Diese Arbeit befasst sich mit der Frage: warum kommt die Doha –Runde der WTO über den Handel mit Agrarprodukten noch nicht zum Ende?.
Zunächst wird die Welthandelsorganisation (WTO) beschrieben. Danach werden über die Bedeutung und Verzerrung des globalen Handels über Agrarprodukten diskutiert. Im Abschnitt 4 wird die November 2001 Ministerkonferenz in Doha beschrieben. Auf dieser Konferenz in Doha wurden die Ziele der Doha- Runde festgelegt. Die Doha- Runde verfolgt das Ziel, durch einen Abbau von Handelhemmnissen den Entwicklungsländern bessere Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Entwicklung einzuräumen. Diese betrifft insbesondere den weltweit durch hohe Importzölle oder Subventionen stark unterstützten Agrarsektor.
Im Abschnitt 5 werden die Verhandlungsteilnehmer diskutiert. Im Vergleich zu früheren Runden hat sich die Verhandlungskonstellation geändert. Diese Veränderung entstand durch die Bildung von Ländergruppen, in denen sich Länder mit ähnlichen Verhandlungsinteressen zusammenschließen, um ihr Verhandlungsgewicht zu erhöhen. Außer dieser Veränderung hat die Komplexität der Verhandlungen auch durch den Aufstieg neuer Wirtschaftsmächte wie Brasiliens und Indiens zugenommen.
Weiterhin werden die Fortschritte und Scheitern der Verhandlungen, die seit 2001 erzielt wurden, diskutiert.
Diese Arbeit wird schließlich zeigen, dass die Ursachen, warum die Doha- Runde der WTO über den Handel mit den Agrarprodukten noch nicht zum Ende gekommen ist, liegen sowohl an unterschiedliche Interessen zwischen den Entwicklungs- und Schwellenländern als auch zwischen der EU und den USA einerseits und an Meinungsverschiedenheiten zwischen den Entwicklungs- und Schwellenländern und den entwickelten Ländern andererseits.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Welthandelsorganisation
3 Bedeutung und Verzerrung des globalen Handels über Agrarprodukten
4 Doha Ministererklärung
4.1 Exportsubventionen und Wettbewerb
4.2 Interne Stützungsmaßnahmen
4.3 Marktzugangsbedingungen
4.3.1 Sensitive Produkte
4.3.2 Spezielle Produkte
4.3.3 Spezieller Schutzmechanismus
5 Verhandlungskonstellation
6 Fortschritte und Scheitern der Verhandlungen
6.1 Exportunterstützung
6.2 Interne Unterstützung
6.3 Marktzugangsbedingungen
7 Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für den bisherigen Stillstand der Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) im Bereich des Agrarhandels. Dabei wird analysiert, wie sich unterschiedliche Interessen zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sowie die veränderte Verhandlungskonstellation auf den Verhandlungserfolg auswirken.
- Strukturen und Ziele der Welthandelsorganisation (WTO)
- Globaler Agrarhandel: Bedeutung, Verzerrungen und Protektionismus
- Die Doha-Entwicklungsrunde und ihre zentralen Verhandlungspunkte
- Einfluss von Ländergruppen (G20+, G33) auf den Verhandlungsprozess
- Herausforderungen bei Exportsubventionen, interner Unterstützung und Marktzugang
Auszug aus dem Buch
4.2 Interne Unterstützungsmaßnahmen
„Hier werden Regeln für sämtliche Formen der Einkommensübertragung an Landwirte aufgestellt, die über den Verkauf der Produkte zu Weltmarktpreisen hinausgehen. Zur Systematisierung der mehr oder weniger zulässigen Formen der Unterstützung hat sich der Begriffe der Boxen eingebürgert“(Frein. M und Reichert. T, 2008:S. 21). Die internen Unterstützungsmaßnahmen bestehen aus drei Boxen und sind: die Amber Box, die Blaue Box und die Grüne Box.
Die Amber Box Alle internen Unterstützungsmaßnahmen, die für Verzerrung vom Handel gehalten werden, fallen unter der Amber Box. Die Amber Box enthält vor allem an die Produktionsmenge gekoppelte Direktzahlungen und die staatlichen Garantiepreise, die oberhalb der Weltmarktpreise liegen.
