Online Communities sind ein fester Bestandteil der heutigen Internet-Welt und erfreuen sich großer Beliebtheit. Analog zu Produkten in der Offline-Welt unterliegen sie einem Lebenszyklus. Diese Abschlussarbeit widmet sich zuerst der theoretischen Betrachtung der Online Communities. Im weiteren Verlauf werden theoretische Grundlagen der Entwicklungsphasen sozialer Gruppen erläutert.
Die praktische Untersuchung findet unter Betrachtung der Automotive Online Community MOTOR-TALK.de statt. Nutzer haben dort unter anderem die Möglichkeit, sich in Foren auszutauschen, Blogs zu schreiben, über einen eigenen Marktplatz Artikel zu verkaufen oder Gesuche aufzugeben und sich im Newsbereich über aktuelle Geschehnisse zu informieren.
Thema der praktischen Betrachtung ist die Untersuchung von Indikatoren hinsichtlich ihrer generellen Eignung zur Bestimmung des Lebenszyklus einer Online Community. Hierzu wird eine empirische Befragung der MOTOR-TALK.de Community Manager durchgeführt, um so jene Foren zu ermitteln, die subjektiv in einer positiven bzw. negativen Lebenszyklusphase stehen. Anschließend werden die im Theorieteil erläuterten Indikatoren auf diese Foren angewendet und hinsichtlich ihrer Aussagekraft untersucht und bewertet. Ziel der Arbeit ist es, die allgemeine Eignung der untersuchten Indikatoren herauszustellen. Mit diesen Ergebnissen soll die Bewertung des Gesundheitszustandes eines Forums ermöglicht werden. Meine Motivation für die Erstellung dieser Abschlussarbeit ist neben dem Interesse an der Thematik die Tatsache, dass auf diesem Gebiet bisher keine nennenswerten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen. Somit soll diese Arbeit eine Grundlage für weitergehende Forschungen darstellen. Die bisherigen Untersuchungen zu dem Thema führten alle zu dem Ergebnis, dass ein immenses Maß an menschlicher Arbeit benötigt wird, um eine hohe Qualität der Aussagen treffen zu können. Ein funktionierender Automatismus fehlt bisher, ist aber bei den enormen zu verarbeitenden Datenmengen unabdingbar.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ONLINE COMMUNITIES UND SOZIALE NETZWERKE
2.1 UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DEN COMMUNITY FORMEN
2.2 ABGRENZUNG SOZIALES NETZWERK / ONLINE COMMUNITY
3 MOTOR-TALK – DAS BUSINESS MODELL EINER ONLINE COMMUNITY PLATTFORM
3.1 ENTSTEHUNG
3.2 KENNZAHLEN
3.3 STRUKTUR DER PLATTFORM
3.3.1 Ticker
3.3.2 Forum
3.3.3 Blogs
3.3.4 Magazin
3.3.5 Marktplatz
3.3.6 Exklusiv
4 ENTWICKLUNGSPHASEN SOZIALER GRUPPEN
4.1 FORMING (ORIENTIERUNGSPHASE)
4.2 STORMING (KONFLIKTPHASE)
4.3 NORMING (STABILISIERUNGSPHASE)
4.4 PERFORMING (LEISTUNGSPHASE)
4.5 ADJOURNING (TRENNUNGSPHASE)
5 LIFECYCLE MANAGEMENT
6 PRAKTISCHE BETRACHTUNG – AUSWAHL DER ZU UNTERSUCHENDEN FOREN
7 INDIKATOREN FÜR DEN COMMUNITY LEBENSZYKLUS – VORSTELLUNG, ANALYSE UND BEWERTUNG
7.1 NUTZERLEVEL
7.1.1 Activity Level
7.1.2 Quality Level
7.1.3 Integration Level
7.1.4 Networking Level
7.2 PERSONAS
7.2.1 Wolfgang der Wissende
7.2.2 Heinz der Hilfesuchende
7.2.3 Nils der Netzwerker
7.2.4 Simon der Selbstdarsteller
7.3 SONSTIGE INDIKATOREN
7.3.1 Grafikanhänge
7.3.2 Abonnements
7.3.3 Dankeschöns
7.3.4 Verlinkungen
