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Gemeinsame Strategieentwicklung zwischen Pharmaunternehmen und Kostenträgern als Übereinkunft einer gelungenen Praxis - Strukturation einer sozialen Beziehung

Title: Gemeinsame Strategieentwicklung zwischen Pharmaunternehmen und Kostenträgern als Übereinkunft einer gelungenen Praxis - Strukturation einer sozialen Beziehung

Diploma Thesis , 2011 , 131 Pages

Autor:in: Dimitar Dimitrov (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance

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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit einem Thema, das sowohl theoretisch interessant ist als auch eine hohe praktische Bedeutung hat. Gegenstand der Untersuchung ist das strategische Zusammenspiel zwischen Kostenträgern und Pharmaunternehmen. Dieses wird als Strukturation einer sozialen Beziehung betrachtet.
Die Arbeit stellt einen konzeptionellen Vorschlag zur Strategieentwicklung einer Kooperation dar. Als Theorie-, Analyse- und Interpretationsrahmen wird hier die Theorie der Strukturation von ANTHONY GIDDENS (1979, 1984) angewandt. Auf der Suche nach geeignetem Umgang mit knappen Ressourcen und wachsendem Bedarf an medizinischen Leistungen, bedingt v. a. durch den beschleunigten Technologie- und Demografie-Wandel, werden hier, innerhalb des Strukturationsrahmens, die von Kostenträgern kontrollierten Ressourcen und die etablierten Regeln sozialer Handlungen, zusammen mit den Aktivitäten der Pharmaindustrie als eine rekursive Dualität betrachtet. Dies lenkt die Aufmerksamkeit auf die sozial produzierten Bedingungen, die sich als besonders erfolgskritisch für die langfristige Sicherung einer effizienten und effektiven Arzneimittelversorgung erweisen. Als Ausfluss der Strukturationsanalyse in dieser Arbeit wurden als solche Bedingungen das Mutual Wissen, die überlegenen sozialen Kompetenzen, das wechselseitige Vertrauen und das Commitment erkannt. Diese dienen zur Anpassung struktureller Gegebenheiten an die sich ständig ändernden Marktbedingungen und sichern das sinnvolle Fortbestehen der sozialen Beziehung. Schließlich lassen sich diese kritische Bedingungen als Stärke bzw. als Schwäche in einer Kooperation einstufen und weiterentwickeln und zusammen mit den Chancen und den Risiken der Umwelt dieser Organisationen bei der Formulierung einer gemeinsamen Strategie berücksichtigen. Die nach der Strukturationsdenkweise entwickelte Strategie hat dann eine flexible Strukturdimension, bestehend aus strategisch relevanten Ressourcen und Regeln, die die strategischen Handlungen der Akteure nicht nur einschränken, sondern auch ermöglichen und eine Handlungsdimension, die auf Schlüsselfähigkeiten basiert und die strategisch relevanten Ressourcen und Regeln mobilisiert, verändert und reproduziert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung

