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Kinder unter dem Einfluss des Leitmediums Fernsehen – Betrachtungen medienkritischer Topoi

Title: Kinder unter dem Einfluss des Leitmediums Fernsehen – Betrachtungen medienkritischer Topoi

Term Paper , 2011 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Eva-Christiane Schwippert (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous

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Medienkritische Betrachtungen gibt es, seit sich technische Hilfsmittel - der einst nackten Kommunikation durch Sprache - zwischen Sender und Empfänger geschoben haben. So befürchtet Platon, das Nachlassen der Gedächtnisleistung derer, die ihr Wissen auf Schriften stützen, denn „[i]m Vertrauen auf die Schrift werden sich von nun an die Menschen an fremden Zeichen und nicht mehr aus sich selbst erinnern“ können. Ebenso erhalte der Lesende nur den Schein „einer großen Weisheit“, nicht aber die Wahrheit.
Mit der Erfindung des Buchdrucks verstärken sich diese medienkritischen Aussagen. Der Verlust des Wirklichkeitssinns steht auch hier im Vordergrund, wobei Kinder und Jugendliche besonders bedroht scheinen. So schreibt Heinrich Wolgast ca. 2000 Jahre nach Platon eine Medienkritik, die eine schädigende Wirkung der Jugendliteratur ins Blickfeld rückt. Die „Charakterentwicklung unserer Jugend“4 müsse positiv gefördert werden, indem sie nicht in den Genuss von pseudodichterisch verfassten „Sagen und Volksbücher“5 komme, sondern Werke lese, die „Bildungswert“6 haben und von naturnah beschreibenden „echte[n] Dichter[n]“7 stammen. Wolgast kritisiert, dass die natürliche entwicklungsbedingte Phase einer vermehrten Gewaltbereitschaft von Jugendlichen durch den Konsum minderwertiger Literatur verstärkt und verlängert würde.9
In dieser Hausarbeit ist die zentrale Frage, welches sind beliebte Topoi, denen sich Medienkritiker bedienen, um ihre Thesen, einer Beurteilung von Gefahren oder Nutzen durch den Gebrauch des Leitmediums Fernsehen für Kinder und Jugendliche, zu stützen. Haben sie sich seit der Verbreitung des Fernsehens in Bezug auf Heranwachsende verändert und welche Zielgruppen werden mit welchen Topoi belegt? Die Genese der Bildfeindlichkeit und den daran aufgebauten kulturkritischen Topoi, die im unmittelbaren Zusammenhang medienkritischer Diskurse stehen, schließen die Hausarbeit ab. Einige exemplarisch gewählte Medienkritiker sollen den Gebrauch herkömmlicher Argumentationen stützen. Dies sind, die überwiegend journalistisch Tätigen Marie Winn und Steven Johnson und die Medienwissenschaftler Neil Postman und Werner Glogauer, sie führen ihre Thesen in Monografien aus. Der Psychologe Manfred Spitzer liefert hier als Quelle seine Vorlesung „Vorsicht Bildschirm“ die auf video.google.com zur Verfügung steht. Ein exemplarischer Zeitungsartikel aus dem Jahr 2007 von Christian Müller gibt weitere Aufschlüsse über verbreitete medienkritische Argumentationsmuster.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - Medien, Medienkritik und Topoi

2. Rhetorische Topoi der Medienkritiker

2.1. Formale Topoi

3. Positionen medienkritischer Diskurse

3.1. Wahrnehmung der Wirklichkeit

3.2. Körper und Seele

3.3. Die Entwicklung des Kindes

3.4. Familie, Erziehung und die Rolle der Eltern

4. Gesellschafts- und kulturkritische Diskurse

4.1. Exkurs – Ikonoklasmus verwandelt die Kultur

4.2. Kulturkritische Topoi

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die medienkritischen Argumentationsmuster, sogenannte Topoi, die im Diskurs über den Einfluss des Leitmediums Fernsehen auf Kinder und Jugendliche verwendet werden. Das primäre Ziel ist es, die rhetorischen Strategien und wiederkehrenden Denkmuster zu identifizieren, mit denen Medienkritiker Gefahren oder Nutzen des Fernsehkonsums für Heranwachsende begründen.

  • Analyse rhetorischer und inhaltlicher Topoi in der Medienkritik
  • Untersuchung der Wahrnehmungs- und Entwicklungsbeeinflussung durch Fernsehen
  • Diskussion der elterlichen Verantwortung und Erziehungssituation
  • Betrachtung gesellschafts- und kulturkritischer Diskurse
  • Einordnung historischer Bildfeindlichkeit in den heutigen Medienkontext

Auszug aus dem Buch

3.1. Wahrnehmung der Wirklichkeit

Realität und Illusion nicht unterscheiden zu können und aufgrund dessen unter Wahrnehmungsstörungen zu leiden, ist ein Topos, den oftmals schon Erwachsenen zuteilwird. Unreife Kinder unterliegen ergo einer sehr viel höheren Bedrohung, so wird angenommen. Ihre Wahrnehmungsfähigkeit sei ungeschult; Wirklichkeiten können noch nicht differenziert erkannt werden. Es wird vermutet, dass jüngere Kinder, die häufig fernsehen, Farben nur verschwommen rezipieren können und somit „Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung“ des Tatsächlichen haben. Die kindliche Aufnahme seiner Umwelt bleibt unklar und undeutlich, es erfährt eine „verarmte Realität“. Marie Winn spricht von kindlicher „Trance“, die Kinder entwickeln, um so einer „Reizüberflutung“ durch schnelle Bildwechsel entkommen zu können. Die Gefahr einer Bewusstseinsveränderung sei wahrscheinlich, bis hin zu einem suchtähnlichen Fernsehgebrauch, die eine spätere Drogenabhängigkeit fördere.

