Seit dem Beginn der Finanzmarktkrise kommt es zur Diskussion darüber, wie die Operationen der Zentralbanken interpretiert werden sollen. Führen z.B. die großen liquiditätszuführenden Maßnahmen und das „quantitative and qualitative Easing“ zu einer Lockerung des geldpolitischen Kurses und in Folge zu Inflation? Ziel dieser Arbeit ist es, aufbauend auf einer grundsätzlichen Darstellung der geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken, ein besseres Verständnis der Entscheidungen der Zentralbanken in den letzten vier Jahren zu erhalten. Dabei sollen ihre Wirksamkeit und Intention kritisch gewürdigt und die unterschiedlichen Herangehensweisen beschrieben werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Zentralbanken der USA und des Euroraumes, sowie auf den geldpolitischen Instrumenten, welche in ihrer Ausgestaltung während der Finanzmarktkrise verändert, adjustiert oder neu eingeführt wurden.
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The recent global financial crisis has been the greatest test of the resilience of the central banks operation framework so far and has called for unprecedented policy responses by monetary authorities worldwide. This bachelor thesis explains in detail the implementation of monetary policy by the Federal Reserve System (Fed) and the European Central Bank (ECB) in response to the financial market turmoil and describes the results of the policy actions.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Phase I: Geldpolitik vor der Finanzmarktkrise
2.1 Nutzung der geldpolitischen Instrumente
2.2 Geldpolitische Ausgangsbasis
3. Phase II: Die Subprimekrise
3.1 Gründe der Subprimekrise
3.1.1 Makroökonomische Ursachen
3.1.2 Mikroökonomische Ursachen
3.2 Transmission an den Geldmarkt
3.3 Offenmarktgeschäfte zur Liquiditätsversorgung
3.4 Leitzinsveränderungen
3.5 Ständige Fazilitäten
3.6 Erweiterung des geldpolitischen Handlungsrahmens
4. Phase III: Die Vertrauenskrise
4.1 Reaktionen des Federal Reserve Systems
4.2 Reaktionen der Europäischen Zentralbank
5. Auswirkung der Zentralbankmaßnahmen
5.1 Analyse der Bilanzen von Fed und EZB
5.2 Auswirkungen auf die Geldmengen- und Preisentwicklung
5.3 Begonnene Exit-Strategie
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, aufbauend auf einer grundsätzlichen Darstellung der geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken, ein besseres Verständnis der Entscheidungen der Zentralbanken der USA und des Euroraums während der Finanzmarktkrise zu erhalten, deren Wirksamkeit und Intention kritisch zu würdigen und die unterschiedlichen Herangehensweisen zu beschreiben.
- Analyse der geldpolitischen Ausgangsbasis vor und während der Finanzmarktkrise.
- Untersuchung der Reaktionen der Federal Reserve und der EZB auf die Subprime- und Vertrauenskrise.
- Kritische Würdigung unkonventioneller geldpolitischer Instrumente und Exit-Strategien.
- Betrachtung der Auswirkungen der Zentralbankmaßnahmen auf Bilanzen, Geldmengen und Preisentwicklung.
- Erörterung der Balance zwischen Preisstabilität und der Stabilisierung des Finanzsystems.
Auszug aus dem Buch
3.1 Gründe der Subprimekrise
Die Auslöser der Krise lassen sich retrospektiv im Wesentlichen in eine makro- und eine mikroökonomische Ebene unterteilen. Als makroökonomische Ursachen erwiesen sich insbesondere der Aufbau von außenwirtschaftlichen Divergenzen sowie Schwierigkeiten aufgrund der langen Phase niedriger Realzinsen in Folge einer expansiven Geldpolitik als problematisch. Gründe auf mikroökonomischer Ebene waren vornehmlich das Versagen bei der Risikomessung und -steuerung der Finanzmarktakteure wegen schwer zu bewertender Verbriefungsmodelle sowie Schwachstellen in der Regulierung, der Aufsicht und den Ratingagenturen. Obwohl die makroökonomischen und mikroökonomischen Gründe der Krise im Folgenden getrennt betrachtet werden, ist die gegenseitige Wechselwirkung, z.B. beim Zusammenhang zwischen Finanzinnovationen und dem Auftreten eines internationalen Kreditbooms zu beachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die veränderte Rolle der Zentralbanken seit Beginn der Finanzkrise 2007 ein und definiert das Ziel der Arbeit, die geldpolitischen Reaktionen kritisch zu analysieren.
