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Der Franz-Biberkopf-Komplex

Die Filme Rainer Werner Fassbinders - eine unendliche Variation des Romans "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin?

Title: Der Franz-Biberkopf-Komplex

Thesis (M.A.) , 2011 , 130 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sina Schmidt (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

„Jeder vernünftige Regisseur hat nur ein Thema, macht eigentlich immer denselben Film. Bei mir geht es um die Ausbeutbarkeit von Gefühlen, von wem auch immer sie ausgebeutet werden. Das
endet nie. Das ist ein Dauerthema. Ob der Staat, die Vaterlandsliebe ausbeutet, oder ob in einer Zweierbeziehung einer den anderen kaputt macht. Das kannst du in immer neuen Variationen erzählen.“1

Eine Schlüsselrolle im Gesamtwerk des seinerzeit umstrittenen Schriftstellers und Regisseurs Rainer Werner Fassbinder nimmt ohne Zweifel seine Verfilmung von Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ ein. Ein Roman, der für Fassbinder im Alter von 14
Jahren eine praktische Lebenshilfe2 darstellte. Untersucht man den Roman und Fassbinders Verfilmung näher, wird erst langsam offenbar, wie wesentlich und stilprägend Döblins Werk gewesen sein muss. Nicht nur, dass häufig der Name Franz oder Franz Biberkopf in verschiedenen Filmen auftaucht und Fassbinder selbst auf das Pseudonym Franz Walsch zurückgreift, die meisten Hauptfiguren in den Filmen des Regisseurs sind im Grunde derselbe Charaktertypos wie Biberkopf in Döblins Buch.
Steht nicht Franz Biberkopf im Zentrum, taucht oft ein charismatischer Unterdrücker mit sadistischen Zügen auf, der der Döblinschen Reinhold-Figur entspricht.Diesen wird der Typos „heilige Hure“, oder - wie Fassbinder selbst einen seiner Filme nannte - die heilige Nutte gegenübergestellt. Hier sind Frauen wie Mieze oder Eva gemeint, die in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu den sie umgebenden Männern stehen. Sie werden teilweise von den Männern unterdrückt, unterworfen, benutzt und missbraucht, werden aber nie als eindimensionale Opfer dargestellt, sondern auch als knallharte
Geschäftsfrauen, die ihren Wert und Preis kennen und ihre Unterdrücker ebenso in ein Abhängigkeitsverhältnis zu setzen wissen und dadurch unaufhaltsam gesellschaftlich aufsteigen. Dabei schaffen sie es, wie in der Beziehung zwischen Mieze und Franz, eine
einzelne ideelle Liebe im Herzen zu bewahren, für die sie alles auf sich nehmen.
In einer weiteren Gruppe von Filmen, setzt Fassbinder nun die so entwickelten Figuren miteinander in Beziehung und lässt sie verschiedenste Situationen durchlaufen. Hierbei mischen sich die Elemente aus Döblins Roman und den persönlichen Erfahrungen, die
Fassbinder mit den ihn umgebenden Menschen und Gruppierungen gemacht hat.
Anhand dieser Themenfelder sollen ausgewählte Filme Fassbinders auf die Leitfrage hin untersucht werden.

Excerpt


Gliederung

0. Einleitung

1. Hintergründe

1. 1. Ein Roman als konkrete Lebenshilfe – Eine Entdeckung

1. 2. Warum eine Verfilmung des Romans?

