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Primäre und sekundäre Qualitäten bei Locke und Berkeley

Title: Primäre und sekundäre Qualitäten bei Locke und Berkeley

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Marx (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

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Summary Excerpt Details

John Lockes „Versuch über den menschlichen Verstand“ stellt sein Hauptwerk zur
Erkenntnistheorie dar. Es erschien in der ersten Auflage 1690 in London und Locke
bemüht sich darin den Ursprung und die Funktionsweise der menschlichen
Wahrnehmung und des menschlichen Geistes zu erforschen. Als einer der großen
frühen Vertreter des Empirismus ist er sehr bemüht alle seine Erkenntnisse einzig
durch präzise Beobachtung und Analyse des eigenen Geistes und Körpers zu
erlangen. Dementsprechend lässt sich seine Hauptthese bezüglich der
Wahrnehmung in etwa so wiedergeben, dass es nichts in unserem Verstand gibt,
dass nicht durch eine wie auch immer geartete Erfahrung zu diesem gelangt wäre.
Damit spricht er sich deutlich gegen das Konzept der angeborenen Ideen aus und
legt dazu seine eigene Position dar. Im Rahmen seiner Theorie erkennt er, dass es
Dinge geben müsse, die sogenannte primäre Qualitäten besitzen müssten, womit er
behauptet, sie existieren von sich aus wirklich und körperlich in dieser Welt.
Dem wird in der Folge unter anderem George Berkeley vehement widersprechen.
Berkeley, welcher Bischof ist und auch entsprechend theologisch ausgerichtet,
verfasst sein eigenes Werk zu diesem Thema. 1710 erscheint „Eine Abhandlung über
die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis“, welches Lockes Wahrnehmungstheorie
Punkt für Punkt aufgreift und kritisiert. Berkeley vertritt streng die Position, dass alles
was wahrgenommen werden kann, ausschließlich in der Wahrnehmung existiert.
Damit meint er im Besonderen auch die Eigenschaften der vermeintlich physischen
Dinge und spricht ihnen eine Existenz außerhalb des Wahrgenommenwerdens ab.
Die Theorien Lockes und Berkeley sollen in dieser Arbeit untersucht und
nachvollzogen werden, mit dem Ziel die Übereinstimmungen, die Streitpunkte und die
Art der Argumentation in beiden Theorien auszuführen und darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Primäre und Sekundäre Qualitäten und die Wahrnehmung bei Locke

3. Berkeleys Position und seine Kritik an Locke

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die erkenntnistheoretischen Positionen von John Locke und George Berkeley hinsichtlich der Wahrnehmungstheorie, insbesondere die Unterscheidung von primären und sekundären Qualitäten sowie die Existenz einer materiellen Substanz.

  • Empiristische Erkenntnistheorie bei John Locke
  • Differenzierung zwischen primären und sekundären Qualitäten
  • Berkeleys Kritik an Lockes Materiebegriff und Trägersubstanz
  • Die Rolle der Wahrnehmung für die Existenz von Objekten
  • Vergleich der argumentativen Ansätze in der Wahrnehmungsphilosophie

Auszug aus dem Buch

2. Primäre und Sekundäre Qualitäten und die Wahrnehmung bei Locke

Um den Disput zwischen Locke und Berkeley bezüglich der Materie bzw. der Unterscheidung zwischen primären und sekundären Qualitäten angemessen betrachten zu können, muss zunächst der theoretische Ansatz Lockes zur Wahrnehmung nachvollzogen werden. Er geht davon aus, dass alle Ideen in der Erfahrung begründet liegen. Dies impliziert, dass Locke entschieden die Position vertritt, es gäbe keine angeborenen Ideen; eine Streitfrage zu der zum Beispiel Leibniz in seinem „Neue Versuche über den menschlichen Verstand“ eine starke Gegenposition vertreten wird.

Die beiden Möglichkeiten, wie die Ideen erfahren werden können, sind für Locke die von außen durch die Sinne dem Verstand übermittelten Eindrücke, die er Sensationen nennt, und die Betrachtung der Operationen des eigenen Verstandes, welche er Reflexion nennt. Dass Reflexion und Sensation die einzigen beiden Möglichkeiten sind eine Idee zu haben, bedeutet nach Locke ebenfalls, dass es unmöglich ist, eine Idee zu entwickeln die „neu“ wäre und sich nicht auf etwas zurückführen ließe, dass die Sinne bereits einmal rezipiert oder der Verstand bereits einmal reflektiert habe. Ebenso können Ideen mittels des Verstandes nicht vernichtet werden.

