Die praktische Philosophie beschäftigt sich mit dem, was wir unter den Begriffen
Moral und Ethik verstehen. Wie handelt man moralisch? Was sind ethische
Grundlagen?
Die Einführung in die praktische Philosophie hatte als Schwerpunkt die klassischen
Werke, die zum Thema des moralischen Handels geschrieben worden sind. Es
werden in den kurzen Essays alle drei Formen der Ethik, deontologische,
konsequenzialistische und die Tugendethik kurz aufgrund einer konkreten
Fragestellung beleuchtet. Sie sind dadurch zweigeteilt. Im ersten Abschnitt wird die
Ethik und ihr berühmter Vertreter an sich beleuchtet, um dann auf die konkreten
Fragen einzugehen. Insofern sind die Texte alle mit einer persönlichen Wertung
versehen.
Die Essays sind im historischen Kontext angeordnet, die älteste ethische Ansicht
zuerst, wobei der Utilitarismus eine kleine Sonderrolle einnimmt und hauptsächlich im
Hinblick seiner bekanntesten Vertreter von Mill und Bentham betrachtet. Das
historische Vorbild, Epikur, wird nur kurz beleuchtet.
Alle Essays wurden begleitend zum Seminar aufgegeben und verfasst, natürlich dort
auch nachbesprochen und korrigiert.
In dieser Sammlung möchte ich einen kurzen Einblick in die Vielfältigkeit der
möglichen moralischen Handlungsweisen geben und sowohl einen Eindruck über
diese Ethiken vermitteln, wie auch zum selber weiterlesen anregen. Ich hoffe, dass
ich hiermit einen guten Einblick geben kann, in das breite und interessante Feld der
Ethik.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Was spricht gegen/für eine relativistische Position in der Moral?
2. Die Tugendethik des Aristoteles
3. Worin besteht der Zusammenhang zwischen dem Gefangenedilemma und der hobbes’schen Konzeption des Naturzustandes?
4. Worin besteht der Unterschied zwischen dem Regel-Utilitarismus und Handlungs-Utilitarismus? Was spricht für/gegen einen im Vergleich zum anderen?
Zielsetzung und Themen der Publikation
Diese Sammlung von Essays zielt darauf ab, einen fundierten Einblick in die Vielfältigkeit moralischer Handlungsweisen zu geben und die Leser zur tiefergehenden Auseinandersetzung mit ethischen Grundsatzfragen zu animieren. Die zentrale Forschungsabsicht liegt darin, anhand klassischer philosophischer Positionen von der Antike bis zum 19. Jahrhundert zu erläutern, wie moralisches Handeln begründet und in verschiedenen theoretischen Kontexten definiert werden kann.
- Grundlagen des moralischen Relativismus und die Debatte um universelle Menschenrechte.
- Die aristotelische Tugendethik und das Konzept des "Guten Lebens".
- Spieltheoretische Analysen des Gefangenendilemmas im Kontext der hobbes’schen Staatsphilosophie.
- Differenzierung zwischen Regel-Utilitarismus und Handlungs-Utilitarismus zur Bewertung moralischer Handlungsfolgen.
Auszug aus dem Buch
Die Tugendethik des Aristoteles
Tugendhaft kann man durch tugendhaften Handel werden. Tugendhaft handeln kann nur der Tugendhafte. Also kann nur der Tugendhafte tugendhaft werden. Wie löst Aristoteles das Problem? In diesem Essay möchte ich auf das vorliegende Problem auf Basis der Nikomachischen Ethik von Aristoteles eingehen. Zuerst werde ich kurz Erläutern wer Aristoteles war, womit er sich beschäftigt hat und seine Ethik aus der diese Problemstellung stammt darlegen. Anschließend erkläre ich wie er auf Basis dieser Prämissen dieses Problem gelöst hat.
Aristoteles war ein Philosoph der klassischen griechischen Zeit. Er wurde 384 v. Chr. in Stageira geboren und starb 322 v. Chr in Chalkis. Er war ein Schüler Platons (428-348 v. Chr.) und lehrte selber an dessen Akademie. Allerdings hat er seine eigene Philosophie entwickelt, größtenteils als Kritik und auf Basis der Philosophie seines Lehrers Platon. Mit seiner Philosophie hat er zahlreiche Disziplinen begründet, beziehungsweise beeinflusst. Im Besonderen sind Wissenschaftstheorie, Logik, Physik, Staatslehre und die Ethik zu benennen.
