Angesichts der Bedeutung der IT müssten die IT-Abteilungen für die jeweiligen Unternehmen eine Quelle der Innovation sein und durch die Unterstützung der Fachabteilungen mit IT einen erheblichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Das ist jedoch offenbar nicht der Fall. Eine Umfrage der Berlecon Research von 2007 etwa zeigt, dass zum damaligen Zeitpunkt nur 48% der Fachabteilungsverantwortlichen mit dem Beitrag der IT-Abteilung zur Optimierung der Geschäftsprozesse und nur 35% mit dem Beitrag zu geschäftlichen Innovationen zufrieden waren. Nun könnte man natürlich einwenden, die Umfrage sei inzwischen einige Jahre alt und deren Ergebnisse daher überholt. Doch belegt eine im Jahr 2010 durchgeführte Umfrage der IDG Business Media, dass in nur 12% der Unternehmen die Potenziale der IT weitestgehend ausgeschöpft werden. Damit kann ein Großteil der IT-Potenziale als derzeit ungenutzt gelten, weshalb anzunehmen ist, dass sich seit der Umfrage von 2007 kaum etwas verändert hat, die IT-Abteilungen also auch heute noch überwiegend das Unternehmensgeschäft nicht angemessen durch Prozessoptimierungen und Innovationen unterstützen. Dass die IT-Abteilungen einen der Bedeutung der IT angemessenen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten, scheint somit eher die Ausnahme als die Regel zu sein.
Es stellt sich folglich die Frage, wie die IT-Abteilungen sich angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen können. In der Literatur werden dafür deutlich mehr Innovativität und Proaktivität in Bezug auf das Unternehmensgeschäft gefordert, wenngleich dies jeweils unterschiedlich formuliert wird. Aber wie können IT-Abteilungen proaktiv und innovativ werden? Eine Antwort darauf könnte eine in der Literatur im Zusammenhang mit der Betrachtung der heutigen und zukünftigen Rolle der IT-Abteilungen in den Unternehmen formulierte Forderung geben: Holtschke et al. etwa meinen, die IT-Abteilungen müssten für einen angemessenen Beitrag zum Unternehmenserfolg mehr unternehmerisch denken. Doch was genau ist damit gemeint? Können IT-Abteilungen durch mehr „unternehmerisches Denken“ tatsächlich innovativer und proaktiver werden und damit einen adäquateren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten? Die vorliegende Arbeit greift diese Frage auf und prüft, inwiefern unternehmerisches Denken und Handeln in IT-Abteilungen ein Lösungsansatz ist, mit dem diese einen adäquateren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten können.
Inhaltsverzeichnis
1 Unternehmerisch agierende IT-Abteilungen – Patentlösung oder Illusion?
2 Kritische Reflexion zum Wertbeitrag der IT-Abteilungen
2.1 Definition des Begriffs „Informationstechnik (IT)“
2.2 Bedeutung der IT für den Prozess der betrieblichen Leistungserstellung und als Wettbewerbsfaktor
2.3 Möglichkeiten der IT für einen Beitrag zum Unternehmenserfolg
2.4 Stellenwert, Selbstverständnis und Herausforderungen der IT-Abteilungen
2.5 Outsourcing der IT-Abteilung als Lösungsansatz für einen adäquaten Beitrag zum Unternehmenserfolg
2.6 Zwischenresümee
3 Überlegungen zum unternehmerischen Denken und Handeln in IT-Abteilungen
4 Unternehmerisches Denken und Handeln als Gegenstand der betriebswirtschaftlichen Teildisziplin Entrepreneurship
4.1 Entrepreneurship
4.1.1 Definition des Begriffs „Entrepreneurship“ und Abgrenzung zur BWL
4.1.2 Merkmale und Arten von Innovationen im unternehmerischen Kontext
4.1.3 Wesentliche Schlüsselelemente des Entrepreneurship
4.2 Corporate Entrepreneurship
4.2.1 Motivation, Definition und Ausprägungsformen
4.2.2 Merkmale eines unternehmerisch agierenden Unternehmens
5 Unternehmerisches Denken und Handeln in IT-Abteilungen als Lösungsansatz für einen adäquaten IT-Wertbeitrag
5.1 Identifizierung der allgemeinen Handlungsfelder für die Implementierung unternehmerischen Denkens und Handelns
5.2 Grundsätzliche Übertragbarkeit unternehmerischen Denkens und Handelns auf einzelne Abteilungen
5.3 Prinzipielle Eignung unternehmerischen Denkens und Handelns als Lösungsansatz für einen adäquaten IT-Wertbeitrag
5.4 Spezielle Bedingungen für unternehmerisches Denken und Handeln in IT-Abteilungen
5.5 Resümee zum unternehmerischen Denken und Handeln als Lösungsansatz für einen adäquaten IT-Wertbeitrag
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern unternehmerisches Denken und Handeln in IT-Abteilungen als Lösungsansatz dienen kann, um einen adäquateren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten und die geforderte Innovativität sowie Proaktivität sicherzustellen.
