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Fedor Tjutčevs "Silentium!" - Eine Analyse des Welt- und Menschenbildes

Title: Fedor Tjutčevs "Silentium!" - Eine Analyse des Welt- und Menschenbildes

Term Paper , 2011 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Roos (Author)

Russian / Slavic Languages

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Summary Excerpt Details

„Jede feste Gestalt, jeder eindeutige Gedanke, jedes ausgesprochene Wort kam ihnen als tot und verlogen vor.“ Bereits in diesem Ausspruch von Kirill Pigarev wird das Wissen um das Spannungsverhältnis zwischen Gedanken und Worten deutlich. In der Lyrik der russischen Romantik war das Misstrauen gegenüber der Sprache ein wichtiges lyrisches Motiv und zugleich insbesondere bei den Symbolisten ein zentraler Bestandteil.
Diese Thematik findet sich auch in Fedor Tjutčevs Gedicht Silentium! als ein bedeutender Schwerpunkt wieder. Keineswegs vermag in Silentium! ein anderer Vers als „Der ausgesprochene Gedanke ist Lüge“ (II, 4) die Problematik in stilistischer und inhaltlicher Form prägnanter festzuhalten. Diesem Vers erfuhr auch künftig noch eine tragende Rolle, denn er entwickelte sich zum Leitspruch der russischen Symbolisten und könnte zudem auch den Titel von Tjutčevs Lebenswerk schmücken.
Deshalb wirft sich die Frage auf, inwiefern in Silentium! die Problematik der Sprachskepsis und -kritik verarbeitet wurde und wie sich diese auf das Welt- und Menschenwelt auswirkt. Eine Analyse, die sich am Interpretationsschema von Prof. Dr. Birgit Harreß orientieren wird, soll darüber Aufschluss geben.
Im ersten Kapitel gilt es, kritisch zu untersuchen, wie sich der allgemeine Weltzustand und darüber hinaus die Beziehung zwischen Weltordnung und Weltbewohnern gestaltet. Anschließend soll diese Erkenntnis in eine räumliche und zeitliche Konkretisierung eingeordnet werden.
Im zweiten Teil wird unter anderem herauszustellen sein, wie sich die existentielle sowie soziale Verfassung des lyrischen Ichs in die Figurenkonzeption eingliedern. Ein weiteres Ziel besteht darin, zu analysieren, ob und inwieweit das lyrische Ich beispielsweise hinsichtlich körperlicher oder sexueller Gestaltung als lyrische Figur charakterisiert werden kann. Interessant erscheint zudem, eine Figurenperspektivierung unter den Aspekten der Kommunikation, Beziehung zu Raum und Zeit sowie Perspektivierung der lyrischen Haltung vorzunehmen.
In der Gesamtheit soll die Analyse des Welt- und Menschenbildes in Tjutčevs Silentium! einen differenzierten Standpunkt zur Thematik ermöglichen und exemplarisch darstellen, welche enorme Bedeutung diesem Gedicht innerhalb der philosophischen Naturlyrik, der Betrachtung von Sprachskepsis und -kritik, der Epoche der Romantik, der Symbolistenbewegung sowie der gesamten russischen Lyrik widerfährt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 EINLEITUNG

1 DAS WELTBILD

1.1 Allgemeiner Weltzustand

1.2 Räumliche und zeitliche Orientierung

2 DAS MENSCHENBILD

2.1 Figurenkonzeption

2.2 Figurencharakterisierung

2.3 Figurenperspektivierung

2.3.1 Kommunikation

2.3.2 Beziehung zu Raum und Zeit

2.3.3 Perspektivierung durch lyrische Haltung

3 SYNTHESE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Fedor Tjutčevs Gedicht "Silentium!" hinsichtlich seiner philosophischen Tiefe und seiner zentralen Bedeutung für das Welt- und Menschenbild innerhalb der russischen Lyrik. Dabei wird untersucht, wie der Autor durch Sprachskepsis und die Gegenüberstellung von Chaos und Kosmos existenzielle Fragen des menschlichen Ausdrucks behandelt.

  • Die Problematik der Sprachskepsis und Sprachkritik bei Tjutčev
  • Das Spannungsverhältnis zwischen Chaos und Kosmos
  • Die existenzielle Verfassung des lyrischen Ichs
  • Die oppositionelle Beziehung zwischen Innen- und Außenwelt
  • Die Analyse der Figurenperspektivierung und rhetorischer Mittel

Auszug aus dem Buch

1.1 Allgemeiner Weltzustand

Die gründliche Analyse offenbart, dass es sich beim Weltbild um eine Polarität zwischen Chaos und Kosmos handelt. Besonders deutlich wird dieses konzentrierte Spannungsverhältnis an vielen Gegensatzpaaren wie beispielsweise „Tag[ ]“ (III, 5) und „Nacht“ (I, 5) oder „Empfangendes und Schöpferisches“.

Dieser Zustand des Dualismus ermöglicht zudem eine Kollision. Kennzeichnend dafür ist das Reiben des lyrischen Ichs an den beherrschenden Verhältnissen der Welt.

