von Kitty und Lewin eine gelungene Integration in den natürlichen, auf Familienharmonie basierenden Raum.

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Details

Title
Jurij M. Lotmans Theorie des Narrativen im Bezug auf L. N. Tolstois „Anna Karenina“
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,0
Author
Lidiya Zagaynova (Author)
Publication Year
2011
Pages
28
Catalog Number
V181239
ISBN (Book)
9783656043157
ISBN (eBook)
9783656043386
Language
German
Tags
Anna Karenina Lotman semantische Räume
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lidiya Zagaynova (Author), 2011, Jurij M. Lotmans Theorie des Narrativen im Bezug auf L. N. Tolstois „Anna Karenina“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181239
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