Seit der Veröffentlichung des ersten Artikels in der Harvard Business Review 1992 hat die BSC hat eine breite Diskussion in Theorie und Praxis ausgelöst. Inzwischen haben
viele Unternehmen auf der ganzen Welt dieses Managementinstrument implementiert.
Schon seit langem werden Kennzahlensysteme in der unternehmerischen Praxis eingesetzt, jedoch eignen sie sich nur bedingt für die strategische Unternehmensführung. In der Regel werden nämlich nur Messgrößen betrachtet, die sich auf schon vergangene
Vorgänge beziehen. Diese geben zwar Auskunft über den aktuellen Stand des Unternehmens, stehen aber in keinem strategischen Kontext und geben keinen Aufschluss über mögliche Wege zur Verbesserung der einzelnen Kennzahlen. [Hype06]
Trotzdem verlassen sich noch heute viele Unternehmen auf diese einseitigen Kennzahlensysteme. Unberücksichtigt bleiben dabei die Größen die den zukünftigen Erfolg des Unternehmens beeinflussen, wie z.B. Mitarbeiterqualifikationen oder Innovationen. Könnte
man diese Größen heute messen, wäre es möglich Missstände schon bei ihrer Entstehung zu erkennen und unmittelbar zu reagieren. An dieser Stelle setzt die Balanced Scorecard (BSC) an, die es ermöglicht Finanzielle Kennzahlen gleichwertig mit den sog.
Leistungstreibern zu berücksichtigen. [Delp06]
Noch vor wenigen Jahren gab es nur vereinzelte Ansätze zur Unterstützung der BSC durch Software. Mittlerweile hat sich ein breiter und sehr unübersichtlicher Markt an unterschiedlichen
Programmen und Umsetzungen gebildet und es gibt meist gravierende
Abweichungen bei den Funktionalitäten der verschiedenen Programme. [EnOt03]
Neben speziellen BSC-Software Lösungen gibt es auch Ansätze diese in bestehende unternehmensweite Systeme einzubinden, welche meist auf ein Data Warehouse (DWH) als Datenbasis zugreifen. [Hild01]
Inhalt dieser Seminararbeit ist eine solche sog. Data Warehouse gestützte Balanced Scorecard. Es soll neben dem grundsätzlichen Aufbau der BSC auch erarbeitet werden, ob sie sich als Instrument der zukunftsorientierten Unternehmensführung eignet. Besonderer
Augenmerk wird dabei auf die Implementierung der BSC-Lösung in bestehende DWH-Datenbanken gelegt, wobei zu prüfen ist, ob ein solcher Ansatz für das Unternehmen von Vorteil ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Balanced Scorecard
2.1 Entstehung, Grundidee & Konzeption
2.2 Die vier Perspektiven der BSC
2.3 Zukunftsorientierte Unternehmensführung
2.4 Bewertung der BSC
3. Grundlagen der BSC-Software
3.1 Business Intelligence Software
3.1.1 Management Information Systeme
3.1.2 Decision Support Systeme
3.1.3 Executive Information Systeme
3.2 Anforderungen an BSC-Software
4. Data Warehouse gestützte Balanced Scorecard
4.1 Data Warehouse
4.2 Bedarfsgerechte Informationsversorgung
4.3 Anbieterumgebung
4.4 Kosten
5. Praxisbeispiel: Q-Excellence
5.1 Business Information Portal
5.2 Informationsplattform
5.3 Balanced Scorecard
6. Fazit & Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Eignung und Implementierung von Data-Warehouse-gestützten Balanced-Scorecard-Systemen als Instrument für eine zukunftsorientierte Unternehmensführung. Dabei wird analysiert, wie bestehende Datenbestände in DWH-Systemen genutzt werden können, um strategische Kennzahlen effizient zu erfassen, zu steuern und für Entscheidungsträger visuell aufzubereiten.
