Brasilien wird auf internationalem Parkett als die Führungsmacht Südamerikas angesehen . Diese Sicht wird durch die geographische Größe des Landes mit 8,5 Millionen qkm, der hohen Bevölkerungszahl im Verhältnis zu anderen südamerikanischen Staaten von knapp 200 Millionen Einwohnern (prognostiziert 210 Millionen in 2015) und der in den letzten Jahren stark gewachsenen wirtschaftlichen Potenz des Landes - besonders die wachsende Bedeutung von Rohstoffen und Agrarprodukten sind dafür verantwortlich - begründet.
Diese Arbeit ist mit der Leitfrage „Lassen sich am Verhalten Brasiliens in der Andenkrise 2008 Indikatoren einer regionalen Führungsmacht identifizieren?“ überschrieben und soll im Weiteren Untersuchungsgegenstand werden. Die Andenkrise von 2008 bildet das Zentrum dieser Fallstudie. Sie eignet sich als Fallstudie hervorragend, da Brasilien in ihr keine direkt beteiligte Partei war. Daher lässt sich die Frage „Ist Brasiliens Außen- und Regionalpolitik Kennzeichen und Ausdruck für eine regionale Führungsmacht in Südamerika?“ ebenso wie die Leitfrage umso besser stellen.
Zunächst wird als Grundlage für die Prüfung dieses Falles die Neorealismus-Theorie vorgestellt, ebenso die Ereignisse, die als Andenkrise 2008 bezeichnet werden, sowie die diplomatischen Aktivitäten zur Beilegung der Krise. Mit Hilfe des von Professor Stefan A. Schirm entwickelten analytischen Konzepts mit Indikatoren und Variablen zur Identifizierung einer Führungsmacht wird das Verhalten Brasiliens in der Krisensituation vom März 2008 analysiert.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Macht - Theorie des Neorealismus
2. Andenkrise 2008: Abfolge der Ereignisse
3. Analyse des brasilianischen Verhaltens in der Andenkrise
III. Schlussteil / Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Seminararbeit untersucht, inwiefern das diplomatische Verhalten Brasiliens während der Andenkrise 2008 als Beleg für seine Rolle als regionale Führungsmacht in Südamerika dienen kann, unter Anwendung neorealistischer Theorien und spezifischer Führungsindikatoren.
- Analyse der Rolle Brasiliens als regionale Führungsmacht
- Anwendung der neorealistischen Theorie auf die internationale Politik
- Untersuchung der diplomatischen Dynamiken der Andenkrise 2008
- Validierung theoretischer Führungsindikatoren anhand einer Fallstudie
- Beurteilung des brasilianischen Einflusses auf regionale Krisenbewältigung
Auszug aus dem Buch
3. Analyse des brasilianischen Verhaltens in der Andenkrise
Die Äußerungen und Aktivitäten der brasilianischen Politik sollen vor dem Hintergrund der These „Brasiliens Auftreten in der Andenkrise von 2008 ist Ausdruck für seine regionale Führungsrolle in Südamerika“ nun mit Hilfe der von Professor Stefan A. Schirm entwickelten Führungsindikatoren überprüft werden.
Anspruch ist der erste Indikator, der überprüft werden muss. Für Schirm bedeutet dies, dass der Akteur tatsächlich einen Anspruch auf Einflussnahme an sich selbst formuliert. Beansprucht Brasilien also tatsächlich eine Führungsrolle für sich?
Brasilien nimmt an der internationalen Diskussion teil. Es erfährt aufgrund seiner räumlichen Größe, der wirtschaftlichen Potenz und politischen Bedeutung für Südamerika eine hohe Beachtung. Die Stellungnahmen von Staatspräsident Lula da Silva, Außenminister Celso Amorim und Präsidentenberater Marco Aurelio Garcia fanden in den Medien ihren Niederschlag. Allein die Tatsache, dass sich die Regierung in Brasilia zu der Krise äußert, kann als Ausdruck für ihren Anspruch Brasiliens, eine regionale Führungsmacht zu sein, gewertet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung Brasiliens als regionale Führungsmacht dar und definiert die Leitfrage anhand der Andenkrise 2008 als Fallbeispiel.
II. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst die neorealistische Theorie, analysiert chronologisch die Ereignisse der Andenkrise und bewertet anschließend das brasilianische Handeln mittels definierter Führungsindikatoren.
III. Schlussteil / Fazit: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse der Analyse und diskutiert die Akzeptanz Brasiliens sowie die ideengeschichtlichen Hintergründe des regionalen Machtgefüges.
Schlüsselwörter
Brasilien, Andenkrise, regionale Führungsmacht, Neorealismus, Außenpolitik, Diplomatie, Machtanspruch, Südamerika, Krisenmanagement, internationale Beziehungen, regionale Integration, Ressourcen, Konfliktlösung, Machtverteilung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das außenpolitische Agieren Brasiliens in einer konkreten Regionalkrise, um dessen Ambitionen und Status als Führungsmacht Südamerikas zu verifizieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die neorealistische Theorie internationaler Beziehungen, die Analyse diplomatischer Krisenbewältigung und die Untersuchung nationaler Machtindikatoren.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit stellt die Frage, ob sich am Verhalten Brasiliens während der Andenkrise 2008 Indikatoren einer regionalen Führungsmacht identifizieren lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine fallstudienbasierte Analyse unter Anwendung des von Professor Stefan A. Schirm entwickelten Konzepts von Führungsindikatoren und Variablen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch den Neorealismus, eine historische Darstellung der Andenkrise 2008 und eine detaillierte Analyse der brasilianischen Rolle anhand von Machtindikatoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie regionale Führungsmacht, Neorealismus, brasilianische Außenpolitik und das Krisenmanagement in Südamerika charakterisiert.
Warum wird die Andenkrise 2008 als Fallstudie gewählt?
Die Krise eignet sich besonders gut, da Brasilien darin keine direkt involvierte Partei war, was eine objektivere Bewertung seiner Rolle als neutraler Vermittler ermöglicht.
Welches Ergebnis zieht der Autor zum Verhalten Brasiliens?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Brasilien seine Rolle als regionale Führungsmacht erfolgreich ausgefüllt hat, indem es den Konflikt durch stille Diplomatie statt durch polternde Rhetorik entschärfte.
- Arbeit zitieren
- Dirk Sodenkamp (Autor:in), 2011, Lassen sich am Verhalten Brasiliens in der Andenkrise 2008 Indikatoren einer regionalen Führungsmacht identifizieren?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/174047