1.3 Vorgehensweise

2 Branchenbetrachtung

2.1 Definition der Branche

2.2 Branchenumweltanalyse

2.2.1 Gesellschaftliche Umwelt

2.2.2 Technologische Umwelt

2.2.3 Politisch-rechtliche Umwelt

2.2.4 Ökonomische Umwelt

2.2.5 Ökologische Umwelt

2.3 Stakeholderbetrachtung: im Blickpunkt Pharmaunternehmen und Kostenträger

2.3.1 Interessen der Kostenträger

2.3.2 Interessen der Pharmaunternehmen

2.3.3 Betrachtung hinsichtlich der Prinzipal-Agent-Theorie

2.4 Herausforderungen für die Strategieentwicklung

3 Erklärungsansatz stattfindender Interaktionen in Anlehnung an Anthony Giddens‘ Theorie der Strukturation

3.1 Bausteine der Strukturierung

3.1.1 Struktur

3.1.2 Handeln

3.1.3 Modalität

3.2 Struktur

3.2.1 Legitimation

3.2.2 Signifikation

3.2.3 Herrschaft

3.3 Handeln

3.3.1 Macht

3.3.2 Sanktion

3.3.3 Kommunikation

3.4 Modalitäten

3.4.1 Interpretation

3.4.2 Norm

3.4.3 Machtmittel

4 Identifizierte erfolgskritische Bedingungen einer gelungenen kooperativen Praxis

4.1 Überlegene soziale Kompetenzen und Wissen

4.2 Vertrauen

4.3 Commitment

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit hat zum Ziel, das strategische Zusammenspiel zwischen Pharmaunternehmen und Kostenträgern systematisch zu analysieren und zu erklären. Auf Basis dieser Erkenntnisse sollen erfolgskritische Bedingungen identifiziert werden, die für eine gelungene kooperative Praxis essenziell sind.

  • Strukturationstheorie nach Anthony Giddens als analytischer Rahmen
  • Analyse der Branchenumwelt und Stakeholder-Beziehungen
  • Prinzipal-Agent-Problematik im Arzneimittelmarkt
  • Strategieentwicklung für Kooperationen (Intermediäre Balanced Scorecard)
  • Erfolgskritische Faktoren wie Wissen, Vertrauen und Commitment

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Legitimation

Unter die Legitimation werden Rechte und Verpflichtungen, die als Regeln der Sanktionierung sozialen Handlungen dienen, zusammengefasst. Hier wird es zwischen drei Kategorien von Regeln unterschieden - kulturellbedingte, rechtliche und ökonomische Regeln. Zu diesen lassen sich exemplarisch die in der nachfolgenden Tabelle beschriebenen Attribute einführen: Die mit Fettschrift gekennzeichneten Attributausprägungen werden in diesem Kapitel explizit betrachtet. Die Fettlinien dienen dabei als Trennung der jeweiligen Regelnkategorien.

Zunächst wird auf die Legitimation der Einflussnahme auf Unternehmens- bzw. auf Organisationsziele eingegangen. Grundsätzlich kennt die Betriebswirtschaftslehre zwei alternative Zielkonzepte für Unternehmen – Shareholder Value Konzept (SHV) und Stakeholder Value Konzept (STV). Diese Konzepte bilden die zwei Extreme, welche das Spektrum möglicher Verteilungsformen von Verfügungsrechten begrenzen.

Die Legitimation der Einflussnahme auf Unternehmensziele nach dem Shareholder Value Konzept lässt sich aus dem Eigentum des Kapitals, das im Unternehmen gebundene ist – und nur aus diesem – ableiten. Alle Verfügungsrechte, mit deren Hilfe Ziele und Handlungen im Unternehmen beeinflusst werden können, werden in den Händen der Eigentümer gebündelt. Den Zielen der Eigentümer wird absolute Priorität eingeräumt. Das oberste Unternehmensziel ist dann die Maximierung des Shareholder Value, der den Wert darstellt, den das Unternehmen für seine Eigentümer besitzt. Als Erfolgsmaßstab gilt die Maximierung der Summe der zukünftigen diskontierten Einzahlungsüberschüsse der Eigentümer. Traditionell findet dieses Konzept ihre Anwendung bei gewinnorientierten Privatunternehmen. Dies bezieht auch die Pharmaunternehmen ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen Pharmaunternehmen und Kostenträgern ein und definiert die Forschungsziele sowie die Vorgehensweise der Arbeit.

2 Branchenbetrachtung: Dieses Kapitel analysiert die Dynamik der Arzneimittelbranche, identifiziert relevante Umweltfaktoren und untersucht die Akteursinteressen sowie Ineffizienzen mittels der Prinzipal-Agent-Theorie.

3 Erklärungsansatz stattfindender Interaktionen in Anlehnung an Anthony Giddens‘ Theorie der Strukturation: Hier wird die Theorie der Strukturation von Anthony Giddens als konzeptioneller Rahmen vorgestellt, um die rekursive Beziehung zwischen Struktur und Handeln im Gesundheitssektor zu erklären.

