Nonverbale Kommunikation dürfte den meisten Menschen bekannt sein und mit Beginn der Ausstrahlung1 der TV-Serie „Lie to me“ wurde das Thema publikumswirksam in die heimischen Wohnzimmer gebracht. Einschlägige Ratgeber beschäftigen sich mit der Körpersprache und bieten ihren Lesern Hilfe im beruflichen Alltag2 oder in verschiedenen Situationen3 an. Es ist selbstverständlich in der zwischenmenschlichen Kommunikation zu nonverbalen Signalen zu greifen, zumeist geschieht dies vollkommen unbewusst und manche davon sind nur mit großen Aufwand unterdrückbar. In der Kommunikation der TV-Werbung wird der körperliche Ausdruck gezielt eingesetzt, soll aber zugleich den Schein des Echten und Spontanen erwecken (Hickethier, 2007, S. 171).Da es sehr viel Werbung für die verschiedensten Zielgruppen, gibt, wird die Untersuchung auf die Werbung im Abendprogramm von ca. 19 Uhr bis 23 Uhr beschränkt. Vormittags und Nachmittags kann man davon ausgehen, dass unter anderem bzw. zwischen einschlägigen Kindersendungen überwiegend Kinder als Zielgruppe angesprochen werden und nach 23 Uhr, im Nachtprogramm, beginnt zunehmend sexuell orientierte Werbung einzufließen. In der Regel kann man davon ausgehen, dass die zu untersuchenden Werbeclips also die Kernzielgruppe der 14- bis 49-jährigen anvisiert (Karstens, Schütte, 2010, S. 23). Diese Hausarbeit soll untersuchen, ob bei menschlichen Akteuren innerhalb der TV-Werbung zu nonverbaler Kommunikation gegriffen wird und in welchem Umfang dies stattfindet. Deren Wirksamkeit ist nicht Gegenstand dieser Arbeit. Dazu wird die nicht-hörbare und in der Mimik erkennbare nonverbale Kommunikation der Schauspieler in den Werbeclips mit der Methode des EmFACS (emotional Facial Action Coding System) erfasst und in einen vorbereiteten Fragebogen eingetragen. Die dadurch ermittelten Daten werden später, mit Hilfe eines Kodierbogens, in eine SPSS-Datei übertragen und danach weiterverarbeitet. Eine umfassendere Erfassung über diese Eingrenzung hinaus ist für den Rahmen einer Hausarbeit zu aufwändig und zu weitgreifend. Einführend erfolgt die Definition des Werbebegriffs, also was man sich unter Werbung vorstellen kann und welchen Regelungen die Werbung als solche unterworfen ist. Daraufhin befasst sich diese Hausarbeit mit dem Begriff der Kommunikation, was man darunter versteht und wie diese abläuft.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Vorgehensweise
2 Theorie und Forschungsstand
2.1 Werbung
2.2 Nonverbale Kommunikation
2.3 Forschungsstand
2.4 Fragestellung und Hypothesen
3 Konzeption und Methoden
3.1 Stichprobe, Datenerhebung und Operationalisierung
3.2 Objektivität, Reliabilität und Validität
4 Ergebnisse
5 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Vorkommen und den Umfang nonverbaler Kommunikation bei menschlichen Akteuren in der deutschen TV-Werbung. Dabei soll analysiert werden, inwieweit nonverbale Signale in Werbespots genutzt werden, ob die Dauer des Auftritts menschlicher Akteure mit der Häufigkeit dieser Signale korreliert und welche spezifischen emotionalen Ausdrücke dabei am häufigsten eingesetzt werden.