- Bedeutung der IT als Wettbewerbsfaktor für Unternehmen.
- Kritische Analyse des aktuellen Wertbeitrags von IT-Abteilungen.
- Theoretische Grundlagen von Entrepreneurship und Corporate Entrepreneurship.
- Möglichkeiten und Bedingungen für die Implementierung unternehmerischen Handelns in IT-Abteilungen.
- Bewertung von Outsourcing als Alternative zur internen Kompetenzentwicklung.
Auszug aus dem Buch
1 Unternehmerisch agierende IT-Abteilungen – Patentlösung oder Illusion?
Die Bedeutung der Informationstechnik (IT) für Unternehmen hat seit ihrer Entstehung kontinuierlich zugenommen. IT ist nicht mehr nur an den Prozessen in den Unternehmen beteiligt, sondern sie ist inzwischen Grundlage oder Bestandteil vieler Produkte und Dienstleistungen. Damit ist IT zu einem bedeutenden Wettbewerbsfaktor und dementsprechend für Unternehmen unverzichtbar geworden.
Angesichts der Bedeutung der IT müssten die IT-Abteilungen für die jeweiligen Unternehmen eine Quelle der Innovation sein und durch die Unterstützung der Fachabteilungen mit IT – womit alle Abteilungen im Unternehmen außerhalb der IT-Abteilung gemeint sind – einen erheblichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Das ist jedoch offenbar nicht der Fall. Eine Umfrage der Berlecon Research von 2007 etwa zeigt, dass zum damaligen Zeitpunkt nur 48 % der Fachabteilungsverantwortlichen mit dem Beitrag der IT-Abteilung zur Optimierung der Geschäftsprozesse und nur 35 % mit dem Beitrag zu geschäftlichen Innovationen zufrieden waren (vgl. Stiehler 2007, S. 13). Nun könnte man natürlich einwenden, die Umfrage sei inzwischen einige Jahre alt und deren Ergebnisse daher überholt. Doch belegt eine im Jahr 2010 durchgeführte Umfrage der IDG Business Media, dass in nur 12 % der Unternehmen die Potenziale der IT weitestgehend ausgeschöpft werden (vgl. Computerwoche 2011, S. 8). Damit kann ein Großteil der IT-Potenziale als derzeit ungenutzt gelten, weshalb anzunehmen ist, dass sich seit der Umfrage von 2007 kaum etwas verändert hat, die IT-Abteilungen also auch heute noch überwiegend das Unternehmensgeschäft nicht angemessen durch Prozessoptimierungen und Innovationen unterstützen. Dass die IT-Abteilungen einen der Bedeutung der IT angemessenen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten, scheint somit eher die Ausnahme als die Regel zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Unternehmerisch agierende IT-Abteilungen – Patentlösung oder Illusion?: Einleitung in die Problematik der IT-Abteilungen, die trotz hoher Bedeutung für den Unternehmenserfolg oft nur als Kostenstelle wahrgenommen werden.
