Die Sprache der Werbung beschäftigt bereits über mehrere Jahrzehnte hinweg die Wissenschaft, die Linguisten, die Psychologen, die Wirtschaft und den Konsumenten, der sich mit Werbung vielleicht auf eine weniger eindeutige und unterschwelligere Weise beschäftigt als die eben genannten. Die tägliche Omnipräsenz von Werbung, wenn wir fernsehen, im Internet surfen oder nur spazieren gehen, ist nicht abzustreiten und die Sprache, der sie sich bedient ist in jeder Hinsicht auffällig, was sie auch sein soll.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit drei Aspekten der Sprache von Werbung, in diesem Fall ist allein die Wirtschaftswerbung gemeint, obwohl diese bei genaueren Betrachtungen der Propaganda- und politischen Werbung ähnlich ist. Des weiteren ist im anschließenden Text mit „Werbesprache“ und „Sprache der Werbung“ die Sprache gemeint, die in den Anzeigen etc. selbst verwendet wird und nicht die Fachsprache. derer sich die Werbetreibenden bedienen. Als erstes werde ich untersuchen wie man Werbesprache eigentlich definieren kann und wo ihr Stand in der Sprachenforschung ist. Im Anschluss daran werde ich eine Beleuchtung des Verhältnisses von Allgemein- und Werbesprache vornehmen. Daraufhin folgt eine diachrone Betrachtung einiger Werbeanzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Werbesprache?
2.1 Werbesprache als Varietät
2.2 Werbung als Sondersprache
3. Werbesprache und Allgemeinsprache
4. Geschichte und Entwicklung der Werbung
4.1 Vergleiche verschiedener Werbeanzeigen
4.2 Anzeige von 1780
4.3 Anzeige 1830
4.4 Anzeige von 1907/08
4.5 Anzeigen der BRD- und DDR-Werbung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen der Werbesprache sowie ihr komplexes Verhältnis zur Allgemeinsprache. Ziel ist es, die Kategorisierung von Werbesprache als Varietät oder Sondersprache kritisch zu beleuchten und die historische Entwicklung der werblichen Kommunikation anhand konkreter Beispiele aus verschiedenen Epochen sowie zwischen BRD und DDR nachzuvollziehen.
- Definition und linguistische Einordnung der Werbesprache
- Wechselwirkung zwischen Werbe- und Allgemeinsprache
- Historische Entwicklung der Werbeanzeigen
- Zielgruppenorientierung und Funktion der Werbesprache
- Vergleich zwischen den Werbestilen der BRD und DDR
Auszug aus dem Buch
2.1 Werbesprache als Varietät
Eine einfache Antwort wäre, dass die Werbesprache eine Varietät der Allgemeinsprache wäre. Nach Janich kann eine Varietät immer durch folgende Aspekte bestimmt werden: 1. Das Medium, in dem sie publiziert wird 2. Die Funktion die sie erfüllt 3. Die regionale Gebundenheit, wenn es eine gibt 4. Den soziologischen Geltungsbereich 5. Die Gebundenheit an Alter oder Geschlecht. Dabei ist zu beachten, dass bereits eine dieser Kategorien eine Varietät definieren kann. Die Varietät Werbesprache wäre also demnach eine Form der Allgemeinsprache die sich je nach Medium, Funktion etc. (siehe oben) verändert. Eine Varietät ist demnach immer sehr spezialisiert.
Die Sprache der Werbung richtet sich natürlich nach dem Medium, in dem sie publiziert wird. Eine Hörfunkwerbung hat zum Beispiel in der Summe mehr Text als eine Plakatwerbung, die ja auch immer durch ein Bild unterstützt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die wissenschaftliche Relevanz der Werbesprache ein und umreißt die Untersuchung der Wirtschaftswerbung, ihrer Definition sowie ihrer historischen Entwicklung.
2. Was ist Werbesprache?: Dieses Kapitel analysiert die Kategorisierung der Werbesprache, insbesondere ihre Abgrenzung als Varietät, Sondersprache oder Antisprache sowie die Rolle der Kommunikationsbeziehung zwischen Verkäufer und Käufer.