Hauptthema der Aristotelischen Ethik war die Frage nach dem „Guten Leben“. In seinem Buch „Nikomachische Ethik“ befasst er sich ausführlich damit. Neben der Frage was der Mensch als höchstes Gut erstrebt stellt er sich die Frage wie man dieses höchste Ziel erreicht. Aristoteles hält fest, dass er drei Arten des Lebens gibt „In der Mehrzahl entscheiden sich die Leute, d.h. die besonders grobschlächtigen Naturen, für den Genuß und finden deshalb ihr Genügend an dem Leben des Genusses(a). Es gibt nämlich drei Hauptformen: erstens die soeben erwähnte (a), zweitens das Leben im Dienst des Staates (b), drittens das Leben als Hingabe an die Philosophie.“ Ziel aller dieser drei Lebenswege ist das Glück (eudamonia) was laut Aristoteles das höchste Gut und Ziel des Menschen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitende Betrachtung zur Bedeutung der praktischen Philosophie und Erläuterung der essayistischen Struktur der Arbeit.
1. Was spricht gegen/für eine relativistische Position in der Moral?: Kritische Auseinandersetzung mit dem moralischen Relativismus am praktischen Beispiel der Menschenrechte und deren globaler Geltung.
2. Die Tugendethik des Aristoteles: Analyse der aristotelischen Lehre vom tugendhaften Handeln und der Bedeutung von Übung und Erziehung für die sittliche Entwicklung.
3. Worin besteht der Zusammenhang zwischen dem Gefangenedilemma und der hobbes’schen Konzeption des Naturzustandes?: Untersuchung der strukturellen Ähnlichkeiten zwischen spieltheoretischen Dilemmata und der Notwendigkeit staatlicher Ordnung nach Thomas Hobbes.
4. Worin besteht der Unterschied zwischen dem Regel-Utilitarismus und Handlungs-Utilitarismus? Was spricht für/gegen einen im Vergleich zum anderen?: Vergleich der beiden utilitaristischen Strömungen hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit und moralischen Konsistenz.
Schlüsselwörter
Moral, Ethik, Tugendethik, Aristoteles, Relativismus, Menschenrechte, Gefangenendilemma, Thomas Hobbes, Naturzustand, Utilitarismus, Handlungs-Utilitarismus, Regel-Utilitarismus, Glück, Eudamonia, Handlungsfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Sammlung von Essays, die zentrale Grundpositionen der Ethik sowie deren einflussreiche Vertreter von der Antike bis zum 19. Jahrhundert beleuchten.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Die zentralen Felder umfassen den moralischen Relativismus, die Tugendethik des Aristoteles, die politische Philosophie von Thomas Hobbes in Verbindung mit der Spieltheorie sowie die utilitaristische Ethik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Vielfalt moralischer Handlungsmodelle zu vermitteln und die Leser dazu anzuregen, sich kritisch mit ethischen Begründungen auseinanderzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische philosophische Texte und zeitgenössische Interpretationen herangezogen, um moralische Konzepte auf konkrete Fragestellungen anzuwenden und diese kritisch zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden vier spezifische philosophische Themenkomplexe detailliert analysiert, wobei jeder Essay sowohl die theoretischen Hintergründe als auch die persönliche Einordnung der Autorin enthält.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ethik, Utilitarismus, Tugendethik, Naturzustand, Kooperation, Egoismus, Menschenrechte und moralischer Relativismus.
Wie bewertet die Autorin den moralischen Relativismus?
Sie erkennt zwar an, dass kulturell-historische Faktoren unsere Moralvorstellungen prägen, kritisiert jedoch, dass man sich auf dieser Erkenntnis nicht ausruhen dürfe, sondern nach universeller Wahrheit forschen müsse.
Warum wird das Gefangenendilemma mit Hobbes in Verbindung gebracht?
Da beide Modelle zeigen, dass ein rein egoistisches Handeln für alle Beteiligten langfristig zu schlechteren Ergebnissen führt und somit die Notwendigkeit von Kooperation und staatlichen Verträgen unterstreichen.
Warum bevorzugt die Autorin den Regel-Utilitarismus gegenüber dem Handlungs-Utilitarismus?
Sie sieht im Regel-Utilitarismus einen universelleren Anspruch und eine sicherere moralische Orientierung, da dieser nicht von subjektiven Einzelentscheidungen abhängt, die oft kontraintuitiv wirken.
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- Svenja Schaefer (Author), 2011, Moralisches Verhalten - Eine Sammlung von vier Essays zu den Grundpositionen der Ethik und einiger deren berühmtesten Autoren und Positionen aus der Antike bis zum 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180515