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Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen

Zur Bedeutung der Luftfracht und deren räumliche Implikationen in Deutschland

Title: Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen

Diploma Thesis , 2011 , 154 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michael Rzepka (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography

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Summary Excerpt Details

Die Logistikbranche ist hinter der Automobilindustrie zweitstärkster Wirtschaftszweig nach
Marktvolumen in Deutschland. Deutschland profitiert hierbei insbesondere von der zentralen Lage in
Europa und von seiner Stellung als Exportnation. Mit 210 Milliarden Euro Umsatz im Jahr
2010 bleibt Deutschland damit das größte Logistikland in Europa, mit großem Vorsprung vor
Frankreich und Großbritannien.
Das Luftfrachtaufkommen weist bereits seit Jahren enorme Wachstumsraten auf.
Dabei wächst die Nachfrage nach Transportleistungen in der Luftfracht signifikant schneller
als die allgemeine Entwicklung des globalen Bruttoinlandsproduktes. Traditionell handelt es sich bei
der Luft- wie auch Seefracht um exportabhängige Märkte. Mit der fortschreitenden
Globalisierung, zunehmenden Arbeitsteilung und aufstrebenden Märkten, insbesondere in
Asien, gewinnt die Beförderung von Waren mittels Verkehrsträger Flugzeug immer mehr an
Bedeutung. Der Welthandel ist daher ohne den Luftfrachtverkehr nicht länger denkbar.
In der dezentralen deutschen Flughafenlandschaft dominieren die Flughäfen Frankfurt am
Main und München, wo die führende Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa AG ihre
Drehkreuze nach dem Hub-and-Spoke-System unterhält. Dessen ungeachtet haben sich in
Deutschland im Bereich der Luftfracht auch weitere Flughafenstandorte etabliert.
Nennenswert in diesem Zusammenhang sind in erster Linie die Flughäfen Köln/Bonn
mit den Drehkreuzen von Federal Express und UPS, der Flughafen Frankfurt-Hahn in
Rheinland-Pfalz, sowie der aufstrebende Flughafen Leipzig/Halle, welcher durch die
Ansiedlung von DHL in Zukunft eine beachtenswerte Rolle spielen wird.
Die Anbieterstruktur im deutschen Luftfrachtmarkt ist ungleich diversifizierter. Neben dem
traditionellen Geschäft, bestehend aus der Kooperation zwischen Luftfrachtspediteuren und
Fluggesellschaften, konnten sich aufgrund vielfältiger Deregulierungsmaßnahmen im
Luftverkehr neue Wettbewerber im deutschen Luftfrachtmarkt erfolgreich positionieren.
Hierzu gehören vornehmlich die Integratoren UPS, Federal Express, DHL und TNT.
Diese Akteure bestimmen die deutsche Flughafenlandschaft hinsichtlich der regionalen
Verteilung des Luftfrachtaufkommens entscheidend mit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Abgrenzung und aktueller Forschungsstand