- Grundlagen und Konzeption der Balanced Scorecard (BSC)
- Anforderungen an moderne BSC-Softwarelösungen
- Integration von BSC in Business-Intelligence- und Data-Warehouse-Umgebungen
- Kosten- und Anbieterevaluation für BSC-Implementierungen
- Praktische Anwendung am Beispiel des Systems "Q-Excellence"
Auszug aus dem Buch
2.4 Bewertung der BSC
Vorteilhaft an der BSC ist, dass sie durch ihren integrativen Charakter in der Lage ist, die Strategie in klar formulierte, mess- und kontrollierbare Kennzahlen abzuleiten und diese gleichwertig mit finanziellen Kennzahlen einzubeziehen. Diese dienen der Unternehmensführung wie auch den Mitarbeitern als Anhaltspunkt für den derzeitigen Stand und gleichzeitig als Wegweiser für zukünftige operative Handlungen. [Stei01]
Die BSC deckt die wesentlichen Kausalketten zwischen den unterschiedlichen Kennzahlen auf und reduziert so die Komplexität vieler Vorgänge. Diese können anhand der BSC leicht überwacht und gesteuert werden. Auch auf die Motivation der Mitarbeiter hat die BSC im Normalfall positive Auswirkung, da jeder durch seine Tätigkeit einen messbaren Anteil zur Durchsetzung der Gesamtstrategie beiträgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Arbeit führt in die Problematik ein, dass klassische Kennzahlensysteme oft nur Vergangenheitswerte betrachten und die Balanced Scorecard als strategisches Gegeninstrument zur zukunftsorientierten Unternehmenssteuerung positionieren.
2. Balanced Scorecard: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, die vier Perspektiven der BSC sowie die Herausforderungen und Vorteile des Instruments bei der Umsetzung strategischer Ziele in operatives Handeln.
3. Grundlagen der BSC-Software: Hier werden verschiedene Kategorien von Business-Intelligence-Software, wie MIS, DSS und EIS, analysiert und die spezifischen funktionalen Anforderungen an eine BSC-Software definiert.
4. Data Warehouse gestützte Balanced Scorecard: Das Kapitel beschreibt die synergetische Verknüpfung von Data Warehouses mit der BSC, um eine bedarfsgerechte Informationsversorgung sowie eine verbesserte Datenqualität und -integration zu gewährleisten.
5. Praxisbeispiel: Q-Excellence: Anhand des Intranet-basierten Systems Q-Excellence wird demonstriert, wie die Implementierung der BSC in die betriebliche Praxis, inklusive Visualisierung und Drill-Down-Funktionen, erfolgreich erfolgen kann.
6. Fazit & Ausblick: Zusammenfassend wird festgehalten, dass eine Kombination aus Data Warehouse und Balanced Scorecard die strategische Steuerung erheblich vereinfacht und eine dezentrale, konsistente Informationsversorgung im Unternehmen ermöglicht.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, BSC, Data Warehouse, DWH, Business Intelligence, Strategische Unternehmensführung, Kennzahlensysteme, Management Information Systeme, Entscheidungsunterstützung, Q-Excellence, Frühindikatoren, Ursache-Wirkungs-Ketten, Unternehmenssteuerung, Softwareauswahl, Drill-Down
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der technischen und strategischen Implementierung einer Data-Warehouse-gestützten Balanced Scorecard zur modernen Unternehmensführung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Balanced Scorecard, Anforderungen an entsprechende Software-Lösungen sowie die praktische Integration in Data-Warehouse-Umgebungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Kombination von DWH-Datenbasen und BSC-Konzepten eine zukunftsorientierte Unternehmenssteuerung erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, ergänzt durch eine Analyse funktionaler Software-Anforderungen und ein konkretes Anwendungsbeispiel.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Software-Architektur für BSC-Systeme, die Rolle von Data Warehouses als Datenquelle und die Evaluation eines Praxisbeispiels.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Data Warehouse, Business Intelligence, Strategische Steuerung und Kennzahlensysteme charakterisieren.
Warum ist eine DWH-gestützte Lösung laut Autor von Vorteil?
Da in einem Data Warehouse viele Daten bereits in hoher Qualität vorliegen, entfällt ein doppelter Pflegeaufwand und das Management erhält alle relevanten Daten auf einen Blick.
Welche Rolle spielt die Benutzerfreundlichkeit bei BSC-Software?
Die Benutzerfreundlichkeit ist entscheidend für die Akzeptanz des Konzepts, damit das System nicht nur von Führungskräften genutzt wird, sondern im Unternehmen gelebt werden kann.
- Quote paper
- Christian Ermert (Author), 2006, Data Warehouse gestützte Balaced Scorecard, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174533