Das heutige Zeitalter wird von Vielen als Informationszeitalter bezeichnet [dud99]. Informationen sind zu einem der wichtigsten Wirtschaftsgüter geworden [eva00]. Mit dem Internet, dessen Erfindung von vielen Experten als zweite industrielle Revolution bezeichnet wird, ist ein Medium entstanden, über dem Informationen aller Art weltweit ausgetauscht werden können. Es kann nahezu der komplette Geschäftsverkehr über dieses Informationsmedium ablaufen: Von der Suche nach Gütern, deren Auswahl, der Bestellung bis zur Bezahlung. Bei digitalen Güter kann das Netz sogar als Distributionsmedium dienen.
Der elektronische Geschäftsverkehr wird als eBusiness bezeichnet. Nach einer Untersuchung von Forrester-Research von Dezember 2000 lag der weltweite eBusiness-Umsatz im Jahr 2000 etwa bei 800 Mrd. €. Forrester Research prognostiziert für das Jahr 2004 einen weltweiten Umsatz von etwa 7,3 Bio. €, dies entspricht einem jährlichen Wachstum von etwa 75 % Die prognostizierten 7,3 Bio. € im Jahre 2004 würden 8% des gesamten Transaktionsvolumens entsprechen (Abbildung 1) [for00].
Für Deutschland prognostiziert die Boston Consulting Group einen Anstieg von etwa 70 Mrd. € im Jahre 2000 auf etwa 300 Mrd. € im Jahre 2003, wobei der Anteil der Geschäfte zw ischen Unternehmen (Business-to-Business, B2B) bedeutend größer als der zwischen Unternehmen und Konsumenten (Business-to-Consumer, B2C) sein wird [bcg00].
Inhaltsverzeichnis
1. Bedrohung durch neue Konkurrenten
2. Verhandlungsmacht der Lieferanten
3. Verhandlungsmacht der Abnehmer
4. Gefahr durch Substitutionsgüter
5. Rivalität unter den bestehenden Unternehmen
6. Einfluß des eBusiness auf die Wirtschaft
7. Chancen und Risiken für qualitätsorientierte Unternehmen
8. Qualitätsorientierte eBusiness-Strategien
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Chancen und Risiken des eBusiness für qualitätsorientierte Unternehmen aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie diese durch gezielte Qualitätsmanagement-Methoden bewältigt werden können. Dabei wird untersucht, wie elektronische Geschäftsmodelle die Branchenstrukturen dekonstruieren und durch eine erhöhte Informationsreichweite und Markttransparenz neue Anforderungen an die Unternehmensstrategie stellen.
- Analyse der Auswirkungen von eBusiness auf Wirtschafts- und Branchenstrukturen
- Untersuchung der Veränderung von Wettbewerbskräften nach dem Porter-Modell
- Einfluss von eBusiness auf Produktqualität und Kundenbeziehungen
- Integration von QM-Methoden wie QFD und FMEA in eBusiness-Prozesse
- Herausforderungen bei der Etablierung technischer und inhaltlicher Standards
Auszug aus dem Buch
Einfluß des eBusiness auf die Wirtschaft
eBusiness beeinflußt die Wirtschaftsstrukturen. Die Wirtschaft ist geprägt durch die Branchenstrukturen. Nach Porter ist eine Branche eine Gruppe von Unternehmen, die Produkte herstellen, die sich gegenseitig ersetzen können. Er identifiziert 5 Wettbewerbskräfte, welche die Struktur und die Wettbewerbsintensität einer Branche determinieren [por97].