Die Art der Ideen, die man haben kann, unterteilt Locke in einfache und komplexe Ideen. Einfache Ideen vermitteln genau einen Eindruck und bedingen „eine einheitliche Erscheinung oder Vorstellung im Geist“. Sie sind in keine weiteren „Unterideen“ oder Eindrücke zergliederbar. Indes ist es die Regel, dass von ein und demselben Gegenstand mehrere Ideen gleichzeitig durch die Sinne wahrgenommen werden können, wie z.B. die Kälte und Härte an einem Stück Eis. Diese Ideen sind zwar unauflöslich miteinander verwoben im entsprechenden Gegenstand, werden aber als etwas jeweils unterschiedliches wahrgenommen und sind an sich nicht weiter teilbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die erkenntnistheoretische Fragestellung von John Locke und George Berkeley bezüglich des Ursprungs menschlicher Wahrnehmung ein.

2. Primäre und Sekundäre Qualitäten und die Wahrnehmung bei Locke: Dieses Kapitel erläutert Lockes Unterscheidung zwischen Sensation und Reflexion sowie die Klassifizierung in einfache und komplexe Ideen sowie primäre und sekundäre Qualitäten.

3. Berkeleys Position und seine Kritik an Locke: Hier wird Berkeleys Gegenposition dargestellt, die die Existenz von Dingen außerhalb des Geistes und die Annahme einer materiellen Trägersubstanz kritisch hinterfragt.

4. Resümee: Das Kapitel fasst die Unvereinbarkeit der erkenntnistheoretischen Positionen beider Philosophen zusammen, insbesondere hinsichtlich der göttlich begründeten Wahrnehmung.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Primärliteratur für die vorliegende Arbeit.

Schlüsselwörter

Erkenntnistheorie, Wahrnehmung, John Locke, George Berkeley, Empirismus, primäre Qualitäten, sekundäre Qualitäten, Materie, Substanz, Sensation, Reflexion, Ideenlehre, perzipieren, Wahrnehmungsphilosophie, Existenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die erkenntnistheoretischen Unterschiede zwischen John Locke und George Berkeley, wobei der Fokus auf deren Auffassungen zur materiellen Welt und zur menschlichen Wahrnehmung liegt.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Ursprung von Ideen, die Differenzierung zwischen primären und sekundären Qualitäten sowie das Konzept der Trägersubstanz.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Streitpunkte und Argumentationslinien beider Philosophen in Bezug auf die Existenz von Materie jenseits der Wahrnehmung darzustellen und zu kontrastieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf den Hauptwerken beider Denker basiert, um deren Argumentationsstrukturen nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Lockes empiristischer Theorie und die darauffolgende Kritik durch Berkeley, die die Existenz materieller Substanz ablehnt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Empirismus, primäre und sekundäre Qualitäten, Substanz, Sensation, Wahrnehmungstheorie und Berkeleys Idealismus.

Warum lehnt Berkeley die von Locke postulierten primären Qualitäten als materielle Eigenschaften ab?

Berkeley argumentiert, dass auch diese Qualitäten nur in der Wahrnehmung existieren und keine vom Geist unabhängige materielle Existenz haben können.

Welchen Stellenwert nimmt der Begriff der „Substanz“ bei Locke und Berkeley ein?

Während Locke die Substanz als notwendigen Träger für Qualitäten postuliert, kritisiert Berkeley dies als unbegründete Annahme, da für ihn alles Sein nur im Perzipiertwerden besteht.

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Details

Title
Primäre und sekundäre Qualitäten bei Locke und Berkeley
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Philosophie)
Course
Wahrnehmungsphilosophie
Grade
1,7
Author
Thomas Marx (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V177840
ISBN (eBook)
9783640996810
ISBN (Book)
9783640996933
Language
German
Tags
Locke Berkeley primäre Qualitäten sekundäre Qualitäten Materie Wahrnehmungsphilosophie Versuch über den menschlichen Verstand Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Marx (Author), 2010, Primäre und sekundäre Qualitäten bei Locke und Berkeley, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177840
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