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"Denke an die Russen in Europa, und Du wirst die Aktualität verstehen..."

Griechen und Perser in Oskar Kokoschkas Triptychon ,Thermopylae' - ein Beitrag zur Herodot-Rezeption

Titel: "Denke an die Russen in Europa, und Du wirst die Aktualität verstehen..."

Bachelorarbeit , 2008 , 45 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: B.A. Michael Peter Schadow (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1.1 Thema, Fragestellung und Vorgehen

Am Anfang der griechischen Geschichtsschreibung steht Herodot (ca. 485-424)1. In seinen neun Büchern umfassenden ‚Historien’ schildert der „pater historiae“2 den Konflikt zwischen Griechen und Persern, der sich im Verlauf der Erzählung zu einem offenen Krieg entwickelt. Daneben lässt der antike Autor zahlreiche Exkurse über die geo- und ethnografische Vielfalt der ihm bekannten Welt einfließen. Unzählige Gelehrte haben sich seit ihrer Veröffentlichung, zwischen 430 und 425
v. Chr. in Athen3, der Exegese dieser zentralen Quelle der griechischen Antike gewidmet. Gefangen in den Schranken ihrer „hermeneutischen Situation“4 stellte jede Generation ihre spezifischen Fragen an den Text und verband in ihrem Streben nach „Wahrheit“ die antike Überlieferung auf diese Weise unausweichlich mit den Problemen ihrer Zeit.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht mit Oskar Kokoschkas (1896-1980) Triptychon ‚Thermopylae’ eine visuelle Interpretation der antiken Überlieferung, die im Jahr 1954 unter dem Eindruck des Kalten Krieges im schweizerischen Villeneuve entstand. Der Maler greift darin die von Herodot im siebenten und achten Buch seiner Erzählungen geschilderten Ereignisse um die Schlacht an den Thermopylen und die persische Eroberung Athens auf und verleiht ihnen durch das Medium des Bildes auf einer Fläche von 2,25 x 8,00 m monumentalen Ausdruck. Auffällig ist die antithetische Struktur des eigens für die Hamburger Universität angefertigten Triptychons.
Insbesondere bei der Darstellung von Personen und Personengruppen tritt sie deutlich hervor. Es gilt daher danach zu Fragen, wie Kokoschka Griechen und Perser in seinem Triptychon abgebildet
hat, inwiefern er dabei von der Darstellung bei Herodot abgewichen ist und welche politische Botschaft er dadurch transportieren wollte.
[...]
_____
1 Über das genaue Geburtsjahr Herodots herrscht nach wie vor Uneinigkeit, vgl. u.a. Meier, M.: s.v. Herodotos, in:
DNP, Bd. 5, 1998, Sp. 469-475, Sp. 469.
2 Cic. de. leg. I, 1,5.
3 Vgl. Bichler, R./Rollinger, R.: Herodot, (=Studienbücher Antike, Bd. 3), Hildesheim 2000, S. 13.
4 Gadamer, H.-G.: Was ist Wahrheit?, in: Ders.: Wahrheit und Methode. Ergänzungen. Register, (=Gesammelte Werke,
Bd. 2: Hermeneutik II), Tübingen 1986, S. 44-56, S. 51.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thema, Fragestellung und Vorgehen

1.2 Forschungsstand und Quellenlage

2. Griechen und Perser bei Herodot

2.1 Herodot als Quelle

2.2 Ereignisse: die Schlacht an den Thermopylen und die Eroberung Athens

2.3 Charaktere: Leonidas, Ephialtes, Megistias, Xerxes

2.4 Strukturen: die Griechen-Barbaren-Antithese

2.4.1 Die Polysemie der Überlieferung - Textaussagen und Deutungsspielräume in den 1950er Jahren und heute

2.4.2 Die Funktionalisierung der Gegenbegriffe

3. Griechen und Perser in Oskar Kokoschkas Triptychon ,Thermopylae‘

3.1 Exkurs zur Methode der Bildanalyse und -interpretation

3.2 Oskar Kokoschka: ,Thermopylae oder der Kampf um die Errettung des Abendlandes‘

3.2.1 Genese, Urheberschaft und Zweck des Bildes

3.2.2 Bildbeschreibung

3.2.3 Bildanalyse und -interpretation

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Triptychon „Thermopylae“ von Oskar Kokoschka als visuelle Interpretation antiker Überlieferungen, insbesondere vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Dabei wird analysiert, wie der Maler historische Stoffe des Herodot verändert, um sie für eine politische Botschaft im akademischen Milieu der 1950er Jahre zu instrumentalisieren und das Konzept des „Abendlandes“ zu propagieren.

  • Herodot-Rezeption und die Griechen-Barbaren-Antithese
  • Politische Instrumentalisierung der Antike in der Nachkriegszeit
  • Semiotische Bildanalyse von Kokoschkas Triptychon
  • Ideengeschichte des „Abendlandes“ im Kalten Krieg
  • Visuelle Strategien und politische Absichten des Malers

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Genese, Urheberschaft und Zweck des Bildes

Die Entstehungsgeschichte des ‚Thermopylae’-Triptychons führt in das engmaschige Netz von Kunst und Politik in der Ära des Kalten Krieges. So sorgte der 1896 in Österreich geborene Kokoschka bereits vor und während seiner Zeit im Londoner Exil, in das der von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamierte Maler 1938 fliehen musste, mit politischen Bildern für Aufsehen. Damals drückte er noch in Plakaten und mit politischen Allegorien seine Sympathien für den Kommunismus aus. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und vor allem in den vom Kalten Krieg bewegten 1950er Jahren vollzog der politische Kokoschka indes eine Wandlung zum Konservativen.

