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Hebammenberuf und Handwerk

Zwei Seiten einer Medaille?

Titel: Hebammenberuf und Handwerk

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Mario Kulbach (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn man sich die Frage nach der Verortung der Hebammenarbeit als einer handwerklichen Tätigkeit stellt, würde man im Sinne Sennetts zu dem Schluss kommen, Hebammen als Handwerker zu bezeichnen. In diesem Beruf spielen Disziplin, Selbstreflexion, die Orientierung an standardisierten Heilverfahren, sowie das Streben nach Qualität im höchsten Maße eine zentrale Rolle. Zudem rief der Deutsche Hebammenverband (DHV) im Jahr 2010 unter dem Motto „Hebammen in Not – Rettet unser Handwerk“ zu bundesweiten Demonstrationen gegen die mittlerweile horrenden Haftpflichtversicherungsbeiträge für selbstständige Hebammen auf und bezeichnete in diesem Kontext den Beruf der Hebamme als Handwerk . Dennoch wurde das Hebammengewerbe nicht in die Handwerksrollen der jeweiligen Handwerkskammern aufgenommen, und gilt somit nach heutigem Verständnis nicht als Handwerk. Wie ist es zu erklären, dass ein Beruf der existenziell von seiner Handarbeit abhängt und der der obigen Handwerksdefinition zu entsprechen scheint, nicht als Handwerk deklariert wird? Für die Beantwortung dieser Frage lohnt sich der Blick in die Anfänge der Professionalisierung des Hebammenberufs ab dem 15. Jh. In diesem Zusammenhang wird nach der Mentalität der Menschen der Frühen Neuzeit, aber auch den berufsspezifischen, strukturellen Eigenarten von Hebammen und Handwerkern zu fragen sein.
In diesem Zusammenhang wird ein definitorischer Zugang, nach dem Motto „Was ist Handwerk?“, „Was ist Hebammenarbeit?“ und „Wo liegen demnach die Unterschiede?“, angeboten. Es werden darauf aufbauend grundlegende strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Berufsgruppen in den Blick genommen, jedoch sollen diese nicht als einzige Argumente für eine Trennung von Handwerk und Hebammerei angeführt werden. Vielmehr wird auf einen soziologisch-gesellschaftlichen Aspekt verwiesen werden. Was Hebammen die Etablierung eines eigenen beruflichen Zweiges erschwerte, lag u.a. an den geschaffenen Strukturen (z.B. Zunftzugehörigkeit), aber auch am vorherrschenden patriarchalischen System des 15./16. Jh. Eine These, die hier vertreten werden soll, lautet, dass eine Dominanz des männlichen Geschlechts in der Frühen Neuzeit dazu führte, Frauen eine berufliche Teilhabe zu erschweren. Im besonderen Fall galt dies für Hebammen, die sich in dieser Zeit zu professionalisieren begannen und ihr Wissen nicht mehr nur ihren Töchtern weitergaben, sondern sog. „Lehrtöchter“ ausbildeten . [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hebammen und andere Heilsberufe in der Frühen Neuzeit

3. Handwerker in der Frühen Neuzeit

4. Hebammenberuf und Handwerk - Zwei Seiten einer Medaille?

5. Fazit

6. Literatur

7. Anhang

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und strukturelle Einordnung des Hebammenberufs im Verhältnis zum Handwerk in der Frühen Neuzeit, um zu ergründen, warum dieser trotz existentieller Handarbeit nicht als Handwerk deklariert wurde.

  • Vergleichende Analyse von Hebammenarbeit und traditionellem Handwerk.
  • Untersuchung der Professionalisierungsphase des Hebammenberufs ab dem 15. Jahrhundert.
  • Analyse des gesellschaftlichen und patriarchalen Rahmens der Frühen Neuzeit.
  • Betrachtung von strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden (Ausbildung, Ordnungen, Werkstatt).
  • Einordnung christlich-religiöser Deutungsmuster für die Trennung der Berufe.

Auszug aus dem Buch

Strukturelle Gemeinsamkeiten

Bei der Betrachtung struktureller Ähnlichkeiten von Hebammen und Handwerkern können m.E. fünf Merkmale genannt werden.

Zum Einen haben wir es mit zwei Berufen zu tun, die existenziell von der Benutzung ihrer Hände abhängig sind. Zwar unterscheiden sich Methoden, Vorgehensweisen und Materialien grundlegend voneinander, doch wenn Handwerk allein über die Tätigkeit mit Händen definiert wäre, müsste die Hebammenarbeit zu diesem gerechnet werden.

