Bergbauliche Aktivitäten in der Gemarkung Arborn (Gemeinde Greifenstein, Lahn-Dill-Kreis) beschränken sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf den Abbau eozäner Tone am Nordostrand des Hansenbergs. Im zurückliegenden Jahrhundert wurden zudem die im Hangenden auftretenden oligozänen bis miozänen Basalte an mehreren Lokalitäten abgebaut. Im 19. Jahrhundert war das Interesse am Abbau von Rohstoffen wesentlich breiter gefächert. Die gesamte Fläche der Gemarkung Arborn war einst von neun Bergwerksfeldern überdeckt, die bis auf Nenderother Gebiet reichten: 1. "Germania consolidiert" (Braunkohle), 2. "Erle" (Eisenerz), 3. "Forell" (Eisenerz), 4. "Forell II" (Eisenerz), 5. "Arborn" (Eisenerz), 6. "Sedan II" (Eisen- und Manganerz), 7. "Christiansglück" (Kupfer-, Blei- und Zinkerz), 8. "Christiansglück II" (Eisen- und Manganerz) und 9. "Martinsberg" (Dachschiefer). Die Bergbauberechtigungen "Germania consolidiert" und "Erle" bestehen noch, alle übrigen Bergwerksfelder sind mittlerweile erloschen. Historischer Bergbau hat jedoch lediglich auf dem Feld "Martinsberg" und in der nahegelegenen Grube "Köhlerwald" bei Nenderoth stattgefunden. Die dort abgebauten oberdevonischen Tonschiefer fanden als Dachschiefer, Giebelsteine und Schornsteinplatten Verwendung. Die vorliegende Arbeit nutzt die wenigen noch existierenden Quellen für den Versuch, die Geschichte der beiden Dachschiefergruben zu rekonstruieren. Eine Transkription der historischen Dokumente ist beigefügt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lage der Dachschiefergruben
3. Geologie
4. Geschichte
4.1 Grube Martinsberg
4.2 Grube Köhlerwald
5. Transkription der historischen Dokumente
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert auf Basis historischer Quellen die Geschichte der Dachschiefergruben Martinsberg bei Arborn und Köhlerwald bei Nenderoth, wobei der Fokus auf der bergbaugeschichtlichen Entwicklung, den Eigentümerwechseln und der betrieblichen Struktur im 19. und 20. Jahrhundert liegt.
- Historische Rekonstruktion des Dachschieferbergbaus im oberen Kallenbachtal
- Analyse der Eigentumsverhältnisse und rechtlichen Rahmenbedingungen der Gruben
- Geologische Einordnung der Lagerstätten und der Abbauverhältnisse
- Dokumentation der administrativen Entwicklung anhand historischer Berichte und Urkunden
- Transkription und Auswertung von Archivmaterial zu Betriebsplänen und Konzessionen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Bergbauliche Aktivitäten in der Gemarkung Arborn (Gemeinde Greifenstein, Lahn-Dill-Kreis) beschränken sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf den Abbau eozäner Tone am Nordostrand des Hansenbergs. Im zurückliegenden Jahrhundert wurden zudem die im Hangenden auftretenden oligozänen bis miozänen Basalte an mehreren Lokalitäten abgebaut.
Im 19. Jahrhundert war das Interesse am Abbau von Rohstoffen wesentlich breiter gefächert. Die gesamte Fläche der Gemarkung Arborn war einst von neun Bergwerksfeldern überdeckt, die bis auf Nenderother Gebiet reichten: 1. "Germania consolidiert" (Braunkohle), 2. "Erle" (Eisenerz), 3. "Forell" (Eisenerz), 4. "Forell II" (Eisenerz), 5. "Arborn" (Eisenerz), 6. "Sedan II" (Eisen- und Manganerz), 7. "Christiansglück" (Kupfer-, Blei- und Zinkerz), 8. "Christiansglück II" (Eisen- und Manganerz) und 9. "Martinsberg" (Dachschiefer). Die Bergbauberechtigungen "Germania consolidiert" und "Erle" bestehen noch, alle übrigen Bergwerksfelder sind mittlerweile erloschen.