2 Kritische Reflexion zum Wertbeitrag der IT-Abteilungen: Analyse des IT-Wertbeitrags, der Rolle der IT-Abteilungen sowie eine Prüfung, ob Outsourcing eine geeignete Lösung darstellt.
3 Überlegungen zum unternehmerischen Denken und Handeln in IT-Abteilungen: Diskussion des notwendigen Perspektivwechsels von IT-Abteilungen hin zu einer aktiven Mitgestaltung des Unternehmensgeschäfts.
4 Unternehmerisches Denken und Handeln als Gegenstand der betriebswirtschaftlichen Teildisziplin Entrepreneurship: Theoretische Fundierung von Entrepreneurship und Corporate Entrepreneurship als Konzepte für dauerhafte Innovativität.
5 Unternehmerisches Denken und Handeln in IT-Abteilungen als Lösungsansatz für einen adäquaten IT-Wertbeitrag: Untersuchung der Implementierungsmöglichkeiten, Voraussetzungen und Schwierigkeiten bei der Einführung unternehmerischer Prinzipien in IT-Abteilungen.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, ob unternehmerisches Denken und Handeln ein gangbarer Lösungsansatz zur Steigerung des IT-Wertbeitrags ist.
Schlüsselwörter
IT-Abteilungen, Unternehmenserfolg, IT-Wertbeitrag, Entrepreneurship, Corporate Entrepreneurship, IT-Innovation, Prozessoptimierung, Unternehmensstrategie, Innovationsmanagement, Proaktivität, Wettbewerbsfaktor, IT-Management, Organisationskultur, Geschäftsprozesse, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Abschlussarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie IT-Abteilungen ihre Rolle von einer reinen Kostenstelle hin zu einem aktiven, unternehmerisch denkenden Mitgestalter des Unternehmenserfolgs entwickeln können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der IT-Wertbeitrag, die Identifizierung von IT-Potenzialen, die theoretischen Konzepte des Entrepreneurship sowie die organisationale Implementierung von Innovationsfähigkeit in IT-Abteilungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu prüfen, inwiefern „unternehmerisches Denken und Handeln“ als Lösungsansatz dienen kann, um IT-Abteilungen innovativer und proaktiver zu machen und dadurch deren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung bestehender Umfrageergebnisse (u.a. von Capgemini, Berlecon Research und IDG Business Media) sowie der theoretischen Ableitung eines Modells aus den Ansätzen des Entrepreneurship.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine kritische Bestandsaufnahme des derzeitigen IT-Wertbeitrags, die theoretische Definition von Entrepreneurship und Corporate Entrepreneurship sowie eine detaillierte Prüfung der Voraussetzungen und Bedingungen zur Umsetzung dieses Konzepts in IT-Abteilungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie IT-Wertbeitrag, Corporate Entrepreneurship, IT-Innovation, Organisationskultur und strategische IT-Ausrichtung beschreiben.
Warum wird Outsourcing in der Arbeit als kritisch hinterfragt?
Der Autor argumentiert, dass Outsourcing zwar kurzfristig Kosten senken kann, jedoch durch den Verlust von Know-how und das mangelnde Verständnis für spezifische Unternehmensprozesse die notwendige Innovativität und Proaktivität eher weiter schwächt.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Transformation der IT-Abteilung?
Die Kultur ist ein entscheidendes Handlungsfeld. Eine Fehlervermeidungskultur wirkt kontraproduktiv, während eine offene Kultur, die eigenständiges Denken und Risikoakzeptanz würdigt, die Basis für unternehmerisches Handeln in IT-Abteilungen bildet.
Ist der vorgeschlagene Lösungsansatz als Patentlösung zu verstehen?
Nein, der Autor betont im Fazit explizit, dass unternehmerisches Denken in IT-Abteilungen zwar ein denkbares Modell ist, jedoch aufgrund des hohen Veränderungsaufwands keine universelle Patentlösung für alle Unternehmen darstellt.
- Arbeit zitieren
- Michael Pinnecke (Autor:in), 2011, Unternehmerisches Denken und Handeln in IT-Abteilungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178675