Alle Maßnahmen in dieser Box mussten reduziert werden, weil sie handelsverzerrende Effekte haben und zwar mussten sie um 20 Prozent in den Industrieländern und um 13,3 Prozent in den Entwicklungsländern reduziert werden und wenn die Unterstützung niedriger als 5% für Industrieländer und 10% für die Entwicklungsländer des Herstellungswerts des jeweiligen Produkts ist, geht sie aufgrund der sogenannten de-minimis-Klausel nicht in die Berechnung von den zu reduzierenden Unterstützungen (Frein. und Reichert., 2008:S.21). Dies legt dann eine gebundene Obergrenze für die Amber Box fest.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Handels mit Agrarprodukten im Rahmen der WTO ein und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen für den stockenden Abschluss der Doha-Runde.
2 Die Welthandelsorganisation: Dieses Kapitel erläutert die Funktion und Struktur der WTO als globale Institution für Handelsregeln.
3 Bedeutung und Verzerrung des globalen Handels über Agrarprodukten: Hier wird die Abhängigkeit der Entwicklungsländer vom Agrarsektor und die starke Verzerrung durch Protektionismus und Subventionen dargelegt.
4 Doha Ministererklärung: Dieses Kapitel beschreibt die Ziele der Doha-Runde und untergliedert die Verhandlungen in Exportsubventionen, interne Stützungen und Marktzugangsbedingungen.
5 Verhandlungskonstellation: Der Fokus liegt auf der veränderten Gruppendynamik innerhalb der WTO und der Rolle wichtiger Akteure wie USA, EU, G20+ und G33.
6 Fortschritte und Scheitern der Verhandlungen: Dieses Kapitel analysiert detailliert, warum in den spezifischen Bereichen der Agrarverhandlungen bisher keine Einigung erzielt werden konnte.
7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Kompromissbereitschaft für den Erfolg der Verhandlungen.
Schlüsselwörter
Welthandelsorganisation, WTO, Doha-Runde, Agrarhandel, Exportsubventionen, Marktzugang, Protektionismus, Entwicklungsländer, G20+, G33, Konsensprinzip, Sonderbehandlung, Agrarsubventionen, Welthandel, Handelshemmnisse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die WTO-Verhandlungen zur Liberalisierung des Agrarhandels und untersucht, warum die Doha-Entwicklungsrunde bisher nicht zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden konnte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Agrarsubventionen, Exportunterstützungen, Marktzugangsbedingungen sowie die Interessenkonflikte zwischen verschiedenen Ländergruppen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Kernfrage lautet, weshalb die Doha-Runde im Agrarsektor stagniert und welche politischen Interessenkonflikte sowie strukturellen Hürden (wie das Konsensprinzip) diesen Prozess maßgeblich beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche zu offiziellen WTO-Dokumenten und wissenschaftlichen Studien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der WTO-Instrumente, eine Analyse der Verhandlungskonstellationen durch Ländergruppen wie G20+ und G33 sowie eine detaillierte Diskussion über die Fortschritte und Konflikte in den Teilbereichen Export, Interne Unterstützung und Marktzugang.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Welthandelsorganisation, Doha-Runde, Agrarsubventionen, Protektionismus, G20+, G33, Handelsverzerrungen und das Konsensprinzip.
Warum spielt das Konsensprinzip eine so wichtige Rolle für das Scheitern?
Das Konsensprinzip erfordert, dass Entscheidungen von allen Mitgliedern akzeptiert werden. Da bei einer so hohen Anzahl an Teilnehmern mit divergierenden Interessen meist kein Konsens gefunden wird, blockiert dieses Prinzip den Fortschritt.
Was unterscheidet die Interessen der G20+ von denen der G33?
Während die G20+ häufig offensive Forderungen zur Öffnung der Märkte der Industrieländer (insbesondere Abbau von Exportsubventionen) stellt, fokussiert sich die G33 stärker auf defensive Schutzinstrumente, wie spezielle Schutzmechanismen für die heimische, kleinteilige Landwirtschaft.
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- Diplom Volkswirt Solomon Ikechukwu Dibie (Author), 2010, Die WTO-Verhandlungen über den Handel mit Agrarprodukten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179813