Wenn wir heute an die Volksrepublik China denken, sehen wir eine aufstrebende Wirtschaft, funkelnde Skylines und zielstrebige Menschen, die viel erreichen wollen. Wir sehen aber auch ein Land mit vielen Problemen, wie der Landflucht, das - in letzter Zeit verbesserte - Umweltproblem und die Unterdrückung von Demokratiebewegungen.
Der heutige Reichtum in China fußt jedoch nicht auf Inaktivität. Er ist aufgebaut auf den Reformen von Deng Xiaoping(* 22. August 1904;† 19. Februar 1997), die er nach dem Tod von Mao (* 26. Dezember 1893; † 9. September 1976) als die „Vier Modernisierungen“ förderte und ihre Integration in die neue Verfassung der VR China vorantrieb. Dieses wirtschaftliche Reformprogramm betrifft die „Modernisierungen der Industrie, der Landwirtschaft, der Verteidigung sowie der Wissenschaft und Technik“.1 Seine „Drei Schritte Theorie“ diente als ein Leitfaden, der die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf betraf.
Inhaltsverzeichnis
1. China im 21. Jahrhundert
1.1 Ein langer Weg
2. Die Sonderwirtschaftszone
2.1 Shenzhen - Beispiel einer SWZ in China
2.1.1 Wieso Shenzhen?
2.1.2 Wirtschaftliche Entwicklung
2.1.2.1 Ausländische Direktinvestitionen
2.1.2.2 Infrastruktur
2.1.3 Umwelt und Soziales
2.1.3.1 Ökologie - Ökonomie
2.1.3.2 Stromversorgung
2.1.3.3 Bevölkerungsentwicklung
2.2 Besondere Stadtrechte
2.2.1 Sonderwirtschaftszonen
2.2.2 Das „Offene Küstengebiet“
2.3 Einfluss auf die Entwicklung Chinas
2.3.1 Wirtschaftliche Aspekte
2.3.2 Urbane Aspekte
2.3.3 Umwelt
3. Zusammenfassung und Fazit
3.1 Eine Option für isolierte Staaten?
3.2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rolle von Sonderwirtschaftszonen (SWZ) als Instrument zur wirtschaftlichen Transformation Chinas, untersucht am Beispiel der Stadt Shenzhen, und evaluiert deren Effektivität sowie soziale und ökologische Auswirkungen.
- Entwicklung Chinas seit den Reformen von Deng Xiaoping
- Standortfaktoren und wirtschaftliche Erfolgsfaktoren von Shenzhen
- Soziale und ökologische Herausforderungen des rasanten Wachstums
- Vergleich zwischen Sonderwirtschaftszonen und "Offenen Küstengebieten"
- Übertragbarkeit des chinesischen Modells auf andere Staaten
Auszug aus dem Buch
2.1.1 W IESO S HENZHEN ?
China ist ein großes Land und die Regierung hätte jede Stadt zur Errichtung einer Sonderwirtschaftszone heranziehen können. Shenzhen musste also Vorteile haben, die andere Städte nicht aufweisen konnten.
Der ausschlaggebende Punkt ist die Lage. Gelegen am Perlfluss-Delta und angrenzend an die ehemals englische Kronkolonie Hong Kong hatte der Ort Shenzhen die besten Standortfaktoren in der Region um als erste Sonderwirtschaftszone in China einen Anfang zu wagen.
Deng Xiaoping quittierte die Entscheidung der Regierung mit folgenden Worten:
„Lasst den Westwind herein. Reichtum ist ruhmvoll“
Die Stadt Hong Kong war als Sprungbrett in die westliche Welt gedacht. Da die beiden Städte nur durch einen Fluss getrennt sind, konnten ausländische Investoren leicht nach Shenzhen gelockt werden. Viele Subventionsprogramme der Regierung wie Steuernachlässe und günstige Grundabgaben vereinfachten internationalen Konzernen die Entscheidung eine Zweigstelle oder sogar Produktionslinie in Shenzhen zu eröffnen. Durch die Anbindung an das Südchinesische Meer und den Pazifik über das Perlfluss-Delta ist auch die Möglichkeit des Exportes von Gütern geben.
Heute ist der Hafen von Shenzhen der viert größte Containerhafen der Welt, an dem im Monat ca. 2200 Schiffe anlegen und der an 126 internationale Containerlinien angebunden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. China im 21. Jahrhundert: Diese Einführung beleuchtet den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas infolge der "Vier Modernisierungen" unter Deng Xiaoping und skizziert den historischen Wandel von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft.
2. Die Sonderwirtschaftszone: In diesem Hauptteil wird das Konzept der Sonderwirtschaftszonen theoretisch definiert und anhand des Modells Shenzhen sowie der "Offenen Küstengebiete" detailliert auf wirtschaftliche, urbane und ökologische Faktoren hin untersucht.
3. Zusammenfassung und Fazit: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, würdigt den Erfolg der chinesischen Reformpolitik, thematisiert aber kritisch die Schattenseiten wie Menschenrechts- und Umweltprobleme sowie die begrenzte Übertragbarkeit des Modells.
Schlüsselwörter
Sonderwirtschaftszone, China, Shenzhen, Deng Xiaoping, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Export, ausländische Direktinvestitionen, Perlfluss-Delta, Globalisierung, Umweltschutz, Reformpolitik, Urbanisierung, Wanderarbeiter, Kapitalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktionsweise von Sonderwirtschaftszonen als treibende Kraft für den wirtschaftlichen Aufstieg der Volksrepublik China.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Reformpolitik seit 1978, die Standortentwicklung von Shenzhen, die Infrastrukturpolitik sowie die damit einhergehenden sozialen und ökologischen Probleme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Erfolg des Modells der Sonderwirtschaftszonen zu analysieren und zu prüfen, inwiefern dieses System als Beispiel für wirtschaftliche Transformation dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, die wirtschaftliche Daten und historische Entwicklungen im Kontext von Fallbeispielen auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Stadt Shenzhen als Pilotprojekt, analysiert die Herkunft von Investitionen und Infrastrukturgeldern und diskutiert kritisch die ökologischen Folgen und die Bevölkerungsstruktur.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sonderwirtschaftszone, Reformpolitik, Shenzhen, Wirtschaftswachstum und ökologische Nachhaltigkeit.
Warum war gerade der Standort Shenzhen für das erste Experiment so entscheidend?
Shenzhen profitierte maßgeblich von der unmittelbaren geografischen Nähe zu Hong Kong, das als wirtschaftliches Sprungbrett in den Weltmarkt fungierte.
Welche Schattenseiten des chinesischen Wachstumsmodells werden genannt?
Die Arbeit benennt explizit die gravierende Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Fabriken wie bei Foxconn und die soziale Ungleichheit zwischen Stadt- und Landbevölkerung.
- Arbeit zitieren
- Etienne Glahn (Autor:in), 2011, Sonderwirtschaftszonen in China, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173461