Die heutige Zeit ist geprägt von sich anhäufenden Fragen in Bezug auf die Auswirkungen des eigenen Handelns. Wirtschaftskrisen, Ungleichheiten im Bereich der globalen Ressourcenverteilung sowie die allgegenwärtige Streuung von Pflichtbewusstsein in Sachen Klimakrise sorgen für eine Verbraucherdemokratie, die ihre Aufgabe darin sieht, Einfluss auf eine nachhaltige Gestaltung der Zukunft zu nehmen. Als maßgeblich wird hinsichtlich der Einflussnahme der ubiquitäre Verbrauch von Konsumgütern und damit tagtäglich getroffene Entscheidungen in der Lebenswirklichkeit der Menschen angesehen. Denn wenn es um Konsum geht, dann sind immer auch davon betroffene Instanzen und Begleiterscheinungen von Relevanz, was bedeutet, dass neben den bereits erwähnten Verbrauchern auch Unternehmen und ihre involvierten Produzenten, die betroffenen Ressourcen und zu guter Letzt das Ökosystem selbst mitberücksichtigt werden müssen. Diese Verstrickung bewirkt, dass der Akteur bzw. der Konsument nicht als unabhängige autarke Einheit fungiert, sondern als Teil eines Ganzen gedacht werden muss, der Initiator und Endziel zugleich darstellt. Mit anderen Worten ist der Verbraucher derjenige, den die erzeugte bzw. beschaffene Ware erreichen soll, während auch er es ist, der ihre Erzeugung bzw. Beschaffung erst notwendig macht. Konsum ist demnach im Ergebnis immer mit Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen verbunden, die, und das sei an dieser Stelle vorwegzunehmen, nicht immer nur positiver Natur sind. Hat Konsum nämlich eine schädigende Wirkung, kommt der Terminus der Verantwortung hinzu, bei dem das Verhalten des Akteurs als Ursache für eine Wirkung angesehen wird und unter Umständen einer Anpassung bedarf. Jemand, der mit seiner Handlung Schaden anrichtet, sei es, indem er einem anderen Menschen, einem Tier oder auch einem Objekt schadet, der ist den normativen Rahmenbedingungen einer Gesellschaft zugrundeliegend schließlich dazu verdammt, zur Rechenschaft gezogen zu werden, auch dann, wenn er den Schaden nicht mutwillig hervorgerufen hat (z.B. durch fahrlässige Tötung).
Die Frage, die sich demnach stellt und philosophiegeschichtlich bereits etliche Male aufgearbeitet wurde, ist, ob jemand, der mit einer Handlung, die sich im legitimen, ja rechtlich einwandfreien Rahmen befindet, aber nachweislich Schaden anrichtet, zur Verantwortung gezogen oder unter bestimmten Bedingungen exkulpiert werden sollte.
- Arbeit zitieren
- Patrick Wolter (Autor:in), 2023, Die Rolle der Verbraucherinnen und Verbraucher bei schädlichen Konsumauswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1730535