Diese wissenschaftliche Hausarbeit bieten einen Überblick über die derzeitige poltische Lage unter dem Genderaspekt und geht insbesondere auf Gender Mainstreaming ein. Es werden unter anderem Methoden, Gender Checks und der aktuelle Entwicklungsstand von Gender Mainstreaming vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Politische Rahmebedingungen in der EU
2.1 Bundesdeutsche Ebene
3. Der Gender Mainstreaming-Ansatz
3.1 Ziele
3.2 Konzeptionelle Voraussetzungen
3.3 Methode von Gender Mainstreaming
3.4 Gender Checks
4. Aktueller Entwicklungsstand in der BRD
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Umsetzung des Gender Mainstreaming-Ansatzes als Instrument zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in der Bundesrepublik Deutschland, wobei der Fokus auf der Analyse bestehender Ungleichheiten sowie der politischen und organisatorischen Implementierungsprozesse liegt.
- Analyse der geschlechtsspezifischen Segregation in Arbeitsmarkt und Gesellschaft.
- Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen für Gender Mainstreaming in der EU und Deutschland.
- Erläuterung der theoretischen Grundlagen und methodischen Vorgehensweisen des Konzepts.
- Bewertung des Umsetzungsstandes in staatlichen Institutionen und Wirtschaftsunternehmen.
Auszug aus dem Buch
3.3 Methode von Gender Mainstreaming
Um Gender Mainstreaming erfolgreich anzuwenden, braucht es einige Vorarbeit. Angelika Ehrhardt nennt in diesem Zusammenhang drei Orientierungspunkte die beachtet werden müssen. Diese wären zum Einen die Datensammlung/Datenerhebung des aktuelles Zustandes und die Analyse dieser. Es müssten zum einen harte (Fakten, Zahlen) und zum anderen weiche Aspekte (Beziehungs- und Kommunikationsstrukturen) aufgefasst werden. Die Datensammlung und -Analyse zu Beginn ist wichtig um Geschlechterbenachteiligungen, Probleme und Ungleichheiten zu ermitteln. Als zweiten Punkt nennt sie die Ausformulierung gleichstellungs- und genderpolitischer Ziele. Hierbei ist die Beteiligung aller Mitarbeiter wichtig, um Ziele zu formulieren die nicht als aufgezwungenes Doktrin empfunden werden, sondern allgemeine Unterstützung erfahren. Als dritten Punkt führt sie auf, dass eine Projektgruppe erstellt werden muss, die Entwicklungen prozessorientiert anleitet, steuert und evaluiert. Hierbei sollen ebenfalls alle Mitarbeiter einbezogen werden (vgl. Ehrhardt, 2003, S. 18-22).
Bei Gender Mainstreaming handelt es sich um einen klassischen Top-Down-Prozess. Der Wille zur Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit muss ihren Anfang in der Führungsebene haben, um in die gesamte Organisation durchdringen zu können (vgl. Stiegler, 2002, S. 26-27). Desweiteren müssen, um Gender Mainstreaming anwenden zu können, bei Entscheidungsprozessen genderkompetente Fragen im Vordergrund stehen, die kritisch betrachten ob ein Vorhaben tatsächlich der Gleichberechtigung von Männern und Frauen dient (vgl. Pinl, 2002, S. 3-5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der anhaltenden geschlechtsspezifischen Benachteiligungen im 21. Jahrhundert trotz wirtschaftlichem Fortschritt und Darlegung des Bedarfs an Lösungsstrategien.
2. Politische Rahmebedingungen in der EU: Erläuterung der europäischen Ursprünge und der gesetzlichen Verankerung von Gender Mainstreaming, insbesondere im Amsterdamer Vertrag.
2.1 Bundesdeutsche Ebene: Beschreibung der Implementierung von Gender Mainstreaming in Deutschland durch Ministerien und gesetzliche Vorgaben wie das SGB III.