2.1 Werbesprache als Varietät: Es wird diskutiert, inwiefern die Werbesprache durch Merkmale wie Medium, Funktion und Zielgruppenorientierung als spezialisierte Form der Allgemeinsprache definiert werden kann.
2.2 Werbung als Sondersprache: Hier wird die Eignung des Begriffs Sondersprache geprüft, unter Berücksichtigung fehlender Sprechwirklichkeit, spezieller Wortwahl und der Differenzierung gegenüber der Allgemeinsprache.
3. Werbesprache und Allgemeinsprache: Dieses Kapitel thematisiert die gegenseitige Beeinflussung, den Einfluss von Neologismen auf den allgemeinen Sprachgebrauch und die Verwendung rhetorischer Stilmittel.
4. Geschichte und Entwicklung der Werbung: Eine chronologische Betrachtung der Werbeformen, von antiken Inschriften bis zur modernen Print- und Medienwerbung, unter Einbeziehung medientechnischer Einflüsse.
4.1 Vergleiche verschiedener Werbeanzeigen: Einführung in die methodische Analyse der nachfolgenden Fallbeispiele anhand unterschiedlicher historischer Stufen.
4.2 Anzeige von 1780: Analyse eines historischen Aushängeschildes eines Köhlers inklusive Sprach- und Metaphernuntersuchung.
4.3 Anzeige 1830: Untersuchung einer narrativen Textanzeige für ein Möbelhaus und deren sprachliche Besonderheiten.
4.4 Anzeige von 1907/08: Kurze Analyse eines bildlastigen Schuhwerbeplakats und dessen Einordnung in die „neue Sachlichkeit“.
4.5 Anzeigen der BRD- und DDR-Werbung: Vergleich der textlastigen DDR-Werbung mit der bildorientierten West-Werbung unter Berücksichtigung politischer und ökonomischer Systeme.
5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach die Ausgestaltung von Werbung primär vom verwendeten Medium abhängt und eine stetige Tendenz zu bildlastigeren Darstellungen besteht.
Schlüsselwörter
Werbesprache, Allgemeinsprache, Varietät, Sondersprache, Wirtschaftswerbung, Neologismen, Zielgruppenorientierung, Kommunikationswissenschaft, Werbeanzeigen, historische Sprachanalyse, Medialer Konsum, Persuasion, Sachlichkeit, Werbestrategie, Sprachwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sprache der Wirtschaftswerbung und untersucht, wie diese als linguistisches Phänomen einzuordnen ist und in welcher Wechselbeziehung sie zur Allgemeinsprache steht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der definitorischen Einordnung der Werbesprache, ihrer Funktion, der historischen Entwicklung von Werbeanzeigen sowie einem Vergleich der Werbekultur zwischen BRD und DDR.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob die Werbesprache eine eigene Sprachform, eine Varietät oder eine Sondersprache darstellt und wie sich ihre Rolle im Laufe der Zeit durch neue Medien gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Analyse vorgenommen, die Literaturdiskussionen mit einer diachronen Betrachtung konkreter historischer und zeitgenössischer Werbeanzeigen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung der Werbesprache, die Analyse des Verhältnisses zur Allgemeinsprache und eine detaillierte Fallstudien-Reihe historischer Werbebeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Werbesprache, Sondersprache, Varietät, Zielgruppenorientierung, Allgemeinsprache, Werbehistorie und die Bedeutung des Mediums für die Sprachgestaltung.
Warum unterscheidet sich DDR-Werbung von der Werbung in der BRD?
Die DDR-Werbung war oft textlastiger und zielte auf die Vermittlung eines Bildungsanspruchs ab, während die BRD-Werbung stärker dem amerikanischen Vorbild folgte und den Fokus auf Bildästhetik und schnelle Konsumierbarkeit legte.
Welche Rolle spielt die „neue Sachlichkeit“ in der Werbegeschichte?
Die „neue Sachlichkeit“ markiert eine Entwicklung in der Plakatwerbung, bei der das Produkt stärker durch Ästhetik und direkte Darstellung beworben wird, anstatt durch ausführliche erläuternde Texte.
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- Jan Heemann (Author), 2010, Die Sprache der Werbung im Verhältnis zur Zeit und zur Alltagssprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177401