Durch „medienbezogenes Spielen“ geraten auch ältere Kinder, so wird vermutet, in eine „Scheinwelt des Fernsehens“ die das Realitätsbewusstsein eingrenzt. Die Wirkung von „Lichteffekte[n]“ die über den Bildschirm flackern, werden verbunden mit mannigfaltigen Reaktionen, so sind Betroffene „sekundenlang nicht ansprechbar, verdrehen die Augen“ und „bekommen Zuckungen.“ Eine hypnotische Wirkung, die auch Erwachsene halluzinieren lasse, geht mit einer Verminderung des ohnehin noch unterentwickelten Willens der Kinder einher. Medienkritiker attestieren Orientierungsdefizite und Willensschwäche. Je jünger die Kinder sind, die im Fokus dieses Diskurses stehen, um so negativer sind sie konnotiert. Die vermutete Bedrohung einer nicht kontrollierbaren Zuschauerhypnose – ursprünglich auch als ein medizinisches Heilverfahren eingesetzt - durch den Fernseher, beschreibt Christina Bartz auf Grundlage eines Spiegel-Artikels aus dem Jahr 1947. Heutige Medienkritiker nehmen diesen pathologisierenden Begriff 50 Jahre später noch immer als Topos auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung - Medien, Medienkritik und Topoi: Diese Einleitung führt in die Definition von Medien und den Begriff des Topos ein und umreißt die medienkritische Auseinandersetzung von Platon bis zur Moderne.

2. Rhetorische Topoi der Medienkritiker: Hier werden die formalen und rhetorischen Strategien beleuchtet, die Kritiker nutzen, um ihre Argumente zu stützen und Glaubwürdigkeit zu erzeugen.

3. Positionen medienkritischer Diskurse: Dieses Kapitel analysiert spezifische inhaltliche Argumente, darunter die Beeinflussung der Wahrnehmung, gesundheitliche Auswirkungen, kindliche Entwicklungsprozesse sowie die Rolle der Eltern.

4. Gesellschafts- und kulturkritische Diskurse: Es wird untersucht, wie medienkritische Diskurse in eine umfassendere Kulturkritik münden, inklusive eines Exkurses zur historischen Bildfeindlichkeit.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer vorurteilsfreien Selbstreflexion im Umgang mit medienkritischen Topoi.

Schlüsselwörter

Medienkritik, Topoi, Fernsehen, Kinder, Jugendliche, Wahrnehmung, Erziehung, Medienpädagogik, Kulturkritik, Rhetorik, Realitätsverlust, Bildfeindlichkeit, Medienkonsum, Bildschirmmedien, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die medienkritischen Diskurse rund um das Leitmedium Fernsehen und analysiert dabei die rhetorischen Argumentationsfiguren (Topoi), die bei der Beurteilung von Kindern und Jugendlichen angewendet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die Auswirkungen des Fernsehens auf Wahrnehmung, psychische und physische Gesundheit, kindliche Entwicklung sowie die Verantwortung der Eltern und die gesellschaftliche Kulturkritik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Topoi zu identifizieren, mit denen Medienkritiker Gefahren oder Nutzen durch den Fernsehgebrauch begründen und die sich über die Jahre im Diskurs festgesetzt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine induktive Methode an, bei der sie gängige Meinungen zu Kindern im Medienkontext analysiert und diese mit Denkansätzen zur elterlichen Rolle und gesellschaftlichen Auswirkungen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert rhetorische Topoi, Diskurse zur Wahrnehmungsfähigkeit, Fragen der Gesundheit und Seele, die kindliche Entwicklung, familiäre Aspekte sowie kulturkritische Positionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienkritik, Topoi, Sozialisation, Medienpädagogik, Kulturkritik und Bildfeindlichkeit.

Warum spielt der Begriff des „Topos“ eine so zentrale Rolle?

Der Begriff Topos wird hier verwendet, um wiederkehrende, oft unhinterfragte Argumentationsmuster zu identifizieren, die als „Gemeinplätze“ dienen, um komplexe Medieneinflüsse vereinfacht zu beurteilen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Medienkritik?

Die Autorin stellt fest, dass medienkritische Topoi zwar die öffentliche Debatte prägen, aber oft zur Vereinfachung komplexer Sachverhalte führen und eine objektivere, vorurteilsfreie Analyse des Phänomens Medium behindern können.

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Details

Title
Kinder unter dem Einfluss des Leitmediums Fernsehen – Betrachtungen medienkritischer Topoi
College
University of Hagen  (Institut für neuere deutsche und europäische Literatur)
Grade
1,3
Author
Eva-Christiane Schwippert (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V178439
ISBN (eBook)
9783656004622
ISBN (Book)
9783656005179
Language
German
Tags
Medienwissenschaft Medien Literaturwissenschaft Topoi Fernsehen Medienkritik Kinder Jugendliche Platon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva-Christiane Schwippert (Author), 2011, Kinder unter dem Einfluss des Leitmediums Fernsehen – Betrachtungen medienkritischer Topoi, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178439
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