Historischer Bergbau hat jedoch lediglich auf dem Feld "Martinsberg" und in der nahegelegenen Grube "Köhlerwald" bei Nenderoth stattgefunden. Die dort abgebauten oberdevonischen Tonschiefer fanden als Dachschiefer, Giebelsteine und Schornsteinplatten Verwendung. Die vorliegende Arbeit nutzt die wenigen noch existierenden Quellen für den Versuch, die Geschichte der beiden Dachschiefergruben zu rekonstruieren. Eine Transkription der historischen Dokumente ist beigefügt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bergbaulichen Aktivitäten in der Gemarkung Arborn und definiert den Fokus auf die Gruben Martinsberg und Köhlerwald.
2. Lage der Dachschiefergruben: Hier werden die geografische Verortung der Stollen sowie deren bauliche Anordnung und Identifizierung anhand historischer Pläne beschrieben.
3. Geologie: Dieses Kapitel erläutert die geologische Beschaffenheit der Tonschiefervorkommen sowie deren stratigraphische Einordnung im Oberdevon.
4. Geschichte: Dieser Abschnitt rekonstruiert detailliert die chronologische Entwicklung der Gruben Martinsberg und Köhlerwald, inklusive Eigentümerhistorie und Betriebskontext.
5. Transkription der historischen Dokumente: Dieses Kapitel enthält die wortgetreue Wiedergabe der primären historischen Quellen, die als Basis für die geschichtliche Rekonstruktion dienten.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Archivquellen, Dokumente und wissenschaftliche Literatur aufgelistet.
Schlüsselwörter
Dachschiefer, Martinsberg, Köhlerwald, Arborn, Nenderoth, Bergbau, Berggrundbuch, Tonschiefer, Kuxe, Gewerkschaft, Stollen, Industriegeschichte, Lahn-Dill-Kreis, Bergbauberechtigung, Eigentümerhistorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Aufarbeitung der Bergbaugeschichte zweier spezieller Dachschiefergruben im Kallenbachtal, namentlich Martinsberg und Köhlerwald.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Entwicklung des Grubenbetriebs, die wechselhafte Eigentümerstruktur über das 19. und 20. Jahrhundert sowie die archivarische Dokumentation dieser Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die historische Rekonstruktion und Dokumentation der Betriebshistorie der beiden genannten Gruben unter Nutzung erhaltener Primärquellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine tiefgehende Auswertung und Transkription von Archivdokumenten, wie Grundbucheinträgen und offiziellen Bergbauberichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine geografische und geologische Einordnung, gefolgt von einer chronologischen Darstellung der Eigentümer- und Betriebsgeschichte beider Gruben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Dachschiefer, Martinsberg, Köhlerwald, Bergbau, Kuxe und Archivquellen.
Warum wird die Grube Martinsberg oft im Zusammenhang mit der Grube Köhlerwald genannt?
Die beiden Gruben liegen geografisch nah beieinander und teilen sich eine weitgehend identische Eigentümergeschichte sowie eine enge administrative Verknüpfung durch Bergrechtsverleihungen.
Welche Bedeutung hatten die im Buch zitierten historischen Dokumente?
Die Dokumente, wie Berggrundbuchauszüge und Betriebspläne, bilden das wissenschaftliche Fundament, da sie die einzige verlässliche Quelle für die Rekonstruktion der Betriebstätigkeit darstellen.
Wann endete die Bergbauberechtigung für diese Gruben offiziell?
Die Bergbauberechtigung für die Grube Martinsberg erlosch nach den Vorschriften des Bundesberggesetzes im Dezember 1990.
Welche Rolle spielten die "Kuxe" in der Grubenverwaltung?
Kuxe sind Anteile an einer Gewerkschaft (Bergwerk); ihr häufiger Verkauf verdeutlicht die wirtschaftliche Instabilität und die wechselnden Eigentumsverhältnisse der untersuchten Betriebe.
- Quote paper
- Dr. Otfried Hankel (Author), 2011, Die Dachschiefergruben Martinsberg bei Arborn und Köhlerwald bei Nenderoth (Hessen), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179322