3. Der Gender Mainstreaming-Ansatz: Definition des Ansatzes als Strategie zum Abbau geschlechtsspezifischer Hindernisse und zur Integration von Geschlechtergerechtigkeit.
3.1 Ziele: Präzisierung des Gleichstellungsgedankens, der nicht Gleichheit, sondern die Gleichwertigkeit unterschiedlicher Lebensentwürfe anstrebt.
3.2 Konzeptionelle Voraussetzungen: Analyse der Notwendigkeit einer klaren politischen Zielsetzung und der Verpflichtung der Führungsebenen zur Umsetzung des Ansatzes.
3.3 Methode von Gender Mainstreaming: Vorstellung der notwendigen Arbeitsschritte wie Datenerhebung, Zielformulierung und prozessorientierte Steuerung.
3.4 Gender Checks: Diskussion von Instrumenten wie dem Gender Controlling und der 3-R-Methode zur Analyse und Evaluation von Geschlechterverhältnissen.
4. Aktueller Entwicklungsstand in der BRD: Überblick über konkrete Projekte und Maßnahmen in Bundesministerien und einzelnen Bundesländern.
5. Ausblick: Kritische Reflexion über die Notwendigkeit, Gender Mainstreaming dauerhaft als feste Methode und nicht als kurzfristigen Trend zu etablieren.
Schlüsselwörter
Gender Mainstreaming, Gleichstellung, Geschlechtergerechtigkeit, Arbeitsmarkt, Chancengleichheit, Top-Down-Prozess, Gender Controlling, 3-R-Methode, Frauenförderung, Diskriminierung, Organisationsentwicklung, politische Steuerung, Geschlechterverhältnisse, Geschlechtssegregation, Sozialpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Strategie des Gender Mainstreamings als politischem und organisatorischem Instrument zur Beseitigung geschlechtsspezifischer Benachteiligungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Ausgangslage von Frauen am Arbeitsmarkt, der gesetzlichen Verankerung auf EU- und Bundesebene sowie der praktischen Umsetzung und Evaluation des Ansatzes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Gender Mainstreaming eine nachhaltige Gleichstellung von Männern und Frauen in allen gesellschaftlichen und beruflichen Bereichen erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den theoretischen Rahmen, die rechtlichen Grundlagen und den aktuellen Umsetzungsstand des Gender Mainstreamings zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Entstehung des Konzepts, seine Ziele und konzeptionellen Voraussetzungen, methodische Umsetzungsstrategien sowie eine Bestandsaufnahme konkreter Projekte in der BRD.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Gender Mainstreaming, Gleichstellung, Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit und Gender Controlling.
Welche Rolle spielt die Führungsebene beim Gender Mainstreaming?
Die Führungsebene ist entscheidend, da es sich um einen Top-Down-Prozess handelt. Ohne deren Unterstützung und die Bereitstellung finanzieller sowie personeller Ressourcen ist eine erfolgreiche Implementierung nicht möglich.
Was unterscheidet das Ziel "Gleichstellung" von "Gleichheit"?
Laut dem Text bedeutet Gleichstellung nicht, dass alle Individuen gleich sein müssen. Stattdessen sollen Männer und Frauen in ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen und Mustern die gleiche Wertschätzung und Chance auf Teilhabe erlangen.
Was verbirgt sich hinter der 3-R-Methode?
Die 3-R-Methode steht für Repräsentation, Ressourcen und Realisierung und dient als analytisches Werkzeug, um die Verteilung von Mitwirkung und Mitteln zwischen den Geschlechtern zu untersuchen.
Warum wird Gender Mainstreaming als "Top-Down-Prozess" bezeichnet?
Weil der Impuls und die Verpflichtung zur Umsetzung von den Entscheidungsträgern an der Spitze von Organisationen ausgehen müssen, um eine Wirkung in der gesamten Struktur zu entfalten.
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- Britt Fender (Author), 2011, Gender Mainstreaming, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174911