1. 3. Geschichtsschreibung mit Hilfe des Films

2. Der Roman „Berlin Alexanderplatz“

2. 1. 1. Von der Entlassung bis zur ersten Station – Der Vertrauensbruch

2. 1. 2. Flucht in den Alkoholismus – ein zweiter Neuanfang

2. 1. 3. Die 3. Station - Eine schicksalhafte Begegnung – Verlust des Armes

2. 1. 4. Krankheit am Körper – Genesung

2. 1. 5. Ein drittes neues Leben

2. 1. 6. Der Untergang

2. 1. 7. Das Ende

3. Exkurs – Vom Für und Wider der Literaturverfilmung

3. 1. Zusammenprall zweier Medien

3. 2. Vorgehen

4. Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“

4. 1. Arbeitsweise

4. 2. Stilistik

4. 2. 1. Aufbau

4. 2. 2. Ein Großstadtroman wird Großstadtfilm

4. 3. Im Spannungsfeld Hollywoodmelodram – Nouvelle Vague

4. 3. 1. Bildsprache

4. 3. 2. Licht

4. 3. 3. Ton

5. Die Filme Fassbinders als endlose Variation des Romans „Berlin Alexanderplatz“

5. 1. Versuch einer Systematisierung

6. Analyse eines tragischen Helden – Franz Biberkopf

6. 1. „Händler der vier Jahreszeiten“

6. 2. „In einem Jahr mit 13 Monden“

7. Analyse der Reinhold-Figur

7. 1. „Satansbraten“

7. 2. „Martha“

8. Die heilige Nutte

8. 1. „Lola“

9. Analyse von Gruppendynamiken

9. 1. „Chinesisches Roulette“

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Magisterarbeit untersucht, inwiefern die Filme Rainer Werner Fassbinders als eine endlose Variation des Romans „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin verstanden werden können. Das zentrale Ziel ist es, die inhaltlichen, ästhetischen und methodischen Parallelen zwischen Döblins literarischer Vorlage und Fassbinders filmischem Werk aufzuzeigen, wobei insbesondere untersucht wird, wie Fassbinder die Romanmotive in seine eigene filmische Handschrift übersetzt.

  • Literarische Vorlage und deren Bedeutung für Fassbinders künstlerisches Schaffen
  • Die Darstellung und Analyse der zentralen Romanfiguren wie Franz Biberkopf, Reinhold, Mieze und Eva in verschiedenen Fassbinder-Filmen
  • Stilistische Elemente der Filmadaptionen (Bildsprache, Lichtführung, Tonmontage)
  • Die psychoanalytische Perspektive und die Darstellung gesellschaftlicher Gruppendynamiken bei Fassbinder
  • Die Rolle der Literaturverfilmung als eigenständiges ästhetisches Medium

Auszug aus dem Buch

1. 1. Ein Roman als konkrete Lebenshilfe – Eine Entdeckung

„Vor zwanzig Jahren etwa, ich war gerade vierzehn, [...] begegnete ich [...] Alfred Döblins Roman 'Berlin Alexanderplatz'. Zunächst [...] hat mich das Buch überhaupt angeturnt [...]. Im Gegenteil, die ersten Seiten, [...] haben mich doch so trostlos gelangweilt, daß ich das Buch beiseite gelegt [...] und dann auch mit ziemlicher Sicherheit nie mehr gelesen hätte. Merkwürdig! Ich hätte nicht nur eine der aufregendsten und spannendsten Berührungen mit einem Kunstwerk verpaßt, nein, [...] auch mein Leben, gewiß nicht im Ganzen, aber doch in [...] vielleicht anders verlaufen, als es mit Döblins 'Berlin Alexanderplatz' im Kopf, [...] im Körper als Ganzes und in der Seele, [...] verlaufen ist.“

Ob Fassbinder diesen Roman bewegend fand, weil er zentrale Fragen enthält, die auch in seiner Lebenswirklichkeit aufkamen, oder ob die Probleme, die Fassbinders Leben und Werk durchzogen, selektiv aufgekommen sind, weil er sich derartig stark mit „Berlin Alexanderplatz“ identifizierte, spielt an dieser Stelle eine untergeordnete Rolle. Interessant ist hingegen, dass ihm rückblickend selbst bewusst war, dass dieses Buch einen großen Einfluss auf seine Filme, Theaterstücke und Texte hatte.

Achim Haag spricht davon, dass Fassbinder das Medium Film als „Verdopplung des eigenen Subjekts“ verwendete, indem er Teile seiner eigenen Persönlichkeit auf die dargestellten Figuren projiziere.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in die thematische Relevanz von Döblins „Berlin Alexanderplatz“ für Fassbinders künstlerische Entwicklung und die methodische Herangehensweise der Arbeit.

1. Hintergründe: Untersuchung der biographischen Parallelen zwischen Alfred Döblin und Rainer Werner Fassbinder sowie der Stellenwert des Romans als Inspirationsquelle.

2. Der Roman „Berlin Alexanderplatz“: Detaillierte Analyse des Romans, seiner zeitgeschichtlichen Einordnung und der zentralen Erzählstruktur.

3. Exkurs – Vom Für und Wider der Literaturverfilmung: Theoretische Auseinandersetzung mit der Problematik und den Möglichkeiten der Adaption von Literatur in das Medium Film.

4. Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“: Untersuchung der spezifischen Arbeitsweise, Stilistik und der filmischen Umsetzung der Romanvorlage durch Fassbinder.