1. Bedrohung durch neue Konkurrenten
Treten neue Unternehmen in einen Markt ein, bringen diese aufgrund des Wunsches nach Gewinn sehr häufig erhebliche neue Mittel in den Markt ein. Eine Folge hiervon kann die Reduktion der Preise sein oder die Erhöhung der Kosten der etablierten Wettbewerber. Somit kann deren Rentabilität sinken. Eine Möglichkeit, dem entgegen zu treten, ist der Aufbau von Eintrittsbarrieren wie Betriebsgrößenersparnisse, Produktdifferenzierung, Umstellungskosten und erschwerter Zugang zu Vertriebskanälen. Durch diese Barrieren kann neuen Unternehmen der Zutritt zum Markt erheblich erschwert werden, weil sie erhebliche Mühen und Kosten auf sich nehmen müssen, um diese zu überwinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedrohung durch neue Konkurrenten: Dieses Kapitel erläutert, wie Markteintritte neuer Akteure den Preisdruck erhöhen und welche Schutzmöglichkeiten durch Eintrittsbarrieren bestehen.
2. Verhandlungsmacht der Lieferanten: Hier wird beschrieben, wie Lieferanten durch ihre Verhandlungsmacht Preise und Qualität beeinflussen können.
3. Verhandlungsmacht der Abnehmer: Dieses Kapitel analysiert die Macht der Kunden, durch Preisvergleiche und Qualitätsanforderungen Druck auf Unternehmen auszuüben.
4. Gefahr durch Substitutionsgüter: Es wird dargestellt, wie Ersatzprodukte das Gewinnpotenzial einer Branche durch Preisobergrenzen begrenzen.
5. Rivalität unter den bestehenden Unternehmen: Dieses Kapitel untersucht die Wettbewerbsintensität innerhalb einer Branche und deren Auswirkungen auf Preiskämpfe.
6. Einfluß des eBusiness auf die Wirtschaft: Es wird analysiert, wie eBusiness durch Dekonstruktion und Markttransparenz die bisherigen Branchenstrukturen grundlegend verändert.
7. Chancen und Risiken für qualitätsorientierte Unternehmen: Dieses Kapitel stellt gegenüber, wie eBusiness einerseits die Kommunikation verbessert, andererseits aber auch durch Preiskämpfe die Produktqualität gefährden kann.
8. Qualitätsorientierte eBusiness-Strategien: Hier werden Methoden wie QFD und FMEA vorgestellt, um Kundenforderungen in einer eBusiness-Umgebung systematisch in Produktentwicklungen zu überführen.
Schlüsselwörter
eBusiness, Qualitätsmanagement, Dekonstruktion, Markttransparenz, Wettbewerbsstrategie, Kundenforderungen, Supply Chain Management, QFD, FMEA, Desintermediation, Informationsreichweite, Preiskämpfe, Lieferantenbewertung, Produktqualität, Unternehmensstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen des elektronischen Geschäftsverkehrs auf die Qualitätssicherung und die strategische Ausrichtung von Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Branchenstrukturen, der Veränderung der Wettbewerbskräfte durch das Internet sowie der gezielten Anwendung von Qualitätsmanagement-Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Chancen und Risiken des eBusiness aufzuzeigen und aufzuzeigen, wie qualitätsorientierte Unternehmen durch moderne Informationssysteme ihre Wettbewerbsposition sichern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das Modell der fünf Wettbewerbskräfte nach Porter als theoretischen Rahmen, um die Auswirkungen von eBusiness auf die Branchenstruktur methodisch zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Dekonstruktion von Wirtschaftsstrukturen, der Erhöhung der Markttransparenz und der Integration von Qualitätsmethoden wie QFD und FMEA in digitale Geschäftsprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind eBusiness, Qualitätsmanagement, Dekonstruktion, Markttransparenz, Wettbewerbsstrategie und Kundenorientierung.
Welche Rolle spielt die Desintermediation in diesem Kontext?
Die Desintermediation ermöglicht es Herstellern, den Zwischenhandel zu umgehen und direkt mit Kunden zu kommunizieren, was zu einer besseren Erfassung von Kundenbedürfnissen führt.
Warum ist die Standardisierung für den Erfolg von eBusiness kritisch?
Ohne einheitliche technische und inhaltliche Standards können EDV-Systeme nicht effizient kommunizieren, was den notwendigen Datenaustausch über die gesamte Lieferkette behindert.
- Arbeit zitieren
- Frank Lesmeister, Dr. (Autor:in), 2001, eBusiness - Chancen und Herausforderungen für das Qualitätsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1762