Den Einfluss des Präsidenten auf die Gesundheitsreform war enorm. Ohne ihn und seinen vielen Helfern, wäre die Reform niemals so umgesetzt worden. Bereits zur Präsidentenwahl hatte Obama die Gesundheitsreform als eines seiner wichtigsten Punkte herausgestellt. Der Weg hin zu einem Gesundheitssystem, in dem alle Amerikaner eine Krankenversicherung besitzen könne und müssen, ist nicht immer leicht gewesen. Es gab viele Stolpersteine die Barack Obama mit seiner Reform überwinden musste, darunter der Verlust einer entscheidenden Senatorenstimme sowie die sinkende Zustimmung unter der amerikanischen Bevölkerung. Diese und weitere Probleme versuchte der Präsident mit seinem gesamten Mitarbeiterstab entgegen zu wirken. Alle Möglichkeiten und sogar ein ganz spezieller Kniff wurde angewendet, um die Vorlage doch noch durchbringen zu können und somit eine umfassende Änderung des Gesundheitssystems zu beschließen. Der Präsident hat viele verschiedene Möglichkeiten auf die Gesetzgebung Einfluss zu nehmen und seine geplanten Vorhaben auch zu seiner Zufriedenheit umzusetzen. Dazu benötigt er, wie ich in der Arbeit zeigen werde, viele Mitarbeiter die ihn unterstützen, beraten und auf eventuelle Probleme sowie Lösungen dieser aufmerksam zu machen. Mit deren Hilfe kann Obama die Bearbeitung seiner Gesetzesvorlage sowie die Abstimmung darüber beeinflussen und zum Erfolg seiner Vorhaben beitragen. Dabei bleibt der größte Teil der Arbeit des Präsidenten unsichtbar, weil das Bilden von Koalitionen für die Vorlage und auch das Arbeiten mit Anreizen nicht in der Öffentlichkeit statt findet. In meiner Arbeit zeige ich die Einflussmöglichkeiten, die der Präsident während des Gesetzgebungsprozesses hat, auf und mit welchen Mitteln er die Reform durchgebracht hat. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Gesundheitssystem der USA
3. Probleme des Gesundheitssystems
4. Punkte der Gesundheitsreform
5. Gesetzgebungsverfahren
5.1 Allgemeines zum Kongress
5.2 Repräsentantenhaus
5.3 Senat
5.4 Vermittlungsausschuss
6. Einflussmöglichkeiten des Präsidenten
6.1 Die direkte Beteiligung beim Gesetzgebungsprozess
6.2 Helfer und Berater
6.2.1 Das Kabinett
6.2.2 Executive Office of the President (EOP)
6.2.3 White House Office
6.3 Der Einfluss des Präsidenten auf den Kongress
6.4 Der Einfluss des Präsidenten auf den Gesetzgebungs prozess
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert, wie der US-Präsident Barack Obama seine Einflussmöglichkeiten nutzte, um die Gesundheitsreform von 2010 trotz politischer Widerstände und komplexer legislativer Prozesse durch den Kongress zu bringen.
- Struktur und Probleme des US-Gesundheitssystems vor 2010
- Grundlagen des legislativen Gesetzgebungsprozesses in den USA
- Formelle und informelle Machtmittel des Präsidenten
- Die Rolle der Mitarbeiterstäbe und Beratergremien
- Politische Taktiken und Strategien zur Überwindung von Blockaden
Auszug aus dem Buch
6.2.1 Kabinett
Dieses Beratungsorgan ist nicht in der Verfassung festgehalten. Seine Mitglieder werden vom Präsidenten ernannt und er kann sie auch wieder entlassen. Alle leitenden Beamte benötigen noch zusätzlich die Zustimmung des Senats nach der Ernennung durch den Präsidenten. Am wichtigsten ist es, dass sie Experten ihrer jeweiligen Abteilung sind und dem Präsidenten gegenüber loyal, sie können in seltenen Fällen sogar aus der Opposition stammen.
Der Präsident kann bereits eine sehr enge Beziehung zu den einzelnen Mitgliedern aufgebaut haben, wenn er langjährige Freunde ernennt. Oder er lernt sie erst ein paar Tage vor dessen Ernennung kennen, weil er Fremde auswählt hat, die Experten auf dem vom Präsidenten zugewiesenem Gebiet sind. Wenn möglich sollte der Präsident die Mitglieder so wählen, dass das Kabinett die Zusammensetzung der Bevölkerung im Land widerspiegelt, um alle Amerikaner repräsentieren zu können und damit sich keine Minderheit unbeachtet oder unwichtig fühlt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zum Einfluss des Präsidenten auf die Gesundheitsreform unter Berücksichtigung der Herausforderungen des Gesetzgebungsprozesses.
2. Das Gesundheitssystem der USA: Darstellung der Ausgangslage und der verschiedenen Versicherungssysteme vor der Reform 2010.
3. Probleme des Gesundheitssystems: Analyse der Kosteneffizienz, Administrationshürden und der Situation unversicherter Bevölkerungsgruppen.
4. Punkte der Gesundheitsreform: Erläuterung der Kernziele, wie der Einführung der Versicherungspflicht und Änderungen bei der Risikoabdeckung.
5. Gesetzgebungsverfahren: Detaillierte Betrachtung der Abläufe in Repräsentantenhaus und Senat sowie der Rolle des Vermittlungsausschusses.
6. Einflussmöglichkeiten des Präsidenten: Untersuchung der verschiedenen direkten und indirekten Instrumente, die der Präsident zur Steuerung des Gesetzgebungsprozesses einsetzt.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erfolgsfaktoren und Hindernisse bei der Umsetzung der Gesundheitsreform durch Barack Obama.
Schlüsselwörter
Gesundheitsreform, Barack Obama, US-Präsident, Gesetzgebungsprozess, Kongress, Repräsentantenhaus, Senat, Medicare, Medicaid, Politische Strategie, Lobbying, Kabinett, White House Office, Versicherungspflicht, Gesetzgebungsverfahren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des US-Präsidenten, aktiv auf den Gesetzgebungsprozess einzuwirken, am Beispiel der Gesundheitsreform unter Barack Obama im Jahr 2010.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind das US-Gesundheitswesen, die institutionellen Abläufe im US-Kongress sowie die politische Einflussnahme durch die Exekutive.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen Mitteln der Präsident – sowohl direkt als auch indirekt über Berater – den Gesetzgebungsprozess steuern kann, um zentrale politische Vorhaben erfolgreich umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse unter Rückgriff auf Fachliteratur und Dokumente zum politischen System der USA.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Gesundheitssystems, die rechtlichen Rahmenbedingungen des Kongresses und eine detaillierte Analyse der Einflussnahme des Präsidenten und seiner Stäbe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Gesundheitsreform, Gesetzgebungsverfahren, Kongress, Präsident, Lobbying und politische Einflussnahme.
Wie wichtig sind die persönlichen Berater für den Präsidenten?
Sie sind essentiell, da der Präsident ohne die fachliche Zuarbeit und die informelle Arbeit von Gremien wie dem White House Office politisch kaum handlungsfähig wäre.
Warum war die Umsetzung der Gesundheitsreform so schwierig?
Neben der komplexen Struktur des Kongresses und der Opposition durch die Republikaner erschwerten vor allem der Verlust einer wichtigen Mehrheit im Senat und sinkende Zustimmungswerte in der Bevölkerung das Vorhaben.
- Quote paper
- Nicole Pfeiffer (Author), 2010, Die Gesundheitsreform Barack Obamas 2010 - Einflussmöglichkeiten des Präsidenten auf den Gesetzgebungsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174094