- Analyse der Verbreitung nonverbaler Kommunikation in TV-Werbespots
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Auftrittsdauer und nonverbalen Elementen
- Identifikation und Kategorisierung emotionaler Ausdrücke mittels EmFACS
- Empirische Auswertung basierend auf einer Stichprobe von 168 Werbespots
Auszug aus dem Buch
2.2 Nonverbale Kommunikation
Man kann nicht nicht kommunizieren. Watzlawick vertritt 2007 die Auffassung, dass man, selbst wenn man nicht reagiert oder keine Laute von sich gibt, nach wie vor mit seiner Außenwelt kommuniziert. Er unterscheidet zwischen Mitteilungen und Interaktionen. Erstere ist der Fall, wenn es sich um eine einzelne Kommunikation handelt; letztere tritt dann auf, wenn das Ziel, unabhängig ob eine oder mehrere Personen, antwortet, also interagiert. Das „Material“ der Kommunikation sind nach Watzlawick nicht nur Worte, sondern auch Gestik, Körperhaltung, Ausdrucksbewegungen und paralinguistische Phänomene wie z.B. Tonfall, Tonlage, Sprechpausen, Lachen etc. Somit hat Verhalten eine Eigenschaft, die gerne übersehen wird: Man kann sich nicht nicht verhalten. Das Handeln oder Nichthandeln beeinflusst auf seine Weise die eigene Umgebung (Watzlawick, 2007, S. 50ff).
Zwischenmenschliche Kommunikation funktioniert auf verschiedenen Ebenen. Es gibt mindestens einen Sender und mindestens einen Empfänger einer Nachricht. Die jeweilige Nachricht wird ebenso auf verschiedenen Ebenen aufgefasst. Schulz v. Thun hat 1984 hierzu ein Kommunikationsmodell entwickelt, das sich grafisch wie folgt darstellt:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Vorgehensweise: Hinführung zum Thema der nonverbalen Kommunikation in der Werbung und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2 Theorie und Forschungsstand: Definition von Werbung und nonverbaler Kommunikation sowie Diskussion des aktuellen Forschungsstandes und der relevanten Systeme zur Emotionsmessung wie EmFACS.
3 Konzeption und Methoden: Beschreibung der Stichprobenauswahl, der Erhebung der Werbespots sowie der Operationalisierung der Daten für die anschließende statistische Analyse.
4 Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten, statistische Auswertung der Hypothesen und Darstellung der Verteilung nonverbaler Elemente.
5 Zusammenfassung und Fazit: Reflektion der Ergebnisse, kritische Würdigung der Methodik und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Nonverbale Kommunikation, TV-Werbung, EmFACS, Körpersprache, Mimik, Werbewirkung, Emotionen, psychologische Kommunikation, Mediensprache, Verhaltensanalyse, Kommunikationsmodell, Werbespot
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Vorkommen und die Häufigkeit nonverbaler Kommunikation bei Akteuren in der deutschen TV-Werbung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die nonverbale Kommunikation, Werbepsychologie und die empirische Messung von Emotionen durch das EmFACS-System.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Umfang und die Art der nonverbalen Kommunikation in Werbespots zu quantifizieren und deren Zusammenhang mit Faktoren wie der Auftrittsdauer zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine inhaltsanalytische Beobachtung von 168 Werbespots durchgeführt, wobei das System EmFACS (emotional Facial Action Coding System) zur Kodierung der mimischen Ausdrücke genutzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Kommunikation, den Forschungsstand, die detaillierte Methodik der Datenerhebung sowie die statistische Auswertung und Präsentation der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind nonverbale Kommunikation, TV-Werbung, EmFACS, Mimik, Körpersprache und Werbewirkung.
Welches Ergebnis zeigte sich hinsichtlich der am häufigsten dargestellten Emotion?
Die Auswertung ergab, dass die Emotion „Freude“ in den untersuchten Werbespots am häufigsten durch Mimik zum Ausdruck gebracht wird.
Gab es einen messbaren Zusammenhang zwischen Auftrittsdauer und nonverbalen Signalen?
Ja, es konnte eine leichte Korrelation zwischen der Auftrittsdauer menschlicher Akteure und der Anzahl der genutzten nonverbalen Elemente festgestellt werden.
Welche Rolle spielt die Werbeart für das Ergebnis?
Es wurde beobachtet, dass verschiedene Werbetypen unterschiedliche Stile nutzen und die Akteure je nach Spot-Dauer mehr oder weniger mimische Elemente einsetzen.
- Quote paper
- Andrea Widmann (Author), 2011, Die Nutzung nonverbaler Kommunikation in der deutschen TV-Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177567