Zum Anderen wohnt beiden Berufen das Streben inne, ihre Arbeit möglichst gut zu verrichten. Die Orientierung an bestimmten Standards, d.h. eine Qualitätsorientierung, führt bei Handwerkern dazu, einen Gegenstand in routinemäßigen Abläufen zur „Perfektion“ zu bringen. Bei Hebammen sollen standardisierte Verhaltensweisen bei Geburt dafür sorgen, dass Mutter und Kind diese unbeschadet überstehen. Wiederum ist natürlich das „Produkt“, was am Ende steht, völlig unterschiedlich. Jedoch dieses „Produkt“ möglichst gut zu gestalten, ist Anspruch beider Berufe. Nicht umsonst sind Qualitätskriterien der Handwerker in Zunftordnungen und der Hebammen in Hebammenordnungen eingegangen.

Eine weitere strukturelle Ähnlichkeit ist in der Art der Ausbildung der Handwerker und Hebammen zu sehen. Wie in den vorangegangenen Kapiteln beschrieben, bildeten Handwerker Lehrlinge aus. Das maieutische Pendant dazu war die Lehrtochter, die bei einer Hebamme in Ausbildung ging. Jedoch gab es über die Stufe der Lehrtochter hinaus keine Position, die der des Gesellen bei Handwerkern entsprochen hätte. Zwar regelte nicht in allen Fällen eine übergeordnete Institution die Ausbildung der Lehrtöchter, wie dies bei den Lehrlingen der Handwerker durch Zunftordnungen getan wurde, jedoch ist darin, dass beide Berufe Lehrberufe waren, eine Gemeinsamkeit zu erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um die Verortung der Hebammenarbeit als Handwerk und formuliert die zentrale Fragestellung der historischen Herleitung dieser Abgrenzung.

2. Hebammen und andere Heilsberufe in der Frühen Neuzeit: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Spektrum heilkundlicher Berufe und thematisiert die frühe Entwicklung des Hebammenberufs sowie dessen professionelle Anfänge.

3. Handwerker in der Frühen Neuzeit: Hier werden Definitionen des Handwerks sowie die Rolle und Bedeutung der Zünfte als wirtschaftliche Organisationen im späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit dargestellt.

4. Hebammenberuf und Handwerk - Zwei Seiten einer Medaille?: Dieses Kapitel führt einen detaillierten Vergleich der beiden Berufsgruppen durch, analysiert strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie religiöse Aspekte der Berufstrennung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Hebammen historisch nicht als Handwerker verstanden wurden und dies in der heutigen Einordnung fortwirkt.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetquellen.

7. Anhang: Enthält ergänzende visuelle Materialien wie das Logo der Demonstrationen und historische Abbildungen von Geburtswerkzeugen.

Schlüsselwörter

Hebamme, Handwerk, Frühe Neuzeit, Zunft, Professionalisierung, Hebammenordnungen, Medizingeschichte, Lehrtöchter, Geschlechtergeschichte, Patriarchat, Heilberuf, Strukturvergleich, Geburtswerkzeuge, Zunftwesen, Ausbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, warum der Hebammenberuf historisch nicht als Handwerk anerkannt wurde, obwohl er viele handwerksähnliche Züge aufweist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Das Hauptaugenmerk liegt auf der historischen Professionalisierung, dem Vergleich mit zünftigem Handwerk, der Rolle der Frau und der strukturellen sowie religiösen Differenzierung beider Tätigkeiten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Wie ist es zu erklären, dass ein Beruf, der existenziell von seiner Handarbeit abhängt, nicht als Handwerk deklariert wird?

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine historische und soziologische Analyse, die auf der Auswertung von Quellen (wie Hebammenordnungen und Zunftordnungen) sowie auf theoretischen Ansätzen zur Handwerksdefinition basiert.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der historischen Heilsberufe, die Struktur des Handwerkes und der Zünfte sowie einen detaillierten strukturellen und religiösen Vergleich von Hebammenarbeit und Handwerk.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Hebamme, Handwerk, Zunft, Frühe Neuzeit und Professionalisierung charakterisiert.

Warum spielt die Religion bei der Abgrenzung eine Rolle?

Der Autor führt anthropologische Deutungen nach Burchardt an, welche die Arbeitsteilung zwischen "männlichem Herstellen" und "weiblichem Austragen" auf christliche biblische Deutungsmuster zurückführen.

Welche Rolle spielt die Zunft in der Argumentation?

Die Zunft dient als Referenzmodell für ein organisiertes Handwerk, das Frauen im Laufe des 16. Jahrhunderts zunehmend ausschloss und Hebammen den Zugang zu einer ständischen Organisation verwehrte.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hebammenberuf und Handwerk
Untertitel
Zwei Seiten einer Medaille?
Hochschule
Universität Siegen  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Geschichte des Handwerks
Note
2,0
Autor
Mario Kulbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V174553
ISBN (eBook)
9783640948918
ISBN (Buch)
9783640948932
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hebammenberuf handwerk zwei seiten medaille
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mario Kulbach (Autor:in), 2011, Hebammenberuf und Handwerk , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174553
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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