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Wer wird, und wann, die Sprache wiedererfinden - Spaltungen, Zeichen und Körper in Christa Wolfs Kassandra

Titel: Wer wird, und wann, die Sprache wiedererfinden - Spaltungen, Zeichen und Körper in Christa Wolfs Kassandra

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 37 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Meike Adam (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Christa Wolfs Erzählung Kassandra, die zusammen mit den Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra 1983 in der BRD erschienen ist, konnte zur Zeit ihrer Veröffentlichung große Aufmerksamkeit auf sich ziehen und avancierte zu einem „Kultbuch der internationalen Friedens- und Frauenbewegung“ . Ein Großteil der

Faszination, die Kassandra zu einem Bestseller werden ließ, liegt sicherlich in der zeitgenössischen Brisanz begründet. Die Feminismusbewegung verschaffte sich zunehmend öffentliche Beachtung, und der kalte Krieg, mit der Angst vor atomarer Auslöschung einhergehend, war omnipräsent.

So wird denn auch Kassandra weithin als Schlüsselerzählung und als „Parabel mit unmißverständlicher Warnfunktion“ rezipiert. Die zusätzliche Rückführung des Schreibimpulses Christa Wolfs auf ihre persönliche Situation als Dichterin in der DDR tut ihr übriges, um den Eindruck zu erwecken, die Erzählung ließe sich auf ihre sozio-historische und biographische Dimension reduzieren. In der Tat zeigt sich, daß in der Sekundärliteratur kurz nach der Veröffentlichung eine intensive, teils auch recht kontroverse, Auseinandersetzung mit Kassandra einsetzt, die jedoch in den 90er Jahren deutlich abebbt und spätestens mit dem Bekanntwerden von Christa Wolfs Stasi-Tätigkeit einer polemisch-ideologisch durchzogenen Debatte über ihre Rolle als Schriftstellerin in der DDR weicht. Der Begriff der Staatsdichterin ist schnell geprägt. Offensichtlich liegt es nah, eine Au-torin, die bekennt, „daß ich schreibe, um mich besser kennenzulernen, und die Konflikte, und das, was mir auf den Leib gerückt war, auszudrücken“ , die immer wieder gesellschaftliche Verantwortung eingefordert hat, mit ihrer Biographie für ihre Worte haftbar zu machen. Aber purer Biographismus reicht weder aus, ihre Werke zu verstehen, noch sie zu diskreditieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Erzählung Kassandra und ihre Voraussetzungen

2.1 Subjektive Authentizität

2.2 Scheitern eines Konzepts?

3 Subjektwerdung und Sehertum

3.1 Spaltungen

3.2 Sehertum

3.3 Was bedeutet Autonomie?

3.4 Kassandras Tod: Kapitulation oder Autonomieakt?

4 Zeichen und Körper

4.1 Persönlich-sinnlicher Zugang

4.2 Die Palastwelt

4.3 Die Welt am Skamander: ein matriarchaler Gegenentwurf?

4.4 Gibt es ein weibliches Schreiben?

5 Mythos und Utopie

5.1 Spuren verlassen?

5.2 Gibt es eine utopische Perspektive?

6 Schlußbetrachtung

7 Anhang

7.1 Siglenverzeichnis

7.2 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht Christa Wolfs Erzählung Kassandra im Kontext ihrer Poetik-Vorlesungen Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra. Das primäre Ziel ist es, die Subjektwerdung und Autonomiebestrebungen der Protagonistin im Spannungsfeld zwischen Matriarchat und Patriarchat zu analysieren sowie das Scheitern der angestrebten Ideale im Angesicht gesellschaftlicher Zwänge zu bewerten.

  • Die Untersuchung der Schnittstelle zwischen Mythos und historisch-biografischer Realität.
  • Die Analyse der innerpsychischen Spaltung der Kassandra-Figur im Spannungsfeld der Palastwelt.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept eines "weiblichen Schreibens".
  • Die Bewertung des utopischen Gehalts der Gesellschaft am Skamander und die Grenzen der Selbstverwirklichung.

Auszug aus dem Buch

Die Welt am Skamander: ein matriarchaler Gegenentwurf?

Im Kontrast dazu steht die Welt am Skamander. Hier wird der Versuch unternommen, der Korrumpierung des Zeichens entgegenzuwirken und die Erzählung wieder in ihre gemeinschaftsstiftende Funktion einzusetzen. Im Zentrum steht nicht die `nachweisbare´ Realität, sondern Träume und Erlebnisse. Der Blick bleibt jedoch immer auf die Zukünftigen gerichtet, weil klar ist, daß diese Gesellschaft nur von begrenzter Dauer sein kann und als Gegenspieler des Palastes mit diesem untergehen wird.