2. Phase I: Geldpolitik vor der Finanzmarktkrise: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftliche Ausgangssituation und die geldpolitischen Rahmenbedingungen der USA und des Euroraums vor dem Ausbruch der Krise.
3. Phase II: Die Subprimekrise: Hier werden die Ursachen der Subprimekrise analysiert sowie die Anpassungen der Notenbanken bei den Offenmarktgeschäften, Leitzinsen und ständigen Fazilitäten beschrieben.
4. Phase III: Die Vertrauenskrise: Dieses Kapitel untersucht die globalen Auswirkungen der Lehman-Insolvenz und die konzertierten Reaktionen von Fed und EZB zur Stabilisierung der Finanzmärkte.
5. Auswirkung der Zentralbankmaßnahmen: Es wird analysiert, wie sich die Sondermaßnahmen auf die Bilanzen der Zentralbanken und die Geldmengenentwicklung auswirkten und welche ersten Schritte für eine Exit-Strategie eingeleitet wurden.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit würdigt die Maßnahmen als notwendige Stabilisierungsinstrumente und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen der Geldpolitik.
Schlüsselwörter
Geldpolitik, Zentralbanken, Finanzmarktkrise, Federal Reserve System, Europäische Zentralbank, Subprimekrise, Quantitative Easing, Qualitative Easing, Preisstabilität, Liquiditätsversorgung, Offenmarktgeschäfte, Exit-Strategie, Geldmenge, Zinspolitik, Interbankenmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geldpolitik der Zentralbanken der USA (Fed) und des Euroraums (EZB) im Kontext der Finanzmarktkrise, unterteilt in die Phasen vor, während und nach dem Krisenausbruch.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Zentrale Themen sind die geldpolitische Ausgangsbasis vor 2007, die Ursachen der Subprimekrise, die verschiedenen unkonventionellen Maßnahmen der Notenbanken sowie deren Auswirkungen auf Bilanzen und Inflation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist ein besseres Verständnis der geldpolitischen Entscheidungen der letzten vier Jahre zu erlangen und die Wirksamkeit sowie die Intention der Maßnahmen der Notenbanken kritisch zu würdigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, basierend auf einer fundierten Auswertung von Zentralbankberichten, wissenschaftlicher Literatur und statistischen Daten zur Geldpolitik.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Phasen: die Zeit vor der Krise, die Subprimekrise mit Fokus auf Liquiditätsprobleme und die Vertrauenskrise nach Lehman Brothers, inklusive der Bilanz- und Inflationsanalysen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?
Geldpolitik, Finanzmarktkrise, Notenbanken, Quantitative Easing, Preisstabilität und Exit-Strategien sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.
Inwiefern unterschieden sich die Maßnahmen von Fed und EZB?
Der Autor arbeitet heraus, dass die EZB eher durch Mengentender und Liquiditätsbereitstellung agierte, während die Fed vermehrt auf den direkten Ankauf von Wertpapieren und spezifische Kreditfazilitäten setzte.
Welche Bedeutung hat der Ausblick für die Exit-Strategie?
Der Ausblick zeigt, dass die Notenbanken vor dem schwierigen Dilemma stehen, die expansive Geldpolitik früh genug zu beenden, um Inflation zu verhindern, ohne jedoch die fragile wirtschaftliche Erholung oder Staatsschuldenmärkte zu gefährden.
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- Martin Rottmann (Author), 2011, Geldpolitik der Zentralbanken im Vorfeld, während und nach der Finanzmarktkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179792