Die beiden französischen Leitbegriffe im Titel bestehen im frankophonen Sprachraum bereits seit dem siebzehnten Jahrhundert und sind gegenwärtig auch hierzulande geläufig. SAVOIR-VIVRE (1860) wird in den französischen Referenzwerken, wie beispielsweise dem Petit Robert, folgendermaßen definiert: „1. Die Kunst der guten Lebensführung. 2. Eigenschaften einer Person, die die Höflichkeitsregeln anzuwenden weiß. Es weist auf die Erziehung und das Taktgefühl hin. SAVOIR-FAIRE (1671) dagegen wird definiert als 1. Die Fähigkeit, seine Unternehmungen mit Erfolg zu krönen und praktische Probleme zu lösen: Kompetenz und Erfahrung bei der Ausübung einer künstlerischen oder praktischen Tätigkeit.“ Es deutet auf Geschicklichkeit, Befähigung und Gewandtheit hin.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Integration von interkulturellem Savoir-vivre und interkulturellem Savoir-faire
2. E.T. Hall und Mildred Reed Hall (1990)
3. Das High Context – Low Context Continuum
4. Soziale Beziehungen und Verhaltensregeln in Gesellschaften verschiedener Kontextierung
5. DOME 12 D TRANSCULTURAL PROFILER/MANAGEMENT MODEL
6. A BRIEF EXPLANATION OF THE TRANSCULTURAL PROFILER
7. DAS MODELL DER MODELLE DER 12 X 12 D TRANSKULTURELLE PROFILER
8. Welt-Managementkulturen-Kartierung (Culture maps)
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Integration der komplementären Konzepte "Savoir-vivre" (Beziehungsorientierung) und "Savoir-faire" (Aufgabenorientierung) in interkulturellen Kontexten. Ziel ist es, ein transkulturelles Bewusstsein zu entwickeln, das über kulturelle Stereotype hinausgeht, um durch ethische Fundierung und holistische Modelle eine effektive, nachhaltige Zusammenarbeit in einer globalisierten Welt zu ermöglichen.
- Integration von Beziehungsorientierung und Aufgabenorientierung
- Anwendung des 4-D Modells von E.T. Hall auf moderne Managementfragen
- Überwindung kultureller Polarisierung durch transkulturelle Intelligenz
- Ethische Fundierung als "Missing Link" für nachhaltiges Management
- Kartierung globaler Managementkulturen mittels kultureller Metaphern
Auszug aus dem Buch
Die Integration von interkulturellem Savoir-vivre und interkulturellem Savoir-faire
Die beiden französischen Leitbegriffe im Titel bestehen im frankophonen Sprachraum bereits seit dem siebzehnten Jahrhundert und sind gegenwärtig auch hierzulande geläufig. SAVOIR-VIVRE (1860) wird in den französischen Referenzwerken, wie beispielsweise dem Petit Robert, folgendermaßen definiert: „1. Die Kunst der guten Lebensführung. 2. Eigenschaften einer Person, die die Höflichkeitsregeln anzuwenden weiß. Es weist auf die Erziehung und das Taktgefühl hin. SAVOIR-FAIRE (1671) dagegen wird definiert als 1. Die Fähigkeit, seine Unternehmungen mit Erfolg zu krönen und praktische Probleme zu lösen: Kompetenz und Erfahrung bei der Ausübung einer künstlerischen oder praktischen Tätigkeit.“ Es deutet auf Geschicklichkeit, Befähigung und Gewandtheit hin.
Modern ausgedrückt, könnte man Savoir-vivre mit Stil im Sinne von gutem Benehmen, und Savoir-faire mit Know-how übersetzen. Dem interkulturell geschulten Bewusstsein in der Gestalt kultureller Bewusstheit, Wissen und Kompetenzen wird sofort auffallen, dass die beiden Begriffe als ein polarisiertes Wertekontinuum mit den beiden Polen der Beziehungsorientierung oder des Savoir-vivre einerseits und der Aufgabenorientierung oder des Savoir-faire andererseits übersetzt und interpretiert werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Integration von interkulturellem Savoir-vivre und interkulturellem Savoir-faire: Einführung in die begrifflichen Grundlagen der Beziehungsorientierung und Aufgabenorientierung als komplementäre Aspekte menschlichen Handelns.