Wir erzählten uns unsre Träume, viele staunten, wieviel sie uns verraten. Oft aber, eigentlich am meisten, redeten wir über die, die nach uns kämen. Wie sie wären. Ob sie uns noch kennten. Ob sie, was wir versäumt, nachholen würden, was wir falsch gemacht, verbessern. Wir zerbrachen uns die Köpfe, wie wir ihnen eine Botschaft hinterlassen könnten, doch wir waren der Schrift nicht mächtig. Wir ritzten Tiere, Menschen, uns, in Felsenhöhlen, die wir, eh die Griechen kamen, fest verschlossen. Wir drückten unsre Hände nebeneinander in den weichen Ton. Das nannten wir, und lachten dabei, uns verewigen. Es wurde daraus ein Berührungsfest, bei dem wir, wie von selbst, die andere, die anderen berührten und kennenlernten. (K, 152f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet die Erzählung in ihrem zeithistorischen Kontext und diskutiert die Debatten um Christa Wolfs Rolle als Schriftstellerin in der DDR.

2 Die Erzählung Kassandra und ihre Voraussetzungen: Dieses Kapitel untersucht das Verhältnis zwischen der Erzählung und den poetologischen Voraussetzungen, wobei die Frage nach dem Scheitern des Konzepts subjektiver Authentizität im Vordergrund steht.

3 Subjektwerdung und Sehertum: Hier werden Kassandras Spaltungserfahrungen sowie die Bedeutung ihrer Sehergabe als schmerzhafter Prozess der Ich-Erkenntnis analysiert.

4 Zeichen und Körper: Dieses Kapitel behandelt die Diskrepanz zwischen der körperlich orientierten oralen Kultur am Skamander und der abstrakt-manipulativen, literalen Sprache des patriarchalen Palastes.

5 Mythos und Utopie: Es wird erörtert, inwiefern die Rückkehr zum Mythos eine utopische Perspektive bieten kann oder ob es sich lediglich um eine fragmentarische Auseinandersetzung mit der Geschichte handelt.

6 Schlußbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass das Ziel einer gesellschaftlichen Erschütterung und die Überwindung der menschlichen Gespaltenheit in der Erzählung letztlich nicht erreicht werden können.

Schlüsselwörter

Kassandra, Christa Wolf, Patriarchat, Matriarchat, Subjektwerdung, Sehertum, Körperlichkeit, Mythos, Utopie, Sprachmanipulation, Selbstentfremdung, Phantastische Genauigkeit, Identitätsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Christa Wolfs Erzählung Kassandra und untersucht, wie die Protagonistin in einem patriarchalen System versucht, ein autonomes Subjekt zu werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung weiblicher Identität, der Kritik an patriarchalen Machtstrukturen, der Rolle des Mythos und der Suche nach einer authentischen Sprache.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob die Erzählung als ein Lehrstück der weiblichen Autonomieentwicklung gelesen werden kann oder ob sie eher eine Parabel über das Scheitern darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text eng mit den essayistischen Voraussetzungen der Autorin und kulturwissenschaftlichen Theorien verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Kassandras Spaltungserfahrungen, dem Gegensatz zwischen der Palastwelt und der Gesellschaft am Skamander sowie dem problematischen Begriff des weiblichen Schreibens.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Schlagworte sind unter anderem Subjektwerdung, Patriarchat, Mythos, Utopie und die "phantastische Genauigkeit".

Warum spielt das "Sehertum" in der Erzählung eine so wichtige Rolle?

Das Sehertum ist eng an Kassandras Selbsterkenntnis gekoppelt; es ermöglicht ihr, die Mechanismen der Macht im Palast zu durchschauen, ist aber zugleich mit schmerzhaften Krisen verbunden.

Wie bewertet die Autorin den "utopischen Gehalt" am Skamander?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Welt am Skamander kein dauerhaftes Modell für die Zukunft bietet, sondern eine fragile, temporäre Existenzform darstellt, die das Scheitern der Protagonistin nicht verhindern kann.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wer wird, und wann, die Sprache wiedererfinden - Spaltungen, Zeichen und Körper in Christa Wolfs Kassandra
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Germanistisches Institut - Lehrstuhl für NDL)
Veranstaltung
Hauptseminar: Christa Wolf: Die Arbeit am Mythos
Note
1,0
Autor
Meike Adam (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
37
Katalognummer
V17428
ISBN (eBook)
9783638220088
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache Spaltungen Zeichen Körper Christa Wolfs Kassandra Hauptseminar Christa Wolf Arbeit Mythos
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Meike Adam (Autor:in), 2001, Wer wird, und wann, die Sprache wiedererfinden - Spaltungen, Zeichen und Körper in Christa Wolfs Kassandra, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/17428
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Leseprobe aus  37  Seiten
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