Hinzu kommt die wachsende Kritik des Malers an der modernen, rationalistischen Massengesellschaft. Unter dem Eindruck der Destruktionskraft zweier Weltkriege, den Erfahrungen von Totalitarismus, Exil und Heimatverlust wird sie zu einem Grundmotiv, das sich an vielen Stellen im Spätwerk Kokoschkas wiederfindet. 1944 äußert er in einem Gespräch seine Furcht davor, dass der „Europäer werde wie der asiatische Millionenmensch, der ohne Erfahrung sei und ohne Bewußtsein“. In dieser Situation könne nur der an humanistische Traditionen anknüpfende Künstler helfen. Diese Sehnsucht nach dem humanistischen Erbe Europas verband sich mit einem Feldzug gegen die abstrakte Kunst der Moderne, welchen Kokoschka in der Nachkriegszeit insbesondere gegen den nach wie vor vom Kommunismus überzeugten Picasso führte.

In Hinblick auf die zeitgenössische Herodot-Rezeption und deren politische Instrumentalisierung wurde auf die Bedeutung des Abendland-Begriffs bereits hingewiesen. Wenig verwunderlich ist es daher, wenn nun auch bei der Genese des ‚Thermopylae’-Triptychons Kokoschkas Vorstellung des Abendlandes eine tragende Rolle spielt. Denn wie viele seiner Zeitgenossen sehnte der Maler sich in der Nachkriegszeit nach dem Erbe des Abendlandes, das als Völker verbindender Bezugspunkt den Weg in eine gemeinsame europäische Zukunft weisen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema, die Forschungsfrage zur Interpretation Herodots durch Kokoschka und die methodische Vorgehensweise.

2. Griechen und Perser bei Herodot: Analyse des historischen Stoffes bei Herodot, der Charakterzeichnungen und der Funktionalisierung der Griechen-Barbaren-Antithese.

3. Griechen und Perser in Oskar Kokoschkas Triptychon „Thermopylae“: Detaillierte semiotische Analyse des Gemäldes, seiner Entstehungsgeschichte sowie der politischen Symbolik des „Abendlandes“.

4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Bildkontextes und der instrumentellen Verformung des antiken Mythos.

Schlüsselwörter

Oskar Kokoschka, Thermopylae, Herodot, Antike, Perserkriege, Kalter Krieg, Abendland, Bildanalyse, Semiotik, Geschichtsbild, Politische Kunst, Ideologie, Griechen-Barbaren-Antithese, Leonidas, Xerxes.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Maler Oskar Kokoschka antike Ereignisse aus dem Herodot-Bericht in seinem Triptychon „Thermopylae“ verarbeitet und politisch umdeutet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die antike Geschichtsschreibung des Herodot, die künstlerische Bildanalyse sowie die Ideengeschichte des westlichen „Abendland“-Begriffs während des Kalten Krieges.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, wie Kokoschka Griechen und Perser im Triptychon abbildet, inwiefern er vom antiken Original abweicht und welche spezifische politische Botschaft er damit transportieren wollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen kommunikativ orientierten, auf der strukturalen Semiotik basierenden Ansatz, um Bedeutungsebenen im Bild zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst das Herodot-Bild der damaligen Zeit und untersucht anschließend die Genese, Beschreibung und semiotische Interpretation des „Thermopylae“-Triptychons.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kokoschka, Thermopylae, Herodot, Kalter Krieg, Abendland-Ideologie und politische Instrumentalisierung.

Warum spielt die Figur des „Zauderers“ im Triptychon eine zentrale Rolle?

Der Zauderer fungiert als direkter Appell an den Betrachter, sich in der damaligen politischen Situation aktiv für Freiheit und Kultur gegen totalitäre Tendenzen zu entscheiden.

Wie verändert Kokoschka die antike Vorlage des Herodot in seinem Werk?

Kokoschka erfindet Figuren (wie den Zauderer) und Szenen (wie die Familienidylle), die bei Herodot nicht existieren, um eine antithetische Struktur zwischen „gutem“ Abendland und „bösem“ asiatischem Osten zu konstruieren.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Denke an die Russen in Europa, und Du wirst die Aktualität verstehen..."
Untertitel
Griechen und Perser in Oskar Kokoschkas Triptychon ,Thermopylae' - ein Beitrag zur Herodot-Rezeption
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
B.A. Michael Peter Schadow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
45
Katalognummer
V178122
ISBN (eBook)
9783640999699
ISBN (Buch)
9783656011026
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thermopylen Thermopylae Semiotik Roland Barthes Herodot Rezeptionsgeschichte Visual History Kalter Krieg Abendland Strukturalismus Griechen-Barbaren-Antithese
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Michael Peter Schadow (Autor:in), 2008, "Denke an die Russen in Europa, und Du wirst die Aktualität verstehen...", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178122
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  45  Seiten
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