7.3.5 Neue Threads mit zugeordnetem Fahrzeug
7.3.6 Beitragsaufkommen in den letzten 30 Tagen im Vergleich zu dem durchschnittlichen Beitragsaufkommen des letzten Quartals / Jahres
7.3.7 Neue Threads ohne Antwort
7.3.8 Neue Threads
7.3.9 Neue Threads in den letzten 30 Tagen im Vergleich zu den durchschnittlichen neuen Threads des letzten Quartals / Jahres
7.3.10 Aktive Threads
7.3.11 Aktive Threads normiert gegen Distinct User
7.3.13 Aktive Threads in den letzten 30 Tagen im Vergleich zu den durchschnittlich aktiven Threads des letzten Quartals / Jahres
7.3.14 Distinct User
7.3.15 Distinct User in den letzten 30 Tagen im Vergleich zu den durchschnittlichen Distinct Usern des letzten Quartals / Jahres
7.3.16 Raising Activity YQM
7.3.17 Raising Activity YQ
7.3.18 Raising Activity QM
7.3.19 Raising Activity YM
7.4 ZUSAMMENFASSUNG
8 KRITISCHE BETRACHTUNG
9 AUSBLICK
10 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Indikatoren zur Bestimmung des Lebenszyklus von Online Communities. Das primäre Ziel ist es, ein wissenschaftliches Grundgerüst zu entwickeln, mit dem der Gesundheitszustand von Foren innerhalb einer Plattform durch quantitative Datenmessung objektiv bewertet werden kann, um somit ein effektives Community Lifecycle Management zu ermöglichen.
- Grundlagen von Online Communities und sozialen Netzwerken
- Strukturanalyse der Plattform MOTOR-TALK
- Anwendung des Phasenmodells sozialer Gruppen nach Tackmann
- Entwicklung und Validierung von Indikatoren zur Forengesundheit
- Erstellung von Personas zur Nutzerklassifizierung
Auszug aus dem Buch
7.1.1 Activity Level
Das Activity Level beschreibt die Quantität der Interaktionen des jeweiligen Nutzers. Unabhängig von der Qualität ergibt sich dieses Level ausschließlich von der Menge der Interaktionen. Beispiele sind erstellte Beiträge und Kommentare in den letzten 365 Tagen. Hier soll aufgezeigt werden, wie die Verteilung der Nutzer hinsichtlich der allgemeinen Aktivität in dem entsprechenden Forum aufgeteilt ist.
Der Indikator ist für die Beurteilung der Forengesundheit geeignet. Es zeigt sich, dass im Vergleich der Nutzerstrukturen die ungesunden Foren in den Bereichen null bis vier und sechs bis zehn höhere Werte erreichen die als gesund erachteten Foren. Nutzer in den ungesunden Foren sind also entweder sehr inaktiv und schreiben nur selten Beiträge, oder sind extrem aktiv und nutzen jede Gelegenheit, sich zu Wort zu melden, was andere Nutzer verärgern oder verschrecken kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Lebenszyklen von Online Communities und Darlegung der Motivation für eine datengestützte Analyse.
2 ONLINE COMMUNITIES UND SOZIALE NETZWERKE: Definition und Abgrenzung der Begriffe Community und soziales Netzwerk sowie theoretische Grundlagen sozialer Gruppen.
3 MOTOR-TALK – DAS BUSINESS MODELL EINER ONLINE COMMUNITY PLATTFORM: Detaillierte Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes MOTOR-TALK, seiner Entstehung, Kennzahlen und strukturellen Bereiche.
4 ENTWICKLUNGSPHASEN SOZIALER GRUPPEN: Theoretische Einbettung der Gruppenentwicklung durch das Phasenmodell von Bruce W. Tackmann (Forming, Storming, Norming, Performing, Adjourning).