1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung

2 Die Logistikwirtschaft in Deutschland

2.1 Definition

2.2 Zur Bedeutung der Logistik in Deutschland

2.3 Entwicklung der Logistikwirtschaft

2.4 Die Logistik bestimmende Rahmenbedingungen

2.4.1 Globalisierung von Produktionsnetzen und Lieferverflechtungen

2.4.2 Deregulierung und Liberalisierung der Märkte

2.4.3 Zunehmende Dynamik der Weltwirtschaft

2.4.4 Technologischer Fortschritt

2.4.5 Konzentration auf Kernkompetenzen und Outsourcing

3 Die Luftfrachtbranche in Deutschland

3.1 Definition Luftfrachtmarkt

3.2 Markt- und Wettbewerbsumfeld

3.3 Klassische Luftfracht

3.4 Schnittstellenproblematik in der klassischen Luftfracht

3.4.1 Der Speditionsverkehr ohne Selbsteintritt

3.4.2 Der Speditionsverkehr im Selbsteintritt

3.4.3 Die Rolle der Integratoren

3.5 Netzkonfigurationen

3.5.1 Vollständiges Netz (Point-to-Point)

3.5.2 Nabe-Speiche-System (Hub-and-Spoke)

3.6 Zentren der deutschen Luftfracht

3.6.1 Luftfrachtaufkommen der deutschen Flughäfen

4 Standorttheorien und Ansätze der Standortanalyse

4.1 Der Standort

4.1.1 Standort: Definition und Bedeutung

4.1.2 Standortfaktoren: Definition und Bedeutung

4.2 Standorttheorien

4.2.1 Reine Standortbestimmungstheorie

4.2.2 Empirisch-realistische Standortbestimmungslehre

4.2.3 Geometrische Standortbestimmungslehre

4.3 Ansätze der Standortanalyse

4.3.1 Der neoklassische Ansatz

4.3.2 Der behavioristische Ansatz

4.3.3 Der strukturelle bzw. institutionelle Ansatz

4.4 Ebenen der Standortwahl

4.5 Anlässe für neue Standortentscheidungen

4.6 Arten von Standortentscheidungen

4.7 Arten des Markteintritts

4.8 Phasen des Standortentscheidungsprozesses

4.9 Methoden zur Standortbestimmung

4.9.1 Qualitative Verfahren

4.9.2 Quantitative Verfahren

5 Standortentscheidungen von Logistikunternehmen

5.1 Methodische Vorgehensweise

5.1.1 Gegenstand der Untersuchung

5.1.2 Ansatz der Unternehmensbefragung

5.1.3 Aufbau des Fragebogens und der Onlineumfrage

5.1.4 Anschreiben und Durchführung der Befragung

5.1.5 Datenauswertung

5.2 Ergebnisse der empirischen Erhebung

5.2.1 Angaben zum Unternehmen

5.2.2 Standortanforderungen

5.2.3 Kooperationen

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Standortwahlverhalten von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen und analysiert die dabei relevanten Einflussfaktoren und Anforderungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Faktoren die Ansiedlung von Luftfrachtdienstleistern an bestimmten Flughafenstandorten begünstigen und wie die Zufriedenheit der Unternehmen mit den vorgefundenen Bedingungen bewertet wird.

  • Strukturanalyse der deutschen Luftfrachtbranche
  • Untersuchung von Standorttheorien und Standortbestimmungsmodellen
  • Empirische Erhebung unter Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen
  • Analyse der Standortanforderungen und der Zufriedenheit
  • Evaluierung des Kooperationsverhaltens am Standort

Auszug aus dem Buch

3.5.2 Nabe-Speiche-System (Hub-and-Spoke)

Die Unwirtschaftlichkeit eines als Rasterstruktur bestehenden logistischen Netzwerks, in welchem direkte und ungehinderte Transportvorgänge zwischen einer Quelle und einer Senke wahrgenommen werden, machte die kosteneffizientere Realisierung des Gütertransports unabdingbar. Entscheidende Impulse zur Lösung dieses Problems ergaben sich im Zuge der Deregulierung und des Wegfalls staatlicher Eingriffe im Luftverkehrsmarkt in den USA. Mit der Einführung des Hub-and-Spoke-Systems durch den Federal-Express-Gründer Frederick Smith im Jahre 1973, konnte erstmalig der Kostenproblematik und Komplexität des Rastersystems effektiv begegnet werden.

Zu diesem Zweck errichtete die amerikanische Firma FedEx am Flughafen Memphis einen zentralen Hauptumschlagspunkt (Hub bzw. Nabe), an dem sich die gesamten Umschlagsoperationen der USA bündelten. An diesem, auch als Kulminationspunkt zu beziffernden zentralen Standort, treffen alle Flugzeuge und die mitgebrachte Fracht aus den Endpunktdepots (Spokes bzw. Speichen) ein, von wo aus sie mittels hoch effizienter automatischer Sortieranlagen verteilt und zu den Bestimmungsorten weitergeflogen werden. Grundsätzlich gilt es in diesem Zusammenhang Passagierhubs von Frachthubs strikt zu trennen. Während erstere weitaus häufiger anzutreffen sind, existieren von den Frachthubs nur einige wenige weltweit.

Das Grundmuster des Hubsystems besteht aus untereinander über ein zentrales Drehkreuz (Hub) verbundenen Netzknoten (Spokes), und damit im Wiederspruch zu den direkten Verknüpfungen in einem Rastersystem. Der Vorteil dieser Netzstruktur ist die Bündelung des gesamten Güteraufkommens in einer Zielstation, in welcher eine Umsortierung aller eintreffenden Sendungen für den weiteren Transport stattfindet, um letztendlich in einem weiteren Hauptlauf der vorbestimmten Destination zugestellt zu werden.

