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Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

Eine Parabel von religionspolitischer Brisanz?

Title: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

Term Paper , 2010 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Margarete Berger (Author)

Theology - Biblical Theology

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Summary Excerpt Details

Nach Ernst Troeltsch vollzog sich in Deutschland ein Prozess im Zeitraum von fünfzig Jahren, bis es zu einer offenen Debatte über die Problematik historisch-kritischer Hermeneutik kam. Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts kamen zunächst Persönlichkeiten wie Ferdinand Hahn, Martin Hengel und Peter Stuhlmacher kritisch zu Wort. Im Laufe der Debatte stellten sich vor allem folgende Anfragen an die Exegese: Oft erachtete man die dis-tanzierte Herangehensweise an Bibeltexte als „atomistisch und zersetzend“ . Gerade im pasto-ralen Kontext führte dies zu Unsicherheiten im Umgang mit biblischer Literatur. Das Ziel, dem Leser durch die biblische Lektüre die Reich-Gottes-Botschaft zu vermitteln, schien das Gegenteil zu erreichen, da man mit der sehr wissenschaftlich und akademischen kritisch-historischen Methode wenig in einer christlichen Gemeinschaft erreichen konnte. Der lebens-praktische Wert schien irrelevant zu werden.
In heutiger Situation ist dennoch eine Art Apologie der historisch-kritischen Methode zu be-obachten, die sich auf folgende Argumente stützt: Sie bietet Raum für eine pluralistische Ar-gumentation biblischer Texte, kontrolliert durch historische Belege und vermeidet eine zu individualistische Auslegung durch Abwägung von Argumenten und Gegenargumenten.
Auch diese Hausarbeit bedient sich historisch-kritischer Methoden zur Erschließung einer lukanischen Parabel, die jedermann bekannt sein sollte: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Dabei wird eingrenzend der zweite Teil des Gleichnisses untersucht. Hier gilt es, nach einer ausführlichen Darstellung des textkritischen Apparates die Verfassung einer eigenen Überset-zung zu versuchen, sowie unter synchronen und diachronen Untersuchungen die Eigenarten des Textes herauszuarbeiten.
Beim ersten Lesen von Lk 15,25-32 stellen sich bereits mehrere Fragen: Unterstellt der ältere Sohn seinem Bruder, dass dieser sein Erbe mit Dirnen durchgebracht hat oder woher wusste er dies (Vers 30)? Er ist zornig, obwohl er nichts von der Bekehrungsabsicht des Jüngeren weiß. Weiter ist unklar, warum der Vater zum Älteren seiner Söhne sagt: „Alles meinige ist dein.“, doch dieser ihn um ein Böcklein bitten muss, bevor er es bekommt. Drittens ist unschlüssig, woher der Vater weiß, dass sein älterer Sohn draußen steht, obwohl man nichts davon erfährt, dass der Sklave ihm Bescheid gesagt hat. Diese Ansätze führen womöglich schon zu diachroner Untersuchung und sollen im Laufe der Arbeit geklärt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der textkritische Befund

2.1 Textkritischer Apparat

2.2 Diskussion der verschiedenen Übersetzungen

2.3 Eigene Übersetzung

3 Synchrone Untersuchung des Textes

3.1 Kontextabgrenzung und Einordnung

3.2 Segmentierung und Analyse der Story

3.2.1 Rekonstruktion der Ereignisfolge

3.2.2 Aktantengerüst

3.3 Sprachliche Analyse

3.3.1 Wortschatz

3.3.2 Wortarten und Wortformen

3.4 Syntaktische Analyse

3.4.1 Verknüpfung von Wörtern und Sätzen

3.4.2 Stilmerkmale

3.5 Semantische Analye

3.6 Pragmatische Analyse

3.6.1 Standort des Autors

3.6.2 Leserprofil

3.6.3 Intention

4 Diachrone Untersuchung des Textes

4.1 Literarkritik

4.2 Traditionskritik

4.3 Redaktionskritik

4.4 Literarische Abhängigkeiten

4.4.1 Synoptischer Vergleich

4.4.2 Alttestamentliche Zitate

4.5 Formale Abhängigkeiten

4.5.1 Form- und Gattungskritik

4.5.2 Motivkritik

4.5.3 Sitz im Leben

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,25-32) mit historisch-kritischen Methoden. Ziel ist es, durch textkritische, synchrone und diachrone Analysen die Eigenarten des Textes herauszuarbeiten und die religionspolitische Brisanz der lukanischen Parabel im Kontext der frühen Christengemeinden aufzuzeigen.

  • Textkritische Rekonstruktion und Übersetzung
  • Synchrone Untersuchung (Struktur, Sprache, Syntax, Semantik, Pragmatik)
  • Diachrone Analyse (Literar-, Traditions- und Redaktionskritik)
  • Untersuchung des Motivs der ungleichen Brüder
  • Einordnung in den Sitz im Leben der frühen Kirche

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Rekonstruktion der Ereignisfolge

Betrachtet man die Einteilung der Handlungsabläufe im thematisierten Abschnitt, sieht man versweise Motive, die bereits in 2.3 durch die Einteilung geschehen ist und die hier nicht erneut erwähnt werden sollen. Im weiteren Verlauf wird eine chronologische und versweise Untersuchung der Handlungsabläufe durchgeführt.

