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Akademische Einsetzungs- und Übergangsrituale an der Universität der Frühen Neuzeit

Zur sozialen Funktion von Pennalismus als Ritual korporationsstudentischen Lebens

Title: Akademische Einsetzungs- und Übergangsrituale an der Universität der Frühen Neuzeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 25 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Wiebke Westphal (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der sozialen Funktion studentischer Einsetzungsrituale in der Frühen Neuzeit am besonderen Beispiel des Pennalismus sowie ihrer Verortung innerhalb der gängigen Definitionen. Hierbei wird zunächst die Attraktivität der Zugehörigkeit zu einer vormodernen Universität verdeutlicht, indem ihre Privilegien, ökonomischen und sozialen Vorrechte anhand ihrer Genese vorgestellt werden. Anschließend soll ein Bild studentischer Korporationen des 16. bis 18. Jahrhunderts gezeichnet werden, wie sie als elementarer Bestandteil des studentischen Lebens fernab der Heimat als Lebensgemeinschaften und Ersatzfamilien existierten. Dabei wird einerseits der Frage nachgegangen, in welchem Rahmen sich Initiationsriten im akademischen Leben sowie im Privatleben der so genannten „Pennäler“, der Studenten im ersten Studienjahr, vollzogen, welchen Zweck sie verfolgten und wie ihre Langlebigkeit zu erklären ist, um andererseits die Richtigkeit der Anwendung des Begriffs „Ritual“ im Bezug auf den Pennalismus zu ermitteln. Mittels einer Definition des Begriffs „Initiationsritual“ soll geklärt werden, ob das so genannte „Pennaljahr“ im Ganzen oder nur in Teilen als Einsetzungsritual angesehen werden kann oder ob es sich vielmehr um einen „ritualisierten Brauch“ handelt, d.h. um einen Zeitraum, der aufgrund seiner Dauer, des an ihm beteiligten Personenkreises sowie des gesellschaftlichen Rahmens, in dem er sich abspielt, rituelle Elemente, Symbole und Verhaltensweisen enthält. Wenn der Pennalismus auf die Ordnung der Gesamtgesellschaft keine Auswirkung hatte, hatte er diese doch zweifelsohne auf die Ordnung einer einzelnen Gesellschaftsgruppe – der Studenten. Kann diese Leistung „im Kleinen“ als ritueller Sonderfall angesehen werden? Erfüllt ein Zustand, der längerfristig Bestandteil des alltäglichen Pennälerlebens war, noch den Aspekt der „Herausgehobenheit aus dem Alltag“, die Einsetzungsrituale erst zu einem wirkmächtigen Akt werden lassen? Sind Initiationshandlungen, die sich weder in althergebrachten Formen vollziehen noch an vergangenes Handeln erinnern – die die Beteiligten also in keine Ordnung hineinstellen, die älter ist als sie selbst - als rituell zu bezeichnen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Universität und Korporation in der Frühen Neuzeit – Lebensraum und Lebensbund

3. Rituale der Einsetzung – eine Definition

3.1. Pennalismus – Initiationsritual oder ritualisierter Brauch?

4. Zur sozialen Funktion von Pennalismus

5. Ein zweiter Ansatz: Übergangsriten

5.1. Pennalismus – ein Übergangsritual?

6. Fazit

7. Literatur

7.1. Monographien

7.2. Aufsätze

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziale Funktion des studentischen Initiationsritus „Pennalismus“ in der Frühen Neuzeit und analysiert, inwieweit dieser als vollwertiges Ritual oder ritualisierter Brauch innerhalb theoretischer Konzepte zu Einsetzungs- und Übergangsriten verstanden werden kann.

  • Soziale und ökonomische Rahmenbedingungen des studentischen Lebens
  • Strukturen frühneuzeitlicher Korporationen und Lebensbünde
  • Analyse des Pennalismus als Initiations- und Übergangsphänomen
  • Anwendung des Drei-Phasen-Schemas nach van Gennep und Turner
  • Die Funktion von Gewalt und Demütigung in studentischen Riten

Auszug aus dem Buch

3. Rituale der Einsetzung – eine Definition

Rituale sind zunächst einmal symbolische Handlungen – das heißt, sie „bedeuten“ etwas. Diese Handlungen sind demonstrativ und bestehen aus einer Reihe relativ fester Formen, welche nicht zufällig und nebenbei vollzogen werden können. Vielmehr werden sie feierlich aus dem Alltag herausgehoben und – zum Teil öffentlich, in jedem Fall aber vor Zuschauern – inszeniert. In der Regel folgen sie genauen Anweisungen, werden von genau bestimmten Personen in genau bestimmten Gesten und Gebärden vollzogen, meist in besonderer Kleidung, mit besonderen Gegenständen und sprachlichen Formeln, an einem besonderen Ort sowie zu einer besonderen Zeit. Das Ziel eines Rituals – eine Person aus einer genau definierten Situation in eine andere, ebenso genau definierte hinüberzuführen – ist stets das gleiche. Das heißt, Rituale sagen nicht nur etwas aus, sie verändern etwas, sie tun etwas: „Sie machen jemanden zum König, zum Bischof, zum Bürgermeister oder Doktor; sie stiften ein Bündnis, eine Ehe, einen Frieden; sie nehmen den einen in eine Gruppe auf und schließen den anderen aus einer Gruppe aus.“ Indem Rituale also Verbindliches für die Zukunft sichern, prägen sie das Zusammenleben von Menschen – sie verleihen soziale Macht und machen sie gleichzeitig sichtbar. Rituale leisten für die Ordnung einer Gesellschaft Fundamentales.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema des Pennalismus als studentischer Brauch und Darstellung der Forschungsfragen hinsichtlich seiner rituellen Einordnung.

