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Beschreibung des Status quo und Aufzeigen von Optimierungen zur verursachungsgerechteren Kostenverteilung bei der Aufbereitung von Medizinprodukten

Title: Beschreibung des Status quo und Aufzeigen von Optimierungen zur verursachungsgerechteren Kostenverteilung bei der Aufbereitung von Medizinprodukten

Diploma Thesis , 2011 , 90 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Meilinger (Author)

Business economics - Supply, Production, Logistics

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Summary Excerpt Details

1 Einleitung
Der Wettbewerb unter Krankenhäuser nimmt kontinuierlich zu. Fehlende Einnahme- quellen aufgrund niedrigem Wirtschaftswachstum oder Erosion der Erwerbsarbeit ste- hen steigenden Kosten gegenüber. Der demographische Wandel mit einer längeren Lebenserwartung, die Zunahme von Multimorbität, chronisch Kranker und Pflegebe- dürftiger sowie der Kostenanstieg durch Fortschritt tragen zu den verschärften Bedin- gungen auf dem Gesundheitsmarkt bei.1
Ein Ziel der Gesundheitsreform 2000 war es, die Ausgaben des stationären Sektors besser steuern zu können. Folglich wurde 2003 auf ein diagnosebezogenes pauschali- siertes Vergütungssystem (Diagnosis Related Groups (DRG)) umgestellt. Hierdurch wurde für Krankenhäuser der Anreiz zu einer betriebswirtschaftlichen Leistungserbrin- gung geschaffen, da sich die Rahmenbedingungen grundlegend geändert haben. Krankenhäuser sehen sich seit dem einem enormen Kosten- Leistungs- und Wettbe- werbsdruck ausgesetzt.
Einige Studien bestätigen diese Tatsache. Ernst & Young etwa prognostiziert einen Rückgang der Krankenhäuser von derzeit ca. 2000 auf 1500 Krankenhäuser bis zum Jahr 2020. McKinsey kommt zu der Ansicht, dass auf mittelfristige Sicht jedes dritte Krankenhaus in Deutschland von Zusammenlegung oder Schließung bedroht ist.2 Der Krankenhaus Rating Report 2010 empfiehlt den Krankenhäusern weitere betriebliche Optimierungsmaßnahmen, die die Krankenhäuser bereits aufgegriffen haben und ihre Primärprozesse standardisieren haben. Das Leistungspotential des Sekundär- und Ter- tiärbereich ist hingegen kaum ausgeschöpft.
Einer dieser Sekundärprozesse ist die Versorgung der Operationsbereiche und Statio- nen mit wiederverwendbaren, sterilen Medizinprodukten. Diese müssen nach Ge- brauch für eine erneute keimfreie Anwendung dem Aufbereitungsprozess zugeführt werden. Obwohl dieser Prozess per Empfehlung des Robert Koch-Institutes (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einer Standardisie- rung unterliegt, ist es bei der heute angewendeten Kalkulationsmethode nur unzurei- chend möglich, Herstellkosten anhand verzehrter Aufwände zu berechnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbereitung von Medizinprodukten im Krankenhaus

2.1 Medizinprodukt

2.2 Ziele und Nutzen der Aufbereitung

2.3 Qualität der Aufbereitung

2.4 Der Aufbereitungsprozess

3 Die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA)

3.1 Aufgabe und Lage

3.2 Eingliederung in den Krankenhausprozess

3.3 Der Aufbereitungsprozess

4 Kostenrechnung im Krankenhaus

4.1 Das Krankenhaus - Definition und Finanzierung

4.2 Aufgabe der Kostenrechnung

4.3 Teilgebiete der Kostenrechnung

4.4 Gesetzliche Grundlagen für das Krankenhaus

5 Verrechnung von Aufbereitungskosten auf Basis von Sterilisiereinheiten (StE)

5.1 Kalkulation der Herstellkosten

5.2 Die Sterilisiereinheit als Mengenschlüssel

5.3 Kritische Bewertung

6 Verrechnungsmodell für eine verursachungsgerechte Kostenverteilung

6.1 Herleitung der Kalkulationsmethode

6.2 Die Äquivalenzziffernkalkulation

6.3 Verrechnungsmodell

6.4 Zusammenfassung und Bewertung

7 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines verursachungsgerechteren Kalkulationsmodells für die Aufbereitung von Medizinprodukten in Krankenhäusern, das in die bestehende Kostenrechnung integriert werden kann. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob eine Möglichkeit besteht, die Kosten für diesen Sekundärprozess präziser zu erfassen, da die derzeit üblichen Verfahren auf Basis von Sterilisiereinheiten die tatsächlichen Ressourcenverbräuche oft nur unzureichend abbilden.

