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Arbeitsbelastungen bei depressiven Patienten in der psychotherapeutischen Praxis

Titel: Arbeitsbelastungen bei depressiven Patienten in der psychotherapeutischen Praxis

Masterarbeit , 2011 , 60 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dr. med. Claudia Schulte-Meßtorff (Autor:in)

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Psychische Erkrankungen nehmen in den letzten Jahren in ihrer
Häufigkeit einen beachtlichen Stellenwert in der ambulanten
Versorgung ein. Das gilt insbesondere für Depressionen. Depressionen
führen zu den längsten Arbeitsausfällen, sind eine der häufigsten
Frühberentungsursachen und verursachen einen erheblichen
subjektiven Leidensdruck.
Ein Teil der psychischen Beeinträchtigungen wird auf arbeitsbedingte
Stressoren zurückgeführt. Diesen Ansatz weiter zu verfolgen ist Ziel der
vorliegenden Arbeit. Sie soll der Frage nachgehen, ob sich ein
derartiger Zusammenhang auch an einer klinischen Stichprobe einer
psychotherapeutischen Praxis darstellen lässt und welche Faktoren
möglicherweise einen Teil der Depressivität erklären.
Die Untersuchung wird an einer Patientenstichprobe aus einer Praxis
für psychosomatische Medizin durchgeführt. Befragt werden alle
Patienten, die die diagnostischen Kriterien einer Depression nach der
International Classification of Diseases (ICD 10) erfüllen. Eingesetzt
werden das Beck Depressions Inventar, die Irritationsskalen nach Mohr
und der SALSA-Fragebogen.
Die Auswertung zeigt, dass sich einige der in der Literatur bechriebenen
Zusammenhänge nachweisen lassen, allerdings überwiegend mit
schwach signifikanten Ergebnissen. Belegt wurden u.a. die Einflüsse
sozialer Unterstützung und des Vorgesetztenverhaltens auf das
Ausmaß der Depressivität.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil

2.1. Begriffsklärung Depression

2.2. Epidemiologische Daten

2.3. Ursachen

2.4. Theoretische Modelle

2.4.1. Belastungs-Beanspruchungskonzept

2.4.2. Stressmodell

2.4.3. Gratifikationskrisen

2.4.4. Anforderungs-Kontroll-Modell

2.4.5. Ressourcenkonzept

2.5. Psychische Belastungen und Ressourcen

2.5.1. Widersprüchlichkeit und Taylorisierung

2.5.2. Teamklima

2.5.3. Vorgesetztenverhalten und soziale Unterstützung

2.5.4. Arbeitsanforderungen und Handlungsspielraum

2.5.5. Belohnung

2.5.6. Fairness

2.5.7. Restrukturierung

2.5.8. Emotionsarbeit

2.5.9. Erfolg

2.6. Zusammenfassung

2.7. Hypothesen

3. Empirischer Teil

3.1. Untersuchungsplanung

3.2. Stichprobenauswahl und Instruktion

3.3. Auswahl der Instrumente

4. Auswertung

4.1. Beschreibung der Stichprobe

4.2. Korrelationen

4.3. Regressionen

5. Diskussion

5.1. Neuigkeitswert der Arbeit

5.2. Methodenkritik

5.3. Ergebnisbewertung

5.4. Praxisrelevanz

5.5. Theoretische Fundierung und weiterführende Gedanken

6. Zusammenfassung

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen arbeitsbedingten Stressoren und der Ausprägung depressiver Störungen bei Patienten in einer psychosomatischen Praxis. Ziel ist es, durch eine Fragebogenuntersuchung zu prüfen, ob sich arbeitspsychologische Belastungsfaktoren als mitbestimmende Variablen für das psychische Wohlbefinden und die Depressivität der Patienten identifizieren lassen.

  • Analyse theoretischer Erklärungsmodelle für arbeitsbedingte psychische Störungen
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Arbeitsanforderungen, Handlungsspielraum und Depressivität
  • Einfluss von Vorgesetztenverhalten und sozialer Unterstützung auf das Krankheitsbild
  • Empirische Validierung an einer klinischen Stichprobe mittels BDI, SALSA und Irritationsskalen

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Belastungs- Beansprungungskonzept

Nach Rohmert und Rutenfranz (1975, rezitiert nach Uhlich, 1998) werden als "Belastungen" objektive, von außen auf den Menschen einwirkende Größen und Faktoren bezeichnet, als "Beanspruchungen" deren Auswirkungen auf den Menschen. Uhlich ergänzt, dass hiermit aber nicht das einfache Reiz-Reaktions-Modell gemeint ist, sondern "dass Vermittlungs- und Rückkopplungsprozesse die Beziehungen zwischen Belastung und Beanspruchung vielfältig beeinflussen" (Uhlich, 1998 S. 413). Belastungsfaktoren können unterschiedlicher Natur sein (Hettinger, 1997): physisch (Belastung durch muskuläre Aktivität), physikalisch oder chemisch (Belastung durch Hitze, Lärm, Gase, Stäube usw.) und psychosozial (Betriebsklima, Kommunikation und Kooperation).

