Neue Konzepte, die komplett computergestütztes Lernen propagieren, erfordern eine Neubewertung der Rolle des Lehrenden: Inwieweit wird er durch Computer ersetzt werden können? Klimsa fordert, dass die physische Präsenz eines Lehrenden objektiviert und einem Medium übertragen werden solle. Dieser Transfer-Prozess -ob komplett oder nur teilweise- benötigt neue Theorien (beziehungsweise die Anpassung bereits vorhandener), die die Möglichkeiten der Neuen Medien in Lehr-Lern-Prozessen optimal ausnutzen.
Es werden zunächst ausgewählte theoretische Ansätze zur Arbeit mit den Neuen Medien in der Bildung vorgestellt. Da es jedoch noch keine rein mediendidaktischen Modelle gibt, wird auf Theorien der Psychologie zurückgegriffen, denen in der Mediendidaktik allerdings nicht uneingeschränkt entsprochen werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Ansätze in der Mediendidaktik
2.1 Behaviorismus
2.2 Kognitivismus
2.3 Konstruktivismus
2.4 Pragmatismus
3 Die Theorie in der Praxis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Mediendidaktik im Kontext der Erwachsenenbildung und analysiert, wie diese Ansätze in moderne Lehr-Lern-Prozesse mit digitalen Medien integriert werden können.
- Grundlagen des Behaviorismus und dessen Anwendung in Lernprogrammen
- Kognitivistische Modelle der Informationsverarbeitung in multimedialen Umgebungen
- Konstruktivistische Lernansätze und deren Bedeutung für die Selbststeuerung
- Pragmatische Konzepte als Brücke zwischen Theorie und praktischer Anwendung
- Herausforderungen der Implementierung von Medientechnik im Bildungsalltag
Auszug aus dem Buch
2.4 Pragmatismus
Weniger Konkurrenz als vielmehr eine Ergänzung dieser theoretischen Ansätze stellt der Pragmatismus dar, der auf den Amerikaner John Dewey im ausgehenden 19. Jahrhundert zurückgeht. Für jede gegebene Lernsituation sind behavioristische, kognitivistische und konstruktivistische Konzepte auf deren Nutzbarkeit als Werkzeuge hin zu evaluieren. Ziel ist es, die Lernenden Erfahrungen machen zu lassen, die sie befähigen, Konsequenzen etwaiger Handlungen vorauszusehen. So „sollen Lernende Vorstellungen entwickeln, wie Handlungen zur Lösung von Problemen führen“ (de Witt/Czerwionka 2007, S. 71).
Ein wichtiger Punkt der pragmatistischen Konzeption ist die Schwerpunktsetzung auf den Erfahrungsprozess des Lerners: Die Rekonstruktion von Erfahrung wird als bildender Prozess angesehen, der sich auf zukünftiges Handeln auswirkt (ebd., S. 73). Handlungen allgemein sind daher sowohl Ausgangspunkt als auch Resultat von Erfahrungen – die erfahrungsbasierte Entwicklung grundlegender Methoden durch den Lerner ermöglicht so auch das „Lernen des Lernens“ (ebd.). In anderen Worten: Wissen im Pragmatismus entsteht durch eben dieses Handeln und wird gleichzeitig durch Handeln auch wieder bewertet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Integration neuer Medien in die Erwachsenenbildung ein und stellt die Relevanz theoretischer Fundierungen für den Lehr-Lern-Prozess heraus.
2 Theoretische Ansätze in der Mediendidaktik: In diesem Kapitel werden grundlegende psychologische und pädagogische Lerntheorien wie Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus und Pragmatismus auf ihre mediendidaktische Relevanz hin untersucht.
3 Die Theorie in der Praxis: Dieses Kapitel reflektiert die praktische Umsetzung der diskutierten Theorien und thematisiert die Diskrepanz zwischen technischer Entwicklung und didaktischer Gestaltung in der Weiterbildung.
Schlüsselwörter
Mediendidaktik, Erwachsenenbildung, Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus, Pragmatismus, Neue Medien, Lehr-Lern-Prozesse, Multimediales Lernen, Instruktionsdesign, Selbstgesteuertes Lernen, Bildungstechnologie, Handlungsorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung der Mediendidaktik und analysiert, wie unterschiedliche Lerntheorien den Einsatz moderner Medien in der Erwachsenenbildung beeinflussen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die historische und theoretische Einordnung von Lerntheorien, deren Übertragbarkeit auf medienbasierte Lernumgebungen sowie die praktischen Hürden bei der Implementierung dieser Ansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie verschiedene theoretische Perspektiven dazu beitragen können, das Lernen mit elektronischen Medien sinnvoll zu gestalten und dabei die Rolle des Lehrenden neu zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, bei der einschlägige Fachliteratur und bewährte lerntheoretische Konzepte synthetisiert und kritisch auf ihre mediendidaktische Anwendbarkeit geprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus und Pragmatismus sowie deren jeweilige Implikationen für die Gestaltung von Lernumgebungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mediendidaktik, Konstruktivismus, Erwachsenenbildung und medienbasierte Lernprozesse geprägt.
Inwiefern spielt der Pragmatismus eine Rolle für die moderne Mediendidaktik?
Der Pragmatismus dient laut Autor als wertvolle Ergänzung zu den anderen Theorien, da er das Handeln und die erfahrungsbasierte Wissenskonstruktion ins Zentrum stellt, was besonders für die Erwachsenenbildung relevant ist.
Welche Kritik übt der Autor an der Umsetzung von Medientechnologien?
Kritisiert wird primär, dass die technische Entwicklung oft der didaktischen Expertise vorausläuft, was dazu führt, dass Softwarelösungen die didaktischen Potenziale der Theorien nicht voll ausschöpfen.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Rolle des Lehrenden?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Lehrende trotz computerbasierter Möglichkeiten weiterhin eine zentrale und unverzichtbare Rolle als Anleiter und Motivator im Bildungskontext einnimmt.
- Arbeit zitieren
- Magister Artium Jens Heuser (Autor:in), 2010, Mediendidaktische Theorien in der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176486