Freie Arbeit Musikwissenschaft zur Fragestellung: Kann musikalisches Lernen mit sprachlichem Lernen verglichen werden?
Ziel dieser Arbeit ist es das Verhältnis, oder den Zusammenhang von dem Erlernen sprachlicher und musikalischer Kompetenzen darzulegen. Hierfür werden zunächst beide Bereiche einzeln betrachtet um schließlich die Leitfrage der Arbeit: „Kann musikalisches Lernen mit dem Erlernen der Muttersprache gleichgesetzt werden?“ zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Hinführung zum Thema
2. Das Erlernen einer Sprache/der Muttersprache
3. Das Erlernen musikalischer Kompetenzen
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
5. Fazit und Beantwortung der Leitfrage
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis und die potenziellen Zusammenhänge zwischen dem Spracherwerb und dem Erlernen musikalischer Kompetenzen, um zu klären, inwiefern diese Prozesse miteinander gleichgesetzt werden können.
- Vergleich der frühen sprachlichen und musikalischen Lernprozesse
- Bedeutung von Imitation und praktischer Erfahrung für den Kompetenzerwerb
- Analyse neurologischer und struktureller Gemeinsamkeiten von Musik und Sprache
- Diskussion über den Stellenwert beider Lernbereiche in der kindlichen Entwicklung
Auszug aus dem Buch
Das Erlernen musikalischer Kompetenzen
Musikalisches Lernen ist ein Handlungsorientierter Prozess. Dieser Prozess beginnt mit dem ersten Hören von Musik bzw. von Klängen. Diese Klänge werden schon im Kindesalter imitiert. Für das begriffliche Denken, ist eine praktische Erfahrung, also die Handlung unabdingbar. Das aus dem aktiven Tun entwickelte Lernen hat bei der Entwicklung eines Kindes Vorrang vor dem deklarativen, begrifflichen Lernen. Besonders wichtig ist das Handeln für das musikbezogene Lernen, da musikalische Fähigkeiten vor allem auf der Entwicklung von psychomotorischen Fähigkeiten beruht, welche zum musikalischen Handeln befähigen. Der Erwerb von musikbezogenem Wissen ist zweitrangig, wodurch sich der Musikunterricht von wissensbetonten Fächern (wie Naturwissenschaftlichen Fächern) unterscheidet. Für den anfänglichen Musikunterricht ist es wichtig, dass Kinder Möglichkeiten erhalten, Musik zu hören und sich dazu zu bewegen, sowie Klänge selbst zu erzeugen. Diese Erfahrungen werden auf verschiedenste Art und Weise mental verarbeitet.
Die amerikanische Musikpsychologin Jeanne Bamberger unterscheidet diesen Lernprozess mit den Begriffen „figurale und formale Repräsentationen“. Bei der figuralen Phase erlebt das Kind musikalische Abläufe in Form von konkreten Handlungen und Abläufen, ohne die musikalischen Ordnungen zu erkennen. Durch Wiederholung wandelt sich dieses figurale Wissen allmählich in formales Wissen um. Das Kind bekommt eine Vorstellung von Klangcharakteren, Tonordnungen und musikalischen Formen. Deswegen ist aber auch die vorrangegangene praktische Erfahrung von größter Bedeutung, weswegen beim anfänglichen Musikunterricht unbedingt Wert auf Handlungsorientiertheit gelegt werden muss. Der Übergang zur formalen Repräsentation ist individuell und geschieht bei jedem Kind auf andere Art und Weise und zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Hinführung zum Thema: Das Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet das Verhältnis von Musik und Sprache mittels eines Nietzsche-Zitats und definiert die zentrale Leitfrage der Arbeit.
2. Das Erlernen einer Sprache/der Muttersprache: Hier wird der kindliche Prozess des Spracherwerbs durch Imitation, Wiederholung und soziale Interaktion erläutert.
3. Das Erlernen musikalischer Kompetenzen: Dieses Kapitel beschreibt den handlungsorientierten Prozess des Musiklernens, wobei der Fokus auf praktischer Erfahrung vor der theoretischen Wissensvermittlung liegt.
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Hier werden die strukturellen Analogien zwischen Musik und Sprache analysiert, aber auch der kritische Unterschied im gesellschaftlichen Stellenwert diskutiert.
5. Fazit und Beantwortung der Leitfrage: Abschließend wird konstatiert, dass eine vollständige Gleichsetzung der Lernprozesse umstritten ist, wenngleich eine enge Verknüpfung beider Bereiche unbestreitbar bleibt.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, musikalisches Lernen, Muttersprache, Imitation, Handlungsorientierung, musikalische Kompetenzen, Audiation, psychomotorische Fähigkeiten, frühkindliche Entwicklung, Lernspirale, musikalische Repräsentation, Wissensvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich zwischen dem Erlernen der Muttersprache und dem Erwerb musikalischer Kompetenzen bei Kindern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Mechanismen des Spracherwerbs, die handlungsorientierten Aspekte des Musiklernens sowie die neurologischen und funktionalen Parallelen zwischen beiden Bereichen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Sprach- und Musiklernen zu klären und zu prüfen, ob musikalisches Lernen dem Spracherwerb gleichgestellt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich musikpädagogischer und sprachpsychologischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst beide Lernfelder separat beleuchtet, bevor ihre Gemeinsamkeiten (z.B. Nutzung identischer Hirnareale) und Unterschiede (z.B. Stellenwert) gegenübergestellt werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Imitation, Audiation, Handlungsorientierung, formale Repräsentation und die Verbindung von Wahrnehmung und Handeln.
Welche Rolle spielt die "Audiation" nach Edwin E. Gordon in der Arbeit?
Audiation beschreibt die Fähigkeit, gehörten Klängen im Bewusstsein eine Bedeutung zu geben, was als Voraussetzung für das Erlernen musiktheoretischer Begriffe angesehen wird.
Wie bewertet die Arbeit die Kritik von Werner Jank?
Jank wird zitiert, um die Gegenposition zu vertreten, dass Musik einen geringeren gesellschaftlichen Stellenwert als die Muttersprache habe und eher dem Erlernen einer Zweitsprache gleiche.
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- Anonym (Author), 2017, Kann musikalisches Lernen mit dem Erlernen der Muttersprache gleichgesetzt werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1736660