4 Identifizierte erfolgskritische Bedingungen einer gelungenen kooperativen Praxis: Dieses Kapitel leitet aus der Strukturationsanalyse spezifische Voraussetzungen für Kooperationen ab, insbesondere soziale Kompetenzen, Vertrauen und Commitment.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit des Strukturationsansatzes für das strategische Management in Gesundheitsnetzwerken.

Schlüsselwörter

Arzneimittelversorgung, Kostenträger, Pharmaunternehmen, Strukturationstheorie, Anthony Giddens, Strategieentwicklung, Prinzipal-Agent-Theorie, Stakeholder, Kooperation, Wettbewerb, Commitment, Vertrauen, Balanced Scorecard, Gesundheitsmanagement, Opportunismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?

Die Arbeit untersucht das strategische Zusammenspiel zwischen Pharmaunternehmen und Kostenträgern und schlägt einen konzeptionellen Ansatz für deren Kooperation vor.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der Branchenumweltanalyse und der Stakeholder-Betrachtung stehen die theoretische Fundierung durch Giddens’ Theorie der Strukturation sowie praktische Instrumente wie die Balanced Scorecard im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Erklärung der Interaktionsprozesse zwischen Akteuren und die Ableitung erfolgskritischer Bedingungen für eine gelungene kooperative Praxis.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf die Theorie der Strukturation von Anthony Giddens als Analyse- und Interpretationsrahmen sowie auf betriebswirtschaftliche Theorien wie die Prinzipal-Agent-Theorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Branchenanalyse, eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Bausteinen der Strukturierung (Struktur, Handeln, Modalitäten) und die Identifizierung kritischer Erfolgsfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Strukturationstheorie, Arzneimittelversorgung, Stakeholder, Kooperationsstrategien und das Management von Interaktionen.

Wie unterscheidet sich der Shareholder-Value-Ansatz vom Stakeholder-Value-Ansatz in diesem Kontext?

Der Shareholder-Value-Ansatz fokussiert monistisch auf die Maximierung des Eigentümerwerts, während der Stakeholder-Value-Ansatz pluralistisch die Interessen verschiedener Anspruchsgruppen wie Patienten, Ärzte und Kostenträger ausgleicht.

Welche Rolle spielt die iBSC bei der Kooperationsstrategie?

Die intermediäre Balanced Scorecard (iBSC) dient als Instrument zur Abstimmung gemeinsamer Ziele und zur Steuerung der Kooperationsprozesse zwischen rechtlich selbstständigen Organisationen.

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Details

Title
Gemeinsame Strategieentwicklung zwischen Pharmaunternehmen und Kostenträgern als Übereinkunft einer gelungenen Praxis - Strukturation einer sozialen Beziehung
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Author
Dimitar Dimitrov (Author)
Publication Year
2011
Pages
131
Catalog Number
V179136
ISBN (Book)
9783656015147
ISBN (eBook)
9783656015444
Language
German
Tags
Pharmaunternehmen Kostenträger Strukturation Giddens Strategieentwicklung Kooperationsmanagement SWOT BSC Arzneimittel Strategie Marktmacht Legitimation Ressourcen Kommunikation Interpretation Signifikation Management Portfolio AMNOG Verhandlung Übereinkunft Netzwerkmanagement Macht Vertrauen Commitment soziale Beziehung Effizienz Stakeholder Gesundheitswesen Health care Prinzipal-Agent-Theorie Krankenversicherung Erstattung Rabattvertrag AMG SGB Wettbewerb Porter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dimitar Dimitrov (Author), 2011, Gemeinsame Strategieentwicklung zwischen Pharmaunternehmen und Kostenträgern als Übereinkunft einer gelungenen Praxis - Strukturation einer sozialen Beziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179136
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