5 LIFECYCLE MANAGEMENT: Definition des Begriffs Lifecycle Management und Bestimmung der Merkmale einer „gesunden“ Community im Kontext dieser Arbeit.
6 PRAKTISCHE BETRACHTUNG – AUSWAHL DER ZU UNTERSUCHENDEN FOREN: Auswahl repräsentativer Foren auf der Plattform MOTOR-TALK als Referenz für die Untersuchung, unterteilt in „gesunde“ und „ungesunde“ Foren.
7 INDIKATOREN FÜR DEN COMMUNITY LEBENSZYKLUS – VORSTELLUNG, ANALYSE UND BEWERTUNG: Zentrale Analyse und quantitative Bewertung verschiedener Indikatoren (Nutzerlevel, Personas, sonstige Indikatoren) hinsichtlich ihrer Eignung zur Messung des Gesundheitszustands.
8 KRITISCHE BETRACHTUNG: Reflexion der Risiken der Untersuchung, insbesondere in Bezug auf Datenschutz, Aussagekraft der subjektiven Auswahl und externe Einflussfaktoren.
9 AUSBLICK: Aufzeigen der Möglichkeiten für Community-Betreiber, durch die Ergebnisse dieser Arbeit proaktive Maßnahmen im Lifecycle Management zu ergreifen.
10 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Feststellung der Notwendigkeit für ein fundiertes, datengestütztes Community Management.
Schlüsselwörter
Online Community, Lebenszyklus, Community Management, Forengesundheit, Indikatoren, Gruppenentwicklung, MOTOR-TALK, Activity Level, Nutzertypen, Personas, soziale Netzwerke, quantitative Analyse, Plattformstruktur, Nutzerinteraktion, Community-Strategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Management des Lebenszyklus von Online Communities und der Identifikation messbarer Indikatoren, um den Gesundheitszustand einzelner Foren zu beurteilen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie sozialer Gruppen, der Struktur der Automotive-Plattform MOTOR-TALK sowie der quantitativen Validierung zahlreicher Indikatoren zur Forengesundheit.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es, ein wissenschaftliches Instrumentarium zu entwickeln, mit dem Community-Betreiber durch die Messung spezifischer Indikatoren frühzeitig Trends erkennen und steuernd eingreifen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Der Autor führt eine empirische Untersuchung durch, bei der Daten der Plattform MOTOR-TALK erhoben und statistisch (u.a. Mittelwert, Median, Standardabweichung) gegen die Einordnung als „gesundes“ oder „ungesundes“ Forum normiert wurden.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Vorstellung und Bewertung von 26 verschiedenen Indikatoren, unterteilt in Nutzerlevel, Personas und aktivitätsbezogene Kennzahlen, um deren Eignung als Messgrößen zu prüfen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist am besten durch Begriffe wie Online Community Lifecycle, Forengesundheit, Community Management, Indikatoren und quantitative Nutzerschaft-Analyse charakterisiert.
Welche Rolle spielen die Personas in der Arbeit?
Die vier definierten Personas (Wolfgang, Heinz, Nils, Simon) dienen dazu, die unterschiedlichen Motivationen und Verhaltensweisen der Nutzer besser abzustimmen und zu verstehen, wie diese zur Forengesundheit beitragen.
Warum wurde die Plattform MOTOR-TALK für die Untersuchung gewählt?
MOTOR-TALK dient als Untersuchungsgegenstand, da es sich um eine der größten Online-Communities Europas im Bereich Automotive handelt, die eine differenzierte Datenbasis für die Validierung der Indikatoren bietet.
Was ist das wichtigste Fazit für Community-Betreiber?
Das Fazit lautet, dass quantitative Kennzahlen zwar als wichtige Entscheidungshilfe dienen, aber keinen Ersatz für die Expertise erfahrener Community-Manager darstellen und die Interpretation stets kontextabhängig erfolgen muss.
- Quote paper
- Martin Menzel (Author), 2011, Lifecycle Management von Online Communities, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180265