Während man in früheren Studien besonders die physikalischen Belastungen betrachtete, hat sich die Aufmerksamkeit hin zu psychosozialen Belastungsfaktoren verlagert (v. Rosenstiel, 2003 S. 59). Psychische Belastungen und Beanspruchungen sind durch eine DIN Norm definiert: "Psychische Belastung wird verstanden als die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und auf ihn psychisch einwirken" und psychische "Beanspruchung wird verstanden als die individuelle, zeitlich unmittelbare und nicht langfristige Auswirkung der psychischen Belastung im Menschen in Abhängigkeit von seinen individuellen Voraussetzungen und seinem Zustand" (DIN 33405 rezitiert nach Wiendieck, 1994, DIN EN ISO 10075-1, 2000, Nachreiner und Schultetus, 2002).

Das bedeutet also, dass Belastungen auch in Hinblick auf deren Verarbeitung hin zu betrachten sind: Ob eine Belastung zur Fehlbeanspruchung wird, hängt sowohl von externen als auch von internen Ressourcen und Bewältigungsmöglichkeiten ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Untersuchung aus der Praxisperspektive heraus, da eine Zunahme von arbeitsbedingten psychischen Belastungen bei Patienten beobachtet wurde, und leitet zur wissenschaftlichen Fragestellung über.

2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert den Depressionsbegriff und zentrale arbeitspsychologische Modelle wie das Belastungs-Beanspruchungskonzept, das Anforderungs-Kontroll-Modell und das Ressourcenkonzept, um die theoretische Basis für die Untersuchung zu legen.

3. Empirischer Teil: Der empirische Teil beschreibt das methodische Vorgehen, die Auswahl der 32 Patienten als Probanden sowie die eingesetzten psychometrischen Fragebögen BDI, SALSA und Irritationsskalen.

4. Auswertung: Hier werden die erhobenen Daten analysiert, statistische Zusammenhänge mittels Korrelationen und Regressionsmodellen geprüft und die Alters- sowie Bildungsstruktur der Stichprobe dargestellt.

5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, diskutiert die methodischen Einschränkungen der kleinen Stichprobe und bewertet die Praxisrelevanz für die psychotherapeutische Behandlung.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit, berufliche Belastungsfaktoren systematisch in der Berufsanamnese zu erfassen.

Schlüsselwörter

Depression, Psychosomatische Praxis, Arbeitsbelastung, Ressourcenkonzept, Vorgesetztenverhalten, Soziale Unterstützung, BDI, SALSA, Irritation, Überforderung, psychische Störungen, Burnout, Salutogenese, Fehlbeanspruchung, Arbeitszufriedenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern berufliche Arbeitsbedingungen und Belastungen am Arbeitsplatz mit der Entstehung oder dem Verlauf von Depressionen bei Patienten in einer psychotherapeutischen Praxis zusammenhängen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft klinische Aspekte von Depressionen mit arbeitspsychologischen Modellen, wie dem Belastungs-Beanspruchungskonzept, dem Ressourcenkonzept und der salutogenetischen Sichtweise auf Gesundheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Objektivierung des Eindrucks, dass arbeitsbedingte Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden depressiver Patienten haben, und die Identifikation spezifischer Bedingungsfaktoren, die be- oder entlastend wirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Querschnittserhebung mittels standardisierter Fragebögen (BDI, SALSA, Irritationsskalen), die statistisch mittels Korrelations- und Regressionsanalysen ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Literaturrecherche zu arbeitspsychologischen Modellen und eine empirische Studie an 32 Patienten einer psychosomatischen Praxis zur Prüfung aufgestellter Hypothesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Depression, Psychosomatische Praxis, Arbeitsbelastung, soziale Unterstützung, Vorgesetztenverhalten, SALSA, BDI und psychische Ressourcen.

Welche Rolle spielt das Vorgesetztenverhalten laut den Ergebnissen?

Das Vorgesetztenverhalten erwies sich als Schlüsselfaktor: Unterstützendes Verhalten wirkt protektiv, während belastendes Verhalten signifikant mit einer Verstärkung der Depressivität korreliert.

Wie lassen sich die Ergebnisse für die Praxis nutzen?

Die Ergebnisse legen nahe, dass Therapeuten die Berufsanamnese systematisch in die Eingangsdiagnostik integrieren sollten, um mögliche arbeitsbedingte Belastungen frühzeitig als Interventionsfeld zu identifizieren.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arbeitsbelastungen bei depressiven Patienten in der psychotherapeutischen Praxis
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Arbeits- und Organisationspsychologie)
Veranstaltung
Projekt
Note
2,0
Autor
Dr. med. Claudia Schulte-Meßtorff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
60
Katalognummer
V173803
ISBN (Buch)
9783640940943
ISBN (eBook)
9783640941124
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeitsbelastungen patienten praxis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. med. Claudia Schulte-Meßtorff (Autor:in), 2011, Arbeitsbelastungen bei depressiven Patienten in der psychotherapeutischen Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173803
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