Die Bedeutung von Unternehmenskultur und dessen Einfluss auf Gruppen, im Besonderen auf deren Leistungsfähigkeit, ist Thema unzähliger wissenschaftlicher Arbeiten und wird seit geraumer Zeit ausführlich in diesen diskutiert. Diese Arbeit will zum einen durch eine Zusammenführung wissenschaftlicher Erkenntnisse die Fragestellung bearbeiten, welchen Einfluss Unternehmenskultur hat, wie Gruppen funktionieren und wie Management und Führung darauf eingehen sollen, wobei die damit verbunden Herausforderungen unter zu Hilfenahme von Fachliteratur bearbeitet werden. Zum anderen ist das Aufzeigen von Empfehlungen und Herausforderungen, die mit zwei Praxisbeispielen veranschaulicht werden, als konkrete Hilfestellung für die Organisationspraxis gedacht und sollen außerdem Denkanstöße liefern.
Inhaltsverzeichnis
1. Unternehmenskultur
1.1. Definition und Entstehung von Unternehmenskultur
1.2. Auswirkungen in Organisationen
2. Die Gruppe
2.1. Definition und Unterscheidung von Gruppen
2.2. Die Bildung und der Zweck von Gruppen innerhalb und außerhalb einer Organisation
2.3. Die Phasen einer Gruppe
2.4. Voraussetzungen für den Erfolg des Gruppenprozesses
2.5. Leistungsfähigkeit von reifen und unreifen Gruppen
2.6. Über Sinn und Unsinn von Gruppen
2.7. Individuum – Gruppe – Organisation: Ein Widerspruch
3. Management und Kultur
3.1. Managementprozess
3.2. Führung und Management – Unterscheidung und Aufgaben
3.3. Führung und Führungsstile als Einflussfaktor auf die Kultur
3.4. Welchen Einfluss hat Führung auf die Gruppe und welcher Einfluss ist „der Beste“
4. Praxis
4.1. ACME Möbelhaus
4.2. ACME Versicherung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Unternehmenskultur, insbesondere durch Führung, auf die Leistungsfähigkeit von Arbeitsgruppen. Dabei wird analysiert, wie sich Gruppen innerhalb von Organisationen bilden, welche Herausforderungen bei der Integration teambasierter Strukturen in hierarchische Systeme entstehen und welche Rolle das Management bei der Gestaltung eines förderlichen Betriebsklimas spielt.
- Wechselwirkungen zwischen Unternehmenskultur und Gruppendynamik.
- Entwicklungsprozesse und Voraussetzungen für leistungsfähige Gruppen.
- Managementstrategien zur Führung von Gruppen in komplexen Organisationen.
- Praktische Fallbeispiele (ACME Möbelhaus, ACME Versicherung) zur Veranschaulichung theoretischer Konzepte.
Auszug aus dem Buch
3.2. Führung und Management – Unterscheidung und Aufgaben
Um eine genauere Betrachtungsweise zu ermöglichen, ist eine Differenzierung des Managementbegriffs nötig. Meist wird der Führungsbegriff, Neudeutsch auch Leadership, als Synonym für den Managementbegriff verwendet, was jedoch zu ungenau ist. Führung konzentriert sich auf die Effektivität („doing the right things“ (Orlikowski, 2002, S. 15)) wobei sich Management auf die Effizienz bezieht („doing things right“ (Orlikowski, 2002, S. 15)) (Wolf, 2000). Management und Führung sind daher auch eng miteinander verknüpft, bedeuten jedoch nicht dasselbe. Führung wird definiert als „[…] Maßnahmen von Vorgesetzten, welche auf die Kooperation, Koordination und Kommunikation aller Angehörigen einer Organisation einwirken.“ (Arnold, Eysenck, & Meili, 1987, S. 1359). Somit wird deutlich, genau wie in Kapitel 3.1 Managementprozess aufgezeigt, dass Führung die Aufgabe des Vorgesetzten als Teil des Managements ist, um die Effektivität der Mitarbeiter zu erhöhen. Führen bedeutet, im Sinne der Gruppenentwicklung, wie in Kapitel 2.3 die Phasen einer Gruppe veranschaulicht, die Gruppe von der Dependenz über die Konterdependenz zur Interdependenz zu entwickeln (Schwarz, 1985). Die logische Konsequenz daraus ist, dass sie sich selbst entbehrlich macht. Führen ist somit „[…] die Kunst, sich überflüssig zu machen.“ (Schwarz, 1985, S. 121)