In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass das Chaos in der Natur beruht. Das Warten auf den Schöpfer steht im Mittelpunkt, um dadurch den Weg ins Leben zu ebnen. Hingegen findet der Kosmos seinen Ursprung im Wort. Durch dieses erfährt die materielle Vielfalt den Weg ins Diesseits und kann somit zur Schöpfung gelangen. Die zentrale Aufgabe des Menschen besteht darin, dass Chaos und Kosmos im Inneren erfahrbar und begreifbar werden zu lassen. Dieser Weg findet eine enorme Wirkung auf die Menschen. Einzig diese Form kann die Gegensätze und zugleich den Menschen als Ganzes vereinigen.

Insbesondere in der Romantik, zu dessen Vertretern auch Tjutčev zählt, wird die menschliche Seele als ein Mikrokosmos betrachtet. Dieser Mikrokosmos ist wiederum in einem Makrokosmos platziert, denn auch die menschliche Seele ist wie das Weltall unendlich und nahezu unerforscht. Weiterhin zeigt Silentium! auch den Gegensatz zwischen vergänglichen Taten des Menschen und dem Ewigkeitscharakter der Natur auf; somit also auch das Verhältnis von Materie und Geist. Die Motive des stillen Einkehr und der geistigen Einsamkeit wie zum Beispiel „[s]chweig, verbirg und halte [dich] geheim“ (I, 1) oder „[v]erstehe nur in dir selbst zu leben“ (III, 1) verdeutlichen, dass der Mensch einzig so zu höherer Erkenntnis gelangen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

0 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik der Sprachskepsis in Tjutčevs Werk ein und erläutert die methodische Herangehensweise zur Analyse des Welt- und Menschenbildes.

1 DAS WELTBILD: Dieses Kapitel untersucht die Polarität zwischen Chaos und Kosmos sowie die räumliche und zeitliche Einordnung des Gedichts in den Kontext des Idealismus.

2 DAS MENSCHENBILD: Hier wird das lyrische Ich hinsichtlich seiner existentiellen Verfassung, Charakterisierung und Perspektivierung detailliert analysiert.

3 SYNTHESE: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und würdigt die Bedeutung von "Silentium!" für die philosophische Naturlyrik und den russischen Symbolismus.

Schlüsselwörter

Fedor Tjutčev, Silentium!, Sprachskepsis, Sprachkritik, Chaos, Kosmos, lyrisches Ich, russische Romantik, russischer Symbolismus, Naturlyrik, Menschenbild, Weltbild, Stille, Existenzphilosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich einer tiefgreifenden Analyse von Fedor Tjutčevs Gedicht "Silentium!" und untersucht, wie darin ein spezifisches Welt- und Menschenbild konstruiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Sprachskepsis, das Spannungsfeld zwischen Chaos und Kosmos sowie die existentielle Rolle des lyrischen Ichs innerhalb der Weltordnung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern das Gedicht das Verhältnis zwischen Sprache und Wirklichkeit thematisiert und warum Stille als notwendige Form der Erkenntnis dargestellt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Analyse orientiert sich am interpretatorischen Schema von Prof. Dr. Birgit Harreß, um die literarischen Strukturen des Textes systematisch zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Weltbildes (Chaos vs. Kosmos) und eine detaillierte Analyse des Menschenbildes, inklusive der Kommunikationsweise und des Raum-Zeit-Verständnisses des lyrischen Ichs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Sprachskepsis, Tjutčev, russischer Symbolismus, lyrisches Ich, Naturlyrik und Existenzphilosophie.

Wie verhält sich das lyrische Ich zur umgebenden Außenwelt?

Das lyrische Ich zieht sich bewusst aus der "lauten" Außenwelt zurück und sucht im Schweigen nach einem tieferen Verständnis des eigenen Seins, da die Sprache als unzureichend für die Wahrheit empfunden wird.

Warum ist das "Silentium!"-Gedicht ein Impulsgeber für den Symbolismus?

Die radikale Infragestellung der Sprache als Medium zur Erkenntnisgewinnung durch den Vers "Der ausgesprochene Gedanke ist Lüge" wurde zum Leitspruch der späteren Symbolisten.

Welche Funktion hat das Lateinische im Titel des Gedichts?

Die Verwendung der universellen lateinischen Sprache unterstreicht den Anspruch des Autors, eine übernationale philosophische Problematik einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

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Details

Title
Fedor Tjutčevs "Silentium!" - Eine Analyse des Welt- und Menschenbildes
College
University of Leipzig  (Institut für Slavistik)
Course
Russische Literatur
Grade
1,0
Author
Christian Roos (Author)
Publication Year
2011
Pages
12
Catalog Number
V173441
ISBN (eBook)
9783640936465
ISBN (Book)
9783640936762
Language
German
Tags
Fedor Tjutčev Silentium! Menschenbild Weltbild Allgemeiner Weltzustand Räumliche Orientierung Zeitliche Orientierung Figurenkonzeption Figurencharakterisierung Figurenperspektivierung Russland Russische Lyrik Symbolismus Russische Symbolisten Interpretation Kommunikation Beziehung zu Raum und Zeit Perspektivierung durch lyrische Haltung Russische Romantik Sprachskepsis Sprachkritik Kirill Pigarev Chaos Kosmos Polarität lyrisches Ich Innenwelt Außenwelt Lichtmetaphorik existenzielle Verfassung soziale Verfassung lyrisches Subjekt Antagonismus Appellcharakter "Der ausgesprochene Gedanke ist Lüge" Pantheismus Selbstreflexion philosophische Naturlyrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Roos (Author), 2011, Fedor Tjutčevs "Silentium!" - Eine Analyse des Welt- und Menschenbildes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173441
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