E.T. Hall und Mildred Reed Hall (1990): Darstellung des vierdimensionalen Modells von E.T. Hall, das Kultur als Kommunikation definiert und wesentliche Dimensionen für das interkulturelle Management liefert.
Das High Context – Low Context Continuum: Einordnung verschiedener Kulturen entlang des Kontinuums zwischen kontextarmen und kontextreichen Kommunikationsstilen sowie Klassifizierung von Kommunikationsmedien.
Soziale Beziehungen und Verhaltensregeln in Gesellschaften verschiedener Kontextierung: Detaillierte tabellarische Gegenüberstellung von Werten, Einstellungen und Verhaltensmustern in Kulturen mit unterschiedlicher Kontextierung.
DOME 12 D TRANSCULTURAL PROFILER/MANAGEMENT MODEL: Einführung in ein komplexes, architektonisch-metaphorisches Modell zur Visualisierung der transkulturellen Management-Intelligenz.
A BRIEF EXPLANATION OF THE TRANSCULTURAL PROFILER: Erläuterung der 12 Dimensionen des Transcultural Profilers, die von kosmischen Ebenen bis hin zur operativen Umsetzung reichen.
DAS MODELL DER MODELLE DER 12 X 12 D TRANSKULTURELLE PROFILER: Visuelle Darstellung der ganzheitlichen Struktur des Modells, das die Interdependenz verschiedener kultureller und organisatorischer Faktoren aufzeigt.
Welt-Managementkulturen-Kartierung (Culture maps): Beschreibung der vier emergenten Kulturprofile (Dorfmarkt, Familie, wohlgeölte Maschine, traditionelle Bürokratie) basierend auf Hofstedes Dimensionen.
Schlüsselwörter
Savoir-vivre, Savoir-faire, Interkulturelles Management, Transkulturelles Bewusstsein, E.T. Hall, High Context, Low Context, Unternehmensführung, Interdependenz, Kulturelle Metaphern, Ethik, Kommunikation, Management-Profile, Diversitätsmanagement, Globale Wirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Integration von Beziehungsorientierung und Aufgabenorientierung zur Steigerung der Qualität interkultureller Managementprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf interkultureller Kommunikation, der Anwendung von Kulturmodellen wie dem von E.T. Hall sowie der Entwicklung einer transkulturellen Managementethik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Überwindung von kulturellen Polarisierungen durch ein ganzheitliches, ethisch fundiertes Modell, das Synergien zwischen unterschiedlichen kulturellen Werten schafft.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der kulturwissenschaftliche Modelle mit systemtheoretischen, naturwissenschaftlichen Metaphern und ethisch-philosophischen Prinzipien verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das 4-D Modell von Hall, das "DOME"-Modell des Autors sowie spezifische Techniken zur Bewältigung interkultureller Dilemmata detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Savoir-vivre, Savoir-faire, Transkulturelles Management, Kontextierung, Interdependenz und ethische Kompetenz.
Warum spielt das Konzept der "wohlgeölten Maschine" in der Arbeit eine Rolle?
Dieses Konzept dient als Metapher für den germanischen Kulturencluster, der durch eine starke Formalisierung und regelbasierte Autorität geprägt ist.
Welchen Stellenwert nimmt die "ethische Komponente" im Modell des Autors ein?
Die Ethik bildet das fundamentale "Missing Link", da sie als Korrektiv dient, um Savoir-vivre und Savoir-faire vor Korrumpierung und reinem Utilitarismus zu schützen.
Was unterscheidet das "interkulturelle" vom "transkulturellen" Ansatz laut Deißler?
Während interkulturelle Ansätze die Diversität der Kulturen verwalten, zielt der transkulturelle Ansatz auf eine höhere Bewusstseinsebene ab, die kulturelle Unterschiede durch eine übergeordnete Einheit transzendiert.
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- D.E.A./UNIV. PARIS I Gebhard Deissler (Author), 2011, Die Integration von interkulturellem Savoir-vivre und interkulturellem Savoir-faire, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179731