  • Analyse des aktuellen Aufbereitungsprozesses und der gängigen Kostenrechnungspraxis.
  • Kritische Untersuchung der Sterilisiereinheit (StE) als bisheriger Umlageschlüssel.
  • Entwicklung und Herleitung eines Kalkulationsmodells auf Basis der Äquivalenzziffernkalkulation.
  • Methodische Integration von Prozessdaten wie Siebinhalt, Design und Verpackung in die Kostenrechnung.
  • Optimierung der betriebswirtschaftlichen Transparenz zur besseren Unterstützung von Managemententscheidungen.

Auszug aus dem Buch

2.4 Der Aufbereitungsprozess

Der Aufbereitungsprozess gliedert sich in die Teilprozesse: Vorbereitung / manuelle Reinigung, Maschinelle Reinigung und Desinfektion, Prüfung, Pflege und Instandhaltung, Verpackung und Kennzeichnung, Sterilisation, Freigabe und definiert somit den Ablauf, den alle Instrumente, die steril zur Anwendung kommen, durchlaufen müssen.

Bei der Vorbereitung werden die verwendeten Medizinprodukte vorbehandelt, bei Bedarf zerlegt und nach dem anzuwendenden Reinigungsverfahren sortiert. Je nach Material und Eigenschaft des Instrumentariums können thermische (65 °C und höher) oder chemo-thermische (40 - 60 °C) maschinelle Verfahren zum Einsatz kommen. Grobe Verschmutzungen oder Inkrustierungen können durch manuelle Vorreinigung oder durch eine Behandlung im Ultraschallbecken entfernt werden.

Die maschinelle Reinigung und Desinfektion setzt sich zusammen aus Reinigung, Desinfektion, Spülung und Trocknung. Mit Hilfe von geeigneten pH-neutralen oder alkalischen Reinigern werden Rückstände wie Proteine oder Fette wirksam entfernt.

Bei der Desinfektion werden durch den Einsatz thermischer Verfahren, einer Kombination aus Desinfektionsmittel und Einwirkzeit, Mikroorganismen so verändert, dass diese nicht mehr infizieren können. Das Ausmaß der Keimreduktion muss mindestens 4 log-Stufen (oder auch Sterility Assurance Level, SAL) betragen, das heißt, dass von 10.000 Keimen maximal ein Einziger überleben darf.

Bei der anschließenden Spülung mit entmineralisiertem Wasser werden Rückstände der Reinigungs- und Desinfektionsmittel entfernt, die unter Umständen eine Gefährdung für Patienten oder Dritte sein können. Die abschließende Trocknung verkürzt den Aufenthalt der Güter in feuchter Umgebung, da bei längerem Verbleib Korrosion auftreten kann. Das Instrumentarium kann somit direkt nach Abschluss des Reinigungsprozesses entnommen und weiter verarbeitet werden. Darüber hinaus unterstützt die Trocknung die Qualität der Aufbereitung. Bei einigen Produkten können Feuchtigkeitsrückstände zu Funktionsstörungen führen, z. B. bei Atemsystemfunktionsteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen und identifiziert die unzureichende verursachungsgerechte Kalkulation der Kosten für die Aufbereitung von Medizinprodukten als Problem.

2 Aufbereitung von Medizinprodukten im Krankenhaus: Es werden die Begriffsdefinitionen, Ziele und der standardisierte Aufbereitungskreislauf gemäß RKI/BfArM detailliert erläutert.

3 Die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA): Dieses Kapitel beschreibt die ZSVA als zentralen Leistungserbringer und beleuchtet deren funktionale Eingliederung in den Krankenhausprozess.

4 Kostenrechnung im Krankenhaus: Das Kapitel bietet eine Einführung in die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die klassischen Instrumente der Kostenrechnung im Krankenhauswesen.

5 Verrechnung von Aufbereitungskosten auf Basis von Sterilisiereinheiten (StE): Hier erfolgt eine kritische Analyse der StE als bisherigem Umlageschlüssel für die Kalkulation der Herstellkosten.