5. Die Filme Fassbinders als endlose Variation des Romans „Berlin Alexanderplatz“: Systematisierung von Fassbinders Gesamtwerk anhand von Kategorien, die in Bezug zum Roman stehen.

6. Analyse eines tragischen Helden – Franz Biberkopf: Betrachtung der Biberkopf-Figur als Archetyp in verschiedenen Filmen wie „Händler der vier Jahreszeiten“ und „In einem Jahr mit 13 Monden“.

7. Analyse der Reinhold-Figur: Untersuchung der sadistischen Unterdrücker-Figur am Beispiel von „Satansbraten“ und „Martha“.

8. Die heilige Nutte: Analyse des wiederkehrenden Frauenbildes der „Heiligen Hure“ in Filmen wie „Lola“.

9. Analyse von Gruppendynamiken: Auseinandersetzung mit der Darstellung gesellschaftlicher Machtstrukturen, beispielhaft dargestellt an „Chinesisches Roulette“.

10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These, dass Fassbinders Filme eine Variation von „Berlin Alexanderplatz“ darstellen.

Schlüsselwörter

Rainer Werner Fassbinder, Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz, Literaturverfilmung, Intertextualität, Psychoanalyse, Franz Biberkopf, Reinhold, Gesellschaftskritik, Filmästhetik, Montage, Machtverhältnisse, Identität, Rollenbilder, Neue Deutsche Film.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifende Wirkung von Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ auf das gesamte filmische Schaffen von Rainer Werner Fassbinder.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die literarische Adaption, die Ästhetik des Fassbinder-Films, die Darstellung von Machtstrukturen, psychoanalytische Ansätze in der Charakterzeichnung und die biographischen sowie künstlerischen Parallelen zwischen den beiden Autoren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass Fassbinders Filme eine fortlaufende Variation der Themen und Motive aus „Berlin Alexanderplatz“ darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen strukturalistischen Ansatz, um Fassbinders Filme in Kategorien zu ordnen und anhand von repräsentativen Beispielen die intertextuellen Bezüge zu Döblins Roman zu analysieren.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Romanvorlage, eine theoretische Einordnung der Literaturverfilmung, eine detaillierte Betrachtung von Fassbinders Adaption von „Berlin Alexanderplatz“ und eine Untersuchung einzelner Figurenkonstellationen in weiteren Filmen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Intertextualität, Variation, Filmästhetik, Machtdynamik und Adaption beschreiben den theoretischen Kern der Arbeit am präzisesten.

Inwiefern beeinflusste die Biographie der Autoren das Werk?

Die Arbeit zeigt auf, dass beide Autoren durch ähnliche Erfahrungen geprägt waren, wie etwa eine schwierige familiäre Herkunft und das Gefühl des Außenseitertums, was sich in der Konzeption ihrer Figuren widerspiegelt.

Welche Bedeutung kommt der „Reinhold-Figur“ in der Analyse zu?

Die Figur des Reinhold wird als sadistischer Unterdrücker identifiziert, dessen Charakterzüge und Machtausübung in vielen von Fassbinders Filmen, etwa in „Satansbraten“, wiederkehren.

Was ist das Besondere an der Bildsprache Fassbinders laut dieser Arbeit?

Fassbinder nutzt eine künstliche Bildästhetik, Lichtführung und Raumkomposition (oft an Theaterkulissen angelehnt), um die innere Beklommenheit und die Abhängigkeitsverhältnisse seiner Protagonisten zu visualisieren.

Wie interpretiert die Arbeit den Film „Chinesisches Roulette“?

Der Film wird als Beispiel für die Analyse von Gruppendynamiken und Familienstrukturen herangezogen, in denen Machtspiele und Rollentausch als soziale Mechanismen entlarvt werden.

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Details

Title
Der Franz-Biberkopf-Komplex
Subtitle
Die Filme Rainer Werner Fassbinders - eine unendliche Variation des Romans "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin?
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Grade
1,7
Author
Sina Schmidt (Author)
Publication Year
2011
Pages
130
Catalog Number
V179810
ISBN (Book)
9783656024163
ISBN (eBook)
9783656024347
Language
German
Tags
Fassbinder Döblin Berlin Alexanderplatz Film Neuer deutscher Film Film und Psychologie RWF Rainer Werner Fassbinder Alfred Döblin Franz Biberkopf Martha Chinesisches Roulette Literaturverfilmung Händler der vier Jahreszeiten In einem Jahr mit 13 Monden Satansbraten Lola
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sina Schmidt (Author), 2011, Der Franz-Biberkopf-Komplex, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179810
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