Der gesamte Transportvorgang setzt sich somit aus nur zwei Teilstücken zusammen, des Transports von der Speiche zur Nabe und anschließend umgekehrt. Dieser Vorgang impliziert unter Umständen beachtliche Umwege für die Fracht, welche jedoch vernachlässigt werden können, vorausgesetzt, die Zustellung des Transportobjektes erfolgt zeitgerecht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Logistik- und Luftfrachtbranche in Deutschland ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Standortwahl von Logistikunternehmen.

2 Die Logistikwirtschaft in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Logistikbegriff, erläutert die Bedeutung der Branche für den Standort Deutschland und analysiert die Rahmenbedingungen wie Globalisierung und Deregulierung.

3 Die Luftfrachtbranche in Deutschland: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung des Luftfrachtmarktes, der Wettbewerbsstrukturen und der logistischen Netzkonfigurationen sowie der Konzentration auf wenige deutsche Hauptstandorte.

4 Standorttheorien und Ansätze der Standortanalyse: Hier werden theoretische Grundlagen und Modelle zur Standortwahl sowie Methoden zur Standortbestimmung ausführlich dargestellt.

5 Standortentscheidungen von Logistikunternehmen: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise der eigenen empirischen Erhebung sowie die gewonnenen Ergebnisse zur Standortwahl, Anforderungen und Kooperationen.

6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Interpretation der Ergebnisse zur Standortattraktivität deutscher Flughäfen und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Logistik, Luftfracht, Standortwahl, Flughafen, Hub-and-Spoke, Standortfaktoren, Deutschland, Supply Chain Management, Unternehmensbefragung, Infrastruktur, Kontraktlogistik, Globalisierung, Wettbewerbsfähigkeit, Verkehrsflughäfen, Standortanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen und beleuchtet die dabei ausschlaggebenden Faktoren für die Wahl eines Standorts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Logistikwirtschaft in Deutschland, die Struktur der Luftfrachtbranche, Standorttheorien, Analysemethoden und die empirische Untersuchung von Anforderungen an Flughafenstandorte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist eine umfassende Darstellung der Luftfrachtbranche und der Standortmuster deutscher Logistikzentren sowie die empirische Bestimmung relevanter Standortfaktoren für Logistikdienstleister.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse, sekundärstatistischer Analyse von Branchendaten und einer eigenen empirischen Unternehmensbefragung (schriftlich, online und Experteninterviews) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Standortwahl, die Charakteristika der deutschen Luftfrachtinfrastruktur sowie die Auswertung der empirischen Daten zu Unternehmensanforderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Luftfracht, Standortwahl, Flughafen, Standortfaktoren, Logistikstandorte, Hub-and-Spoke und Wettbewerbsfähigkeit.

Welche Flughäfen werden als Hauptstandorte analysiert?

Die Arbeit analysiert vertieft die fünf führenden Standorte Frankfurt am Main, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München und Frankfurt-Hahn.

Welche Rolle spielt die öffentliche Verwaltung für die Standortwahl?

Die Ergebnisse zeigen, dass die öffentliche Verwaltung eine eher untergeordnete Rolle spielt, wobei Faktoren wie Planungssicherheit und Stadtmarketing als Entscheidungshilfen an Bedeutung gewinnen können.

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Details

Title
Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen
Subtitle
Zur Bedeutung der Luftfracht und deren räumliche Implikationen in Deutschland
College
University of Bonn
Grade
1,7
Author
Michael Rzepka (Author)
Publication Year
2011
Pages
154
Catalog Number
V176534
ISBN (eBook)
9783640979165
ISBN (Book)
9783640979660
Language
German
Tags
Geographie Wirtchaftsgeographie Luftfracht Standort Luftverkehr Logistik UPS DHL TNT FedEX Flughafen Köln/Bonn Flughafen Frankfurt am Main Flughafen Frankfurt-Hahn Flughafen Leipzig/Halle Flughafen München Lufthansa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Rzepka (Author), 2011, Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176534
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