Vers 25: Lukas ist hier wichtig, dass der ältere Sohn heimkehrt, wenn das Fest schon längst in vollem Gange ist. Dabei setzen die συµφονια και χοροι das Verb ευφραινεσθαι aus Vers 24 in Szene. Die Abwesenheit des Älteren wird damit erklärt, dass er auf dem Acker war. Als er sich dem Haus nähert, hört er Musik und Reigen: συµφονια kann übersetzt werden als Zusammenspiel mehrerer Instrumente, es kann aber auch ein Dudelsack bzw. eine Doppelflöte gemeint sein. χορος wird nur im Neuen Testament als Reigentanz übersetzt. Die Musik ist so laut, dass sie bis nach draußen dringt. Damit will der Erzähler die überschäumende Freude über den Heimgekehrten verdeutlichen.

Vers 26: Der Ältere ruft einen παις, um sich zu erkundigen. Interessant ist, dass der Erzähler hier nicht von δουλος spricht. Damit verdeutlicht er, dass es sich um einen noch jungen Sklaven handelt. Die Frage, was das zu bedeuten habe, drückt noch keine Missbilligung aus.

Vers 27: Die Antwort des jungen Knaben ist kurz und prägnant. Sie reduziert sich auf die Schwerpunkte „dein Bruder ist gekommen“ und „dein Vater hat das Mastkalb geschlachtet“. Zur Begründung zitiert er den Vater: „Er war tot und ist wieder lebendig“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung diskutiert die Rolle der historisch-kritischen Exegese und führt in die Fragestellung zur lukanischen Parabel ein.

2 Der textkritische Befund: Dieses Kapitel präsentiert eine textkritische Analyse von Lk 15,25-32 und diskutiert verschiedene Übersetzungen, die in einer eigenen Arbeitsübersetzung münden.

3 Synchrone Untersuchung des Textes: Dieser Teil befasst sich mit der Analyse der Erzähleinheit auf inhaltlicher, sprachlicher, syntaktischer, semantischer und pragmatischer Ebene.

4 Diachrone Untersuchung des Textes: Hier werden literar-, traditions- und redaktionskritische Aspekte sowie die formale Abhängigkeit und der „Sitz im Leben“ untersucht.

5 Fazit: Das Fazit fasst die exegetischen Ergebnisse zusammen und bewertet die religionspolitische Bedeutung der Parabel für die erste Christengemeinde.

Schlüsselwörter

Lukas-Evangelium, Gleichnis vom verlorenen Sohn, Historisch-kritische Methode, Exegese, Textkritik, Synchrone Analyse, Diachrone Analyse, Pharisäer, Heidenchristen, Judenchristen, Parabel, Sitz im Leben, Lukanismen, Motivkritik, Religionspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den zweiten Teil des Gleichnisses vom verlorenen Sohn (Lk 15,25-32) exegetisch, um dessen theologische und religionspolitische Tiefe zu erschließen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die textkritische Rekonstruktion, die Analyse lukanischer Sprach- und Stilmittel sowie die Einbettung der Erzählung in den historisch-theologischen Kontext der frühen Kirche.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie durch synchrone und diachrone Analysen die Eigenarten des Textes und dessen Bedeutung für den Konflikt zwischen Gesetzestreue und der Aufnahme von Heiden in die christliche Gemeinschaft herausgearbeitet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt klassische historisch-kritische Methoden, ergänzt um synchron-narrative Verfahren, um den Text strukturell, linguistisch und historisch zu durchdringen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine textkritische Untersuchung, eine detaillierte sprachlich-strukturelle Analyse der Verse 25-32 sowie eine diachrone Auswertung hinsichtlich Gattung, Motivgeschichte und Sitz im Leben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Lukas-Evangelium, Parabel, Exegese, Historisch-kritische Methode, Heidenchristen, Judenchristen und religionspolitische Brisanz.

Warum spielt das "Mastkalb" im Vergleich zum "Böcklein" eine so große Rolle für den älteren Sohn?

Das Mastkalb symbolisiert eine besondere Festlichkeit und Wertschätzung, die der ältere Sohn für seinen Bruder nicht für angemessen hält, während er sich durch das fehlende Böcklein für seine eigenen Freunde benachteiligt fühlt.

Wie interpretiert die Arbeit das "offene Ende" der Parabel?

Während einige Forscher ein bewusst offenes Ende zur Animation der Pharisäer sehen, argumentiert der Autor, dass das Ende die notwendige Mitfreude am Heimgekehrten als Quintessenz der Parabel darstellt.

Welchen religionspolitischen Hintergrund verortet die Arbeit in der Parabel?

Die Parabel wird als Kritik an Pharisäern verstanden, die Gesetzestreue über die Freude an der Aufnahme bekehrter Heiden stellten, was im judenchristlichen Kontext der Entstehungszeit des Evangeliums von hoher Brisanz war.

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Details

Title
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn
Subtitle
Eine Parabel von religionspolitischer Brisanz?
College
University of Münster
Grade
1,3
Author
Margarete Berger (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V177423
ISBN (eBook)
9783640990801
ISBN (Book)
9783640990887
Language
German
Tags
Gleichnis vom verlorenen Sohn historisch-kritische Methode Exegese Neues Testament Parabel Lukas Synoptiker
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Margarete Berger (Author), 2010, Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177423
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