Eine weitere wichtige Aufgabe, die immer häufiger in den Fokus rückt, ist die Führung von Teams. Diese rücken deshalb stärker in den Fokus, da sich Führung nicht mehr rein auf individuelle Persönlichkeiten, sondern auf ganze Gruppen oder Teams bezieht und daher der Erfolg einer Führungskraft auch darin gemessen wird, wie erfolgreich das Team ist. Leider stellt der Begriff Führung und Team schon allein aus semantischen Gründen einen Widerspruch dar, da ein Team, wie in Kapitel 2.5 Leistungsfähigkeit von reifen und unreifen Gruppen gezeigt, dann am leistungsfähigsten ist, wenn es die Abhängigkeit und Gegenabhängigkeit von der Führung auf ein Minimum beschränkt und die Führung sich selbst überflüssig macht (Schwarz, 1985) und das Team mehr Funktionen übernimmt, die die Führung in erster Linie jedoch für sich beanspruchen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Unternehmenskultur: Definiert Unternehmenskultur als ein Muster gemeinsamer Grundprämissen, das das Handeln und die Identität innerhalb einer Organisation maßgeblich prägt.
2. Die Gruppe: Untersucht die Definition, die Entwicklungsphasen und die Erfolgsfaktoren von Arbeitsgruppen sowie deren Abgrenzung zur Organisation.
3. Management und Kultur: Analysiert die Rolle des Managements als Bindeglied zwischen Unternehmenskultur und der Leistungsfähigkeit von Gruppen.
4. Praxis: Veranschaulicht anhand der Fallbeispiele ACME Möbelhaus und ACME Versicherung die Auswirkungen von Unternehmenskultur und Führung auf die Praxis.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Gruppendynamik, Führung, Management, Organisationskultur, Teamleistung, Gruppenprozess, Leistungsfähigkeit, Hierarchie, Personalführung, Organisationsentwicklung, Konfliktmanagement, Arbeitsgruppe, Effizienz, Betriebsklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse, wie die Unternehmenskultur und die Ausübung von Führung die Leistungsfähigkeit von Arbeitsgruppen in Organisationen beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Unternehmenskultur, Gruppendynamik, Managementprozesse, Führungsstile sowie die Praxisbeispiele in einem Möbelhaus und einer Versicherung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu veranschaulichen, wie Gruppen erfolgreich geführt werden können und welchen spezifischen Einfluss die Unternehmenskultur auf diesen Prozess ausübt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturrecherche aus Psychologie, Soziologie, Betriebswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaft, ergänzt durch Praxisbeispiele und narrative Interviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Unternehmenskultur und Gruppendynamik sowie deren Verknüpfung mit Managementaufgaben und Führungsstilen, gefolgt von praktischen Analysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Unternehmenskultur, Gruppendynamik, Führung, Teamleistung, Organisationskultur und Konfliktmanagement stehen im Fokus.
Inwiefern unterscheiden sich die beiden Praxisbeispiele voneinander?
Das ACME Möbelhaus zeigt eine hohe Mitarbeiterfluktuation bei forcierter Diversität ohne tragfähiges Wir-Gefühl, während die Abteilung der ACME Versicherung durch hochqualifizierte Projektarbeit und eigenverantwortliche informelle Strukturen ein starkes, positives Teamklima entwickelt.
Warum ist laut Autor die „Führung“ in manchen Teams weniger präsent?
Die Führung zieht sich in reifen Teams zurück, wenn die Rollen klar etabliert sind, die Qualität der Arbeit zufriedenstellend ist und die Gruppe die notwendigen Managementfunktionen selbst übernimmt.
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- Robert Weiß (Author), 2011, Einfluss von Unternehmenskultur, im Besonderen Führung, auf die Leistungsfähigkeit von Gruppen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179539