„Er hat die Menschenrechte von Paine nicht gelesen.“
Dieser von Karl F.W. Wander 1873 in sein Sprichwörterlexikon aufgenommene Ausspruch mag so manchem politisch desinteressierten Menschen angehaftet worden sein. Er lässt noch heute erahnen, welche Reputation dem Werk Thomas Paines zugesprochen wurde - und das nicht ganz zu Unrecht. Er war der erste, der in Amerika öffentlich die Unabhängigkeit propagierte und der einzige Engländer, dem die Ehre eines Sitzes im französischen Nationalkonvent zu Teil wurde. Die aufregende Biographie des Autors, der die Amerikanische und später auch die Französische Revolution miterlebte, spiegelt sich in seinen beiden Hauptwerken Common Sense und Rights of Man wieder.
Diese Arbeit macht es sich zur Aufgabe die zwei bekanntesten Veröffentlichungen Paines in vergleichender Form auf ihren revolutionären Charakter hin zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Thomas Paine – Eine revolutionäre Biographie
II.I. Paine in Amerika
II.II. Paine in Europa
III. Eine neue Rhetorik? – Paines revolutionärer Stil
IV. Theorie - Der revolutionäre Bruch mit der alten poltischen Ordnung
V. Praxis - Revolutionäre Visionen einer neuen politischen Ordnung
VI. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die beiden Hauptwerke von Thomas Paine, "Common Sense" und "Rights of Man", in einer vergleichenden Analyse auf ihren revolutionären Gehalt und ihre theoretischen sowie praktischen Dimensionen hin zu untersuchen.
- Biographische Einordnung von Thomas Paine im historischen Kontext.
- Analyse des revolutionären rhetorischen Stils in Paines Schriften.
- Untersuchung des theoretischen Bruchs mit der alten politischen Ordnung.
- Darstellung praktischer Visionen für eine neue politische und gesellschaftliche Ordnung.
Auszug aus dem Buch
III. Eine neue Rhetorik? – Paines revolutionärer Stil
Die Initiatoren der Amerikanischen Revolution waren besser situierte „Gentleman“, deren hoher sozialer Status dazu führte, dass sie die Revolution anführten. Die Meisten unter ihnen waren Amateure im Schreiben. Es gehörte zum guten Ton eines Gentlemans die öffentliche Tugend durch Schriften zu befördern, ohne daran zu verdienen oder Ruhm zu ernten. Paines Selbstbild und Anspruch knüpft in Teilen an diesen Gentleman-Status an, er veröffentlichte Common Sense anonym und spendete die Erlöse der Kontinentalarmee. In der Einleitung der Schrift begründet er sein Anliegen damit, die Aufmerksamkeit der Leser auf den Inhalt des Textes zu lenken, nicht auf dessen Verfasser:
„Who the Author of this Production is, is wholly unnecessary to the Public, as the Object for Attention is the Doctrine itself, not the Man. That he is unconnected with any Party, and under no sort of Influence public or private, but the influence of reason and principle.“
Die politischen Theorien der Revolutionszeit wurden meist von den Menschen geschrieben, die dann auch für deren Umsetzung verantwortlich waren. Paine schrieb als Underdog, als einer aus dem Volk, der sich nur der Vernunft und sich daraus ableitenden Prinzipien verantwortlich sah. Sein Schreibstil grenzt sich von dem eines Gentleman deutlich ab. Er brach mit der traditionellen Rhetorik des 18. Jahrhunderts und ersetzte eine mit Kunstgriffen durchzogene Schreibweise durch eine natürliche Art der Sprache. Durch die besondere Verbindung von Selbstoffenlegung und Anonymität in Common Sense gibt sich der Autor als „Jederman“ zu erkennen und ermöglicht den Rezipienten eine große Identifikation mit seinen Gedanken, ohne dass seine Herkunft, sein Stand oder sonstige Verdienste eine Rolle spielen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Thomas Paine dar und erläutert das Ziel der Arbeit, seine Werke "Common Sense" und "Rights of Man" vergleichend auf ihren revolutionären Charakter zu untersuchen.
II. Thomas Paine – Eine revolutionäre Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Paines nach, unterteilt in seine Zeit in Amerika und Europa, um den historischen Kontext seiner Schriften zu beleuchten.
III. Eine neue Rhetorik? – Paines revolutionärer Stil: Der Abschnitt analysiert den besonderen, volksnahen Schreibstil Paines, der sich bewusst von der traditionellen, elitären Rhetorik seiner Zeit abgrenzte.
IV. Theorie - Der revolutionäre Bruch mit der alten poltischen Ordnung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Schriften untersucht, insbesondere Paines Kritik an der Monarchie und sein Verständnis von Gesellschaftsvertrag und natürlichen Rechten.
V. Praxis - Revolutionäre Visionen einer neuen politischen Ordnung: Dieses Kapitel betrachtet die konkreten politischen und sozialen Reformvorschläge, die Paine in seinen Werken unterbreitete.
VI. Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und bewertet Paines Leistungen sowie seine Rolle in der Ideengeschichte der politischen Revolutionen.
Schlüsselwörter
Thomas Paine, Common Sense, Rights of Man, Amerikanische Revolution, Französische Revolution, politische Theorie, Rhetorik, Monarchie, Volkssouveränität, Aufklärung, Menschenrechte, Gesellschaftsvertrag, Demokratie, Republik, radikaler Liberalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die beiden bedeutendsten Schriften von Thomas Paine, "Common Sense" und "Rights of Man", in einer vergleichenden Analyse ihrer revolutionären Inhalte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die biographische Einordnung, die rhetorische Analyse des Schreibstils, die politische Theorie des Bruchs mit bestehenden Ordnungen und die praktischen Visionen für eine neue Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den revolutionären Charakter von Paines Denken aufzuzeigen und zu analysieren, wie Paine seine Ideale auf die spezifischen politischen Umstände seiner Zeit zugeschnitten hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Ideengeschichtliche Untersuchung, die verschiedene Primärquellen von Paine und einschlägige Sekundärliteratur heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, eine stilistische Untersuchung seiner Rhetorik, eine theoretische Analyse der Regierungsformen und eine Darstellung seiner praktischen politischen Reformvorschläge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Thomas Paine, Politische Theorie, Amerikanische Revolution, Menschenrechte und Demokratie charakterisieren.
Wie unterscheidet sich Paines rhetorischer Stil von seinen Zeitgenossen?
Paine brach mit der verschachtelten, elitären Rhetorik des 18. Jahrhunderts und nutzte eine einfache, direkte und volksnahe Sprache, um seine Ideen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Wie bewertet der Autor Paines Einfluss auf die Französische Revolution?
Der Autor zeigt auf, dass Paine die Französische Revolution zwar zunächst als Fortführung der Amerikanischen begrüßte und optimistisch einschätzte, jedoch die strukturelle Radikalisierung in Frankreich aufgrund mangelnder kultureller Kenntnisse unterschätzte.
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- Wenzel Seibold (Author), 2009, Die revolutionären Schriften „Common Sense“ und „Rights of Man“ von Thomas Paine, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173714