Das Shareholder Value-Konzept wurde ursprünglich von Alfred Rappaport in den
USA entwickelt und als neuer Erfolgsmaßstab unternehmerischer Handlungen
angewendet. Seit Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts spielt das
Shareholder Value-Konzept in Europa eine bedeutende Rolle. In den Vordergrund
rückt die Ausrichtung der Unternehmensstrategie auf die Maximierung der
Rendite für Anteilseigner beziehungsweise auf die Steigerung des
Unternehmenswertes. Auch in Deutschland ist eine deutliche Tendenz hin zur
verstärkten Orientierung der Unternehmenssteuerung an den finanziellen Zielen
der Eigenkapitalgeber und eine zunehmende Akzeptanz des Shareholder Value-
Konzeptes zu beobachten.
Trotzdem handelt es sich immer noch um einen der umstrittensten Begriffe,
welcher seit Jahren in der breiten Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird. Dies
wird an der Vielzahl der Publikationen zu dieser Thematik sichtbar. Die Kritik
entzündet sich besonders an einem Teil der Handlungsmaximen, die allein auf die
Interessen der Anteilseigner ausgerichtet sind. Dadurch, so die Kritiker, käme es
zu einer Vernachlässigung anderer Interessengruppen wie Kunden oder
Mitarbeiter.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Darstellung des Shareholder Value-Konzeptes
2.1 Ursprünge des Shareholder Value-Konzeptes
2.2 Das Shareholder Value-Konzept
2.2.1 Grundidee und Ziele des Shareholder Value-Konzeptes
2.2.2 Konzeptionelle Grundlagen
3. Shareholder Value-Konzept in der Praxis
3.1 Shareholder Value-Konzept als Handlungsmaxime
3.2 Implementierung des Shareholder Value-Konzeptes
3.2.1 Unternehmensinterne Implementierungsaspekte
3.2 2 Unternehmensexterne Implementierungsaspekte
3.3 Implementierungsprobleme
4. Kritische Würdigung des Shareholder Value-Konzeptes
4.1 Problembereiche des Shareholder Value-Konzeptes
4.2 Vorzüge des Shareholder Value-Konzeptes
5. Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Shareholder-Value-Konzept als Instrument der modernen Unternehmensführung. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation der Handlungsmaximen, den Herausforderungen bei der praktischen Implementierung sowie einer kritischen Reflexion der Zielsetzung hinsichtlich einer nachhaltigen Wertsteigerung und des Umgangs mit verschiedenen Anspruchsgruppen.
- Historische Entstehung und theoretische Grundlagen des Konzepts.
- Die Rolle des Shareholder-Value als Handlungsmaxime für das Management.
- Methoden der unternehmensinternen und externen Implementierung (z.B. Anreizsysteme, Portfolio-Management).
- Analyse von Implementierungsproblemen und organisatorischen Herausforderungen.
- Kritische Würdigung der Methodik und des Interessenkonflikts mit Stakeholdern.
Auszug aus dem Buch
3.1 Shareholder Value-Konzept als Handlungsmaxime
Aufgrund der Liberalisierung und Globalisierung der Kapitalmärkte und des daraus resultierendem verstärktem Wettbewerbs um das Kapital, wenden sich immer mehr Unternehmen dem Shareholder Value-Konzept zu. Die Aufgabe der Unternehmensleitung besteht darin, den Unternehmenswert langfristig zu steigern und eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu erwirtschaften, die mindestens der Renditeerwartung der Anteilseigner entspricht. Unter diesen Gesichtspunkten wird die Orientierung am Shareholder Value zu einer Handlungsmaxime erhoben. Als Handlungsmaxime fordert das Shareholder Value-Konzept die konsequente Ausrichtung der Unternehmensführung an den Interessen der Anteilseigner im Allgemeinen und die Maximierung des Marktwertes des Eigenkapitals im Speziellen.
Die Handlungsmaxime für die Führungskräfte besteht also darin, dass die Verwirklichung langfristiger Shareholder Value-Maximierung im Mittelpunkt aller Unternehmensaktivitäten steht. Dabei stellt sich die Frage nach den Entscheidungen und Maßnahmen, die von den Führungskräften und Managern getroffen und durchgeführt werden sollen, um den Shareholder Value nachhaltig zu steigern.
Der folgende Abschnitt befasst sich mit der Beantwortung dieser Frage, dabei werden die in der Literatur diskutierten Maßnahmen und Unternehmensaktivitäten erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Einführung in die Historie und Relevanz des Shareholder-Value-Konzepts sowie Formulierung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Darstellung des Shareholder Value-Konzeptes: Erläuterung der historischen Wurzeln, der Grundidee, Ziele sowie der konzeptionellen Grundlagen des Modells.
3. Shareholder Value-Konzept in der Praxis: Analyse der Umsetzung als Handlungsmaxime, unterteilt in interne Aspekte wie Anreizsysteme und externe Faktoren wie Investor Relations sowie Identifikation von Implementierungsproblemen.
4. Kritische Würdigung des Shareholder Value-Konzeptes: Auseinandersetzung mit der Kritik am Modell, insbesondere bezüglich der einseitigen Interessenorientierung und der methodischen Schwierigkeiten.
5. Thesenförmige Zusammenfassung: Komprimierte Darstellung der zentralen Ergebnisse und Fazit zur Anwendbarkeit des Konzeptes.
Schlüsselwörter
Shareholder Value, Unternehmensführung, Marktwert, Eigenkapital, Handlungsmaxime, Unternehmensbewertung, Werttreiber, Anreizsysteme, Kapitalmarkt, Implementierung, Free Cash Flow, Stakeholder, Rendite, Unternehmensstrategie, Wertsteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Shareholder-Value-Konzept, das auf die Maximierung des Unternehmenswertes im Sinne der Anteilseigner ausgerichtet ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Ursprüngen, der Implementierung in die Praxis der Unternehmensführung und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Konzept.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Identifikation der notwendigen Handlungsmaximen, um das Shareholder-Value-Konzept erfolgreich zu verwirklichen und eine kritische Reflexion des Ansatzes durchzuführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die verschiedene theoretische Ansätze und Praxiserkenntnisse zur wertorientierten Unternehmensführung zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Konzepts, seine praktische Implementierung (intern/extern) sowie eine ausführliche kritische Würdigung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wertsteigerung, Shareholder Value, Unternehmensführung, Anreizsysteme und Kapitalmarktorientierung geprägt.
Wie geht das Konzept mit dem sogenannten Prinzipal-Agent-Problem um?
Das Konzept versucht, Interessenkonflikte zwischen Managern und Anteilseignern durch leistungsorientierte Anreizsysteme und eine engere Kopplung der Vergütung an den Unternehmenswert zu lösen.
Ist die Kritik am Shareholder-Value-Konzept berechtigt?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein Teil der Kritik auf Fehlinterpretationen beruht, da eine langfristige Wertsteigerung ohne Berücksichtigung anderer Stakeholder wie Kunden oder Mitarbeiter kaum möglich ist.
- Quote paper
- Julia Lira-Mayer (Author), 2009, Grundlagen und elementare Handlungsmaximen des Shareholder Value- Konzeptes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173590