2. Universität und Korporation in der Frühen Neuzeit – Lebensraum und Lebensbund: Analyse der Rolle der Universität als Sozialisationsagentur und der Entstehung von Korporationen als Ersatzfamilien.

3. Rituale der Einsetzung – eine Definition: Theoretische Grundlegung des Ritualbegriffs und seiner Funktion für soziale Übergänge.

3.1. Pennalismus – Initiationsritual oder ritualisierter Brauch?: Erste Untersuchung des Pennalismus anhand der aufgestellten Kriterien für Rituale.

4. Zur sozialen Funktion von Pennalismus: Erörterung der Machtstrukturen und der sozialen Bedeutung des Pennalismus innerhalb der studentischen Gemeinschaft.

5. Ein zweiter Ansatz: Übergangsriten: Theoretische Erweiterung durch das Drei-Phasen-Modell der Übergangsriten nach van Gennep und Turner.

5.1. Pennalismus – ein Übergangsritual?: Anwendung des Übergangsriten-Modells auf den Ablauf und die Phasen des Pennaljahres.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für die Anerkennung des Pennalismus als vollwertiges Ritual trotz seiner spontanen Ausprägung.

7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

7.1. Monographien: Auflistung der eigenständigen wissenschaftlichen Werke.

7.2. Aufsätze: Auflistung der verwendeten Sammelbandbeiträge und Artikel.

Schlüsselwörter

Pennalismus, Frühe Neuzeit, Studenten, Korporation, Initiationsritual, Übergangsritus, Arnold van Gennep, Victor Turner, Schwellenphase, Soziale Funktion, Studentenkultur, Deposition, Akademisches Leben, Macht, Symbolische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den studentischen Initiationsriten in der Frühen Neuzeit, insbesondere mit dem sogenannten Pennalismus, und dessen Bedeutung für die damalige studentische Gemeinschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die soziale Funktion studentischer Riten, die universitären Lebensverhältnisse, die Rolle von Korporationen sowie die theoretische Verortung dieser Bräuche im Rahmen der Ritual- und Übergangsstudien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erforschung der sozialen Funktion des Pennalismus und die Beantwortung der Frage, ob dieser historisch belegte Brauch die Kriterien eines rituellen Initiations- oder Übergangsaktes erfüllt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Einbettung durch die Ritualdefinitionen von Arnold van Gennep und Victor Turner sowie eine Analyse zeitgenössischer Quellen und historischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des akademischen Lebensraums, die Definition des Ritualbegriffs, die Anwendung von Übergangstheorien auf den Pennalismus sowie die Analyse der sozialen Funktion von Gewalt in diesem Zusammenhang.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pennalismus, Initiationsritual, Übergangsritus, Schwellenphase und frühneuzeitliche Studentenkultur maßgeblich charakterisiert.

Welche Rolle spielte die Kleidung im Pennaljahr?

Die Kleidung diente als symbolisches Mittel: Das Ablegen der adäquaten Studentenkleidung zugunsten von Lumpen markierte den Statusverlust des Neulings und ordnete ihn rituell in die unterworfene Position des Pennals ein.

Warum war der Pennalismus trotz seiner Gewaltanwendung weit verbreitet?

Neben der Ausübung von Macht durch ältere Studenten diente er der Etablierung eines Korpsgeistes, der Verfestigung sozialer Regeln und der Integration der Neulinge in eine privilegierte Lebensgemeinschaft, was den Betroffenen langfristige Vorteile versprach.

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Details

Title
Akademische Einsetzungs- und Übergangsrituale an der Universität der Frühen Neuzeit
Subtitle
Zur sozialen Funktion von Pennalismus als Ritual korporationsstudentischen Lebens
College
University of Göttingen  (Seminar für mittlere und neuere Geschichte)
Course
Rituale der Macht. Symbolische Kommunikation in der Frühen Neuzeit
Grade
2,3
Author
Wiebke Westphal (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V177304
ISBN (eBook)
9783640988556
Language
German
Tags
Pennalismus Ritual Einsetzungsritual Initiation Ritus Initiationsritus Universitätsgeschichte Übergang Übergangsritual Studentenverbindungen Landsmannschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wiebke Westphal (Author), 2009, Akademische Einsetzungs- und Übergangsrituale an der Universität der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/177304
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