6 Verrechnungsmodell für eine verursachungsgerechte Kostenverteilung: Das Kernkapitel leitet ein Kalkulationsmodell auf Basis der Äquivalenzziffernkalkulation her, das die tatsächlichen Prozessanforderungen berücksichtigt.

7 Fazit und Ausblick: Der Autor resümiert die Notwendigkeit einer präziseren Kostenrechnung und weist auf die Bedeutung von Qualitätsmanagement und qualifiziertem Personal hin.

Schlüsselwörter

Aufbereitung, Medizinprodukte, ZSVA, Kostenrechnung, Sterilisiereinheit, Äquivalenzziffernkalkulation, Herstellkosten, Verursachungsprinzip, Krankenhausfinanzierung, Prozesskosten, Sortenfertigung, Instrumentenkreislauf, Qualitätsmanagement, DRG, Ressourcenverbrauch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verursachungsgerechten Kostenverteilung bei der Aufbereitung von medizinischen Instrumenten. Das Ziel ist es, die derzeitige, oft ungenaue Kostenrechnung auf Basis von Sterilisiereinheiten zu verbessern, um eine höhere Transparenz und Kosteneffizienz im Krankenhausbetrieb zu erreichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Schwerpunkte sind die Prozesse der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA), die spezifischen Anforderungen der Krankenhaus-Kostenrechnung sowie die betriebswirtschaftliche Anwendung von Kalkulationsmethoden wie der Divisions- und der Äquivalenzziffernkalkulation auf medizinische Dienstleistungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines verfeinerten Kalkulationsmodells, das in die vorhandene Kostenrechnung einer ZSVA integriert werden kann, um Ressourcenverbräuche exakt abzubilden und somit Kostentreiber im Aufbereitungsprozess identifizieren zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Kostenermittlung vorgeschlagen?

Die Arbeit schlägt den Übergang von einer simplen Divisionskalkulation hin zu einer multiplikativen Äquivalenzziffernkalkulation vor, da letztere die Heterogenität der aufzubereitenden Siebe und deren unterschiedliche Komplexität (z. B. durch Design und Verpackung) besser berücksichtigt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen der Kostenrechnung im Krankenhaus als auch praktische Fallbeispiele zur Zeit- und Kostenanalyse einzelner Siebarten sowie die Auswirkungen verschiedener Verpackungs- und Instrumentendesign-Faktoren auf die Herstellkosten analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Aufbereitung, Sterilgutversorgung, Kostenrechnung, Äquivalenzziffernkalkulation, Prozesskosten, Ressourcenmanagement und Krankenhaus-Finanzierung charakterisieren.

Warum ist die bisherige Verwendung der Sterilisiereinheit (StE) als Umlageschlüssel problematisch?

Die StE bildet lediglich ein Raummaß ab, vernachlässigt jedoch den unterschiedlichen Zeitaufwand, der für die Pflege, Kontrolle und Verpackung der darin befindlichen individuellen Instrumente anfällt. Dies führt zu einer verzerrten Kostenverteilung zwischen den anfordernden Abteilungen.

Welche Rolle spielt die Zentralisierung der ZSVA für diese Untersuchung?

Durch die Zentralisierung steigt die Vielfalt an unterschiedlichen Sieben, die bearbeitet werden müssen. Da diese Siebe keine homogene Masse bilden, sind einfache Kalkulationsmethoden nicht mehr ausreichend, was das neue, differenzierte Modell erst notwendig und sinnvoll macht.

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Details

Title
Beschreibung des Status quo und Aufzeigen von Optimierungen zur verursachungsgerechteren Kostenverteilung bei der Aufbereitung von Medizinprodukten
College
Private University of Applied Sciences Goettingen
Grade
1,7
Author
Stefan Meilinger (Author)
Publication Year
2011
Pages
90
Catalog Number
V176658
ISBN (eBook)
9783640980277
ISBN (Book)
9783640980604
Language
German
Tags
Aufbereitung Medizinprodukte StE ZSVA Krankenhausfinanzierung Kostenverteilung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Meilinger (Author), 2011, Beschreibung des Status quo und Aufzeigen von Optimierungen zur verursachungsgerechteren Kostenverteilung bei der Aufbereitung von Medizinprodukten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176658
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